Testbericht: Norrøna Lofoten Gore-Tex Pro-Shell Jacket Review

Review – Norrøna Lofoten Dreilagige Gore-Tex Pro Shell Jacket im Test


 
25.09.10
 

Oft kommt es der Suche nach dem heiligen Gral gleich, wenn man sich durch diverse Sportläden quält, um eine regenfeste Jacke zu finden, die sowohl im Alltagsgebrauch, als auch am Berg eine gute Figur macht. Als problematisch stellt sich dabei jedoch oftmals heraus, dass die Hersteller für jedes Gebiet zwar eine eigene perfekte Lösung anbieten, aber keiner so wirklich die ‘eierlegende Wollmilchsau‘ im Programm hat. Eine solche scheint ganz unbeabsichtigt Norrøna mit der Lofoten Gore-Tex Pro Shell Jacket auf den Markt gebracht zu haben.

Aber nicht nur die für Norrøna so typisch poppigen Farben sorgten in den letzten Jahren weltweit für Furore auf den Pisten. Vor allem überzeugten die Norweger durch höchste Funktionalität und durchdachte Features, was ihnen zahlreiche Auszeichnungen einbrachte. Norrøna bietet mit seiner nach einer Region in Norwegen benannten Modell-reihe Lofoten eine speziell auf den Wintersport ausgerichtete Kollektion. airFreshing wollte es nun einmal genauer wissen und herausfinden, ob der Hype um die ausgefallenen Ski-Klamotten berechtigt oder nur eine Modeerscheinung ist? Hierfür wurde die Lofoten auf Herz und Nieren getestet. Vorteil dabei: Die Jacke war bereits vorab seit über einem Jahr im Besitz des Autors, wodurch die gesammelten Erkenntnisse auf einem (echten!) Langzeittest beruhen.

Angeboten wird die Lofoten für modebewusste Boarder und Freeride-Skifahrer, die in punkto Funktionalität keine Kompromisse eingehen wollen. Die Gore-Tex Pro Shell 3-Layer Membrane verspricht nicht nur höchste Atmungsaktivität und garantiert perfekten Schutz vor Nässe, sondern verhindert auch das Auskühlen bei starkem Wind. Selbstverständlich sind alle YKK-Zipper wasserresistent laminiert und sämtliche Nähte wasserdicht abgeklebt. Als dritten Layer kombiniert mit einer Lage Funktionswäsche und bspw. einer Softshell-Jacke bildet die Lofoten ein perfektes Schutzschild. Egal ob bei strömenden Regen oder schneidigem Polarwind, sie hält dabei jederzeit was sie ver-spricht.

Die Features:

Insbesondere besticht die Lofoten durch ihre wohl durchdachten Features, wie bspw. die weit aus-gestellten Ärmel, die sich wunderbar einfach über die Handschuhe schieben und über einen Klett-verschluss justieren lassen. Die in den Ärmeln fest integrierten Handgamaschen aus einer Art Neopren-stoff verhindern unerwünschte kalte Überraschungen im Tiefschnee. Der abzippbare Schneefang ist zu-sätzlich über einen Druckknopf fixiert und rutscht dank einer Gummierung nicht ständig nach oben. Optional kann dieser auch über entsprechende Druck-knöpfe mit der dazu passenden Hose aus der Lofoten-Reihe kombiniert werden. Über einen weiteren Gummizug im Bündchen kann zusätzlich noch die Weite der Jacke reguliert werden. Darüber hinaus bietet die großzügige Unterarm-Belüftung jede Menge Frischluft bei einem schweißtreibenden Aufstieg.

Die Kapuze:

Die weit ausgestellte Kapuze ist das eigentliche Schmankerl dieser Jacke und bietet jeder Kopfform genügend Platz. Über zwei Gummizüge am Kinn sowie einem weiteren am Hinterkopf kann sie optimal angepasst werden. Das verstärkte Schild schränkt dabei die Sicht in keinster Weise ein, macht jede Bewegung mit und klappt auch bei starkem Wind nicht weg. Selbst ein Ski- bzw. Kletterhelm findet unter diesem ‘Vorzelt‘ zur Not noch Platz. Der bis unter das Kinn hochgezogene Kragen engt dabei ebenso wenig ein, wie die weich mit Fleece gefütterte Abdeckleiste des Zippers dem Hals genügend Freiraum gewährt. Als kleines Gimmick lässt sich die Jacke selbst komplett in die Kapuze stopfen und kann so als Kopf- oder Sitzkissen genutzt bzw. zum besseren Verstauen auf ein Minimum komprimiert werden.

Die Jackentaschen:

Zudem verfügt das Lofoten Jacket über zwei ge-räumige Taschen auf Brusthöhe, die an der Innenseite bis hinunter zum oberen Bauchrand reichen. Sehr praktisch, wenn man einen Rucksack mit Hüftgurt trägt und jeweils mit der rechten in die linke Tasche und umgekehrt hineingreifen will. Darüber hinaus befindet sich in der linken Brusttasche ein Putztuch zum Säubern der Skibrille, das an einem Gummizug fixiert ist und zum Waschen abgeklippst werden kann. Eine weitere kleine Tasche am linken Unterarm bietet darüber hinaus Platz für einen Skipass oder Schlüssel. Ein darin extra vorgesehenes Einschubfach für den Skipass entpuppt sich leider als zu klein für die Norm-größen von EC-Karten und ist damit unbrauchbar. An den jeweiligen Innenseiten der Jacke sind nochmals zwei Taschen aufgeklebt. Die rechte mit einem Zipper versehen und die linke mit einem Klettverschluss zum Verstauen des MP3-Players, wobei weiter oben ein zusätzlicher Klettverschuss zum Fixieren des Kopfhörerkabels angebracht ist.

Die Mängel:

Auch wenn die Jacke ihre Auszeichnungen wohl verdient, nach über einem Jahr der Nutzung fallen dennoch ein paar wenige Details ins Auge, die bei dem recht satten Anschaffungspreis von 450,- bis 550,- Euro unangenehm aufstoßen. So trudeln die Nähte am Schneefang allmählich auf und die Gummierung wird mit zunehmender Nutzungsdauer brüchig. Aber als viel gravierender entpuppt sich die Verklebung der Handgamaschen, die sich mit der Zeit komplett auflöst und diese somit in ihre Einzelteile zerfallen. Auch die Membrane der Jacke arbeitet nicht zu 100% zufriedenstellend. Sie hat das für Gore-Tex übliche Problem, dass sie bei wärmeren Temperaturen bei weitem nicht mehr die Atmungsaktivität aufweist, die man bei kühler Witterung gewohnt ist. Dadurch kann bei einem sommerlichen Regenguss schnell einmal der Eindruck ent-stehen, dass die Jacke undicht ist, da das eigene Kondenswasser nicht mehr adäquat nach außen gelangen kann. Ein seitens Norrøna bereits erkanntes Problem sind die auf-laminierten Logos (die Produktion wurde mittlerweile wieder auf ‘gestickte’ Logos umgestellt), die mit der Zeit abblättern, wodurch unter anderem auch die auf der Innen-seite aufgeprintete Waschanleitung allmählich verschwindet. Dennoch muss hier gesagt sein, dass Norrøna sich anstandslos um Ersatz bemüht und Reparaturen bzw. Reklamationen zügig und im Sinne des Kunden bearbeitet.

Das Fazit:

Trotz der wenigen genannten Mängel bleibt zu sagen, dass die Lofoten ein wahres Allround-Talent ist und nicht ohne Grund in der europäischen Liga ganz oben mit-mischt. Sie besticht dabei aber nicht nur beim Wintersport durch perfekte Funktio-nalität. Durch die enganliegende Passform eignet sie sich ebenso zum Wandern, Rad-fahren oder Klettern. Zwar sind die Schulterpartien nicht verstärkt, aber dennoch ist die Membrane so strapazierfähig, dass sie selbst unter der Last eines vollgepackten Ruck-sacks dicht bleibt und auch mal am schroffen Felsen entlangschürfen kann. Beim Kauf sollte beachtet werden, dass das Lofoten Jacket wie bei den meisten Norrøna Modellen eher eine Nummer größer ausfällt. Der Autor hatte mit einer 1,74m Körpergröße, 74kg und sportlicher Figur die Größe S im Test dabei, die selbst mit dickem Fleece noch nicht unter den Achseln kneifte.

Details:

Farben: pop red, magenta purple, sulphur spring, cup, caviar, olympian blue
Membran: Gore-Tex Pro Shell™ 3-Layer
Größen: S-XXL
Gewicht: ca. 580g
UVP: 549,- Euro

4 Kommentare zu
Review – Norrøna Lofoten: Dreilagige Gore-Tex Pro Shell Jacket im Test

  1. Erik Zadrozny kommentierte:

    Hallo,

    wie gross bist Du ud welche Grösse ist die Jacke?

    Mit freundlichen Grüssen

    Erik

    • veischu kommentierte:

      Hallo Erik,

      der Tester ist 1,74m groß und wiegt in etwa 74kg. Die Jacken und Hosen von Norrona fallen grundlegend recht großzügig aus, daher war eine Jacke in Größe “S” im Test. Daher solltest du evtl. bei dem ein oder anderen Modell eher zur kleineren Größe greifen.
      Reicht dir das als Antwort?

      Liebe Grüße
      Veit

  2. daniel kommentierte:

    Hallo!
    Ich plane, die Lofoten Jacke als meinen alrounder für die nächsten Jahre zu kaufen.
    Im Laden schien alles paeltti, aber eine Frage hab ich gerade noch:
    wie gefällt dem Jäckchen der Tägliche Umgang mit Rucksack (Abrieb/funktionsabbau)?
    Und Schweiss (bedingt durch sportliches Von-A-nach-B-heitzen auf Fahrrad)?

    Dank im Voraus,

    Daniel

  3. veischu kommentierte:

    Hallo Daniel,

    vielen Dank für deinen Post. Also wir können die Norrona Lofoten Jacket wirklich nur empfehlen, da wir den “Langzeittest” im weitesten Sinne immer noch durchführen – mittlerweile seid fast 3 Jahren. Die Jacke ist und war bei allem dabei, sowohl beim Snowboarden, Freeriden, Schneeschuhwandern, als auch bei alpinem Klettern oder einfach nur als Regenjacke im Alltag bzw. auf dem Fahrrad. Dabei wurde sie garantiert nicht geschont und musste auch kilometerweit den schweren Rucksack tragen. Bisher waren und sind wir nach wie vor begeistert.

    Gewiss, inzwischen lässt die Funktion der Membran etwas nach, aber wir haben die Jacke auch erst ein einziges Mal neu imprägniert. Bis dato hielt sie was sie verspricht und uns trocken und ist verhältnismäßig atmungsaktiv – je nach Einsatzgebiet sollte man ja nicht immer unbedingt eine Hardshell tragen. Auf alle Fälle ist sie ein treuer Begleiter und hat lediglich hinsichtlich der Handgamaschen sowie am Schneefang ein paar Mängel vorzuweisen. So lassen die Antirutsch-Prints allmählich nach und lösen sich die Verklebungen der Sotfshellmaterialien an den Gamaschen nach gut einem Jahr langsam auf. Die können aber mit fast jedem Textil- oder Schlauchflick-Kleber fürs Fahrrad repariert werden. Und an der Brusttasche hat das Gore Pro Shell einen kleinen Riss, da dort eine Art “Soll-Knickstelle” vorliegt. Aber das ist im Hinblick auf die häufige Nutzung durchaus noch akzeptabel.

    Aber wie auch immer, die Jacke stellt für uns eine Art “eierlegende Wollmilchsau” dar und zählt am Markt wohl zu den einzigen wirklichen Allrounder-Jacken, mit der du alle Outdoor-Sportarten bestreiten kannst. Go for it – uns hat sie jedenfalls nie enttäuscht oder im Stich gelassen.

    Lass uns dioch gerne wissen, wie du dich entschieden hast. 🙂
    Schöne Grüße
    Veit vom airFrehsing-Team

    PS: Noch der Hinweis, dass wir für diese Empfehlung weder eine Provision erhalten, noch sonstige Vorteile dadurch haben. Es handelt sich um eine rein subjektive Erfahrung, die wir gern mit anderen Frischluftenthusiasten teilen wollen.

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