Review Atlas Schneeschuhe Ohne Probleme durch den Tiefschnee


 
17.04.09
 

Auf den Bergen liegt immer noch Schnee wie Sand am Meer und deswegen war es an der Zeit für den ersten Review Artikel hier. airFreshing goes outdoor und da wir ja nicht nur vor dem Rechner sitzen, sondern auch des öfteren an der frischen Luft unterwegs sind haben wir für diejenigen unter euch, die auch mal gerne im Schnee oder auf den Bergen ihr Unwesen treiben, zwei verschiedene Schneeschuhe von Atlas ausprobiert.

Einmal gab es die Atlas 12 Series an den Fuß und einmal den Atlas BC24. Mit den beiden Paaren im Gepäck ging es dann Richtung Berge und ab in den Schnee.

Bei der 12 Series funktioniert das patentierte WRAPP™ PRO Bindungssystem denkbar einfach. Nach dem Einstieg in die Bindung einfach am Riemen ziehen und die Bindung mit überlappender Zunge zieht sich um den Vorderfuß zusammen. Dann noch den Riemen an der Ferse fixieren und der Schneeschuh ist einsatzbereit. Video zum WRAPP™ PRO Bindungssystem.

Beim Backcountry Modell BC24 findet die sogenannte Summit Bindung Verwendung. Sie besteht aus 3 Urethan Riemen und kann auch mit Snowboard Softboots verwendet werden. 2 Riemen befinden sich im Vorderfußbereich und ein Riemen geht über die Ferse. Vor allem mit Softboots ist man sehr kompakt und trittsicher unterwegs, wenn man auf dem Rücken das Snowboard durchs Gelände transportiert. Video zur Summit Bindung.

Folgende Features wurden bei beiden Modellen verbaut:

Spring-Loaded™ Suspension System (SLSS): Dabei handelt es sich um eine flexible “Aufhängung” der Bindung. Wenn der Schuh gerade aufliegt, wird das natürliche Abrollen des Fußes unterstützt und die Funktion der Steigeisen wird verstärkt, da der Bindungsbereich durch den Druck etwas tiefer liegt als der Rahmen und die Bespannung und die Zacken somit besser in Schnee und Eis greifen. Wenn der Schneeschuh an sich beim Traversieren eines Hanges leicht querliegt, liegen der Fuß/die Bindung relativ eben auf, was einem Abnicken im Knöchelbereich vorbeugt. An sich eine gute Sache, aber je steiler es wird, umso unsicherer fühlt man sich bei Querungen, v.a. auf hartem Schnee.

ReactiV™ 7075 Aluminium Frame: Das stabilste und leichteste Aluminium auf dem Markt. Durch die teilweise abgeflachte Formgebung wird der Rahmen noch steifer, stabiler und zugleich felxibler Duratek Decking: Die Bespannung des Alu Frames besteht aus einem sehr leichten und sehr strapazierfähigen High Tech Material.

Steighilfe: Die Steighilfe kann bei Bedarf in steilen Anstiegen aufgeklappt werden und entlastet so die Wadenmuskulatur.

Ausgestattet mit diesen Infos über die Atlas Schneeschuhe sind wir losmarschiert. Teleskopstöcke ausgefahren, Rucksack geschultert und auffe aufn Berg. Eigentlich ist das Gehen mit Schneeschuhen ja selbsterklärend (wer kennt sie nicht aus den diversen Trapper-Filmen in der Jugendzeit ;)), einzig die etwas breitere Gangart ist etwas ge(h)wöhnungsbedürftig, aber für Männer kein Problem. Im Tiefschnee kann man es durchaus als Ausdauersportart bezeichnen. Wer kein Skifahrer resp. Skitourengeher ist, kann so im Winter auch zu Gipfelfreuden aufbrechen oder man wandert einfach durch verschneite Winterlandschaften, was im tiefen Schnee um einiges mühsamer werden kann als ohne Schneeschuhe. Wobei man natürlich v.a. beim winterlichen Schneeschuh-Bergsteigen genauso den aktuellen Lawinenlagebericht einholen muss, da man sich je nach Tour in durchaus heiklem Gelände bewegt. Und auch auf LVS und Co. sollte man nicht verzichten und mit dessen Umgang vertraut sein.

Nach 3 Stunden haben wir uns die wohlverdiente Gipfelbrotzeit genehmigt, nachdem wir mit den 2 Schneeschuh-Modellen diverse Spielarten getestet haben. Das normale bergauf gehen funktioniert äußerst geschmeidig und die Steighilfe ist eine enorme Entlastung, wenn es etwas steiler wird. Durch die Steighilfe graben sich die Steigeisen auch um einiges besser ein und vermitteln einem sicheres gehen. Das Traversieren mit der “beweglichen” Bindung funktioniert auch ziemlich gut, wobei es mir ab einer gewissen Hangneigung etwas mulmig wurde, da man ein leicht unsicheres Gefühl bekommt (sich selbst aushebeln), durch den großen Winkel zwischen schräg aufliegendem Schuh und horizontal sich eingrabender Bindung. Wenn es richtig steil (v.a. zum Traversieren) wird, sind Steigeisen die bessere und sicherere Wahl.

Kurze (schneelose) Felspassagen haben die Schneeschuhe auch ohne Probleme weggesteckt. Die Bespannung hat sich davon nicht beeindrucken lassen, lediglich der Rahmen hat ein paar Kratzer in der Lackierung verschmerzen müssen.
Bergab kann man es dann ein bisschen laufen lassen. Mit ca. 3 Meter Schritten sind wir den Hang hinuntergelaufen, was sich als sehr spassige Angelegenheit herausstellte. Es ist zwar anstrengender als normales Gehen, aber man ist ziemlich schnell damit und zu lachen gibt es auch noch was.

Alles in allem kann man diese Art des Wintersports durchaus empfehlen. Weg vom Rechner und mal raus in den Schnee lautet die Devise. Mit Schneeschuhen ist man da unterwegs, wo Mann oder Frau mit normalen Schuhwerk im Winter nicht unbedingt hinkommt. “Leichte” Sommerberge kann man damit auch im Winter erklimmen. Nur ab einer gewissen Schwierigkeit stellt sich die Frage, ob eine Besteigung mit Schneeschuhen überhaupt sinnvoll ist. Etliche Tourenvorschläge findet man mittlerweile auf diversen Internetportalen und auch in gebundener Buchform ist einiges nachzulesen.

Das Fazit:

+ solide verarbeitet
+ einfaches Handling
+ komfortables Gehen bei “normalem” Winterwandern im Schnee
– relativ teuer
– je steiler es wird, umso “unsicherer” fühlt man sich durch das spezielle Bindungssystem

Der 12 Series ist das Topmodell von Atlas. Für 269,90 Euro wandert er über die Ladentheke und ist mit seiner WRAPP™ PRO Bindung für “normale” Winterstiefel bzw. Bergschuhe geeignet. Mit diesem Schuh wandert man fast überall hin. Erhältlich in 3 Größen (1225, 1230, 1235), je nach Gewicht des Schneeschuh-Aspiranten.

Der BC24 richtet sich, wie der Name schon vermuten lässt, an die Backcountry Biber unter euch. In seine Bindung kann man auch mit Softboots einsteigen und nach getaner Arbeit mit dem Snowboard abfahren, während die Schneeschuhe flach am oder im Rucksack verschwinden. Oder man verwendet sie für den Zustieg zu einer Eiskletterroute und tauscht die Schneeschuhe mit den Steigeisen. Zu haben sind die BC24 für 219,90 Euro.
Ausserdem gibt es noch spezielle Frauen Modelle, die auf den Namen Elektra hören.

Ein Kommentar zu
Review Atlas Schneeschuhe: Ohne Probleme durch den Tiefschnee

  1. Schneeschuh-Läufer kommentierte:

    Ein toller Test der Atlas Schneeschuhe. Feine Sache – damit kann man sich auf jeden Fall einen ersten Eindruck machen. Eine Frage noch: habt Ihr die ganzen Bilder selbst gemacht? Sehe super aus! Mein Fav ist das mit dem Sprung!

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