News – SALEWA alpineXtrem Roger Schäli und David Hefti meistern freie Begehung der Golden Gate (USA)


 
13.06.14
 

Die SALEWA Athleten Roger Schäli und David Hefti haben sich Mitte Mai einen Traum erfüllt: Die beiden Seilpartner erkämpften sich am 19. Mai 2014 den Gipfelsieg und durften sich über ihre freie Begehung der Route Golden Gate am El Capitan im Yosemite National Park freuen.

Tag 1 – Unglaublich cool, anspruchsvoll und inspirierend

Der eigentliche (Kletter-)Traum begann am frühen Morgen des 18. Mai 2014. In den Tagen zuvor hatten Schäli und Hefti die Schlüsselseillängen ausgecheckt und rotpunkt-geklettert, die im oberen Drittel der Wand auf sie warten sollten. Im Lichtkegel der Stirnlampen liefen die ersten trickreichen und plattigen Seillängen optimal, die auch als Freeblast bekannt sind. Und auch die Hollow-Flacke, das Ear sowie den Monster-Offwidth kletterten die beiden Seilpartner ohne nennenswerte Schwierigkeiten und genossen schließlich am El Cap Spire ihre erste Pause. Bei auffrischendem Wind ging es dann im Downclimb-Boulder weiter, bis die beiden Alpinisten im Abendlicht den Beginn der „Move Pitch“ erreichten, einer der drei Schlüsselseillängen, die mit 5.13a bewertet ist.

„Für mich ein unglaublich cooler, super anspruchsvoller und inspirierender Boulder bei dem ich zu jeder Zeit alles geben musste.“ (Roger Schäli)

Denn nach abwechslungsreicher Wandkletterei und einem No-Hand-Rest folgt der „Move“ – ein weiter Zug von einem Untergriff über einen Seitgriff an ein Zweifingerloch. Aber auch die restlichen Seillängen sollten an diesem Tag jede Menge Energie kosten: Ein 5.11 Offwidth-Riss wurde nach achthundert Klettermetern zur reinsten Killerseillänge. Erst nach 20Uhr erreichten die beiden Kletterprofis ihr vertikales Sweet Home, wo sie ihr Portaledge am „Tower to the people“ bezogen.

Tag 2 – Knallhartes Erwachen, gnadenlos und überraschend

Am zweiten Traumtag, dem 19. Mai gegen 10 Uhr, sollten die Sonnenstrahlen den harten Kaltstart in Richtung Ziel zwar etwas erleichtern, doch einfacher wurde es dadurch keineswegs. So gestaltete sich die 5.13a Golden Desert Rissseillänge gnadenlos und rutschte Schäli beim ersten Go mit dem Fuß weg, noch bevor er den guten Zielgriff am Ende der Crux erreichen konnte. Ein knallhartes Erwachen für Beide: Kopfüber und vollkommen unkontrolliert flog der Schweizer nach unten und blieb mit dem Fuß hinter dem Seil hängen. Zum Glück blieben ein roter Fleck am Riss und ein blutiger Finger als einzige Zeugen zurück. Somit war es nun Heftis Aufgabe, die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Doch kaum war der erste Sturz verdaut, kam es zum nächsten „Abflug“ und segelte David Hefti von derselben Position unkontrolliert herab – das hochziehende Seil noch in der Hand. Auch wenn dieser Sturz glimpflich ausging, wurden die letzten Seillängen nun zur reinen Kopfsache. Erst im dritten Anlauf konnten die Seilschaft die knifflige „Schlüsselstelle“ hinter sich lassen, bevor sie die die letzten sechs Seillängen bis zum endgültigen Aufatmen rotpunkt-klettern konnten.

Quelle: SALEWA

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