Review – POC Synapsis 2.0 Luftig-leichter Ski- und Snowboard-Helm für Freerider im Test


 
12.03.13
 

Schon mal mit 110 km/h gegen eine Wand gefahren? Noch herrscht keine offizielle Helmpflicht in den Skigebieten, dennoch wäre jeder Wintersportfan bestens beraten, den eigenen „Dickschädel“ durch eine Eierschale aus Styropor zu schützen. Denn auch wenn bei den meisten Ski-Unfällen rein statistisch gesehen eher selten der Kopf in Mitleidenschaft gezogen wird, kann ein Helm im Fall der Fälle durchaus überlebenswichtig sein – oder zumindest Beulen und Platzwunden verhindern. Diejenigen, die lieber darauf verzichten, ist entweder nicht zu helfen oder führen immer wieder dieselben Argumente ins Feld: „Der Helm ist viel zu schwer“, „damit sehe ich einfach dämlich aus“, „ich schwitze unheimlich darunter“ oder „ich fühle mich irgendwie eingeschränkt in meiner Bewegungsfreiheit“.

Helm ist Pflicht – auch ohne Helmpflicht

Das alles mögen berechtigte Einwände sein – aber spätestens, wenn es dann doch einmal passiert ist, bezahlt man für solche Bequemlichkeiten unter Umständen einen hohen Preis. Grund für dieses mangelnde Sicherheitsempfinden ist häufig der falsche Helm, der entweder gar nicht passt oder bei dem schlichtweg am falschen Ende gespart wurde. Dabei lohnt es sich gerade hier ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen, denn passt der Helm wie angegossen und bringt kaum Gewicht auf die Waage, hat man ihn spätestens nach der ersten Abfahrt bereits wieder vergessen und kann die hohen Geschwindigkeiten mit etwas ruhigerem Gewissen genießen. Die schwedische Marke POC hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, Helme zu entwickeln, die bei möglichst geringem Gewicht dennoch ein Höchstmaß an Sicherheit und Komfort bieten. Bereits bei einem Trip nach Zermatt hatten wir vor einiger Zeit einen POC Receptor BUG mit dabei und wollten unseren ersten guten Eindruck durch ein weiteres Testobjekt untermauern. So hatten wir diesen Winter den überarbeiteten POC Synapsis 2.0 mit klappbarem Visier im Test.

Die Fakten:

Die extrem leichten „Synapsis“-Modelle sind durch ihre aerodynamische Form und ihrer abnehmbaren Crossblende besonders gut geeignet für Freerider. Denn traditionelle In-Mold Helme haben zwei wesentliche Nachteile in puncto Sicherheit: Sie brechen leicht und bieten eine geringe Penetrationsresistenz. Der Synapsis Helm hingegen hat unter seiner widerstandsfähigen Polycarbonat-Schale eine ganzflächig eingearbeitete Aramid-Membran, welche das Eindringen von spitzen Gegenständen verhindern soll. Somit kombiniert der Helm das Sicherheitskonzept der Hartschalen Modelle des Rennlaufs mit dem leichtgewichtigen, kompakten In-Mold Design und besticht durch ein Maximum an Sicherheit und Komfort – bei einem minimalen Gewicht. Seine Konstruktion schützt den Kopf bis zu den Ohren und der oberen Nackenpartie, die zusätzlich durch Polsterungen geschützt sind.

Der extrem leichte Inmold-Helm verfügt über zwei arodynamische Belüftungsschleusen, über die die Luftzufuhr beliebig gesteuert werden kann. Hierfür können z.B. die seitlich angeordneten Öffnungen an kalten Tagen von innen verschlossen werden. Bei milderen Wetterbedingungen lassen sich ebenso die Polster und Earpads optional abnehmen. Durch das optimierte Größenverstellsystem lässt der Helm auch in puncto Passform keine Wünsche offen und kann individuell an die jeweilige Kopfform angepasst werden.

Größen: S-XL
Material: Polycarbonat, Aramid
Gewicht: 390g
UVP: 199,95 Euro

Das Fazit:

Der Synapsis 2.0 von POC besticht durch sein extrem leichtes Gewicht und eine gute Passform. Einmal aufgesetzt vergisst man schnell, dass man mit Helm unterwegs ist. Dank der Einstellmöglichkeit über das Drehrad am Hinterkopf kann er bei Bedarf zudem noch nachjustiert werden und lässt sich somit optimal an die individuellen Bedürfnisse anpassen. So liegt der Helm selbst mit einer dünnen Mütze darunter gut am Kopf an und verrutscht nicht ungewollt bei voller Fahrt. Der Riemen zum Verschließen des Helms ist mit einem Fleecestück weich gepolsert und drückt nicht am Hals bzw. am Kinn. Auch die innen angebrachten Polster im Nackenbereich und an den Ohren drücken oder kratzen nicht beim Tragen über einen längeren Zeitraum. Die abnehmbaren Earpads und die ebenfalls entfernbare Polsterung gestalten das Tragen auch an wärmeren Tagen durchaus angenehm. Die am Hinterkopf platzierte Skibrillen-Halterung mit Druckknopf sowie die Crossblende runden den guten Gesamteindruck ab.

Crossblende im Visier

Auch wenn der Synapsis 2.0 beim Freeriden defintiv seine Stärken ausspielen konnte, haben wir dennoch auch ein paar Schwächen entdeckt. So ist u.a. in einem der Earpads das Mesh zum Schutz vor eindringendem Schnee gerissen. Darüber hinaus liegen die Earpads unserem Empfinden nach nicht eng genug am Kopf an, wodurch bei voller Fahrt gerne einmal der Wind um die Ohren pfeifen kann. Das größte Manko bringt jedoch das Visier mit sich. Was beim Freeriden wunderbar vor Ästen und Schneegestöber schützt, kann vor allem auf der Piste schnell zum reinen Geduldspiel werden. Denn dadurch, dass es am Helm fest verschraubt ist, kann die Skibrille nicht wie gewohnt nach oben geschoben werden – besonders nervig bei Pausen und beim Liften. Versucht man die Brille dennoch oberhalb der Stirn auf den Helm zu positionieren, wird die Crossblende automatisch nach oben gedrückt. Die Folge: Die Verschraubung des Visiers lockert sich nach und nach, wodurch es unter Umständen bei rasanten Geschwindigkeiten urplötzlich nach oben klappen kann – sofern man nicht von Anfang an vergessen hat, es in seine eigentlich angedachte Position zu bringen. Daher ist der Synapsis 2.0 wohl am ehesten für Freerider geeignet und weniger für die kurzweilige Pistengaudi – außer man verzichtet natürlich von Anfang an auf das Visier.

Mehr Infos: www.pocsports.com

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