Review – K2 Freeride Der obSETHed und Ski-Boots Full Tilt Seth Morrison im Test


 
05.04.11
 

Der K2 obSETHed ist ein Tiefschnee- und Freeride-Spaßgerät aller erster Güte. Durch die Breite von 117 Millimeter unter der Bindung und den fetten Powder-Rocker schwimmt er unglaublich gut auf, vermittelt viel Sicherheit und Kontrolle und eröffnet in weichem Schnee völlig neue Möglichkeiten.

Wie bereits angekündigt, konnten wir nun endlich die neuen K2 obSETHed und die Full Tilt Seth Morrison für ein paar Tage ausprobieren. Nachfolgend unser Bericht:

Als ich den Ski abhole erschrecke ich erst einmal etwas. 189 cm – die längste Version. Der Ski wirkt unglaublich breit, riesig, mächtig… Dementsprechend verwunderte Blicke ernte ich damit von den (mittlerweile an zierliche Racecarver gewöhnten) Mitreisenden in der U-Bahn.

Im Wohnzimmer aufgebaut weiß der obSETHed optisch zu gefallen. Die neue Grafik des 2011/2012 Modells hat etwas und wirkt in unterschiedlichen Lichtsituationen fast dreidimensional. Insgesamt macht der Ski einen sehr hochwertig verarbeiteten Eindruck, was in einem Langzeit-Test zu überprüfen wäre.

Bei der ersten Abfahrt, zum Aufwärmen auf mäßig harter Piste wirkt er zunächst erwartungsgemäß ziemlich träge und schwerfällig. Um es deutlich zu sagen, dieser Eindruck legt sich ziemlich schnell. Man lernt seine Technik auf die Breite des Ski anzupassen und nach etwas Umgewöhnung lässt sich der obSETHed auf der Piste sauber bis erstaunlich gut carven, selbst der Powder-Rocker führt nicht zu übermäßigem Flattern – auf relativ harter Piste macht das sogar noch Spaß. Auch wenn der Ski dafür natürlich nicht gemacht ist und ein halb so breiter Ski um einiges mehr Pistenvergnügen macht. Aber mit dem Ski ist der Transfer von einem zum nächsten Powder Hang keine Qual, sondern durchaus entspannt zu bewältigen. Vor allem wenn er, wie in unserem Fall, immer mal wieder an ein Paar Sprüngen vorbei führt.

Als es dann endlich ins freie Gelände mit weichem Schnee geht, kann der K2 obSETHed seine volle Stärke ausspielen. Hier ist der Ski eine Macht. Der Ski ist traumhaft in weichem Schnee. Er besitzt Auftrieb ohne Ende, unmöglich die Skispitzen unter den Schnee zu bekommen. Dabei wird man unweigerlich verleitet Gas zu geben, zu springen und Quatsch zu machen. Was richtig Freude macht ist, wie sich der Ski durch etwas Pumpen aus tiefstem Schnee herausfedern lässt. Angenehm auch, dass er im hinteren Teil nicht ganz so weich und weniger ‚gerockered‘ ist, wodurch er auch jede Landung souverän nimmt, ohne den Fahrer zu sehr in den Backseat zu zwingen.

Im Gelände verhält sich der obSETHed auch in haarigen Situationen sehr gut berechenbar und hält auch bei eisigen Querungen souverän auf der Kante. Selbst dem Harsch nimmt er den Schrecken. Weniger mag er harten, zerfahrenen Schnee. Hier ist der Ski recht schwer zu fahren, gibt harte Schläge weiter und braucht viel Kraft. Das kann aber auch daran liegen, dass der Ski einfach Gas geben will, Selbstvertrauen gibt und man deutlich schneller fährt als mit einem ‚kleineren‘ Ski.

Der K2 obSETHed darf ruhig lang gefahren werden. Die 189 cm verlieren schnell ihren Schrecken. (Sie sehen zwar riesig aus, fühlen sich aber nie zu lang an. Der Ski wird durch den riesigen Rocker einfach doch relativ kurz.) K2 Ski wirken auch dadurch recht lang, weil die projezierte Länge gemessen wird. Dennoch war bei 1,79 m und 75 kg des Testers der 189er optimal. 179 cm wäre die Wahl, wenn man es gerne etwas wendiger mag.

Fazit:

Der Ski ist ein Traum für jeden, der eine mächtige Freeride-Latte zum abseits Fahren sucht aber zwischendurch auch mal eine Piste mitnehmen will. Sicher nicht die härteste Big Mountain Waffe, aber auch keine Backcountry Jibber Nudel. Einfach ein schöner ‚passt abseits fast immer‚-Ski mit unglaublichem Auftrieb.

K2 obSETHed Hersteller Facts: Maße 146/117/134

Seth Morrisson hat den obSETHed designt, um supersteile Hänge souverän und mit viel Power zu bewältigen. Ein Powder Rocker™ an der Schaufel gibt dir unglaublichen Auftrieb; sein All-Terrain-Tail dient als solide Landungsplattform. Er ist unter der Bindung schmaler und steifer als der HellBent – das ideale Tool für schnelle Lines und fette Big-Mountain-Runs. Ob du lustige Minigolf-Lines ziehst, 15 Meter weit fliegst oder die Gipfel Alaskas shreddest: Der obSETHed ist dein Ski!

EINSATZGEBIET: Powder: 80%, Park: 20%
LÄNGEN: 169, 179, 189
KONSTRUKTION: Twin Tech Seitenwangen, Triaxial Braiding, Tanne/Espen Kern
RADIUS: 23m@179cm / Direktionaler Sidecut
BINDUNG: Flach oder Griffon SchizoFrantic

Erfahrungsbericht Full Tilt Seth Morrsion Pro Model:

Das Seth Morrison Pro Model von Full Tilt Boots überzeugt vor allem durch das 3-Piece Design. Während die meisten Ski-Schuhe den Fuß von links und rechts zusammenpressen, wird der Fuß beim Full Tilt durch die komplette Zunge zum hinteren Teil des Schaftes gezogen. Dadurch hat der Fuß einen perfekten, bombenfesten Halt, ohne dass der Schuh unangenehm eng zugeknallt werden muss. Mir sind meine Skischuhe normalerweise immer zu locker oder ich muss die Schnallen bei jeder Liftfahrt wegen Druckstellen und einschlafenden Füßen öffnen. Nicht so die Full Tilt Seth Morrison. Morgens geschlossen, abends abgelegt, dazwischen perfekt. Dazu ist der Schuh ordentlich steif, was insgesamt zu einer sehr guten Kraftübertragung führt. Auf den ersten Blick könnte es kaum besser gehen. Die Verstellung der Ratschen geht dafür etwas hackelig von statten. Was aber nicht dramatisch ins Gewicht fällt, da diese einmal geschlossen kaum mehr angefasst werden müssen. Aber das ist nur eine erste Einschätzung, da wir ihn nur ein paar Tage ausprobiert haben. Gerade bei Schuhen zeigen Langzeittests oft erst die wahren Qualitäten. In der nächsten Saison dann mehr dazu, ob er hält, was er im ersten Eindruck verspricht.

2 Kommentare zu
Review – K2 Freeride: Der obSETHed und Ski-Boots Full Tilt Seth Morrison im Test

  1. fritzl kommentierte:

    hehe, den ubahn Blick kenn ich!

  2. kaufi kommentierte:

    wie hat sich der schuh im langzeittest geschlagen?

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