Event – Montane Yukon Arctic Ultra 2018 Südafrikaner meistert als einziger Teilnehmer die Winterlandschaft Kanadas


 
16.02.18
 

Kälter geht’s nicht: Der diesjährige Montane Yukon Arctic Ultra geht als kälteste Veranstaltung seit Bestehen des legendären Ultras in die Geschichte ein. Mit Temperaturen, die beständig im Bereich von -40 Grad lagen, machte der 15. Montane Yukon Arctic Ultra (MYAU) seinem Namen als kältester Ultra-Event der Welt mehr als nur alle Ehre. Während bei den 19 Startern auf der Marathondistanz ein Teilnehmer frühzeitig aufgeben musste, erreichten lediglich vier der acht Teilnehmer das Ziel der 100 Meilen – unter ihnen auch der Deutsche Tomas Jelinek aus Berlin. Die 300-Meilen-Distanz bewältigte konnte nur der Südafrikaner Jethro Decker zurücklegen, als einziger von 21 Startern. Für die komplette Distanz benötigte er insgesamt 136 Stunden und 9 Minuten. Weitere Infos gibt’s unter: www.arcticultra.de

Ein Ultra-Marathon der Superlative – zu Fuß, mit Langlauf-Ski oder per Fatbike durch die Winterlandschaft von Kanada

Die Kälte machte Menschen und Material zu schaffen. „Es war von Anfang an ein Ultra der Leiden“, berichtet Renndirektor Robert Pollhammer. Die begannen schon in der ersten Nacht, in der sich einige Teilnehmer Frostbeulen zuzogen und wegen der Gefahr, ernsthafte Erfrierungen zu erleiden, die Reißleine zogen und aufgaben. „Es ist schwer vorstellbar, wie schnell das gehen kann“, erzählt Pollhammer. „Eine falsche Entscheidung bei der Bekleidung, bei einer Pause zu lange ohne Handschuhe zu hantieren, und schon ist es passiert.“ Auch Autos, Skidoos und Stromgeneratoren gaben bei der Kälte zeitweilig ihren Geist auf und das Rennen wurde für einen längeren Zeitraum angehalten.

Eisige Kälte beim MYAU 2018 (© Montane)

„Der rein sportliche Aspekt trat relativ schnell in den Hintergrund und aus dem Rennen wurde eine Expedition, bei der die Teilnehmer ständig damit beschäftigt waren, Probleme zu lösen“, so der Renndirektor weiter. Vor allem die Nächte machten den Athleten zu schaffen. War es schon tagsüber extrem kalt, sanken die Temperaturen nachts noch weiter. Das kombiniert mit der langen Dunkelheit belastete auch mental stark. Ein Starter nach dem anderen musste aufgeben. Den Italiener Roberto Zanda traf es besonders hart. Er lag bei der 300-Meilen-Distanz gut im Rennen, bekam aber nach rund 190 Meilen ernsthafte Probleme. Er erlitt eine schwere Unterkühlung und Erfrierungen an Händen und Füßen.

Teilnehmer Tom Sutherland beim MYAU 2017 (© Montane)

Zunächst konnte nur seine Pulka geortet werden. Die sofort gestartete Suchaktion war nach kurzer Zeit erfolgreich. Ein Helikopter brachte ihn ins Krankenhaus nach Whitehorse. Er befindet sich auf dem Weg der Besserung, wird aber noch lang mit den Beeinträchtigungen zu kämpfen haben. Die großen Schwierigkeiten der meisten Teilnehmer lassen die Leistung der wenigen Finisher noch unglaublicher erscheinen. So erklärt der Veranstalter: „Dieser Ultra hat gezeigt, wie ernst man die Wildnis nehmen muss und wie wichtig Erfahrung und Kenntnisse im Umgang mit der Kälte sind.“ Die harten Bedingungen tun dem Interesse an der Veranstaltung keinen Abbruch. Die ersten Anfragen für Startplätze für den MYAU 2019 sind bereits eingegangen. Noch steht aber der Termin für das nächste Jahr nicht fest.

MONTANE Yukon Arctic Ultra – die Fakten:

Der Erste MYAU fand im Jahr 2003 statt. Initiiert und veranstaltet wurde und wird er von Robert Pollhammer aus Garmisch-Partenkirchen. Hauptsponsor ist der britische Outdoorbekleidungshersteller Montane. Er gilt als das kälteste und härteste Ultrarennen der Welt. Seit 2003 treffen sich jedes Jahr Mountainbiker, Skilangläufer und Läufer aus der ganzen Welt, um im Winter einen Marathon, 100, 300 oder 430 Meilen (alle zwei Jahre) durch die kanadische Wildnis zurück zu legen. Das Reglement schreibt vor, dass die Teilnehmer ohne fremde Hilfe und mit der gesamten Ausrüstung unterwegs sind. Der Trail des Montane Yukon Arctic Ultra folgt der Strecke des Yukon Quest, des härtesten Hundeschlittenrennens der. Start ist in Whitehorse, der Hauptstadt des kanadischen Yukon Territory.

Quelle: Montane

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