News – The North Face Nanga Parbat Winterexpedition Extrembergsteiger Simone Moro & David Göttler brechen Winterexpedition ab


 
05.03.14
 

Bereits im Dezember 2013 startete der Extrembergsteiger Simone Moro (ITA) in Begleitung von David Göttler (GER) seine Winterexpedition zum Nanga Parbat (8.125 m). Seit dem 3. März 2014 befinden sich die beiden The North Face Athleten und Profi-Alpinisten nun wieder auf dem Rückweg nach Islamabad. Schweren Herzens mussten sie ihr Vorhaben bereits auf einer Höhe von rund 7.200m ( 23.622 ft.) und aufgrund der dort herrschenden schlechten Bedingungen abbrechen. Nach drei gescheiterten Versuchen platzt für Moro und Göttler damit vorerst der Traum, alpine Geschichte zu schreiben und als erste Bergsteiger überhaupt, den neunthöchsten Berg der Erde im Winter zu besteigen.

Nanga Parbat im Winter – ein beängstigender Berg

Ganze dreimal kämpften sich der Italiener und der Wahlmünchner am gefährlichen 8.000er nach oben, um dem Gipfel eines der gefährlichsten Berge der Welt zu besteigen. Am Ende reichte es nur für einen „Ausflug“ auf gut 7.200 Höhenmeter, wo David Göttler gemeinsam mit dem polnischen Bergsteiger Tomas Mackiewicz die Spitze der Mazeno Ridge erreichte. Dort hatten sie die Möglichkeit, einen Blick auf die andere Seite des Berges zu werfen. Doch was die beiden Alpinisten dort vorfanden, war alles andere als einladend. Der Weg bis zum Gipfel schien unendlich lang, anstrengend und überaus gefährlich. So war der komplette obere Teil der berühmten Diamir-Flanke mit zentimeterdickem und blau schimmerndem Eis bedeckt, herrschte klirrende Kälte und fegte der Wind mit über 70 km/h in die Wand hinein. Bedingungen, die nicht nur hinsichtlich des schlechten Wetters viel zu schwierig gewesen wären, um sicher klettern und in dieser Höhe dauerhaft verweilen zu können.

Abbruch in Hochlager 4 – wenn die Vernunft siegt

Ursprünglich wollten Simone Moro und David Göttler über das Hochlager 1 direkt zum Hochlager 3 aufsteigen, um dann von dort aus auf eine Gelegenheit für den Gipfelsturm zu warten. Doch der Italiener kämpfte bereits in Lager 2 mit Magenproblemen und musste sich mehrmals übergeben. Infolgedessen verzichtete er auf den weiteren Aufstieg, kehrte  ins Basislager zurück und übergab die Führung an David Göttler. Der Münchner erreichte kurz darauf allein Camp 3, von wo aus er gemeinsam mit dem Polen Mackiewicz aufbrach, um weiter oben am Berg ein viertes Hochlager zu errichten. Doch die Risiken, von dort aus den Aufstieg fortzusetzen, waren schlichtweg zu hoch. Denn die Gefahr des Erfrierens, Müdigkeit bis zur totalen Erschöpfung und schlechtes Wetter sind alles Faktoren, die in dieser Höhe den sicheren Tod bedeuten. Genügend Gründe, die Winterexpedition an dieser Stelle abzubrechen.

Denn beim Klettern zählt immer auch der gesunde Menschenverstand: „Du musst analysieren und prüfen, die Risiken einschätzen und gewichten, um dir dann letztendlich die Frage zu stellen, ob dieses Risiko akzeptabel ist und ob du für dich verantworten kannst, es auch einzugehen. In diesem Fall, waren die Risiken einfach zu hoch und vollkommen unmenschlich.“ begründet der Expeditionsleiter die gemeinsam getroffene Entscheidung. Während sich Moro, Göttler und ihr Begleiter Emilio Previtali (ITA) nun wieder auf den Weg zurück in ihre Heimat machen, will eine ebenfalls am Nanga Parbat ausharrende Expedition aus polnischen Bergsteigern weiter auf ihre – vielleicht letzte – Chance für eine Besteigung des „Todesbergs“ in diesem Winter warten. Simone Moro verzichtet lieber und will voraussichtlich im Winter 2015 für einen erneuten Versuch zurückkehren.

Weitere Infos zur The North Face Nanga Parbat Winterexpedition gibt’s hier.

Quelle: Simone Moro, The North Face 

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