Deutscher Alpenverein e.V. DAV-Bergunfallstatistik 2016 – historischer Tiefstand bei tödlichen Unfällen


 
05.10.17
 

Gute Nachrichten bzgl. der jährlich vom Deutschen Alpenverein veröffentlichten Bergunfallstatistik: So wenig tödlich verunglückte DAV-Mitglieder wie im Jahr 2016 hat es seit Einführung der Aufzeichnungen demnach noch nie gegeben. Etwas anders gestaltet sich hingegen das Bild bei den Bergunfällen insgesamt. Dieser Wert erreicht demnach einen neuen Höchststand. Dieser scheinbare Widerspruch lässt sich laut der Sicherheitsforscher dahingehend erkklären, dass immer mehr Menschen gerettet werden, bevor die Lage für sie lebensbedrohlich wird. Was allerdings nicht heißen soll, dass sich die Bergsportler für die bevorstehende Herbstsaison in den Bergen nicht darauf setzen sollten, im Zweifel gerettet zu werden. Der wirksamste Schutz vor schweren Bergunfällen sind nach wie vor eine gute Tourenplanung und ausreichende Reserven – sowohl zeitlich als auch körperlich! Die komplette DAV-Unfallstatistik steht hier als PDF zum kostenlosen Download zur Verfügung, genauso wie die ihr zugrundeliegenden, konkreten Fakten und eine Kurzzusammenfassung.

DAV-Bergunfallstatistik – die wichtigsten Zahlen:

30 tote Alpenvereinsmitglieder bei Bergsportunfällen waren im Jahr 2016 zu ver-zeichnen. Damit erreicht diese Statistik einen historischen Tiefstand. Zum Vergleich: 2015 waren noch 43 tote Alpenvereinsmitglieder zu beklagen. Insgesamt von Unfällen und Notfällen betroffen waren im vergangenen Jahr 1182 DAV-Mitglieder. Das entspricht rund 0,1 Prozent. „Rechnet man die Mitgliedschaftszuwächse ein, bleibt das individuelle Unfallrisiko im Vergleich zu den Vorjahren konstant auf sehr niedrigem Niveau“, erklärt Florian Hellberg von der Sicherheitsforschung beim Deutschen Alpenverein. Tatsächlich seit zwei Jahrzehnten zunehmend, auch relativ zur Mitgliederzahl, ist allerdings das Risiko von Blockierungen.

In der DAV-Bergunfallstatistik werden ausschließlich die Unfälle von DAV-Mitgliedern erfasst – unabhängig davon, wo diese Unfälle erfasst wurden. Eingang in die Statistik finden u.a. Unfälle, die die Mitglieder an die Versicherung des DAV (Alpiner Sicherheits-Service – ASS) melden, um beispielsweise Bergungskosten erstattet zu bekommen. Aufgrund ihres Umfanges und der bereits langjährigen Erhebung liefert die DAV-Bergunfallstatistik eine relativ gute Grundlage, um Entwicklungen und Tendenzen für den gesamten Bergsport ablesen und die entsprechenden Konsequenzen daraus ziehen zu können.

Klettersteiggehen – Blockierungen als Notfallursache No.1:

Blockierungen gelten als eine der häufigsten Ursachen, weshalb die Bergrettung gerufen werden muss. Dabei handelt es sich um Situationen, aus denen sich die Bergsportler nicht mehr selbst befreien können und auf fremde Hilfe angewiesen sind – obwohl sie keine Verletzungen haben. Ein Phänomen, das vor allem beim Klettersteiggehen beobachtet werden kann. Demnach geht mehr als die Hälfte aller Rettungseinsätze auf das Konto von Blockierungen. Schuld ist hier laut der Sicherheitsexperten des DAV vor allem das Drahtseil, das eine trügerische Sicherheit vermittelt und Menschen zu Herausforderungen anspornt, für die sie körperlich wie auch nervlich gar nicht gewappnet sind.

Hallenklettern – Fehler bei der Seil- oder Sicherungstechnik:

Indoorklettern gilt nach wie vor als sehr sicher. Angesichts der vielen hunderttausend Aktiven ist die Zahl der schweren Unfälle in Kletterhallen als sehr gering zu bezeichnen. Darüber sind sich die Sicherheitsforscher beim DAV einig. Seit der Jahrtausendwende sind insgesamt drei DAV-Mitglieder in Kletterhallen gestorben, wovon ein tödlicher Unfall sich im vergangenen Jahr ereignete. Alle drei Todesfälle gingen dabei auf das Konto eines Einbindefehlers, wobei der Knoten am Gurt des Kletternden nicht richtig geknüpft worden war.

Quelle: Deutscher Alpenverein e.V.

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