Kletterarena Kaiserwinkl Drei neue Klettersteigrouten in Tirol (Walchsee) eröffnet


 
27.06.11
 

Klettersteige erfreuen sich immer größerer Beliebtheit unter Alpinisten und vom Klettersport begeisterten Menschen. Immer mehr Profi- und Hobbysportler entdecken diese altehrwürdige Art der Bergbegehung für sich, die im Italienischen auch als „via Ferrata“ bezeichnet wird. In fast jedem größeren Klettergebiet gibt es mittlerweile solch eine künstlich angelegte Route, bei der ein Gipfel über entsprechende Eisenbeschläge und Stahlseilsicherungen auf möglichst direktem Wege bestiegen wird.

Seit 01. Juni 2011 gibt es wieder drei äußerst attraktive Routen mehr. Sie sind Teil der neu errichteten „Kletterarena Kaiserwinkl“ und befinden sich in unmittelbarer Nähe zur Ottenalm, die oberhalb der Tiroler Ortschaft Walchsee in Tirol, Österreich liegt. Errichtet wurde sie unter gemeinsamer Regie der Bergkameradschaft Walchsee und dem offiziellen Sponsor, dem schwedischen Outdoorspezialisten Haglöfs.

Die Kletterarena Kaiserwinkl kann kostenlos genutzt werden ist von Ostern an bis zum 1. November durchweg begehbar. Als optimale Jahreszeit fürs Klettern empfiehlt sich der Zeitraum von Mai bis Oktober.

Anfahrt und Zustieg zur Ottenalm:

Am besten gelangt man mit dem Auto nach Walchsee, da sich eine Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln als zu zeitaufwändig und umständlich gestalten würde. Von München aus geht es in gut einer Stunde über die A8 in Richtung Rosenheim, dann weiter auf der A93 in Richtung Innsbruck bis zur Abfahrt Niederndorf/Oberaudorf und dann über die Bundesstraße 172 bis zum Parkplatz am Walchenseer Sportplatz. Von dort aus geht es die gut 300 Höhenmeter ganz gemütlich in weniger als einer Stunde direkt hinauf zur Ottenalm (960m). Im Sommer ist auch die Zufahrt mit dem Auto bis zur Alm gestattet.

Die Routen unterhalb der Harauer Spitze:

Ingesamt wurden drei Routen mit einer Länge von 70 bis 300 Meter und Schwierigkeitsgraden von B+, D und D/E angelegt, die sportlich orientierten Klettersteig-Fans einige durchaus anspruchsvolle Passagen bieten. Die Schwierigkeitsgrade sollten dabei jedoch nicht unterschätzt werden, da alle drei Routen mit recht schwierigen Teilabschnitten durchsetzt sind und keine Ausstiegsmöglichkeiten vorhanden sind. Vorsicht ist generell bei feuchtem Wetter geboten, da es bei nasser Witterung sehr rutschig werden kann und vor allem im oberen Bereich verstärkt über den Fels und weniger über Eisenbeschläge gearbeitet werden muss.

Vor allem der „Bergkameraden-Klettersteig“ hat es in sich. Er macht seinem ausgewiesenen Schwierigkeitsgrad D alle Ehre und verlangt eine ausgesprochene Fitness seitens des Begehers. Dafür werden die Bergsportler durchweg mit einem tollen Panorama belohnt. Der „Ottenalm Direttissima“ mit Schwierigkeitsgrad D/E ist nicht nur der direkteste, sondern auch der anspruchsvollste Weg hinauf zur Harauer Spitze (1117m). Aber auch Anfänger bzw. Genusskletterer kommen auf ihre Kosten und können die „Walchsee-Runde“ wählen, die allerdings nicht auf den Gipfelgrad hinauf und lediglich entlang des Felsmassivs führt.

Oben angekommen erfolgt der Abstieg jeweils über den Kammweg, der entweder zurück zur Ottenalm oder direkt bis nach Walchsee hinunter führt. Eine schöne Übersicht bietet der vom Alpinverlag herausgegebene Klettersteigführer für Österreich, den wir durchaus empfehlen können, da die Autoren sämtliche Routen persönlich begangen haben: www.alpinverlag.at

Die Ausrüstung:

Wer einen Klettersteig gehen will, sollte über entsprechendes Equipment verfügen oder kann es sich in Zukunft auch direkt vor Ort in der Ottenalm ausleihen. Zur kompletten Klettersteigausrüstung gehört neben dem obligatorischen Klettergurt und dem Klettersteigset auch ein Helm. Optional wird auch das Mitführen einer Seilschlinge mit HMS-Karabiner empfohlen, um sich zum Ausruhen in das Stahlseil einhängen zu können. Für Kinder und Anfänger empfiehlt sich zudem ein Sicherungsseil. Da die Stahlseile recht neu sind, braucht man nicht zwingend Handschuhe. In den steileren Passagen klettert man aber besser mit entsprechend geschützten Händen.

Das Fazit:

Die „Kletterarena Kaiserwinkl“ bietet sportlich ambitionierten Klettersteigfans durchaus attraktive Routen und ein schönes Bergpanorama mit Blick hinunter auf die Ottenalm. Anfänger können zwar auf der „Walchsee-Runde“ in den Klettersteigsport hineinschnuppern, sollten den vermeintlich leichten „Bergkameraden-Klettersteig“ aber besser nicht für Experimente nutzen, da es an einigen Passagen doch recht knackig zugeht und unterwegs keine Ausstiegsmöglichkeit vorhanden ist. Wer längere Zeit in einem Klettersteig verweilen will, sollte auf ein anderes Gebiet ausweichen, da die einzelnen Routen je nach Fitness und Können in gut einer Stunde relativ zügig durchstiegen sind. Wer allerdings nur einen halben Tag lang klettern und den Rest der Zeit entspannt auf der Hütte verbringen will, ist hier goldrichtig. Und wem das alles noch nicht genug ist, der klettert zur Harauer Spitze, nimmt anschließend einen der umliegenden Wanderwege zurück ins Tal bis hinüber nach Durchholzen, wo als kleines Highlight noch eine Sommerrodelbahn (www.zahmerkaiser.com) für den Nervenkitzel der etwas anderen Art sorgt.

[flickr]tag:Kletterarena+Kaiserwinkl@airfreshing[/flickr]

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