News – Deutscher Alpenverein e.V. Staatsregierung beschließt Abänderung und somit Schwächung des Alpenplans


 
09.11.17
 

Der Bayerische Landtag sorgt am 09. November 2017 erneut für ein historisches Ereignis, indem die Staatsregierung die Änderung des Alpenplans beschließt. Künftig soll der seit 45 Jahren unverändert wirksame Garant für die Bewahrung des Alpenraums nun doch den wirtschaftlichen Interessen geopfert werden. Grund für die Änderung ist eine geplante Skischaukel am gerade einmal 1.787 Meter hohen Riedberger Horn in den Allgäuer Alpen. Damit wird laut den deutschen Alpenvereinen ein Präzedenzfall geschaffen, der Tür und Tor für weitere Erschließungsvorhaben in bisher als Schutzgebiet ausgewiesene Regionen öffnet.

DAV-Verantwortliche bezeichnen die Entscheidung als Katastrophe

DAV-Vizepräsident Rudi Erlacher sagt dazu: „Die Änderung des Alpenplans ist sowohl in touristischer als auch in ökologischer Hinsicht eine absolute Katastrophe. Sie weist in die falsche Richtung und setzt dabei eine nachhaltige Entwicklung der bayerischen Alpen aufs Spiel. Einzelinteressen werden hier ganz klar über das Gemeinwohl gehoben, obwohl sich 91 Prozent der bayerischen Bürger für den Erhalt des Alpenplans ausgesprochen haben. Selbst die Übersendung von 4000 überwiegend kritischen Stellungnahmen aus der bayerischen Bevölkerung zur Änderung des Alpenplans an das Bayerische Innenministerium im März 2017 zeigte keinerlei Wirkung. All diese Stimmen werden mit dieser Entscheidung übergangen. In unseren Augen hat die Staatsregierung damit keine weitsichtige Entscheidung getroffen. Das bedauern wir zutiefst. Während der letzten Monate haben wir von unseren Mitgliedern großen Zuspruch auf die Kampagne „#DankeAlpenplan“ erhalten. Dies bestärkt uns, in unserem Einsatz für den Erhalt von unerschlossenen Gebieten im Alpenraum nicht nachzulassen. Wir werden alle sinnvollen Mittel einsetzen, um den Alpenplan und das Riedberger Horn zu retten.“

Was ist der Alpenplan überhaupt?

Der Alpenplan gilt seit 45 Jahren und ist verbindlicher Teil des Landesentwicklungspro-gramms Bayern. Als international viel beachtetes und einzigartiges Instrument zur Raumplanung bewahrt es die bayerischen Berge in der Form, wie wir sie heute schätzen – als attraktives Ziel für Natursportler und Erholungssuchende und zugleich als bedeutender Schutzraum für Flora und Fauna. Bis in die 1970er Jahre waren viele große Erschließungsprojekte in den Bayerischen Alpen geplant – zum Beispiel Bergbahnen am Watzmann, Geigelstein, Hochgern, Innzeller Kienberg oder an der Garmisch-Partenkirchner Alpspitze. Mit Inkrafttreten des Alpenplans 1972 waren diese Pläne vom Tisch, heute sind all diese Berge immer noch weitgehend frei von technischer Infrastruktur.

Quelle: Deutscher Alpenverein e.V.

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