News – adidas outdoor „Dreamline catching“ – Mario Walder eröffnet zwei neue Kletterrouten in Italien


 
25.09.14
 

adidas-Athlet Mario Walder (36) eröffnete erst kürzlich in den Karnischen Alpen und in den Dolomiten zwei neue Kletterrouten. Seit 2013 versuchte sich der Osttiroler mit unterschiedlichen Seilpartnern an der Erstbegehung der Routen „Highland Performance“ (7b+ / A2+) am Avostanispfeiler und „Aonikenk“ (7a /6c obl.) an der Croda Bagnata. Beide Kletterrouten sind Teil des persönlichen Projekts „Dreamline catching“, das hier kurz von ihm selbst vorgestellt werden sollen.

Mario Walder über sein Projekt „Dreamline catching“

Felsqualität und im klassischen Stil abzusichern, stellen für Mario Walder sehr wichtige Faktoren dar. Wo normalerweise heutzutage die Bohrmaschine ein ständiger Begleiter aller „Erstbegehungen“ ist, stellt sich der Alpinist immer wieder aufs Neue die Frage: „Wo bleibt da bitte das Abenteuer“? Dementsprechend setzte er sich das persönliche Ziel, die beiden folgenden Kletterrouten möglichst ohne künstliche Hilfsmittel zu meistern.

Route 1: „Highland Performance“ (7b+ / A2+) am Avostanispfeiler

Der Avostanispfeiler ist nicht besonders hoch, aber er hat es durchaus in sich. Dennoch ist uns bei einem Trip im Jahr 2013 eine Schwachstelle im zentralen, sehr steilen Wandteil ins Auge gefallen und los ging´s. Der untere Teil lag schnell hinter uns. Dann folgt ein ca. 60 Meter langer und 8 Meter überhängender Riss. Ich kletterte die ersten 25 Meter technisch hinauf. Verdammt … immer nass, und für mich zum Freiklettern nahezu unmöglich. Doch ein paar Meter weiter links fällt mir ein genialer Fingerriss auf. Soll heißen: Abseilen und nochmal von vorne. Perfekt, der Weg nach oben geht weiter. Die nächste Länge wird immer steiler und steiler. Eine große Schuppe zieht über einen Überhang nach links hinaus – zum Klettern perfekt. Ich will sie aber nicht mit Profilhaken zu sehr belasten und setze mit dem Handbohrer zwei 8 mm Kronendübel, um uns nicht umzubringen. Die letzten sieben Meter aus dem Überhang heraus geht mit A2+ (Messerhaken, Cliffhanger, etc.) weiter. Dann einen Runout zum nächsten Stand. Bruno kommt nach, genug für dieses Mal.

Bei einem weiteren Versuch zu einem späteren Zeitpunkt wollen wir die Route zu Ende bringen. Wir können bis auf die A2+ alles frei klettern, doch dann kommt Regen und der nahende Winter macht weitere Versuche schier unmöglich. Es folgen noch ein paar Versuche im Frühjahr 2014, die immer wegen des Wetters abgebrochen werden mussten. Klar herrschte da große Verzweiflung. Doch im September 2014 war es dann endlich soweit: Wir können die letzten Längen klettern und die neue Dreamline „Highland Performance“ ist entstanden.

Name: Highland Performance
Region: Avostanispfeiler, Timau, Italien
Schwierigkeitsgrad: 7b+ / A2+
Erstbegeher: Bruno Schneider, Mario Walder
Datum der Erstbegehung: 2014

Route 2: „Aonikenk“ (7a /6c obl.) an der Croda Bagnata

Auf geht’s diesmal in die Dolomiten. Die Croda Bagnata (Nasswand) im Höllensteintal ist eine bis zu 900 Meter mächtige Wand mit nur geringem Zustieg, die aufgrund der hohen Dichte an Bergen in den Dolomiten zu unrecht untergeht. Dennoch stellt sie für mich einen großen Reiz dar. Bereits 2013 erkannte ich bei einer Klettertour eine neue „Dreamline“ für mich. Bester Fels, im Gegensatz zu einigen anderen Bergen in der Region. Der Name für die Route soll später einmal „Aonikenk“ lauten, in Anlehnung an die Bewohner im Süden Patagoniens. Sie führt direkt und kompromisslos über steilen doch sehr guten Fels zum rechten Vorgipfel der Nasswand und ist größtenteils gut abzusichern. Bruno und ich entscheiden uns zu einem ersten Versuch. Im ersten Zug klettern wir den unteren Teil (5 Längen) und seilten schließlich wieder ab.

Nach oben hin stellt sich die Wand immer mehr auf und die Kletterei wird endlich wirklich interessant. Dann folgt der Mittelpfeiler bis auf ein großes Band. Bis jetzt kein Problem, aber anspruchsvoll. Beim nächsten Versuch, eine sehr steile Seillänge vom Band, die nach einer leichteren Länge zur Schlüsselstelle führt. Ich nagle mich über diesen 25 Meter langen Überhang bis auf ein perfektes Podest für den Stand hinauf. Doch es beginnt zu regnen und wir müssen abseilen. Im September 2014 war Hector Oscar Soto Nieto zu Besuch, ein guter Freund aus Patagonien. Bruno hat an diesem Tag leider keine Zeit, aber die wenigen Schönwettertage in diesem Sommer müssen genutzt werden. So machen Hector und ich uns auf den Weg, die restlichen Seillängen der Route zu klettern. Wegen des nassen Fels klettern wir den unteren Teil über eine andere Route bis auf das Band hinauf. Jetzt kommen die Schlüssellängen. Ich kann alles auf Anhieb Rotpunkt klettern, doch stehen noch einige neue Längen aus. Mit 20 Haken aller Art mache ich mich auf den Weg. 100 Meter weiter, kurz vor dem Ausstieg, hänge ich auf einer Kante. Den Ausstieg kann ich bereits sehen. Hector versucht mir auf Spanisch klar zu machen, dass sich das Sackseil verhängt hat. Doch ich will auf keinen Fall abspringen und entscheide mich dazu, das Seil einfach hinunter zu werfen. Schließlich muss ich noch einige Meter weiter, erst dann ist es geschafft.

Name: Aonikenk
Region: Croda Bagnata (Nasswand) Südtirol, Italien
Schwierigkeitsgrad: 650 Meter / 7a ( 6c obl. )
Erstbegeher: Bruno Schneider, Hector Oscar Soto Nieto, Mario Walder
Datum der Erstbegehung: September 2014

Quelle: adidas

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bilder