Eventbericht – BANFF Mountain Film Festival World Tour 2014 Fazinierendes Filmprogramm – vom Buchhalter bis zum nackten Wahnsinn


 
01.03.14
 

Die besten Filme des 38. Banff Mountain Film Festivals sind ab dem 15. Februar 2014 in über 50 Städten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden unterwegs. Wir waren für euch bei der Deutschlandpremiere im Amerikahaus in München dabei und staunten nicht nur über die gezeigten Filme, sondern auch über die Show-Einlage des Special Guests Tom Öhler. Der Trial-Bike Weltmeister präsentierte an diesem Abend nicht nur seinen neuen Kurzfilm „SEA OF ROCK“, er begeisterte das Publikum auch mit einer Darbietung seiner Fahrkünste auf der nicht gerade großen Showbühne.

Fazit zum Filmprogramm 2014

Die gezeigte Auswahl preisgekrönter Dokumentationen und Naturfilme aus aller Welt ließ dem Münchner Publikum bei so mancher Szene den Atem stocken, zauberte dem ein oder anderen ein Lachen aufs Gesicht und regten ebenso zum Nachdenken an. Wir stellen euch noch einmal alle gezeigten Dokufilme vor und geben für jeden Beitrag ein kurzes Fazit:

KEEPER OF THE MOUNTAINS:
Miss Elisabeth Hawley – auch die Himalayan Database – genannt. Ist eine Frau im Alter von 90 Jahren, die seit über 50 Jahren Buch führt über die Expeditionen im Himalaya. Bergsteigerlegenden wie Edmund Hillary und Reinhold Messner schätzten und schätzen ihr einzigartiges Archiv. Obwohl diese Dame noch nie in ihrem Leben einen Berg bestiegen hat, kennt Sie jede Route, weiß wie man Schlüsselstellen anzugehen hat und das nur aufgrund des von ihr angelegten und gepflegten Archivs. Mit ihrem besonderen Charm und Witz zieht sie jeden Besucher und Betrachter in ihren Bann. Eine fazinierende Dokumentation über eine kleine alte Dame, die in Kathmandu eine Institution ist und vor der sich so mancher Bergsteiger in acht nehmen sollte.

SEA OF ROCK:
Radfahren im Steinernen Meer? Dort wo der ein oder andere Tourist schon Probleme beim Laufen bekommt? Wer kommt denn auf so eine Idee? Natürlich zwei Vollblut-Mountain- und Trial-Biker, wie Harald Philipp und Tom Öhler. Die beiden zeigen dem Publikum eine spektakuläre Abfahrt über karstiges Gestein, vorbei an steilen Abgründen mit vielen technischen aber dennoch spielerisch wirkenden Abschnitten in sehr anspruchsvollen Gelände. Für Bike-Fans ein wahres Fest.

THE BURN:
Feuer und Eis (Schnee) – zwei Elemente und zwei Gegensätze, die in diesem Kurzfilm stilvoll und sehr ästethisch miteinander verschmelzen. Atemberaubende Freeski-Aufnahmen in einer surreal wirkenden Kulisse, einfach sehenswert! Aber mal ehrlich, da wo Feuer ist kann doch kein Schnee sein, oder?

THE LAST GREAT CLIMB:
Gibt es auf unserem Planeten noch unbestiegene Gipfel oder ungelöste Kletterprobleme? Ja, die gibt es. In der Antarktis macht sich die Kletterexpedition des britischen Alpinisten Leo Houlding auf den Weg zum 2.930 m hohen Ulvetanna (Wolfszahn). Eine Dokumentation über eine der letzten Erstbesteigungen dieser Erde. Hier bekommt jeder Zuschauer kalte Hände, das ist garantiert.

STREAMS OF CONSEQUENCE:
Diese Dokumentation über den Kampf der patagonischen Bevölkerung gegen die Zerstörung einer der letzen auf unserer Erde verbliebenen Naturparadiese und Heimat vieler Menschen regt wahrlich zum Nachdenken an! Die Lösung für das Energieproblem der Industrie in Patagonien ist mit viel weniger Aufwand und vorallem ohne die Zerstörung der Natur ohne weiteres möglich. Aber wie so oft versucht die Spezies Mensch den profitableren Weg durchzusetzen – ohne Rücksicht auf Verluste. Immerhin, die Einwohner und Umweltschützer von Patagonien haben zunächst einen kleinen Sieg errungen. Doch eine Frage bleibt: Haben sie auch gewonnen?

SUFFERFEST:
Allein die Definition des Begriffs „Sufferfest“ sagt aus, was die beiden Kletterprofis Alex Honnold und Cedar Wright bei ihrem Projekt erleben durften. (Anm.d.R.: Sufferfest von Honold/Wright: 750+ Meilen auf dem Rad; 100+ Meilen zu Fuß; 100.000+ ft. geklettert; 15 Gipfel über 14.000 ft. = 3 Wochen des Leidens). Ihr Ziel: Alle kalifornischen Gipfel mit einer Höhe von über 14.000 Fuß (entspr. 4.200 m) zu besteigen und den Weg von Route zu Route mit dem Rad zurückzulegen. Einziges Problem: Beim Klettern sind die Beiden ganz in ihrem Element, auf dem Rad aber sind sie blutige Anfänger. Geteiltes Leid ist halbes Leid? Zumindest steht eines fest, gemeinsam leidet es sich definitiv leichter. Prädikat „Besonders sehenswert“!

35:
Eine andere Sicht auf die Dinge – den Sport – will Kletterer Derek Craig mit diesem Kurzfim dem Zuschauer nahe bringen. Doch er wird nicht durch das Motto: „schneller, weiter und höher“ angetrieben. Vilemehr sind es die Glücksmomente und die kleinen Dinge, die ihm wichtig sind und am Herzen liegen. Dieser Fim vermittelt den wahren Spirit des Sports, des Kletterns! Nicht umsonst ist dieser Kurzfilm ein verdienter Award-Gewinner!

VALHALLA:
Freeriding im „wahrsten“ Sinne des Wortes: In diesem Skifilm schmeißen sich die Athleten – nur mit dem LVS-Gerät bekleidet – in unverspurte Tiefschneehänge. Wer dieses winterliche Highlight noch nicht gesehen hat, bekommt definitiv eine etwas anderen Interpretation des Skisports serviert. Da kribbelt die Haut allein nur vom zusehen.

Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass jeder der gezeigten Filme sowohl Outdoor- als auch Natur-Fans vollauf begeistert. Ein Besuch lohnt sich also in jedem Fall. Alle Infos (Termine & Tickets) zur BANFF Mountain Film Festival World Tour 2014 gibt’s hier.

Wir wünschen euch viel Spaß bei den weiteren Vorstellungen.

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