Ziele – Berghaus Great Himalayan Trail, große Abenteuer und noch mehr Herausforderungen


 
06.06.14
 

Erst kürzlich durften wir im Rahmen einer von der Outdoormarke Berghaus initiierten Wanderung auf den Breitenstein die beiden Ausnahmeathleten Philippe Gatta und seine Frau Anna kennenlernen. Philippe hatte gerade den Makalu (8.481m) erfolgreich bestiegen und Anna noch die letzten Kilometer des „Great Himalayan Trail“ in den Knochen – zumindest wirkte es so, als sie mit leuchtenden Augen von den dort erlebten Strapazen berichtete. Gemeinsam mit ihrem Lauf- und Lebenspartner Philippe war sie im vergangenen Jahr einen Teil des gigantischen Ultratrails entlang des Himalaya-Massivs quer durch Nepal gerannt, gelaufen und zum Teil wohl auch gekrochen.

Unter dem Motto: „Live for Adventure“ stellten die beiden Extremsportler auch die selbst gesteckten Ziele für 2014 in Form einer Adventure-List vor, auf der sportliche Aktionen an den landschaftlich außergewöhnlichsten und herausforderndsten Orten der Welt zu finden sind. Damit sind sie Teil einer durch Berghaus ins Leben gerufenen Bewegung von sportbegeisterten Menschen, die sich selbst neuen Herausforderungen stellen. Insgesamt wollen die beiden Ausnahmesportler in diesem Jahr die gigantische Strecke von 3.500 km Trailrunning und 500 Rennkilometer zurücklegen und darüber hinaus noch 200 Boulderrouten, 500 Routen im Sportklettern, 15 Alpinwanderwege und 100.000 Höhenmeter meistern. Doch ihre wohl bisher größte Herausforderung haben die beiden Berghaus-Athleten bereits 2013 erfolgreich hinter sich gebracht – die rund 1.200 km lange Teilstrecke des „GHT“. Den vollständigen „Reisebericht“ dazu gibt’s hier.

Great Himalaya Trail – 1.700km quer durch Nepal

Gemeinsam mit seiner Frau Anna erlebte der Franzose Philippe Gatta auf dem Great Himalaya Trail sein ganz persönliches und wohl bisher auch anstrengendstes Abenteuer. Der Ultratrail erstreckt sich über eine Distanz von rund 1.700km quer durch Nepal, verbindet den Westen des Landes mit dem Osten und führt durch das Annapurna-Gebirge sowie die Everest-Region. Der bisherige Rekord liegt bei 56 Tagen. Philippe Gatta gab sich selbst jedoch lediglich 40 Tage Zeit, um die hochanspruchsvolle Distanz zu absolvieren, was einem täglichen Pensum eines Marathons gleich kommt. Mit dem Unterschied, dass unterwegs die unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen mit Temperaturen zwischen -25 Grad bis +35 Grad herrschen und auf dem Weg zum Ziel diverse Pässe mit einer Höhe von bis zu 6.100m, Dschungel, Wälder, Wüsten sowie Gletscher überwunden werden müssen. Die Wegstrecke hält dabei alle alpinen Aspekte bereit, die man sich nur vorstellen kann – von Trailrunning- über Trekking-Strecken bis hin zu etlichen Kletterpassagen ist alles dabei.

Wölfe, Krankheiten und Zyklone als Herausforderung

Soweit die Fakten – doch in der Realität wurden die beiden Athleten mit weitaus größeren Schwierigkeiten konfrontiert. Wölfe und Ratten, die sich über seine Lebensmittel hermachten, unzuverlässiges Kartenmaterial, widrigste Bedingungen und zu guter Letzt auch noch Krankheiten. Die Liste der unerwartbaren Herausforderungen wurde mit jedem zurückgelegten Kilometer immer länger. Phasenweise gab es für Philippe daher nur noch ein Ziel: Am Leben zu bleiben! Kraft dafür gab ihm seine Frau Anna, die ihn auf Teilabschnitten begleitete und ebenfalls an ihre physischen wie auch psychischen Grenzen stieß. Doch gegen den verheerenden Wirbelsturm Phailin konnte auch der größte Wille nichts ausrichten, weshalb der Franzose und die Schwedin die ursprünglich geplante Route umlegen mussten. Denn bis zu zwei Meter hohe Schneemassen machten höher gelegene Abschnitte der Strecke schlichtweg unpassierbar und ein Weiterkommen schier unmöglich.

Lag Philippe Gatta anfangs noch gut in der Zeit, sollte der hereinbrechende Zyklon das Erreichen des Ziels in unter 40 Tagen verhindern – ja sogar das gesamte Vorhaben gefährden. Aufgrund der schlechten Wetterbedingungen flogen die Gattas etwas desillusioniert von Kathmandu nach Lukla, von wo aus es für sie westlich ihrer ursprünglichen Route weitergehen sollte und Philippe den Island Peak (6.189m) auf Zeit klettern wollte. Die Tour, die normalerweise mit 24 Tagen kalkuliert ist, knackte er unter schwierigsten Bedingungen und im tiefen Schnee in nur acht Tagen. Anschließend ging es gemeinsam mit Anna weiter über insgesamt drei Pässe – Cho La (5.330m), Renjo La (5.340m) und Tashi Labsta (5.755m) – in unglaublichen vier Tagen und trotzdessen, dass der Franzose bereits seit 30 Tage unterwegs war und rund 1.000 Kilometer (davon 55 Kilometer ansteigend) in seinen Beinen steckten. Am Ende sollten es 34 Tage und 1.200km Wegstrecke sein, die das sportliche Paar zurücklegte – mental und körperlich vollkommen am Ende, aber überglücklich. Damit haben die Beiden nach eigenen Aussagen eines ihrer bisher aufregendsten und lebensbejahendsten Abenteuer erlebt, welches sie noch heute mit großer Dankbarkeit erfüllt.

Philippe und Anna Gatta – ein Ehe geht durch dick und dünn

Philippe Gatta – begsteigender Mulisport-Alpinist: Als erfahrener Bergsteiger und Marathonläufer ist Philippe Gatta keine Herausforderung zu groß. Er lebt zusammen mit seiner Frau Anna in Nizza, die seine Abenteuerleidenschaft in jeder Hinsicht teilt. Der Fanzose hat vom Gipfel des Everest über die Weiten der Sahara bis zum Regenwald des Amazonas schon so manches Abenteuer hinter sich gebracht. Dabei treibt er sich selbst zum Äußersten und erhöht die Anforderungen an sich selbst in jedem Jahr aufs Neue. Sein Training absolvierte er bsiher neben seinem Vollzeitjob als IT-Manager und ist seit September 2013 gesponserter Athlet von Berghaus.

Anna Gatta – kletternde (Ultra-)Trailrunnerin: Ursprünglich in Schweden geboren lebt Anna Gatta inzwischen in Frankreich und leitet eine erfolgreiche Grafikdesign-Agentur. Gemeinsam mit ihrem Mann und Laufpartner Philippe Gatta teilt sie die Leidenschaft für große Abenteuer und verbringt einen Großteil ihrer Freizeit beim Trailrunning oder Klettern. Anna begleitete ihren Mann bei seiner letzten Kangchenjunga-Expedition ins Basislager, begleitete ihn abschnittsweise auf dem GHT und lief den 280 km langen Annapurna Circuit in nur 13 Tagen.

Quelle: Berghaus

Ein Kommentar zu
Ziele – Berghaus: Great Himalayan Trail, große Abenteuer und noch mehr Herausforderungen

  1. Gerda Pauler kommentierte:

    Der GHT ist eine Herausforderung – bin ihn 2012 selbst an einem Stück gegangen; komplett.
    Ich brauchte allerdings etwas länger (123 Tage), da ich viel Spass haben wollte und für mein Buch recherchierte.

    Auch wenn Philippe und Anna – aus wetterbedingten Gründen – über die eine oder andere Etappe springen (oder besser „fliegen“) mussten, war es eine tolle Leistung. 2013 war das Wetter sehr schlecht, und die hohen Pässe (Sherpani Col/West Col …) waren lange Zeit unpassierbar. Nicht umsosnt hat die ISPO Community den GHT auf die Liste der „toughest outdoor challenges“ gesetzt.

    Ich gratuliere zu der toughen Tour
    Gerda

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