News – Österreichischer Alpenverein Barrierefrei die Natur erleben – neue Inklusionsprojekte des ÖAV


 
26.01.18
 

Alpenüberquerung im Rollstuhl, Naturerlebnis mit Handicap, Abenteuercamps ohne Berührungsängste: Die Alpenvereinsjugend des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) ist überzeugt davon, dass Inklusion überall möglich ist und startet zum Beweis erneut ein außergewöhnliches Projekt: Gemeinsam werden sieben Menschen mit und sieben Menschen ohne Behinderung über die Alpen wandern, rollen und/oder radeln. Bis Mitte Januar konnten sich Interessierte für das Team „Inklusive Transalp“ bewerben, die sich nun auf die Alpenüberquerung vorbereiten. Darüber hinaus engagiert sich der ÖAV aber auch bei zahlreichen anderen Projekten für jene Menschen, die nur unter erschwerten Bedingungen eigene Naturerlebnisse sammeln können. Weitere Infos gibt’s hier: www.alpenverein.at/inklusion

Inklusive Transalp – Alpenüberquerung per Rollstuhl, Mountain- und/oder Handbike

Schon lange vor dem Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention 2008 hat der größte Bergsportverein Österreichs eigene Programme und inklusive Angebote entwickelt. Aus der Überzeugung heraus, dass alle Teilnehmer – egal ob mit oder ohne Behinderung – von einem selbstbestimmten und gleichberechtigten Miteinander profitieren und voneinander lernen können. Den besten Beweis dafür liefert das Alpenvereinsprojekt „Inklusive Transalp“, für das noch im Januar der Startschuss fällt. Projektleiterin Andrea Szabadi-Heine ist selbst nach einem Unfall querschnittsgelähmt und passionierte Sportlerin: „Eine Behinderung sollte kein Grund sein, sich nicht hinaus in die Natur zu begeben. Die Berge sind für jeden da. Sie können unheimlich viel Kraft geben und einem helfen, das eigene Potenzial zu entdecken. Und wenn man sie mit Menschen erleben darf, die sich neugierig aufeinander einlassen, ist das unglaublich bereichernd.“ Auf welche Weise sie und ihr Team die Alpen überqueren werden – ob nun zu Fuß, im Rollstuhl oder per Mountain- und Handbike – wird die Gruppe gemeinsam entscheiden.

Mountainbike-Erlebnis trotz Querschnittlähmung (© ÖAV / Andrea Szabadi-Heine)

Weitere Maßnahmen für barrierefreie Abenteuer in den Bergen

Einen weiteren Schritt in Richtung Inklusion macht der Österreichische Alpenverein durch die Adaptierung seiner Infrastruktur. So wurden zum Beispiel beim Umbau der „Ferienwiese Weißbach“, dem Jugend- und Familienzeltplatz der Alpenvereinsjugend bei Lofer, die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen berücksichtigt. Holztipis, Sanitäranlagen und Wege wurden neu errichtet, um für alle zugänglich zu sein.
Neben speziellen Angeboten in den Alpenvereinssektionen stehen in der Alpenverein-Akademie jährlich ein inklusives Erlebniswochenende für Familien sowie maßgeschneiderte Ferienwochen für Kinder mit besonderen Bedürfnissen auf dem Programm. Zusätzlich sind auf sämtlichen Abenteuer- und Sommercamps der Alpenvereinsjugend auch Kinder und Jugendliche mit leichten Beeinträchtigungen herzlich willkommen. Als Ausbildungsmöglichkeit für alle Alpenvereinsmitglieder bietet der Alpenverein zudem den Lehrgang Alpinpädagogik mit Schwerpunkt Inklusion an. Weitree Details gib’s unter: www.alpinpaedagogik.at

Gelebte Inklusion im Alpenverein (© ÖAV/Anna Meusburger)

Barrierefreie Touren, Alpenvereinshütten und Wanderwege

In den letzten Jahren öffneten sich auch erste Alpenvereinshütten diesem Thema. So ist etwa das gesamte Erdgeschoß des Sadnighauses in den Kärntner Bergen barrierefrei zugänglich und bietet damit auch Menschen im Rollstuhl die Gelegenheit für einen Hüttenaufenthalt. Die umliegenden Wege im Talboden sind zum Teil auch mit Rollstuhl befahrbar. Bereits im Jahr 2016 haben die Alpenvereine in Österreich und Deutschland (DAV) grundlegende Kriterien für rollstuhlgerechte Hütten und Wege ausgearbeitet. Seitdem werden die eigenen Wegewarte und Hüttenpächter für den Umgang mit Menschen mit Handicap sensibilisiert und geschult. Ingesamt 33 ausgewählte barrierefreie Touren sind bereits im Tourenportal der Alpenvereine  verzeichnet – mit Unterstützung eines eigenen Autorenteams soll die aktuelle Auswahl fortlaufend erweitert werden.

Quelle: Österreichischer Alpenverein

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