Ratgeber – Freeride Winterbekleidung Worauf man bei Freeride-Klamotten generell achten sollte


 
26.08.19
 

Fernab der vollen Skipisten weite Schwünge durch den frischen Pulverschnee ziehen – Freeriden bringt nicht nur Spaß und Nervenkitzel, sondern ist auch Skifahren in seiner pursten Form. In den vergangenen Jahren erfreut es sich daher immer größerer Beliebtheit und Skifahrer suchen auf den unberührten Schneehängen Off-Piste Abenteuer und tolle Erlebnisse in der Natur. Das bedeutet aber auch etwas mehr Vorbereitung, Anstrengung und der Verzicht auf die Bequemlichkeit eines Skilifts.

Im folgenden Artikel wollen wir euch erklären, welche Kleidung sich am besten zum Freeriden eignet und worauf man generell achten sollte, damit ihr gut vorbereitet in euer erstes Freeride-Abenteuer starten könnt. Denn wer sich bei Hose, Jacke und auch allen anderen Bekleidungsschichten ein bisschen vorab informiert, wird später mehr Spaß im Tiefschnee haben. Das Tragen der richtigen Art und Menge an Kleidung vor dem Verlassen des Hauses ist einer der Schlüsselfaktoren für ein erfolgreiches Freeride-Erlebnis. Getreu dem Motto “Learning by Doing” werdet ihr schnell ein Gefühl entwickeln, was ihr wirklich braucht. Auf dem Weg dahin ist es aber keine Schande, sich professionelle Ratschläge zu holen. In unserem Ratgeber informieren wir euch darüber, wie man sich beim Freeriden generell anziehen sollte, um das perfekte Gleichgewicht zwischen Kälte und Wärme zu erreichen – ohne dabei Abstriche bei der Bewegungsfreiheit zu machen. Oder anders gesagt: Hier sind die Grundlagen des 4-Lagen-Systems.

Base-Layer: Zieht Feuchtigkeit von der Haut in die Mittelschicht, um warm und trocken zu halten.

Je nach Bedarf und Körperempfinden könnt ihr zwischen Unterwäsche aus Polyester und einem Baselayer aus Merinowolle wählen. Während beide Fasern dafür sorgen, dass ihr auch im nassen Zustand warm bleibt, trocknen die Kunstfasern schneller und halten weniger Feuchtigkeit als Merinowolle. Dafür fühlt sich Polyester kälter an. Als allgemeine Regel kann man festhalten: Polyester ist super für eine höhere Intensität beim Freeriden, während sich Merinowolle besser für langsameres Tempo und wirklich kalte Tage eignet. Baumwolle ist ein absolutes No-Go, da es – einmal vollgeschwitzt – kalt und nass bleibt.

© airfreshing.com

Mid-Layer: Hält warm und kann je nach Temperatur, Wetter und Aktivitätsgrad hinzugefügt oder ausgezogen werden.

Sowohl Fleece als auch Wolle dienen als optimale Zwischenschicht: Wir empfehlen, die Dicke auf der Grundlage der Außentemperatur zu wählen. Fangt lieber etwas “kühler” an, als ihr euch anfangs vielleicht wohl fühlt – denn bei einer zu warmen Jacke kommt ihr schnell ins Schwitzen (und ihr werdet nass). Außerdem empfehlen wir gestrickte Stoffe, da diese so viel Luft wie möglich einschließen. Ebenso solltet ihr auf Produkte mit einem guten Wärme-Gewichts-Verhältnis setzen, da diese vom Körper abgegebene Feuchtigkeit besser transportieren.

Isolationsschicht: Schützt vor Kälte und eignet sich perfekt für den Gipfel oder eine Mittagspause.

Diese Schicht ist eine zusätzliche Wärmeschicht, die dich vor allem bei Pausen oder oben auf dem Gipfel schützt. Sie sollte zum Beispiel aus einer leichten Daunenjacke oder einer PrimaLoft-Jacke bestehen. Diese Jacken sind leicht, sehr komprimierbar und bieten ein gutes Wärme-Gewichts-Verhältnis. Du kannst diese Schicht als eine weitere dünnere Zwischenschicht verwenden und wirst so nicht durch Schweiß nass, da sie diesen optimal abtransportiert und dich gleichzeitig wärmt. Daher funktioniert sie optimal während einer Aktivität mit höherer Intensität und kalter Temperatur.

Außenschicht: Bietet optimaler Schutz vor Witterungseinflüssen und leitet Feuchtigkeit und Wärme vom Körper weg.

Um euch vor allen Witterungseinflüssen optimal schützen zu können, sollte die Außenschicht aus einer wind- und wasserdichten Shell-Jacke mit hoher Atmungsaktivität und funktionellen Lüftungsoptionen bestehen, um den zuverlässigen Abtransport von Wärme und Feuchtigkeit gewährleisten zu können. Diese Eigenschaften bieten sowohl Gore-Tex- als auch DRI-Produkte. Die Auswahl sollte sich nach den individuellen technischen Anforderungen, der Passform und dem Einsatzgebiet richten. Die äußere Schicht isoliert meist nicht allzu sehr, ist jedoch besonders wasser- und winddicht. Stelle daher sicher, dass die mittlere Schicht ausreichend Wärme liefert. Dafür sind die äußeren Schichten sehr vielseitig und können für verschiedene Aktivitäten verwendet werden.

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Pro-Tipp: Ein äußerst praktisches Feature für Feerider ist ein integrierter Schneefang bei Jacken. Dieser befindet sich im Inneren der Skijacke am unteren Bund und schließt die Jacke sauber ab. Was insbesondere bei Tiefschneeabfahrten sehr nützlich sein kann.

Skihosen für alpines Skifahren auf der Piste sind in der Regel dicker gefüttert als Modelle für den Freeride- oder Tourenbereich. Denn beim Aufstieg bzw. bei anstrengenden Abfahrten durch den Tiefschnee wird es aufgrund der erhöhten Bewegung und Anstrengung schneller warm. Zudem gibt es meist nur eine einzige Abfahrt, weshalb es auf eine dicke Isolation weniger ankommt. Vor allem der Fahrtwind muss dann durch die Skihose abgehalten werden. Eine gute Skihose schafft das problemlos durch ein ausgeglichenes Verhältnis von Isolation und Atmungsaktivität.

Skihosen werden beim Tourengehen stark beansprucht: Zum einen natürlich durch Kälte, Nässe und Wind. Zum anderen durch Einwirkungen von außen, wie bspw. durch Skikanten, Skischuhe oder Stürze. Man sollte beim Kauf also stets darauf achten, dass die Skihose aus einem robusten und möglichst abriebfesten Material besteht, wenn nicht sogar Materialverstärkungen an der Beininnenseite, um Beschädigungen vorzubeugen. Darüber hinaus ist eine gute Atmungsaktivität wichtig. Denn beim Feeriden kommt man beim Aufstieg schnell ins Schwitzen und atmungsaktive Materialien und Belüftungsreißverschlüsse schaffen hier schnell Abhilfe. Da Freeriden eine äußerst bewegungsintensive Sportarten ist es auch besonders wichtig, dass die Skihose nicht einengt, aber zugleich auch nicht zu weit ausfällt. Denn das kann im Aufstieg bzw. bei der Abfahrt stören und obendrein könnte die Hose nicht mehr optimal isolieren.

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Hände, Füße und Kopf: Exponierten Bereiche, die bei Kälte ganz besonders berücksichtigt werden sollten.

Mützen: Wir empfehlen Modelle aus 100% Merinowolle (keine Acrylmischung), da sie auch im feuchten Zustand warm und trocken bleiben und temperaturregulierende Eigenschaften haben. Die Dicke sollte temperaturorientiert sein.

Hände: Handschuhe sollten entsprechend der Temperatur und der Passform ausgewählt werden. Du solltest in der Lage sein, kleinere Dinge zu erledigen, ohne die Handschuhe dafür zwingend ausziehen zu müssen. Schau dir ein paar Membranen an, wenn sie wasserdicht sein müssen, und prüfe sie auf eine gute Atmungsaktivität, um zu verhindern, dass ein nasser Liner kalt wird.

Füße: Hier sind Sockenmodelle aus Polyamid oder einer Merinowollmischung ideal: Die Merinowolle hält dich warm, wenn es kalt ist, und kühlt ab, wenn es warm ist. Das Polyamid trocknet schnell und erhöht die Haltbarkeit. Errechne die Dicke anhand der zu erwartenden Temperatur.

Essentiell: Equipment zum Freeriden.

Kein Freeride-Outfit ist perfekt ohne den richtigen Helm, eine zuverlässige Skibrille und weitere Ausrüstungsgegenstände wie Protektoren, Rucksack und Skistöcke. Essentiell sind aber LVS-Gerät, Schaufel und Sonde. Vor dem nächsten Ride solltest du unbedingt Infos zu Lawinenverschüttetensuchgeräten (LVS-Geräten) einholen und dich mit deinem Equipment vertraut machen. Dann steht deinem Freeride-Abenteuer nichts mehr im Wege.

Quelle: Ridestore

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