Review – Osprey Kode 30 Vielseitiger und leichter Skitouren-Rucksack im Test


 
28.03.12
 

Es gibt kaum eine Wintersportart, die sich so rasant entwickelt hat und sich einer solch wachsenden Beliebtheit erfreut, wie das Ski- und Schneeschuhtourengehen. Gerade im Zeitalter der ständigen Reizüberflutung scheinen immer mehr Menschen für sich die Langsamkeit des Seins wiederzuentdecken. Egal ob auf Skiern, per Snowboard oder mit Schneeschuhen – Entschleunigung ist die Device.

Was esoterisch klingt, ist für viele heutzutage die einzige Möglichkeit, sich überhaupt noch vom Alltagsstress lossagen und komplett abschalten zu können. Und gerade dann sollte  möglichst nichts Belastendes die innere Ruhe stören. Vor allem kein Rucksack, der sich bei jeder Bewegung bemerkbar macht. In diesem Sinne könnten die Rucksäcke von Osprey durchaus auch als „Meditationshilfe“ bezeichnet werden. Sie sind so leicht und anpassungsfähig, dass man während einer Tour schon das ein oder andere Mal mit der Hand auf den Rücken greifen muss, um sicher zu gehen, dass noch alles an Ort und Stelle ist.

Egal ob in punkto Tragekomfort, Gewicht oder Funktionalität, die aktuelle Kollektion von Osprey gehört längst zu den Geheimtipps am Markt. In Deutschland noch relativ unbekannt macht die Outdoor-Marke aus Kalifornien den deutschen Herstellern mehr und mehr Konkurrenz. Zu Recht, wie wir finden, denn am Beispiel des Osprey Kode 30 lässt sich durchaus ableiten, dass die Rucksackschmiede selbst auf kleinste Details und vor allem auf beste Qualität bei der Verarbeitung achtet. Eines vorweg: wir konnten am Kode 30 kein einziges Feature entdecken, das auch nur ansatzweise überflüssig wäre. Beim samtweichen Google-Fach angefangen bis hin zum Schlüsselhalter ist wirklich alles bestens durchdacht.

Das Tragesystem:

Der Kode verfügt über eine thermogeformte und schneeabweisende Snow- ShedTM-Rückenplatte mit LightWire-Rahmen aus stabilem Aluminium. Sie kann zwar keinen Rückenprotektor ersetzen, bietet jedoch bei leichteren Stürzen zusätzlichen Schutz für die Rückenpartie. Beim ersten Aufsetzen fühlt sich der Kode zwar noch recht steif an, aber durch die eigene Körperwärme wird die Rückenplatte schnell weicher und passt sich optimal an die jeweilige Anatomie des Trägers an.

Der schaumgepolsterte Hüftgurt ist breit genug, um das schwere Gepäck optimal zu verteilen. Besonders sinnvoll sind hier die integrierten „Minitaschen“, in denen Dinge verstaut werden können, auf die man immer wieder und schnell zugreifen muss. Dank des patentierten ErgoPull-Systems kann der Gurt mit beiden Händen und weniger Kraft zugezogen werden – gerade für Mädels ein dankbares Feature. Auch die Schulterriemen sind ergonomisch geformt, weich gepolstert und schneiden nicht ein. Zudem verfügen sie über eine mit Neopren ausgekleidete, extra-isolierte Schlauchführung für die in einem Extrafach verstaubare Trinkblase.

Die Staufächer:

Der Kode verfügt über insgesamt zwei große Hauptfächer. Dadurch können trockene und nasse Utensilien getrennt voneinander verstaut werden. Das größere Fach befindet sich direkt hinter der Rückenplatte und kann über einen rundum verlaufenden Reißverschluss komplett geöffnet werden. Liegt der Kode auf der Frontseite sind die darin verstauten Klamotten schnell und absolut bequem erreichbar. Eine integrierte Netztasche bietet Platz für Wertgegenstände und einen Clip für die sichere Befestigung von Schlüsseln.

Im kleineren Fach auf der Vorderseite befinden sich diverse Schlaufen und Taschen, um die komplette LVS-Ausrüstung oder andere Gegenstände zu verstauen. Ein nützliches Gimmick ist hier der Reißverschluss, dessen Zipper mit zusätzlichen Gummizügen versehen sind. Diese lassen sich problemlos um übergroße Gegenstände führen, die aus dem Rucksack herausragen. Dadurch werden diese fixiert und können nicht herausrutschen – zudem bleibt auch der Reißverschluss bei schnellen Bewegungen stets verschlossen. Ein mit samtweichem Fleece ausgelegtes Brillen-Fach auf der Oberseite des Kode bietet optimalen Schutz für die Skibrille oder andere empfindliche Geräte. Eine weitere kleine Tasche verbirgt ein Helm-Tragesystem aus dehnbarem Mesh-Netz, das über den Ski-Helm gezogen und außen am Rucksack-Deckel befestigt wird. Alle Fächer sind durch die einzelnen Riemen der Skihalterung zusätzlich fixiert, sodass sich bei knackigen Rides nichts von alleine öffnen kann.

Die Ski- und Snowboardhalterung:

Der Kode bietet sowohl für Ski als auch für Snowboard und Schneeschuhe jede Menge Schlaufen und Riemen, um sie sicher außen am Rucksack zu befestigen. Sie sind großzügig angelegt und können beliebig justiert werden. So können Ski entweder klassisch im A-Frame oder wahlweise auch rechts- oder linksseitig in der Diagonalen getragen werden. Das Snowboard oder die Schneeschuhe werden optimalerweise vertikal auf die Frontseite des Kode gepackt und mit den extra mit PVC verstärkten Schlaufen fixiert. Damit garantiert nichts verrutscht, dafür sorgen die mit einem Clip-System feststellbaren Schnallen. Eine zusätzliche Schlaufe am unteren Rand dient zur sicheren Befestigung eines Eispickels.

Übersicht der Features:http://www.ospreypacks.com/de/product/vertical_endeavors__snowplay/kode_30

Unser Fazit:

Wir waren mit dem Kode 30 von Osprey auf diversen Skitouren bzw. Backcountryrides unterwegs und hatten ihn auch im urbanen Gelände zum Testen dabei. Egal wo wir mit ihm unterwegs waren, er war und ist ein absolut genialer Begleiter. Da drückt und wackelt nichts – und auch sonst konnten wir beim besten Willen kein wirkliches Manko entdecken. Seine 30 Liter Packvolumen bieten ausreichend Platz für Tagestouren und genügend Stauraum für alle notwendigen Utensilien. Wer entsprechend weniger bzw. mehr Gepäck mitnehmen möchte, sollte auf die anderen Versionen des Kode ausweichen. Wir sind jedenfalls begeistert von diesem Multitalent, der unserer Meinung nach in Zukunft auf keiner Wintertour mehr fehlen sollte. Dass er auch im Alltag eine gute Figur macht und sich auch im Sommer zum Bergsteigen eignet, rundet das hervorragende Gesamtbild nur noch zusätzlich ab. Kein Wunder also, dass wir uns diesen Allrounder direkt nach dem Test selbst bestellt haben – schließlich kommt der nächste Winter ganz bestimmt.

Die Details:

Farben: Blue-Smoke, Black

Material: 620D Nylon/ 620D Textured Nylon
Volumen: 27 Liter (S)/ 30 Liter (M)/ 33 Liter (L)
Maße: 55cm x 33cm x 30cm
Gewicht:  1370 g (S)/ 1440 g (M)/ 1520 g (L)

Besonderheit: gepolstertes Brillenfach, integrierte Helm-Halterung, thermogeformte EVA-Rückenplatte mit LightWire Rahmen

UVP: 99,95 Euro (S) / 119,95 Euro (M) / 129,95 Euro (L)

Nähere Infos: Osprey Kode 30
Ich-liebe-Berge.ch hat den großen Bruder, den Osprey Kode 42, getestet.

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