News – Patagonia Dirtbag – The Legend of Fred Becky…ein bewegender Dokumentarfilm


 
15.02.18
 

Der Begriff „Legende“ wird heute sicherlich viel zu häufig verwendet. Wenn es allerdings um das Thema Klettern geht, hat ihn ein Mann definitiv verdient: Fred Becky. Er gilt bis heute als der einer der ursprünglichsten amerikanischen “Dirtbag-Kletterer”, dessen Name seit den 1940er Jahren in der Szene vermutlich jedem ein Begriff sein dürfte. Bedeutete sein einzigartiges Streben danach, Gipfel zu erobern, doch stets ein einsames Leben auf der Straße, wo er eine lange Spur von verschmähten Kletterpartnern und verlorenen Liebschaften hinterließ. Regisseur Dave O’Leske verbrachte das letzte Jahrzehnt damit, den einzigartigen Charakter und mythischen Mann in den Bergen Chinas, in ganz Nordamerika und in seiner Heimat im pazifischen Nordwesten kennenzulernen und zu protraitieren. Erst mithilfe einer im Jahr 2016 erfolgreich durchgeführten Kickstarter-Kampagne, die 105.000 Dollar an Postproduktionsbudget einbrachte, konnte der Dokumentarfilm schließlich produziert werden und beim Mountainfilm Festival in Telluride seine Weltpremiere feiern.

Am 27. Februar 2018 kommt der vielfach ausgezeichnete Film „Dirtbag – The Legend of Fred Becky“ erstmals auch in die deutschen Kinos, der die bewegende Lebensgeschichte des aufrührerischen und im Oktober 2017 leider verstorbenen Kletteridols dokumentiert. Mehr Infos gibt’s unter: dirtbagmovie.com

Dirtbag – The Legend of Fred Becky – die Story:

Als einer der produktivsten und einflussreichsten Kletterer aller Zeiten begann Fred Beckey seine Abenteuer in Washingtons North Cascade mit seinem Bruder Helmy in den 1930er Jahren. Im Jahr 1942 festigten die Beckey-Brüder ihren Platz in der alpinen Geschichte, als die Teenager eine unglaubliche zweite Besteigung des Mount Waddington überlebten, die damals als eine der schwierigste in Nordamerika galt. Dieser Erfolg markiert den Beginn von Freds “epischer Kletterkarriere” als sogenannter “Dirtbag-Kletterer”. Einem Begriff, mit dem jemand bezeichnet wird, der auf materiellen Komfort verzichtet und sich gesellschaftlichen Normen in einem nomadischen Bergsteigerleben widersetzt.

Fred Beckey in den RedRocks im Jahr 2009 (©Dave OLeske)

Im Laufe des 20. Jahrhunderts übertrafen Freds Erfolge nahezu jeden “Athleten” im Bereich des Bergsports. Er brach Rekorde mit einer beispiellosen Serie an schier übermenschlichen und bahnbrechenden Erst- sowie Rotpunktbegehungen, die zuvor als unpassierbar galten. Trotz des Rums mied er die Kommerzialisierung seiner Vorhaben und verzichtete sowohl auf Sponsoren als auch auf ein Familienleben sowie die Politik der Industrie. Vielmehr widmete er sich der einzigen Verpflichtung – den nächsten Gipfel zu erobern. Freds individualistische Einstellung führte dazu, dass er 1963 übergangen wurde, als sich das erste amerikanische Kletterteam zum Gipfel des Mount Everest formierte, aber der Ausschluss trieb Beckey nur weiter dazu an, ständig neue Ziele zu suchen. Er stieg weiter und weiter, bis er am 30. Oktober 2017 schließlich im Alter von 94 Jahren verstarb.

In seinen späteren Jahren wurde der Mann, der einst Granit und Eis mit anmutiger Eleganz und Leichtigkeit umgab, mit der Einfachheit des Alltags konfrontiert. Fred wurde körperlich langsamer, aber sein Eifer für die Natur nahm nie ab, während er unermüdlich neue Routen für die nächste Generation an Bergsteigern und Entdeckern plante. Sein außergewöhnliches Leben hielt er akribisch in seinen persönlichen Tagebüchern fest, in denen er sich über alles Gedanken machte – von der Geologie über unendlich schöne Sonnenuntergänge bis hin zu seinen wilden Straßenabenteuern und vielen romantischen Verlobungen. Wichtige Dokumente, die als Grundlage für insgesamt 13 Bücher dienten, in denen angehende Bergsteiger wertvolle Informationen finden, um sich intensiv mit den Bergen und dem Leben des kletterenden Vagabunden zu verbinden.

Quelle: Patagonia

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