News – Oesterreichischer Alpenverein (OeAV) Immer schön “KUHL” bleiben – 5 Tipps zum richtigen Umgang mit Weidetieren


 
31.07.14
 

Die Begegnung mit einer Kuhherde endete jüngst für eine Wanderin im Tiroler Pinnistal tragisch. Die sonst eher sanftmütigen Weidetiere hatten die 45jährige Frau angegriffen und tödlich verletzt. Ob dabei der mitgeführte Hund der Auslöser für diesen Vorfall war, blieb bisher jedoch ungeklärt. Damit es zu solch einem traurigen Ereignis nicht erneut kommt und die Bild-Zeitung nicht mehr zur Darstellung übertriebener Horrorszenarien angehalten wird, empfiehlt der Oesterreichische Alpenverein (OeAV) einige wichtige Grundregeln, die Wanderer beim Durchqueren von Almweiden oder beim Passieren von Kuhherden beachten sollten.

5 Grundregeln für richtiges Verhalten im Weidegebiet

Zwischenfälle wie diesen im Pinnistal gibt es leider jedes Jahr – meist jedoch zum Glück mit glimpflicherem Ausgang. Allein durch richtiges Verhalten könnte ein Großteil der Unfälle verhindert werden. “Die Wanderwege im Weidegebiet zu verlegen, wie es manchmal gefordert wird, lässt sich aber sicherlich nicht verwirklichen. Eine tatsächliche Trennung von Bergwanderern und Weidevieh ist wohl nirgends machbar und auch nicht sinnvoll – die Tiere sind schließlich keine Ungeheuer“, betont Peter Kapelari, Leiter der Abteilung Hütten, Wege und Kartographie im Österreichischen Alpenverein. Seiner Meinung nach wird man mit ‚weideviehfreien Zonen‘ in Österreich nicht weit kommen und würden überzogene Forderungen an die Almbauern und Schuldzuweisungen mit Schadenersatzansprüchen dem allgemeinen Wandertourismus nur schaden. Viel wichtiger sei für ein gemeinsames Miteinander die Beachtung einiger Verhaltensregeln.

 1) Abstand halten

Wenn die Tiere selbst nicht auf dem Weg liegen, sollte man möglichst auf dem Wanderweg bleiben und Abstand zu den Rindern bewahren. Versperrt die Herde den Weg, fixiert sie einzelne Wanderer oder zeigt sie sich sehr unruhig, dann empfiehlt es sich, gleich einen großen Bogen um die Kühe zu machen.

2) Ruhig verhalten

Wer Weidetiere auf dem Wegesrand passieren muss, der sollte möglichst keine hektischen Bewegungen oder unnötig Lärm machen. Wildes mit den Armen fuchteln oder mit Stöcken gestikulieren macht die Tiere nur unnötig aggressiv. Ist die Aufmerksamkeit bereits auf die Wanderer gerichtet, sollten sich diese selbstbewusst (und optimalerweise mit Stock) den Tieren entgegenstellen. Anschließend heißt es dann langsam und mit dem Gesicht zur Herde entfernen.

3) Hunde anleinen

Hunde können von den Rindern als Bedrohung wahrgenommen werden. Deshalb zur Sicherheit immer an die Leine nehmen und auf den Weiden nicht frei herumlaufen lassen. Von der Leine nehmen sollte man den Hund allerdings, wenn absehbar ist, dass ein Rind angreifen will. Sollte das Weidevieh also auf Hund und Herrchen bzw. Frauchen zugehen, sollte der vierbeinige Liebling unbedingt freigelassen werde. Denn so kann der Hund schnell Reißaus nehmen und ist auch der Besitzer zumeist dadurch außer Gefahr.

4) Kälber nicht streicheln oder füttern

So süß die kleinen Kälbchen auch sein mögen – Finger weg! Denn nicht alle Mutterkühe reagieren entspannt auf die Annäherung an ihren Nachwuchs. Im schlimmsten Fall interpretieren sie es sogar als Bedrohung und möchten die JUngtiere verteidigen. Deshalb gilt: Besser von Kälbern oder Kühen mit Nachwuchs Abstand halten.

5) Warnsignale ernst nehmen

Beim Passieren einer Kuhherde sollten die Tiere immer im Auge behalten werden. Als mögliche Alarmsignale gelten das Senken des Kopfes, das Scharren mit den Hufen oder lautes Brüllen. In einem solchen Fall sollte man möglichst Ruhe bewahren und langsam die Weide verlassen – ohne dabei den Tieren den Rücken zuzukehren. Absolut falsch ist hingegen, in Panik davonzurennen.
Quelle: Östereichischer Alpenverein (OeAV)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bilder