Review – Falk LUX 30 Kompaktes Outdoor- und GPS-Navigationsgerät im Test


 
04.06.12
 

Technische Hilfsmittel zur besseren Orientierung sind kaum mehr wegzudenken im heutigen Outdoor-Sport. So gehören GPS-Geräte mittlerweile zur Standardausrüstung, mit deren Hilfe sich Menschen im Gelände besser zurecht finden und in Gefahrensituationen notfalls gezielt Hilfe anfordern können. Denn was für die einen nur reine Spielerei, bedeutet für andere die Basis fürs eigene Überleben in der Wildnis. So startet ohne GPS und elektronisches Höhenbarometer kaum mehr eine moderne Expedition in ungewisses Terrain. Aber auch immer mehr Freizeitsportler entdecken die hilfreichen Navigationsgeräte für sich und nutzen sie für ihre Routenplanung beim Wandern, Fahrradfahren oder zum Aufspüren von Geo-Caches. Vor allem, wenn das Kartenmaterial an seine Grenzen stößt oder eine Wegmarkierung fehlt bzw. durch witterungsbedingte Gründe nicht mehr vorhanden ist, helfen die Outdoor-Navis dabei, das Ziel doch noch sicher zu erreichen.

Wie hilfreich solch ein Navi tatsächlich bei der Orientierung sein kann, wollten wir auf einer Bergtour hinauf zur Kreuzspitze (2185 m) in den Ammergauer Alpen sowie bei einer kleinen Radtour nach Unterhaching in Erfahrung bringen. Dafür hatten wir uns eines der modernsten Geräte, das aktuell am Markt erhältlich ist, zum Testen in den Rucksack gepackt: den LUX 30 von Falk, dem überarbeiteten Nachfolgermodell des unter Outdoor-Sportlern sehr beliebten IBEX 30.

Die Fakten:

Der handliche „Mini-Computer“ eignet sich sowohl für Radfahrer, als auch für Wanderer sowie Geo-Cacher. Dank seines stoß- und wasserfesten Gehäuses machen dem robusten Navi selbst kleine Stürze oder langanhaltender Regen nichts aus. Der LUX 30 verfügt über alle gängigen Sensoren wie Höhenmesser, 3D-Kompass und GPS für die exakte Bestimmung des aktuellen Standortes und wird über ein großzügiges 3″ Farbdisplay mit dem leichtgängigen Touchscreen gesteuert, das sich selbst mit Handschuhen problemlos bedienen lässt.

Dass der LUX 30 weit mehr als nur ein Navigationsgerät ist, das beweisen schon allein die umfangreichen Funktionen, von denen wir hier nur die wichtigsten vorstellen wollen. Je nach Anspruch kann das Navi als reines GPS-Gerät eingesetzt oder als handlich leichter „Allround-Reiseführer“ mitgenommen werden. Die Basisfunktion ist natürlich die Routenführung und das GPS-Tracking. So können mit Hilfe des Track- & Wegpunktmanagers auf einer Tour diverse Wegpunkte markiert sowie ganze Tracks gespeichert, verwaltet und für ein erneutes Abfahren bzw. Abwandern nachnavigiert werden. Der LUX 30 bietet hierfür die Möglichkeit der Routenplanung vom aktuellen Standort aus oder von einem selbst definierten Startpunkt zum Ziel. Ebenfalls kann ein Ziel direkt über die Karte durch direktes Antippen des Ortes angesteuert werden, falls bspw. die Adresse nicht bekannt ist oder keine exakten GPS-Koordinaten vorliegen.

Streckenführung und automatisches Routentracking

Die Routenberechnung erfolgt entweder standardisiert oder nach eigenen Vorgaben. So kann der LUX 30 eine Strecke ganz den individuellen Ansprüchen (einfach, sportlich, kurz) anpassen und berechnet bei Bedarf zwei zusätzliche Alternativrouten zur eigentlichen Hauptstrecke, die er dann ähnlich einem Navi fürs Auto via Pfeil und Sprachansage bzw. per akustischem Hinweis über das Display navigiert. Über den Tripcomputer ermittelt der LUX 30 während einer Route fortlaufend diverse Daten und informiert u.a. über das aktuelle Höhenprofil, ermittelt die Höhendifferenz und den aktuellen Luftdruck, misst die Steigung oder die durchschnittliche Geschwindigkeit und hält die zurückgelegte Wegstrecke fest. Am Ende einer Tour erstellt er auf Knopfdruck ein komplettes Profil der absolvierten Strecke mitsamt aller relevanten Messdaten, die man per USB-Kabel auf den Rechner und so archivieren oder mit Freunden teilen kann.

Weitere Funktionen runden das umfangreiche Gesamtpaket ab. So unterstützt der LUX 30 u.a. ein papierloses Geocaching, indem sich der „Schatzsucher“ die Beschreibungstexte und Hinweise direkt aus dem Internet laden (via USB-Adapter) und sich im Navi anzeigen lassen und so problemlos auf die Suche nach den Multi-Caches oder Single-Caches machen kann. Selbst detaillierte Streckennetze für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr von Bus und Bahn sind für 60 Städte hinterlegt. Und wem das noch nicht genug ist, der kann sich für seine Route noch zusätzlich diverse Sehenswürdigkeiten und Sonderziele in unmittelbarer Nähe der Wegstrecke anzeigen lassen.

Die Kritikpunkte:

Zwar ist der LUX 30 ein absolutes Highend-Gerät, stößt  aber dennoch in manchen Punkten schlichtweg an seine Grenzen und kann allein aus technischen Gründen den normalen Orientierungssinn des Menschen nicht ersetzen. So hat er in der Berechnung von Routen doch ab und an ein paar Probleme und gibt teilweise irreführende Routenvorschläge aus. So wollte uns der LUX 30 bspw. nicht auf dem Direktweg hinauf zur Kreuzspitze (Wegstrecke von ca. 3 Std.) lotsen, sondern schlug den viel längeren Weg vom Schloss Linderhof (ca. 6 Std.) vor. Anders schaut es da beim Radfahren aus, da konnte der LUX 30 vollkommen überzeugen – solange man im Straßenverkehr oder auf ausgewiesenen Radstrecken unterwegs ist. Beim Mountainbiken auf kleinen Pfaden im Wald liegt allerdings wieder dasselbe Problem wie beim Wandern vor. Dementsprechend ist zu vermuten, dass bei der Tourenberechnung auf Kartenmaterial zurückgegriffen wird, das verstärkt hochfrequentierte Wanderwege bzw. Radwege und weniger die kleineren Nebenrouten berücksichtigt.

Negativ aufgefallen ist uns vor allem der Akkuverbrauch des Geräts. Während beim Wandern der Stromverbrauch durch das Abschalten des Displays (Gerät bleibt eingeschaltet) weitestgehend reduziert werden kann, sieht es beim Navigieren auf dem Fahrrad schon ganz anders aus. Zwar kann man sich auch ausschließlich auf die akustische Streckenführung verlassen, da diese jedoch recht leise ausfällt und im lauten Straßenverkehr kaum mehr zu verstehen ist, fährt man notgedrungen dann doch mit dauerhaft eingeschaltetem Display. Wodurch man nach rund 3 Stunden den notwendigen Batteriewechsel vornehmen muss.

Der Touchscreen ist zwar gegenüber dem iPhone auch mit Handschuhen bedienbar, dennoch hakelt es hier ab und an etwas mit der Berührungssensibilität. Da kann es für Menschen mit großen Fingern oder bei kälteren Temperaturen durchaus einmal etwas länger dauern. Aber mit etwas Übung ist auch dieses Problem zu bewältigen. Ebenfalls etwas fummelig ist die Halterung fürs Fahrrad. So wirklich bombenfest wie im Produktvideo dargestellt, mag sich das gummierte Befestigungsband bei uns nicht um den Lenker legen. Da haben wir schon leichtgängigere und schneller zu installierende Halterungen gesehen. Aber einmal richtig fixiert, hält der LUX 30 was er verspricht.

Das Fazit:

Der LUX 30 von Falk ist unserer Meinung nach eine sinnvolle Ergänzung zum herkömmlichen Kartenmaterial und bietet vor allem bei schlechten Wetterbedingungen (Nebel, Schnee, Regen) oder fehlenden Wegmarkierungen ein Plus an Sicherheit und Orientierung. Ersetzen wird er das gute alte Papier jedoch nicht. Seine Stärken kann er vor allem für Radfahrer einbringen, denn als Navigationsgerät für ausgedehnte Bike-Touren auf Landstraßen und Radwege eignet er sich hervorragend. Nur wenn es ins Gelände geht, zeigt er einige Schwächen. Selbst bei ausgewiesenen und gut markierten Touren war die Streckenführung häufig nicht zu 100% zufriedenstellend und brachte uns das ein ums andere Mal nur per Umweg ans Ziel. Aber alles in allem ein tolles Outdoor-Navi mit vielen Zusatzfunktionen für jeden Anspruch und weitaus mehr als nur ein reines GPS-Gerät.

Die Details:

Besonderheiten: EASY2FIX Fahrradhalterung für alle gängigen Lenkergrößen, Outdoor-Inhalte von KOMPASS & ADFC mit mehr als 400.000 Sonderzielen (z.B. Aussichtspunkte und Naturdenkmäler), über 5.000 Bett & Bike POIs, robustes, stoßfestes und wasserdichtes Gehäuse (IPX7)
Speicher: 4 GB / optionale Erweiterung durch microSD Karte bis 32GB (SDHC), Anschluss über USB 2.0 Schnittstelle
Stromversorgung: 2x Standard AA-Batterien (Batterielaufzeit: ca. 5 Stunden bei Verwendung der Default-Einstellung mit 40% Helligkeit, 70% Lautstärke, Piepston-Navigation)
Sensoren: Barometer, 3D-Kompass und GPS
Farbdisplay: 76mm Diagonale (3″) mit Touchscreen
Abmessungen: ca. 12 x 6,5 x 3 cm
Gewicht: ca. 230 g (inkl. Batterien)
Preis: 379,95 Euro (UVP)

Weitere Infos und Testberichte:

Falk Navigation: www.falk-navigation.de

Hiking-Blog: www.hiking-blog.de

Being-Outdoor: www.being-outdoor.de

Freiheitenwelt: www.freiheitenwelt.de

Freiluft Blog: www.freiluft-blog.de

Gipfelblick: www.gipfelblick.org

5 Kommentare zu
Review – Falk LUX 30: Kompaktes Outdoor- und GPS-Navigationsgerät im Test

  1. Pingback: Praxistest: Falk LUX 32 Outdoor-Navigationsgerät | Hiking Blog

  2. Bert kommentierte:

    Hallo,

    ist es bei dem Falk Lux möglich, selbst gesetzte GPS_Punkte vom Navi auf den PC zu exportieren?

    Beste Grüße,
    Bert

  3. veischu kommentierte:

    Servus Bert,
    laut Aussage von Falk können die Nutzer des Lux ihre GPS-Daten natürlich auch auf den PC laden.
    Zum Verwalten der Daten/Tracks etc. wird von Falk zudem die Software „Navi-Manager“ angeboten.
    Beste Grüße
    Veit vom aF-Team

  4. veischu kommentierte:

    Da wir desöfteren schon die Anfrage bekommen haben, hier noch einmal die Erklärungsschritte zum Speichern bzw. Importieren von GPS-Tracks über den Falk Navi Manager:

    1) Im Falk Navi-Manager den Reiter „GPX-Manager“ auswählen
    2) Auf der linken Seite den Button „Importieren“ anklicken
    3) Das Falk-Gerät über den Arbeitsplatz auswählen
    4) Ordner „GPXImport“ öffnen
    5) Alle gpx-Dateien auswählen und öffnen
    6) Damit befinden sich die Dateien auf dem PC
    7) Falk-Gerät kann vom PC getrennt werden
    8) GPX-Datei im Falk-Manager (Speicherort: PC) auswählen
    9) Anzeige von Strecke/Höhen- und Geschwindigkeitsprofil sowie Detailinformationen erfolgt

    Viel Erfolg beim Importieren
    Veit vom airFreshing-Team

  5. veischu kommentierte:

    Zur Information: Leider können aktuell noch keine Wegpunkte exportiert werden.

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