Sommer – Bikespecial 2015 Rauf aufs Mountainbike – welche Ausrüstung benötigt man für den Einstieg?


 
29.09.15
 

Auf der Suche nach einer neuen Sportart in der frischen Luft? Genervt von schier endlos erscheinenden Zustiegen oder Forststraßen? Dann ab aufs Rad! Für immer mehr Frischluftfreunde gehört ein Mountainbike mittlerweile zur sportlichen „Grundausstattung“. Während sich die einen mithilfe ihres Drahtesels beim immer populärer werdenden Bike & Hike schneller in Richtung Gipfel bewegen wollen, stehen für die anderen der Spaßfaktor und der Adrenalinkick auf technisch anspruchsvollen Singletrails im Vordergrund. Wieder andere wollen beim aufstiegsorientierten Biken Kondition und Ausdauer trainieren. Egal welcher Beweggrund aber letztendlich dafür verantwortlich ist, mit dem Mountainbiken zu beginnen, alle Anfänger haben doch eines gemeinsam: Jede Menge Fragezeichen. Wie finde ich das für mich passende Rad? Hardtail oder Fully? All-Mountain-Bike oder Enduro? 29-Zoll oder doch lieber „klassisch“? Die Wahl des Bikes ist dabei sehr stark vom späteren Einsatzbereich abhängig und die gewünschte eierlegende Wollmilchsau gibt es leider nicht.

Ist die Entscheidung für den fahrbaren Untersatz einmal gefallen, ist das aber nur die halbe Miete. Bei dem riesigen Angebot an Helmen, Schuhen, Bekleidung, Accessoires und Co. können Rookies schnell den Überblick verlieren. Aber was braucht es eigentlich wirklich, um sattelfest zu sein – und was fällt vielleicht doch eher in die Kategorie „Nice to have“? Wir helfen bei den „ersten Schritten“ auf dem Bike und verraten euch, was es in puncto Ausrüstung alles zu beachten gilt und auf was ihr trotz kleinem Geldbeutel – weil das Rad allein ja schon genug gekostet hat – keinesfalls verzichten solltet. Als Anregung haben wir jeweils ein komplettes Outfit für Mädels und Jungs getestet, das wir aus den aktuellen Sommerkollektionen verschiedener Marken zusammengestellt haben und euch mit allen Details in separaten Testberichten vorstellen.

Der Helm – ohne geht nicht!

Trotz allem Spaß sollte nicht vergessen werden, dass Mountainbiken ein hohes Verletzungsrisiko birgt und die Gefahr von Stürzen immer mitfährt. An erster Stelle für die eigene Sicherheit steht daher ein Helm. Egal ob Anfänger oder fortgeschrittener Biker: Ohne Helm zu fahren ist ein absolutes No-Go und „oben ohne“ unter Mountainbikern daher zu Recht verpönt. Schließlich schützen die Plastikschalen den Träger oder die Trägerin im Falle eines Crashs vor schlimmen und unter Umständen irreparablen Kopfverletzungen. Glücklicherweise sind die Helmverweigerer mittlerweile in der absoluten Unterzahl. Nicht zuletzt, weil sich die schützende Kopfbedeckung dank stylisher Optik auch zu einem beliebten modischen Accessoire entwickelt hat und Hitzestau – das Hauptargument der Helmgegner – dank Luftschlitzen längst der Vergangenheit angehört. Beim Kauf des richtigen Helms sind Anfänger aber dennoch nicht selten überfordert. Zu groß die Auswahl und zu unterschiedlich die Preise. Im Sportfachhandel sind MTB-Helme bereits ab rund 60 bis 70 Euro erhältlich, während die High-End Varianten gerne auch mal die 200-Euro-Marke knacken können. Aber sind die teuren Varianten wirklich sicherer? Oder ist gerade am Anfang nicht vielleicht ein günstigeres Modell ausreichend?

Günstiger muss nicht immer auch gleich schlechter sein.

Alle verunsicherten Einsteiger können wir an dieser Stelle beruhigen. Auch wenn der Sicherheitsaspekt der wichtigste Kaufgrund für einen MTB-Helm ist, so ist dieser bei der Auswahl des passenden Helmes nicht kriegsentscheidend. Denn jeder in Europa erhältliche „Plastikschüssel“ muss die Sicherheitsprüfung nach der DIN-Norm EN 1078 bestehen. Heißt im Klartext: Auch die günstigeren Modelle erfüllen durchaus ihren Zweck. Wer sich einen Helm kaufen möchte, der sollte sein Augenmerk vielmehr auf Passform, Tragekomfort und Belüftung richten. Diese Faktoren haben dabei nicht unbedingt etwas mit dem Preis zu tun, sondern sind nicht zuletzt von der Kopfform des Trägers abhängig. Getreu dem Motto: „Probieren geht über Studieren“ ist das vorherige Aufsetzen ein absolutes Muss. Noch ein paar Tipps: Um während der sportlichen Belastung vor allem beim aufstiegsorientierten Biken nicht zu überhitzen, sollte der Helm über ausreichend große Luftschlitze verfügen. Bei der Passform ist darauf zu achten, dass der sogenannte Headring den Kopf gleichmäßig umschließt und exakt an den individuellen Kopfumfang angepasst werden kann. Manche Helme werden hingegen nur in Einheitsgrößen und ohne Verstellmöglichkeiten angeboten. Hier muss dann einfach alles perfekt sitzen.

Fahrradhandschuhe – für mehr Sicherheit und Grip am Lenker

Ähnlich wie ein Helm gehören auch Handschuhe zu den unverzichtbaren Ausrüstungsgegenständen beim Biken. Sie verbessern den Grip am Lenker, da die Handinnenseite aus rutschfesten Materialien besteht und der Schweiß dank spezieller Funktionsfasern schnell nach außen abtransportiert wird. In den Belastungszonen sind die Fahrradhandschuhe zudem oftmals gepolstert und sorgen so dafür, dass Erschütterungen gerade beim Bergabfahren absorbiert werden. Außerdem beugen Handschuhe einer allzu schnellen Ermüdung oder Taubheitsgefühlen vor, da sie die Handsehnen und Nervenbahnen entlasten. Last but not least schützen sie im Falle eines Sturzes die empfindlichen Handflächen bestenfalls vor Schürfwunden. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass die Handschuhe solide verarbeitet sind und an den besonders beanspruchten Stellen robustes, abriebfestes Material aufweisen. Sie müssen eng anliegen und dürfen keine Falten werfen – zu eng ist aber natürlich auch nicht gut. Zwischen den Fingern dürfen Handschuhe nicht zwicken oder einschneiden. Damit die Hände nicht schwitzig werden, sollte das Obermaterial atmungsaktiv aber zugleich winddicht sein, um beim Bergabfahren vor dem Auskühlen zu schützen. Vorteilhaft ist darüber hinaus eine Ausziehhilfe in Form einer Lasche, um auch verschwitze Handschuhe möglichst einfach wieder loswerden zu können. Gerade im Sommer sind Kurzfingerhandschuhe sehr beliebt. Abfahrtsorientierte Biker setzen aber gerne auch auf leichte Langfingerhandschuhe.

Fahrradbrille – keine Chance für UV-Strahlen, Insekten & Äste

Den Dreiklang in puncto Sicherheit beim Biken komplettiert die richtige Fahrradbrille. Zum einen gilt es natürlich, die Augen vor schädlichen UV-Strahlen zu schützen. Zum anderen ist aber insbesondere beim Bergabfahren eine klare und uneingeschränkte Sicht essentiell. Fahrtwind, Dreck oder auch Insekten können die empfindlichen Augen reizen oder im schlimmsten Fall sogar verletzten. Wem schon einmal ein großer Brummer ins Gesicht geflogen ist, der weiß, wie wichtig ein entsprechender Schutz ist, um nicht reflexartig die Lider zu schließen oder erst einmal anhalten zu müssen, um den unangenehmen Gefährten aus dem lädierten Auge zu befördern. Gerade bei Abfahrten auf engen und bewaldeten Trails bietet eine Brille zudem Schutz vor tief hängenden Ästen oder Gestrüpp.

Bei langen Touren in unterschiedlichem Terrain und mit wechselnden Lichtverhältnissen sind automatisch tönende Gläser eine gute Wahl, um jederzeit den Durchblick zu behalten. Je nach Einsatzgebiet gibt es aber auch verschiedene Arten von Filtern, die für mehr Kontrast sorgen und somit mehr Sicherheit im Trail bieten. Bei der Passform und dem Tragekomfort ist darauf zu achten, dass die Brille eng anliegt und die komplette Augenhöhle abdeckt, um Fahrtwind und Co. nicht durchkommen zu lassen, dabei sollte sie jedoch ausreichend belüftet sein, um etwaiges Beschlagen zu verhindern. Außerdem darf die Brille nicht verrutschen, so dass auch bei rasanteren Manövern alles an seinem Platz bleibt. Bügel und Nasenflügel sollten daher individuell angepasst werden können. Zu guter Letzt ist auch auf das Gewicht zu achten: Die perfekte Brille ist möglich leicht und gleichzeitig bruchsicher.

Radhose – das Richtige für Untenrum & hauptsache bequem!

Egal ob anspruchsvolle Tour mit dem Rennrad oder mit dem Trekkingbike zum See – wer lange mit dem Fahrrad unterwegs ist, kennt das unangenehme Problem von schmerzenden Sitzbeinhöckern oder einem wundgescheuerten Hinterteil. Da kann der Sattel noch so bequem sein – das lange Sitzen macht sich irgendwann doch bemerkbar. Für dauerhaften Fahrspaß ohne Schmerzen gehört daher eine gepolsterte Radhose zur Grundausstattung eines jeden MTB-Neulings, zumal die meisten Sattel eher der Kategorie „Läd-nicht-zum- bequemen-Verweilen-ein“ angehören. Aber wie genau soll das perfekte „Sitzpolster“ beschaffen sein? Alteingesessene Biker schwören auf die sogenannten Bibshorts, bei denen Träger für das Plus an Tragekomfort und perfekten Sitz sorgen sollen. Auf den flowigen Singletrails dieser Welt dominieren hingegen die weiten Beinkleider in Form von Baggys mit integrierter oder herausnehmbarer Innenhose, nicht zuletzt aus optischen Gründen. Und natürlich gibt es noch die Fraktion derer, die ihre Bib oder eine trägerlose enge Radhose unter einer lässigen Trailshort verstecken. Die Glaubensfrage Bib vs. Baggy wollen und können wir an dieser Stelle nicht beantworten. Vielmehr möchten wir ein paar Tipps auf den Weg geben, worauf es bei der Wahl der richtigen Beinbekleidung ankommt.

Darf es auch ein bisschen dicker sein?

Zu allererst lautet die Devise wie beim Helm: Anprobieren! Die Sitzpolster sind je nach Hersteller unterschiedlich dick – von 2 bis hin zu 10 mm. Wie viel Polsterung es letztendlich sein soll, ist dabei vor allem vom persönlichen Geschmack abhängig. Während es die einen lieber dicker mögen, empfinden wieder andere eine zu starke Polsterung als windelartig und störend. Die Polster bei den Fahrradhosen für Mädels sind in der Regel etwas breiter als für Jungs, dafür aber ein wenig kürzer. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass die Hose im Stehen eng und knackig sitzt und das Polster gut anliegt. Nur an den Beinen einschneiden sollte die Radhose nicht. Ist sie zu groß, so passt auch das Polster nicht optimal und der Fahrer „schwimmt“ mit seinem Gesäß in der Hose, was ein unangenehmes Scheuern und Schmerzen zur Folge haben kann. Qualitativ hochwertige Sitzpolster sind anatomisch geformt und verfügen über entsprechende Unterteilungen. Bei den billigen Modellen hingegen ist oftmals nur ein dünnes, durchgehendes Polster eingenäht. Auf Dauer wird man damit unserer Erfahrung nach keinen Spaß haben. Daher lieber einmal in eine anständige Hose investieren, denn fast nichts verdirbt den Fahrspaß schneller als ein schmerzendes Hinterteil.

Radschuhe – Klick oder nicht Klick, das ist hier (auch) die Frage.

Wem bei der langen „Einkaufsliste“ für den MTB-Einstieg bereits der Schweiß auf der Stirn steht, dem können wir an dieser Stelle Entwarnung geben. Denn ab jetzt bewegen wir uns im Bereich der „Good to haves“. Alles kann, nichts muss. Während man unserer Ansicht nach auf Helm, Brille, Handschuhe und Radhose keinesfalls verzichten sollte, so können Neulinge ihre ersten Runden auf dem Mountainbike durchaus auch ohne spezielle Radschuhe drehen.

Gibt’s DEN perfekten Allround-Radschuh?

Wie beim Rad so ist auch für die Wahl des passenden MTB-Schuhs das Einsatzgebiet entscheidend. Den idealen Mountainbikeschuh gibt es in diesem Sinne nicht. Vielmehr gibt es unterschiedliche Schuhtypen, die für die individuellen Bedürfnisse der Biker passende Eigenschaften mitbringen. Grundsätzlich kann dabei zwischen All-Mountain-, Freeride-, Touren- und Raceschuhen unterschieden werden. Als Faustregel gilt: Je steifer die Sohle, umso besser ist die Kraftübertragung, desto schlechter aber auch auf der anderen Seite die Abrolleigenschaften sowie der Komfort beim Gehen. Raceschuhe sind recht leicht und verfügen über eine verhältnismäßig steife Sohle mit wenig Profil. Daher eignen sie sich nicht, um auf Schiebepassagen oder gar mit dem Bike über der Schulter steinigen Untergrund zu passieren. Touren- und All-Mountain-Schuhe bieten dank ihres griffigen Profils hingegen mehr Grip im Gelände und sorgen so selbst auf unwegsamem Terrain für Trittsicherheit.

Auf die perfekte Passform und festen Fersenhaltkommt es an.

Für den Freeride-Einsatz muss dann nochmals eine Schippe draufgepackt werden. Hier sind High Tops oder knöchelhohe Schuhe aus robusten Materialien eine gute Wahl. Die Sohle besteht zumeist aus einer speziellen Gummi-Mischung, die wesentlich mehr Grip auf Flat-Pedals bietet. Für welches Einsatzgebiet auch immer man sich entscheidet, so sollte beim Kauf natürlich auf eine perfekte Passform und einen festen Fersenhalt geachtet werden. Denn nur wenn der Schuh ideal sitzt kann die Kraft optimal übertragen werden und klappt es auch mit dem Rundtritt. Dennoch darf der Schuh aber keinesfalls zu straff sein, denn die Füße schwellen beim Biken mit der Zeit für gewöhnlich immer etwas an. Beim Verschlusssystem entscheiden dann wiederum vor allem die persönlichen Präferenzen. Egal ob Ratsche, Klett, Schnürsenkel oder das patentierte Boa-System, das im Radbereich immer öfter zum Einsatz kommt, entscheidend ist, dass die Verschlüsse nicht zu eng angezogen werden.

Einmal geklickt und schon geht’s richtig rund.

Last but not least muss jeder MTB’ler für sich entscheiden, ob er mit Klicksystem (SPD, Eggbeater, etc.) fahren möchte oder lieber doch ohne. In der Regel sind die meisten MTB-Schuhe dafür konzipiert, dass man sie mit Klickpedalsystemen fahren kann. Die hierfür notwendigen Cleats können entweder direkt angebracht werden oder aber die Vorrichtung versteckt sich unter der Sohle. So muss bei vielen All-Mountain-Schuhen mithilfe eines Teppichmessers die entsprechende Stelle erst herausgeschnitten werden, bevor die Cleats angeschraubt werden können. Wer allerdings mit Bärentatzen (Flat Pedals) oder kombinierten Pedalen unterwegs ist, belässt es dabei und nutzt die Radschuhe wie einen klassischen Sneaker. Klicksysteme bieten jedoch viele Vorteile: Sie bewirken beispielsweise bergauf eine bestmögliche Übertragung der Beinkraft beim Treten bzw. Ziehen der Pedale (Rundtritt) und verhindern ein Abrutschen des Fußes. Natürlich bedarf es aber etwas Übung und Routine sowie einem sorgfältig eingestellten Widerstand des Notfall-Ausstiegs, damit man beim Absteigen vom Bike, bei einem drohenden Abflug oder beim Anhalten an der Ampel nicht in den Pedalen stecken bleibt und einfach wie ein Sack zur Seite kippt. Soll alles schon passiert sein.

Bikerucksack – hier findet alles seinen Platz!

Es muss nicht immer direkt die Transalp sein. Auch bei kleineren Touren in die Berge verstauen viele Mountainbiker ein paar nützliche Dinge und Ersatzklamotten gerne auf dem Rücken. Klar geht es auch ganz ohne, denn im Zweifelsfall kann man die Trinkflasche auch direkt in der Halterung am Rand befestigen und die Notfall-Regenjacke in der Satteltasche oder im Radtrikot unterbringen. Wer aber nicht nur mit dem Nötigsten unterwegs sein möchte, für den ist ein Rucksack die bequemere Lösung. Ein weiteres Plus: Im Falle eines Sturzes kann der Rucksack als „unfreiwilliger“ Rückenprotektor ein wenig zusätzlichen Schutz bieten. Natürlich kann man dabei auch mit dem normalen Daypack auf Entdeckungstour gehen, allerdings ist dessen Tragesystem nicht für Biketouren konzipiert.

Ein spezieller Fahrradrucksack bringt hingegen viele (komfortable) Vorteile mit sich. Eine der wichtigsten Eigenschaften übernimmt dessen Tragesystem. Dieses muss ausreichend Bewegungsfreiheit gewährleisten und dennoch fest am Rücken sitzen. Denn nichts stört mehr als wenn der Rucksack ein Eigenleben entwickelt und ständig hin und her baumelt. Damit bei der gebeugte Haltung beim Radfahren nichts drückt und das Gewicht ideal verteilt ist, verfügen Radrucksäcke über spezielle seitliche Polsterungen und werden zumeist direkt am Rücken getragen. Ergonomisch geformte Hüft- und Schultergurte runden das ideale Tragesystem ab. In puncto Innenleben sollte der perfekte Begleiter über eine durchdachte Aufteilung mit separaten Fächern für Trinksysteme und Werkzeug verfügen. Empfehlenswert sind zudem eine Helmhalterung sowie eine integrierte Regenhülle.

Die Fahrradbekleidung – Regenjacke, Trikot und Co.

Eines sei an dieser Stelle wieder vorweg geschickt: Man kann auch mit den normalen Sport- und Wanderklamotten wunderbar seine ersten „Gehversuche“ auf dem Rad unternehmen. Entscheidend ist vor allem die Funktionalität von Shirt, Jacke und Co. Bei kühleren Temperaturen und bei schnellen Abfahrten inklusive Windchill-Effekt muss die Oberbekleidung ausreichend wärmen, bei schweißtreibenden Anstiegen hingegen möglichst atmungsaktiv sein, um Hitze schnell vom Körper wegtransportieren zu können. Ohne Schicht- bzw. Zwiebelprinzip geht auch beim Mountainbike nichts. Eine Wind- bzw. Regenjacke sollte auch im Sommer stets mit im Gepäck sein.

Gegenüber herkömmlicher Funktionsbekleidung überzeugen spezielle Radjacken, Trikots und Hosen durch ihre auf die Besonderheiten beim Biken abgestimmten Features. Da bei der gebückten Haltung das Oberteil gerne einmal etwas nach oben rutscht und der empfindliche Nierenbereich freigelegt wird, ist der Bund von Radhosen – egal ob kurz oder lang – hinten etwas höher gezogen. Bei langen Hosen sind die Knie zumeist vorgeformt und die Beine entweder eng anliegend geschnitten oder über einen z.B. Feststellzipper in der Weite regulierbar. Trikots und Bikejacken sind vor allem im hinteren Bereich und an den Armen etwas länger geschnitten, damit Rücken und Unterarme in jeder Position geschützt bleiben. Um die kleinen Habseligkeiten wie Schlüssel, Geld oder einen Energieriegel auch ohne Rucksack verstauen zu können, verfügen lang- wie kurzärmelige Fahrradshirts zumeist über am Rücken angebrachte Taschen. Sofern die Fahrradjacke eine Kapuze besitzt, so ist diese natürlich helmtauglich geschnitten und in der Weite regulierbar, damit sie bei strengem Fahrtwind auch sicher auf dem Kopf bleibt.

Helmet Liner und Radsocken – nützliche Extras für Biker

Über hilfreiche Accessoires beim Biken lassen sich ganze Artikel schreiben – von speziellen Überschuhen für Schlechtwettertage bis hin zu Westen und Regenhose. Wir wollen an dieser Stelle jedoch nur zwei praktische Extras ein wenig genauer vorstellen: Radsocken und sogenannte Helmliner.

Da beim Radfahren die Füße stark beansprucht werden, sind funktionale Sportsocken ein absolutes Muss. Wem der Geldbeutel noch ein wenig Spielraum bietet, für den sind spezielle Radsocken eine lohnende Investition, denn sie sorgen nicht nur für ein angenehmes Fußklima und verhindern ein Überhitzen, dank ihrer speziellen Polsterung reduzieren sie auch die Blasenbildung und beugen insbesondere im Fersen- und Pedalbereich unangenehmen Druckstellen vor. Radsocken mit Kompression unterstützen die Füße noch zusätzlich und sorgen insbesondere nach dem Sport für eine schnellere Regeneration da Laktat besser abgebaut werden kann.

Last but not least sind spezielle Helmet Liner oder auch Schlauchtücher für jeden Radfahrer ein überaus nützliches Accessoire. Denn diese absorbieren Feuchtigkeit, sind atmungsaktiv und bilden dank ihrer geruchshemmenden Wirkung eine komfortable Zwischenschicht unter dem Helm. Bei den Mädels halten sie zudem Haare und Pony zurück und sorgen dafür, dass keine Strähnen ins Gesicht hängen. Bei Kälte und Wind schützen die Schlauchtücher sowohl Ohren als auch Kopf vor dem Auskühlen und können bei Bedarf auch als Gesichtsmaske umfunktioniert werden – und natürlich sind sie auch als Stirnband oder Halstuch einsetzbar.

Fazit – aller Anfang ist schwer, aber mit der richtigen Ausrüstung gar nicht mehr so sehr.

Zugegeben: Wenn man mit dem Mountainbiken beginnt, dann ist dies für den Geldbeutel nicht gerade eine Schonzeit. Neben dem Fahrrad selbst gibt es eine Reihe weiterer Anschaffungen, die den Rookies ins Haus stehen. An Helm, Brille, Handschuhen und Radhose führt dabei kein Weg vorbei, wenn man sicher und ohne schmerzendes Hinterteil seine ersten Runden drehen möchte. Wer bereits über einen gut sortierten (Sport-)Kleiderschrank verfügt, der kann aber zunächst auch auf bereits Bewährtes setzen. Spezielle Fahrradklamotten und Rücksäcke sorgen jedoch für ein gewisses Plus an Tragekomfort. Wen wir mit unserer Einkaufsliste an dieser Stelle noch nicht vollkommen abgeschreckt haben, dem wünschen wir viel Spaß beim Erkunden der Berge auf zwei Rädern und verweisen zum Abschluss nochmals auf unsere beiden Testberichte, in denen wir jeweils ein komplettes Outfit für Jungs und Mädels genauer vorstellen. In diesem Sinne: Ride on!

Ein Kommentar zu
Sommer – Bikespecial 2015: Rauf aufs Mountainbike – welche Ausrüstung benötigt man für den Einstieg?

  1. Klaus P. kommentierte:

    Vielen Dank für die umfangreiche Auflistung aller Utensilien, auch für den Alltag tauglich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bilder