Eventbericht – 11. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee 2013 „La Dura Dura“ meets Blasmusik


 
30.10.13
 

Beschaulich und malerisch am Fuße des Mangfallgebirges gelegen, zieht der Tegernsee bei schönem Wetter zahlreiche Erholungssuchende, Sonnenanbeter, Wanderer und Bergsportler in seinen Bann. Nur rund 50 km von der bayerischen Landeshauptstadt entfernt ist der Tegernsee Ausgangspunkt für Touren auf die bekannten Münchner Hausberge wie Wallberg, Roßstein und Buchstein. Aber nicht nur in sportlicher Hinsicht hat der Tegernsee für Frischluftfreunde einiges zu bieten. Jedes Jahr wird das kleine Städtchen Tegernsee auch zum Austragungsort für eines der größten internationalen Bergfilm-Festivals. Und so luden die Veranstalter – die Stadt Tegernsee, die Tegernseer Tal Tourismus GmbH zusammen mit dem Bayerische Rundfunk und dem Deutschen Alpenverein (DAV) – vom 23. bis zum 27. Oktober 2013 bereits zum elften Mal zum Stell-Dich-Ein und cineastischen Zusammensein ins bayerische Voralpenland.

165 Einreichungen, 91 ausgewählte Filme und 43 Vorführungen

Auch wenn das beschauliche Örtchen Tegernsee gerade einmal 6.000 Einwohner zählt – in Sachen Bergfilm hat es sich in der Szene einen echten Namen gemacht. 165 Einreichungen aus 19 Ländern waren es in diesem Jahr, 91 davon schafften es ins Programm. Vom Kletterfilm „La Dura Dura“ mit  „Rockstar“ Chris Sharma über Naturfilme wie „Alpentiere im Winter“ hin zur bewegenden Dokumentation „Tod am Berg“ war das Programm des 11. Internationalen Bergfilm-Festivals Tegernsee ebenso abwechslungsreich wie vielseitig. Vom traditionellen Kampf des Menschen gegen die Natur bis hin zum spielerischen Herangehen an den Berg sei alles dabei gewesen – wie es Michael Pause, künstlerisches Leiter des Filmfestivals und Moderator des BR-Sendung mit Kultfaktor „Bergauf-Bergab“, treffend formulierte.

1000 Zuschauer weniger als 2012 und auch die Stars blieben fern

Auch wenn das Tegernseer Bergfilm-Festival mit wirklich hochkarätigen Filmen trumpfen konnte, so kamen doch nur rund 6000 Zuschauer in die Gemeinde am Tegernsee. Rund 1000 weniger als noch im letzten Jahr und auch die internationalen Stars der Szene blieben dem Festival fern. Wie Pause betonte sei das aber auch nicht das, um was es beim Tegernseer Bergfilm-Festival ginge. Anders als in Trient – der Mutter aller Bergfilm-Festivals – wo Stars für einen Abend eingeflogen werden, stünden am Tegernsee Begegnungen, der Gedankenaustausch und das Vernetzen der Branche im Vordergrund. Und gerade das zeigte sich bei der großen Schlussfeier und Preisverleihung am Samstag den 26. Oktober 2013 mehr als deutlich.

Blasmusik und Danksagungen – die Szene feiert sich selbst

Sehr traditionell kam sie daher, die Abschlussfeier mit Politprominenz, Sponsoren, Organisatoren und Film-Mitwirkenden, die auch den „Normalsterblichen“ für 18 Euro inkl. Büffet offen stand. Im alten Barocksaal der Gemeinde Tegernsee wurden bei zünftiger Blasmusik, Brezn und Bier die Preise für die besten Filme des Festivals vergeben, moderiert vom unterhaltsamen Michael Pause, der, wie nicht anders erwartet, mit Bergkompetenz und Insiderwissen zu punkten wusste. Und auch ein wenig gesellschaftskritisch wurde es gleich zu Beginn, als Schirmherr Dr. Heiner Geißler anmahnte, dass es mit der Belastung der Alpen nun auch genug sei.

Nicht ganz zum etwas angestaubten Ambiente passen wollten so einige der prämierten Filme. Chris Sharmas Klettergeschrei in „La Dura Dura“ wirkte auf das zumeist ältere Publikum vielleicht etwas verstörend, dennoch erhielt er die Auszeichnung „Lobende Erwähnung der Jury“. Währendessen wippte die junge Riege in den letzten Reihen zur Musik von „Petzl Roc Trip China“ (Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis) fröhlich im Takt. Der prämierte Film in der Kategorie „Naturraum Berg“ – die „Steinböcke in den Allgäuer Bergen“ von Bergfilmlegende Gerhard Baur – könnte da schon eher symbolisch für das Ambiente stehen. Hochwertig und gut gemacht –aber eben doch etwas traditioneller, als man es von anderen „lifestyligeren“ Events wie EOFT, Reel Rock Film Tour und Co. gewohnt ist.

Alles in allem würde dem Bergfilm-Festival am Tegernsee etwas frischer Wind nicht schlecht anmuten, um künftig mehr Zuschauer in die Gemeinde zu locken. Die gezeigten Filme und das Engagement zahlreicher ehrenamtlicher Helfer hätten es in jedem Fall verdient.

Die ausgezeichneten Bergfilme im Überblick:

Großer Preis der Stadt Tegernsee (3.000,- Euro)
„Le thé ou l’éléctricité“ (Tee oder Elektrizität) von Jérôme Le Maire (Belgien)

Preis des DAV für den besten Alpinfilm der Kategorie »Erlebnisraum Berg« (1.000,- Euro)
»Autana« von Alastair Lee (Großbritannien)

– Bester Film in der Kategorie »Lebensraum Berg« (1.000,- Euro)
»Kurt und der Sessellift« von Thaïs Odermatt (Schweiz)

– Bester Film in der Kategorie »Naturraum Berg« (1.000,- Euro)
»Steinböcke in den Allgäuer Bergen« von Gerhard Baur (Deutschland)

– Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis (€ 1.000,- Euro)
»Petzl Roc Trip China« von Vladimir Cellier und Julien Nodiros (Frankreich)

– Preis für den besonderen Film (undotiert)
»Je veux« von Joachim Hellinger (Deutschland)

– Lobende Erwähnung der Jury (undotiert)
»La Dura Dura« von Iris Rankin (USA)

Publikumspreis
»Bavarian Direct – Bayerische Direttissima« von Max Reichel, Franz Hinterbrandner (Deutschland)

Ein Kommentar zu
Eventbericht – 11. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee 2013: „La Dura Dura“ meets Blasmusik

  1. Bergfilm-Festival Tegernsee kommentierte:

    Vielen Dank für die Berichterstattung. Zu der angeblich geringeren Zuschauerresonanz ist jedoch eine kleine Richtigstellung notwendig. Beim Jubiläumsfestival 2012 waren es zwar insgesamt mehr Besucher, es waren aber auch zusätzliche Jubiläumsveranstaltungen. Berücksichtigt man diese Tatsache, ist die Besucherzahl 2013 in etwa identisch mit der von 2011.

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