Eventbericht – Yeti Adventure Challenge 2015 Einzigartiges Ausdauer-Rennen feiert in Silkeborg (Dänemark) Premiere


 
13.10.15
 

Ende August 2015 fand in Silkeborg die Premiere der sogenannten Yeti Adventure Challenge statt. Unsere Gastautorin Johanna Stöckl war auf Einladung von Yeti beim Event in Dänemark dabei und hat uns ein paar Eindrücke vom spektakulären Wettbewerb mitgebracht. Darüber hinaus beantwortet sie die wichtigsten Fragen und liefert interessante Details zum Adventure Race.

Was ist ein Adventure Race?

Die ersten Adventure Races fanden in Neuseeland statt. Die Szene der Adventure Racer ist mittlerweile längst international. In vielen Ländern und auf unterschiedlichen Kontinenten werden mittlerweile Ausdauer-Rennen dieser Art veranstaltet.

Bei der Yeti Adventure Challenge in Dänemark gingen internationale Teams bestehend aus jeweils drei Personen in verschiedenen Disziplinen an den Start. Ausdauer und eine gehörige Portion Durchhaltevermögen sind gefragt, wenn man als Teilnehmer dabei sein will. Ein klassischer Adventure Race ist nämlich eine einzige Überraschung. Vor dem Start weiß der Starter nicht, was genau auf ihn zukommt, welchen Disziplinen während des Rennens anstehen. Man kann sich daher auch nur bedingt auf den Tag X vorbereiten. Erst am Wettkampftag präsentiert der Ausrichter die Disziplinen sowie die entsprechende Streckenführung.

Welche Disziplinen sind zu bewältigen?

Neben Kondition sind auch Geschicklichkeit und Teamgeist vonnöten, wenn man halbwegs gut durchkommen will. Schließlich gilt es im Team verschiedenste Challenges (27 an der Zahl) am Stück zu meistern: Orientierungslauf – auch während der Nachtstunden – Mountainbiken, Inline-Skaten, Rafting, Stand Up Paddeling, Kayaking, Klettern, Schwimmen, Houserunning u.v.m. Außerdem gibt es zu allem Überfluss gelegentlich Stationen, an denen mentale Stärke gefragt ist oder sogar mathematische Aufgaben gestellt werden. Kurzum: Die Teilnehmer müssen permanent wachsam sein und nicht selten an ihr Limit gehen. Das Schöne am Rennen: Im Team erlebt jeder irgendwann seine große Stunde, nämlich dann, wenn er in seiner Lieblingsdisziplin glänzen darf.

Wer kann mitmachen?

Jeder, der sich gerne schindet bzw. einmal seine Grenzen erforschen, vielleicht ja sogar überschreiten will und zwei Teamkollegen findet, die ähnlich ticken. Wobei gesagt werden muss: Von den Profis einmal abgesehen, ging es bei der Veranstaltung zwar ernsthaft, aber dennoch sehr lässig und auch lustig zu. Das Finishen, also Durchhalten, stand eindeutig im Vordergrund. Um Bestmarken und Spitzenzeiten ging es nur bei den Pros. Ausdauerfreaks konnten sich in drei Schwierigkeitsstufen anmelden: In der „Master Class“ ging die Elite an den Start. In der „Challenge Class“ meldeten sich die aktiven Sportler an, die bereits Marathon- oder Triathlonerfahrung mitbrachten. Die „Fighter Class“ war für jeden offen, der erstmals Adventure-Race-Luft schnuppern wollte. Darüber hinaus gab es auch eine Junior-Distanz, die mir persönlich besonders gefallen hat. Zu sehen, wie sich Jugendliche im Team plagen, dabei Spaß haben und sich gegenseitig anfeuern, war großartig.

Wie lange muss man durchhalten?

Je nach Klasse, in der man sich angemeldet hat, zwischen 18 (Richtig gelesen, achtzehn!) und etwa 5 Stunden.

Wie zuschauerfreundlich war die Yeti Adventure Challenge?

Die Stadt Silkeborg, in der die Firma Yeti mit ihrem Headquarter beheimatet ist, war der perfekte Austragungsort. Silkeborg, etwa 40 Kilometer westlich von Aarhus entfernt, ist eine bezaubernde Kleinstadt mit 45.000 Einwohnern in der dänischen Region Midtjylland. Sie liegt zu beiden Seiten des Silkeborg Langsø, welcher vom längsten Fluss Dänemarks, der Gudenå, durchflossen wird. Die hügeligen Wälder und zahlreichen Seen rund um Silkeborg – eine Art „Lake District“ in Dänemark – geben ein perfektes Terrain für eine Veranstaltung dieser Art ab. Zudem verstand es Yeti als Veranstalter die Streckenführung so anzulegen, dass man mitten in der Stadt ständig unterschiedliche Disziplinen verfolgen konnte. Der Event war daher zu jeder Uhrzeit sehr gut besucht. Als Zuschauer war man gewissermaßen auch aktiv: Während eines stundenlangen Spaziergangs durch Silkeborg konnte man den Event hautnah erleben und zugleich die Stadt von unterschiedlichsten Punkten aus erkunden.

Was waren die Highlights?

Die Teilnehmer der „Master Class“ traten bereits am Vorabend zur Yeti Adventure Challenge in einem Art Qualifying, wie man es aus der Formel 1 kennt, zu einem ersten, heißen Wettkampf um die Vergabe der besten Startplätze an. Ganz Silkeborg war aus dem Häuschen, da kein geringerer als Kronprinz Frederik von Dänemark mit seinem Team für die Erstauflage des Events zusagte. Der 47-Jährige Sportfanatiker präsentierte sich an beiden Tagen überaus volksnah, extrem lässig, höchst sportlich und sehr ausdauernd. Dass der Kronprinz sportlich ist, weiß man ohnehin. 2013 etwa trat er beim Triathlon in Kopenhagen erfolgreich in der Ironman-Distanz an. Beim Yeti Adventure Race 2015 ging er wieder an sein Limit und bescherte den Veranstaltern vor allem in der dänischen Medienlandschaft ein enormes Echo. Darüber hinaus waren die Bewohner der Stadt Silkeborg über den hohen royalen Besuch regelrecht verzückt und harrten als Zuschauer am Streckenrand daher bis zum Schluss aus.

Was man in Silkeborg gesehen bzw. gemacht haben muss?

Die Region um Silkeborg ist ein wahres Outdoor-Paradies. Obwohl es keine hohen Berge gibt, kann man sich auf den sanften Hügeln und in schier endlosen Wäldern sportlich so richtig austoben. Gemeinsam mit Mads Hoffmann ging es beim Mountainbiken ziemlich anspruchsvoll zu. Der 37-jährige Däne war früher als Förster tätig. Der Wald als Arbeitsraum ist ihm erhalten geblieben. Aber die Aufgabe hat sich geändert. Heute ist Mads der Trailmaster von Silkeborg. Gemeinsam mit einem Heer von Freiwilligen hat er in den Wäldern rund um Silkeborg unzählige Trails in verschiedenen Schwierigkeitsklassen angelegt. Man kann in und um Silkeborg auch tagelang wunderbar wandern, in einem der zahlreichen Seen schwimmen, einen Ausflug mit dem Kayak unternehmen, zum Raften gehen oder oder oder. Kunst- und Kulturliebhaber kommen in der süßen Stadt ebenfalls auf ihre Kosten.

Wer ist Yeti?

Made in Germany: Yeti wurde 1983 in Ostdeutschland nahe Berlin vom Bergsteiger und Kletterer Bernd Exner gegründet. Der Fokus lag auf der Fertigung von hochwertigen Daunenschlafsäcken und Daunenbekleidung. Sie sollten optimalen Schutz bei rauem Wetter und unter extremen Bedingungen bieten. Noch heute sind diese fundamentalen Anforderungen integraler Bestandteil der Yeti-Philosophie in der gesamten Produktstrategie. 2003 zog Yeti an den aktuellen Standort Görlitz um. Nachdem Yeti in wirtschaftliche Schieflage geraten war, übernahm Nordisk – ein alteingesessener, führender Outdooranbieter mit Wurzeln in Dänemark – im Sommer 2005 die Firma Yeti. Der Produktionsstandort Görlitz ist erhalten geblieben. Die Yeti Adventure Challenge wird auch 2016 wieder in Silkeborg stattfinden.

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