Primus – Kochtipps für den Winter Kochen bei winterlichen Temperaturen – Verpflegungstipps für Sternenhimmelköche


 
28.11.13
 

Nichts regt den Appetit mehr an, als ein langer Tag draußen in der Natur. Und es gibt nichts Schöneres, als den Hunger dann mit einer Mahlzeit unter freiem Himmel bei einem Biwak zu stillen. Wie man eine Outdoor-Mahlzeit selbst im Winter genießen kann und worauf es bei der korrekten Bedienung eines Kochers ankommt, erläutert euch Johan Skullman, Überlebensexperte und Mitglied im Testteam von Primus: „Im Winter einen Kocher anzuzünden kann etwas schwieriger sein als in den wärmeren Jahreszeiten – muss es aber nicht: Wenn man weiß, was zu tun ist, lassen sich die Hürden, die einem Kälte, Wind und Wetter in den Weg legen, leicht überwinden“. Die schwedische Marke Primus, weltweit bekannt für seine Kochsysteme, sorgt für die passende Ausrüstung.

Windschatten suchen

Starke Winde können das Kochen erschweren. In dieser Situation bieten Hütten, Felsen oder Bäume ausreichend Windschatten. Gerade im Winter kann man aber auch leicht einen kleinen Windschutz aus Schnee bauen. Lawinenschaufeln lassen sich hier gut zweckentfremden – vorausgesetzt der Schnee ist nicht zu pulvrig. Viele Leute denken, sie könnten einfach in ihrem Zelt kochen. Warum raten die Hersteller dann von Kochern im Zelt so strikt ab? Die Verletzungsgefahr ist einfach zu hoch und es kann sogar lebensgefährlich sein. Es ist also eine rechtliche Sache, denn keine Firma will eine solche Verantwortung tragen. Und trotzdem: Der Outdoor-Experte erinnert sich an einige Expeditionen und Situationen, in denen ihm gar nichts anderes übrig blieb, als im Zelt zu kochen. Das darf aber nie mehr als die allerletzte Option sein. Man muss mehr oder weniger blind mit dem Kocher umgehen können, zu 100 % wachsam sein und einige Sicherheitsmaßnahmen beachten, wenn die Apsis im Zelt zum Kochplatz erklärt wird.

(Luft-)Durchzug ist alles

In einem schlecht belüfteten Zelt steigt die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung bei der Benutzung des Kochers rapide an. Ein deutliches Anzeichen dafür sind zufallende Augen und Schläfrigkeit – dann Achtung: Vergiftungsgefahr! Befinden sich mehrere Personen im Zelt, gilt es daher gut aufeinander achtzugeben und die Mitbewohner stets zu beobachten. Wer alleine unterwegs ist, sollte das Kochen in der Apsis aber generell vermeiden! Erstes Anzeichen einer erhöhten Kohlenmonoxidkonzentration im Zelt ist eine flackernde, pulsierende Flamme des Kochers. Steht der Kocher in einem Loch, tritt dieser „Puff–Effekt“ noch früher auf, denn dort unten steht noch weniger Sauerstoff zur Verfügung. Doch das ist weniger von Nachteil, als vielmehr ein lebensrettendes Signal: Sobald die Flamme nicht mehr gleichmäßig brennt, sollte der Kocher sofort ausgemacht und das Zelt sorgfältig gelüftet werden! Moderne Zelte sind normalerweise aus synthetischen Stoffen gefertigt. Dadurch sind sie zwar leicht, aber auch äußerst schnell entzündbar. Der Kocher muss deshalb unbedingt stabil stehen (z.B. auf einem Holzbrett) und darf nur mit entsprechendem Sicherheitsabstand zu brennbaren Dingen wie Jacken, Schlafsäcken, Karten usw. zum Einsatz kommen.

Auswahl des richtigen Brennstoffs

„In drei von vier Jahreszeiten sind LPG-Kartuschen meine erste Wahl“ so der Experte von Primus. „Ich verwende fast immer die Flüssiggas-Mischungen aus Propan und Butan, denn sie haben den höchsten Energiegehalt, rußen am wenigsten und punkten mit einfacher Handhabung.“ Allerdings besitzt Flüssiggas einen großen Nachteil: Ist es zu kalt, tritt das unter Druck stehende Flüssiggas nicht mehr in Gasform aus der Kartusche aus. Auch ein Umdrehen und auf den Kopf stellen ist keine Option! Denn dadurch gelangt flüssiges Gas zum Brenner und können Stichflammen herausschießen – die Folge: ernsthafte Verbrennungen oder ein in Flammen stehendes Zelt! Bis zu einem bestimmten (Temperatur-)Punkt hilft es aber, die Kartuschen in der Jacke oder im Schlafsack warm zu halten. Es gibt auch Gasmischungen, die über einen höheren Anteil an Propan verfügen, denn Propan verdunstet bei niedrigen Temperaturen besser. Noch besser funktionieren allerdings flüssige Brennstoffe wie zum Beispiel Feuerzeugbenzin (auch bleifreies Benzin), Kerosin oder Diesel. Vorausgesetzt natürlich, man besitzt das entsprechende Kochsystem. Weitere Tipps zur richtigen Wahl von Brennstoffen gibt euch Eric Svartström übrigens in seinem Gastbeitrag auf airFreshing.com.

Schnee ist „nur“ gefrorenes Wasser

Natürlich ist es bei einer Winterexpedition nicht möglich, Unmengen an Wasservorräten mitzunehmen. Andererseits ist das auch gar nicht nötig: Denn unterwegs kann jede Menge Schnee oder Eis geschmolzen werden. Das Wasser liegt im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Weg. Dafür braucht es lediglich einen großen Topf, einen guten Kocher und etwas Geduld. Denn je trockener der Schnee ist, desto länger dauert es. Eis sollte vor dem Schmelzen etwas zerkleinert werden, um die zu vergrößern. Denn ein einziger riesiger Eisblock löst sich nur langsam auf und verbraucht somit deutlich mehr Energie.

Wasserüberschuss gibt es nicht. Und wurde doch einmal zuviel Schnee geschmolzen, sollte das heiße Wasser unbedingt aufgehoben, in eine Isolierflasche gefüllt und vor der Kälte geschützt werden. Später hält es dann für das nächste Getränk oder für die schnellere Zubereitung einer Mahlzeit her. Noch länger warm bleibt es, wenn die Isolierflasche über Nacht in das Fußende des Schlafsacks gelegt und als Wärmflasche verwendet wird. Vor allem bei niedrigen Temperaturen ist es enorm wichtig, viel zu trinken. Dabei geht es nicht nur um warme Getränke, sondern um eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, damit der Dehydrierung vorgebeugt wird. Schließlich entzieht das bloße Ein- und Ausatmen in kalter Luft dem Körper noch zusätzlich Flüssigkeit. Dem nicht genug reduziert sich bei kalten Temperaturen auch das Durstempfinden. Außerdem werden Unterkühlungen und Erfrierungen durch Austrocknen begünstigt. Trotz aller Strapazen sind Wintertouren aber eine besonders schöne Erfahrung. „Ich liebe es im Winter unterwegs zu sein. Man ist die meiste Zeit allein und begegnet kaum einer Menschenseele. Außerdem sind die Eindrücke intensiver und die Natur ist ursprünglicher und wilder. So kriege ich den Kopf richtig frei“ zeigt sich Johan Skullman überzeugt und rät: „Probiert es doch einfach selbst einmal aus!“.

Zusammenfassung:

– Windschutz suchen oder bauen, um beim Kochen Gas zu sparen
– kochen im Zelt vermeiden, wann immer es vermeidbar ist
– falls doch einmal im Zelt gekocht werden muss, unbedingt Sicherheitshinweise beachten – nach Möglichkeit (Flüssig-)Gaskartuschen verwenden
– Feuerzeug- oder Reinbenzin sind die beste Alternative
– Voraussetzung für die Verwendung von Kartuschen ist ein passender Kocher
– Eis und Schnee vor dem Schmelzen verkleinern, umso schneller ist der Schmelzvorgang
– warmes Wasser immer in Isolierflaschen aufheben
– Trinken, trinken, trinken – der Körper braucht in der Kälte viel Flüssigkeit

Weitere Informationen gibt’s hier: www.primus.eu
Quelle: Primus

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