Review: Canyon Torque 7.0 Trailflow im Test - Bild 06

Testbericht – Canyon Torque 7.0 Trailflow Trail-, Enduro- und Light-Freeride Bike im Praxistest


 
28.07.10
 

Hier nun also der angekündigte Test Bericht des Canyon Torque 7.0 Trailflow. Beim Auspacken aus dem Versandkarton fällt zunächst das aussergewöhnliche Design des Torque auf. Die Lackierung ist anders (‚Smoke Grey’), hat uns aber von Tag zu Tag immer besser gefallen und sticht aus dem immer gleichen schwarz eloxiert angenehm hervor. Das Mountainbike wirkt sehr hochwertig verarbeitet und die Endmontage gelingt problemlos. Ein klein wenig Ahnung von Rädern sollte man aber schon mitbringen, was bei Bikes aus dem Versandhandel sowieso Pflicht ist, denn kurz mal beim Händler nachfragen und nachstellen lassen fällt hier naturgemäß aus.

Beim ersten Aufsitzen fühlt man sich sofort pudelwohl, man sitzt sehr schön im Bike. Was man auch sofort bemerkt ist das hohe Gewicht der Stahlfeder Gabel. Im Vergleich zu einer Luft-gefederten Gabel braucht die Front deutlich mehr Zug um sich in den Wheelie ziehen zu lassen. Man gewöhnt sich allerdings schnell daran und bemerkt es dann gar nicht mehr. Im Gegenteil: Die Gabel arbeitet traumhaft, kein Vergleich zu Luftgabeln. Ich fahre die Fox 36 in meinem eigenen Bike in der Luft Variante und der Unterschied ist gigantisch: ‚Das Ansprechverhalten ist sahnig, jeder Kiesel wird weggesaugt.

Die Einstellung gelingt spielend einfach, selbst das Wegtauchen an hohen Stufen ist keinerlei Problem mehr. Besser kann eine Gabel nicht arbeiten. Praktischerweise liefert Canyon beim Versand gleich einen kleinen Schnellspanner mit, mit dem die Gabel des Torque Trailflow im Karton zusammengehalten wird. Damit lässt sich die Gabel auch beim Bergauffahren wirkungsvoll absenken, sodass man die problemanfälligen internen Absenksysteme kaum vermisst. Mit abgesenkter Gabel lässt sich das Trailflow dann auch recht ordentlich bergauf treten. Einen Blumentopf wird man auf diesem Rad bergauf zwar nicht gewinnen, aber man kommt überall hoch. Dank voll versenkbarer und damit auch lang ausziehbarer Sattelstütze sind auch längere Anstiege kein Problem. Wer allerdings richtig lange und Höhenmeter-intensive Touren fahren will, sollte vielleicht besser zur deutlich leichteren Alpinist Variante des Torque greifen. (Muß dann allerdings auf die Stahlfeder Fox 36 verzichten – man kann nicht alles haben) Auch auf flachen Trails gibt es sicherlich spritzigere Bikes, die bieten aber auch nicht solche Reserven bergab.

Einmal oben angekommen kann das Torque nichts mehr halten. Die 180mm Federweg am Heck schreien nach Geschwindigkeiten und ruppigen Abfahrten. Auch die Heckfederung lässt sich schnell und problemlos abstimmen. Das Rad ist stets gutmütig und leicht zu händeln und verleitet damit zum Springen und Gas geben. Der Hinterbau schluckt einfach alles weg und so werden einstige Angst-Drops und Albtraum-Stellen plötzlich fahrbar. Man muss nur aufpassen, sich nicht zu überschätzen: ‚Das Torque hat mich in mehreren Situationen gerettet, allerdings wäre ich ohne das Torque vielleicht erst gar nicht gesprungen…‚ Es macht auf alle Fälle riesigen Spass und man freut sich doch, das Torque anstatt eines leichteren Bikes hochgetreten zu haben.

Die Ausstattung des Rades ist nicht unbedingt geeignet, an der Eisdiele damit anzugeben, aber höchst funktionell und ausgewogen. Der breite Lenker vereinfacht das Handling an schwierigen Stellen, die Bremsen sind bissig und ausdauernd die Shimano SLX Ausstattung ein Preis-Leistungs-Knaller der allemal ausreicht. So bekommt man ein Bike dessen Parts nicht unbedingt den höchsten Bling-Faktor aufweisen, das aber im Preis-Leistungs-Verhältnis annähernd unschlagbar ist.
So viel Spass für € 2399 kriegt man sonst nicht.

Fazit: Wer ein Trail/Enduro/Light-Freeride Bike sucht, das sich noch ordentlich bergauf bringen lässt, bergab einfach riesig Spass macht und dabei nicht den Geldbeutel sprengt ist beim Trailflow genau richtig.

Die Details:
Rahmen: Canyon New Torque
Dämpfer: FOX DHX Air 5.0
Gabel: FOX 36 VAN RC2 FIT
Steuersatz: Acros AiX-30 Orange
Schaltwerk: Shimano Deore XT Shadow
Umwerfer: Shimano SLX E-Type
Schaltgriffe: Shimano Deore XT RapidFire
Bremsgriffe: Avid Elixir R
Bremsen: Avid Elixir R 203/203
Kurbeln: Shimano SLX Hollowtech II
Sattelstütze: Easton EA50
Rahmenhöhen: S, M, L
Farbe: sand blasted anodized black, smoke grey
Gewicht: 15,40 kg

8 Kommentare zu
Testbericht – Canyon Torque 7.0 Trailflow: Trail-, Enduro- und Light-Freeride Bike im Praxistest

  1. Seppo kommentierte:

    geilo

  2. Jeff kommentierte:

    Coole Fotos!

  3. HoDo kommentierte:

    Wow Danke für den Beitrag, jetzt werd ich mir das Radl mal gaaaanz ernsthaft überlegen.

    Danke

    HoDo

  4. trailhunter kommentierte:

    Schöner Artikel, schöne Fotos. Bitte mehr davon!

  5. Freerider kommentierte:

    Hallo,
    cooler Bericht! Welche Rahmengröße würdet ihr bei einer Körpergröße von 183cm empfehlen?

    • matthias kommentierte:

      Mir hat bei 1,79m Körpergröße und 85cm Schritthöhe M perfekt gepasst. Auf canyon.com gibts nen ganz guten Größenkalkulator und auf mtb-news.de im Canyon Thread gibts dazu auch einige Diskussionen mit Erfahrungswerten. Schau Dich da mal durch. Ich würde sagen M müsste passen, wenn Du ´s abfahrtslastig magst, bergauf wird das Rad aber schon kurz. Wenn Du auch lange Touren fährst würde ich genau überlegen, ob nicht evtl. L. Ich hatte aber kein L in der Hand, kann Dir also nicht genau sagen, ob das zu groß wird.

  6. Freerider kommentierte:

    hi,
    danke für die Info. Den Grössenkalkulator hatte ich schon gesehn, aber ich vertau mehr auf Erfahrungswerte. Fahr aktuell ein 2009er Big Hit 3 in Größe M. Das passt richtig gut, aber ich denk das Canyon ist um einiges kleiner. Momentan bin ich hauptsächlich in Bikeparks unterwegs. Für die Trails vor Ort hab ich noch ein Ghost AMR. Möcht aber ein Bike mit dem ich „alles“ machen kann. Das Trailflow wär da glaub genau richtig dafür.
    Grüße

  7. matthias kommentierte:

    hmmm… Wenn Du ein Rad für alles willst, trifft es das Trailflow schon ziemlich gut. Aber im Vergleich zu Deiner jetzigen Auswahl bleibt ein Rad halt immer ein Kompromiss. Im Bikepark ist es sicher schmäler auf der Brust als das Big Hit, auf dem Trail weniger spritzig als das AMR. Andererseits geht damit auf Trails natürlich auch mehr. Zur Größe müsstest Du auf mtb-news.de im Canyon Thread einiges an Erfahrungsberichten finden. Ich trau mir da keine bessere Prognose zu.

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