Head Snowboards - The Evil Kers - Freestyle-Snowboard für jede Menge Fahrspaß im Funpark und auf der Piste

Review – Head Snowboards Komplette Snowboard-Ausrüstung der Winter-Kollektion 2012/2013 im Test


 
29.10.12
 

Der erste Schnee ist gefallen und die Skigebiete an den hochgelegenen Gletschern eröffnen nacheinander die neue Skisaison. Ja, es ist wieder soweit, es ist Winter. Viele haben nach dem Wahnsinnswinter 2011/2012 schon sehnsüchtig auf diesen Moment gewartet und hoffen auch in diesem Jahr wieder auf jede Menge frischen Powder und Tiefschnee-Tage vom allerfeinsten.

Auch wir freuen uns auf das, was da kommen mag und sind schon gespannt, ob es dieses Jahr auch wieder gut zwölf Meter Neuschnee geben wird. Die waren vergangenen Winter u.a. in Vorarlberg gefallen und hatten damals für chaotische Zustände in den meisten Wintersport-Orten gesorgt. Wir waren auch dabei, allerdings erst nachdem das „Schlimmste“ bereits vorüber war. Wir hatten eine komplette Snowboard-Ausrüstung zum Testen dabei, die von Head Snowboards erst wenige Wochen zuvor auf der ISPO 2012 in München vorgestellt wurde. Mit im Gepäck war ein neues Freestyle-Board aus der Flocka-Serie, eine hochflexible Bindung mit neuer DampiFlex-Technologie sowie ein Team-Snowboot mit Boa-System. Getestet wurde die Head-Kombo etwas länger als eine Woche sowohl auf knallharter Piste, im Funpark sowie im Tiefschnee. Pünktlich zur neuen Wintersaison 2012/2013 präsentieren wir heute die Fakten und persönlichen Eindrücke.

Die Fakten – THE EVIL KERS FLOCKA Freestyle-Snowboard:

Wenn der Teufel zum Snowboard greifen würde, dann sicherlich zum The Evil Kers Flocka. Denn das Board richtet sich aufgrund seiner Flexibilität und Leichtigkeit ganz klar an ambitionierte Freestyler und durchgeknallte Funpark-Liebhaber. So wird es schon seinen Grund haben, wieso selbst Profis das „Teufelsbrett“ für sich entdeckt haben. Teamfahrer wie Fredrik Evensen, Shayne Pospisil, Matti Kinnunen, Ai Kinuoka, Atti Holst und Tina Ramholt setzen alle auf die Mischung aus Camber-Präzision und Rocker-Feeling.

Die Flocka-Reihe von Head Snowboards ist zwischen den Auflagepunkten relativ flach gehalten, wodurch die effektive Kante beim Geradeausfahren relativ kurz ausfällt. Sobald aber ein Turn angesetzt wird, kommt ein größerer Teil der Kante zum Einsatz und bietet dadurch mehr Stabilität. Das Brett selbst bietet die Präzision und den Pop einer herkömmlichen Vorspannung, ist aber ähnlich leicht zu fahren wie ein Rocka-Board. So verspricht Head Snowboards für das The Evil Kers: Fahrspaß ohne Verkanten. Dadurch eignet sich das The Evil Kers nicht nur zum Jibben auf Rails und zum Boxen, sondern weiß auch im Tiefschnee zu überzeugen.

Der Twin-Shape ist von der Nose bis zum Tail mit Faserverstärkungen aus Carbon und Kevlar ausgestattet, die für jede Menge Pop und Response sorgen. Ein extra dichtes Glasfasergewebe als Laminierung verleiht dem Board ein Plus an Kontrolle. Hinzu kommt noch ein ultraleichter und extrem stabiler Holzkern aus Pappelholz, wodurch das Brett ein optimales Flexverhalten aufweist. Ebenfalls eingearbeitet sind sogenannte KERS-Chips. Die auch in der Formel 1 eingesetzte Technologie (Kinetic Energy Recovery System) bündelt über im Board verteilte Sensoren die Energie von Vibrationen während des Kantenwechsels und nutzt diese dann zu einem späteren Zeitpunkt für mehr Ollie-Power und kraftvollere Turns. Die Base verfügt über einen gesinterten Belag mit hoher Wachsabsorption und dichter Molekularstruktur. Dadurch ist sie enorm strapazierfähig und kann selbst tiefe Kratzer gut wegstecken. Auch beim Finishing der Beläge wurde nicht gespart. So durchläuft das The Evil Kers einen Grundierungsprozess gut 35 Mal, bevor es schließlich den ersten Schnee küsst.

Das Kurzfazit – THE EVIL KERS FLOCKA:

Das The Evil Kers ist definitiv ein sehenswertes Board und wird mit Sicherheit überall neidische Blicke ernten. Das Brett hat es aber in sich und fährt sich durchaus gewöhnungsbedürftig. Aufgrund seiner leichten und flexiblen Eigenschaften beginnt es auf einer zerfahrenen Piste gerne einmal etwas zu flattern. Wer normalerweise mit einem Allrounder-Board unterwegs ist, sollte es daher erst einmal langsam mit dem The Evil Kers angehen. Sonst verliert man schnell die Freude am Brett, das vor allem im Funpark erst so richtig zur Geltung kommt. Es ist eben doch kein gewöhnliches Brett und zeigt sich ziemlich widerspenstig gegenüber ungeübten Ridern. Bei Sprüngen ermöglicht es hingegen butterweiche Landungen und bietet dem Fahrer extrem viel Kontrolle. Zwar verfügt es nicht über die allerbesten Tiefschnee-Eigenschaften, weiß sich aber auch im Powder zu behaupten. Als Freestyler mit Allround-Charakter ist es somit vor allem für Funparks geeignet, kann aber bei Bedarf auch mal auf und abseits der Piste für jede Menge Aufsehen sorgen.

Die Details – THE EVIL KERS FLOCKA:

Größen: 149, 152, 155, 158, 161

UVP: € 449,95

Weitere Infos zum Freestyle-Brett: www.ridehead.com

Die Fakten – NX Five NX Team DF Bindung:

Die NX Five NX Team DF Bindung wurde speziell für die Einsätze des Head Snowboard Teams auf unterschiedlichem Terrain entwickelt. Sie bietet Komfort, Stabilität und Reaktionsfreudigkeit. Zudem verfügt sie über die neue DampiFlex-Technologie, bei der die Base mit „Einlagen“ aus Silikongel gepolstert ist und dadurch für mehr Laufruhe bei hohen Geschwindigkeiten sorgt. Die durchgehende Dämpfung schützt vor allem die Zehen und Fersen vor derben Stößen und absorbiert bei harten Landungen überschüssige Energie.

Die Bindung ist vor allem für anspruchsvolle Rides entwickelt worden. So ist die Base mit widerstandsfähigen Carbonfasern verstärkt, um für mehr Steifigkeit und bessere Kraftübertragung zu sorgen. Auch das asymmetrische und flexible Highback ermöglicht eine präzise Kontrolle, die durch optimierte Ankle- und Toe-Straps mit FAS-Buckles noch zusätzlich unterstützt wird. FAS steht hier für Fast Aluminum Super Buckle. Mit diesen robusten Ratschen lassen sich die Neopren-Straps einfach, schnell und präzise schließen. Aber auch sonst ist das Board mit der NX Five DF Bindung schnell unter die Füße geschnallt. Denn das patentierte Auto Open-System erleichtert das Ein- und Aussteigen in die Bindung enorm. So klappen die gepolsterten Straps automatisch zur Seite und sind nicht ständig im Weg.

Dass der Fahrspaß kein Ende nimmt, dafür sorgt auch das Single Clip Adjustment System. Um die Ankle-Straps sowie der Leanforward-Position des Highbacks einzuestellen, wird von nun an kein Werkzeug mehr gebraucht und kann die Bindung jederzeit perfekt an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden – wo auch immer man sich gerade befindet.

Das Kurzfazit – NX Five NX Team DF Bindung:

Die NF Five DX bietet eine enorm gute Kontrolle auf das Board und sorgt für jede Menge Fahrspaß, egal wo auf der Piste man unterwegs ist. Sie ist ausgesprochen leicht und dank ihres Materials unglaublich robust. Der Ein- und Ausstieg ist durch das automatische Wegklappen der Neopren-Straps herrlich einfach. Lediglich der Toe-Strap mag nicht nur dort sitzen bleiben, wo er hingehört. Soll er als Cup über die Schuhspitze gezogen werden, wird es von der Länge des Straps her schnell knapp und verrutscht immer wieder. Dadurch kann es unter Umständen zu Problemen bei der Steuerung kommen. Die Ratschen sind leichtgängig und auch mit Handschuhen gut bedienbar. Das Highback ist verwindungssteif und dennoch seitlich flexibel, um die natürlichen Bewegungsabläufe zu unterstützen. Wunderbar sind auch die Dampiflex-Platten, die in der Tat enorm viele Stöße abfangen und somit den Knochenapparat des Fahrers entlasten.

Die Details – NX Five NX Team DF Bindung:

Größen: M (25.0 – 27.0), L (27.5 – 29.0), XL (29.5 – 32.5)

UVP: 199,95 €

Weitere Infos zur NX Five NX Team DF Bindung gibt’s hier: www.ridehead.com

Die Fakten – 5 STAR BOA INSTEP GRASP Snowboard-Boot:

Dieser innovative Boot sorgt nicht nur für warme Füße, sondern vor allem für eine gleichmäßige Passform und perfekten Halt. Durch den ausgeprägten Forward Lean von 11° und dem reaktionsfreudigen Flex ist jederzeit eine präzise Kraftübertragung gewährleistet und bleibt das Brett auf jedem Terrain unter Kontrolle. Wie gemacht für sportliche Fahrer und perfekt für eine fette Session in der Pipe oder im Park. Denn neben einer traditionellen Schnürung mit zusätzlichem BOA Instep Grasp System kann der Fuß auch mit Hilfe des Double Power Strap bombenfest fixiert werden. Wem das noch nicht genug ist, der kann sich den Innenschuh dank Thermofit-Funktion auch noch individuell an die eigene Ergonomie anpassen.

Der 5 Star Boa zählt dank seines thermoformbaren Innenschuhs zu einem der innovativsten Modelle bei Head Snowboards. Er ist weich gefüttert, dick gepolstert und sorgt dank des atmungsaktiven Schaums garantiert für trockene und somit warme Füße. Aber auch sonst macht der Boot einen wirklich guten Eindruck. Seine Zunge reicht bis in den Zehenbereich hinein, wodurch keine Überlappungen und somit auch Druckstellen verhindert werden sollen. Die Triple Density-Innensohle bietet zudem einen stabilen Heelcup sowie ein Dämpfungskissen unter der Ferse gegen harte Stöße.

Das Hybrid Lacing ermöglicht einen präzisen und individuellen Halt des Fußes. So wird eine herkömmliche Schnürung mit Easylock-Einhand-Zugsystem im unteren Bereich durch einen Velcro-Strap am Schaft des Innenschuhs ergänzt. Ist noch zuviel Platz zwischen Fuß und Innen- bzw. Außenschuh, kann die Zehenkappe mittels der Power Transmission Pocket angepasst werden. Hierfür wird einfach eines der mitgelieferten Schaumstoffpads in die Tasche geschoben, die den Raum zwischen Außen- und Innenschuh reduziert. Der Außenschuh selbst verfügt über ein Innenfutter mit hochtechnischer Faser, die die Körperwärme reflektiert. Der Fuß ist rundum weich gepolstert eingebettet und die Ferse durch das Heel Transmission System (HTS) komplett umschlossen. All dies ermöglicht einen perfekten Sitz auf dem Highback und beste Kontrolle des Bretts. Über ein Disc-System wird der Schuh optimal geschlossen, wobei dünne Stahldrähte den Boot im „Handumdrehen“ zusammenziehen und den Innenschuh je nach Belieben fixieren.

Das Kurzfazit – 5 STAR BOA INSTEP GRASP Snowboard-Boot:

Der 5 Star Boa ist mitnichten ein funktionaler Snowboard-Boot, der kaum Wünsche offen lässt. Er ist verwindungssteif, fixiert den Fuß bombenfest in einer weichen Polsterung und bietet mit dem herausnehmbaren Innenschuh noch zusätzlich ein Plus an Komfort. Er ermöglicht ein Höchstmaß an Kontrolle und überträgt die Kraft optimal auf das Board. Lediglich die Passform ließ etwas zu wünschen übrig, denn die durchgehende Zunge wies dann doch den ein oder anderen Druckpunkt auf. Der Außenschuh fällt gefühlt recht breit aus, wodurch sehr schmale Füße unter Umständen seitlich etwas Spiel haben könnten. Dem kann aber über den Klettverschluss des Innenschuhs im Vorderfussbereich entgegengewirkt werden. Da der Schaft relativ hoch gezogen ist, drückt er ab und an unangenehm auf den Wadenmuskel. Zwar kann man über eine angepasste Schnürung dem Ganzen etwas abhelfen, aber dadurch geht wiederrum die optimale Kontrolle verloren. Als etwas nervig entpuppt sich – wie auch bei anderen Herstellern – das verwendete Disc-System zur Fixierung des Außenschuhs. Was beim Ausziehen herrlich schnell geht, gestaltet sich beim Zuziehen doch recht zeitraubend. So schnürt bzw. dreht man immer noch, während andere schon längst wieder auf der Piste sind. Aber dafür sitzt dann auch alles und muss später nicht mehr nachjustiert werden.

Die Details – 5 STAR BOA INSTEP GRASP Softboot:

Größen: EUR: 24.0 – 31.5 (D: 37.5 – 49) / US: 5.5 – 13.5

UVP: 299,95 €

Mehr Infos zum 5 STAR BOA INSTEP GRASP Snowboard-Boot gibts hier: www.ridehead.com

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