Polartec PowerShield Pro Knifeblade Pullover - sportlich geschnittene Schlupfjacke mit 5000er Wassersäule (© Patagonia)

Review – Polartec® Power Shield® Hochatmungsaktive Softshelljacken von Millet und Patagonia im Test


 
24.06.13
 

Beim Vergleich der beiden wohl bekanntesten Softshell-Membranen am Markt – Polartec® Power Shield® und WINDSTOPPER® von Gore kamen unter anderem zwei Softshell-Jacken der Outdoormarken Millet und Patagonia zum Einsatz. Wir haben beide Modelle bei verschiedenen sportlichen Aktivitäten in den Bergen und auch im Alltag getragen – im Testbericht erläutern wir euch, wie das Material dabei sowohl mit Eiseskälte im Winter als auch mit milden Temperaturen im Frühling zurecht kam. Der Tester ist 1,74m groß, von sportlicher Statur und wiegt ca. 74kg. Beide Jacken lagen uns in der Größe M (Millet) sowie Größe S (Patagonia) vor und wurden uns freundlicherweise seitens der jeweiligen Hersteller zur Verfügung gestellt.

Patagonia Knifeblade Pullover – die Fakten:

Etwas ungewohnt ist es schon, schlüpft man bei der Knifeblade Softshell-Jacke doch wie bei einem Hoodie von unten hinein. Grund ist der “nur” bis knapp oberhalb des Bauchnabels reichende Frontzipper. Der ist allerdings so großzügig angelegt, dass der “Einstieg” ohne größere Probleme erfolgt. Zudem ist das Softshell-Material recht flexibel und dehnbar. Mit 481 Gramm zählt die Jacke zwar nicht gerade zu den absoluten Leichtgewichten, bringt aber deutlich weniger auf die Waage als herkömmliche Softshelljacken. Das Material ist verhältnismäßig dünn, nicht gefüttert und vermittelt einen überaus robusten Eindruck. Der Schnitt ist sportlich eng gehalten, wodurch der Knifeblade Pullover jede Bewegung mitmacht – sei es beim Wandern, beim Sportklettern oder Skitourengehen. Die großzügige Kapuze kann ultraschnell über ein 3-Punkte-Zugsystem in die gewünschte Position gebracht werden, liegt somit eng am Kopf an und schränkt die Sicht nicht ein. Sie bietet zudem jede Menge Platz, um problemlos einen Kletterhelm darunter zu tragen. Die mit weichem Fleece gefütterten und auf Brusthöhe platzierten Einschubtaschen sind bequem erreichbar. Der Saum sowie die Ärmel können ebenfalls über einen Gummizug bzw. Velcro-Verschlüsse individuell angepasst werden.

Wie schon im Vergleich angedeutet, ist das Polartec® Power Shield® Pro etwas weniger resistent gegen Kälte und kräftigeren Wind, weiß aber in punkto Atmungsaktivität zu punkten. Bei niedrigen Temperaturen wurde uns im Knifeblade Pullover an den aufliegenden Punkten wie bspw. den Schultern recht schnell kalt. Dafür überzeugte die Jacke bei höheren Temperaturen, bei denen wir erst bei wirkich anstrengenden Aktivitäten zu schwitzen begannen. Bei Regen hält das Softshellmaterial hingegen aufgrund der Wassersäule von immerhin 5.000 mm eine ganze Weile länger dicht als dies bei herkömnmlichen Softshelljacken der Fall ist, stößt bei dauerhaftem Starkregen aber auch irgendwann an seine Grenzen. Die Jacke ist somit der perfekte Begleiter für Klettertouren an schroffigen Felsen und für den robusten Einsatz am Berg, wenn das Wetter doch einmal etwas unbeständiger ausfallen sollte. Aber auch im Alltag macht die Schlupfjacke durchaus eine gute Figur. Preis: 269,95 Euro (UVP).

Mehr Infos und Details zum Knifeblade Pullover von Patagonia gibt’s hier: www.patagonia.com/knifeblade

Millet Cruise PWS Jacket – die Fakten:

Mit 470 Gramm ein wenig leichter als der Patagonia Pullover zählt die Softshell-Jacke von Millet definitiv zu einem der Highlights, die wir in diesem Winter testen durften. Auch bei der Cruise PWS Jacket fällt das Material relativ dünn aus, allerdings ist es von innen mit weichem Fleece gefüttert. Gegenüber der Softshelljacke von Patagonia wirkt es zudem etwas anfälliger, ist aber dafür noch einen Ticken flexibler. Der Schnitt fällt wunderbar sportlich aus und verleiht der Jacke schon beim Überziehen einen wahren Aktivitätsschub. Die Cruise PWS ist ein absoluter Allrounder und kommt beim Wandern, beim Sportklettern oder Skitourengehen genauso gut zum Einsatz wie auch beim Schlendern durch den Park oder als legere Jacke im Alltag. Zwar fällt die Kapuze etwas kleiner aus und bietet somit nur bedingt Platz für einen Helm, dafür sitzt sie aber nahezu perfekt am Kopf und kann über das 3-Punkt-Zugsystem optimal angepasst werden. Zudem ist der Kragen dermaßen hoch angelegt, dass die Softshell-Jacke bei kaltem Gegenwind das Gesicht hervorragend schützt und den Hals dadurch jederzeit warm hält. Bleiben noch die über einen Velkroverschluss variierbaren Ärmel sowie der über einen Gummizug anpassbare Saum. Genial sind auch die beiden auf Brusthöhe platzierten Einschubtaschen, die mit Mesh-Material hinterlegt sind und dadurch auch bei Tiefschneeabfahrten zur Ventilation geöffnet werden können und unglaublich viel Platz bieten – selbst ein Paar Handschuhe schlucken sie bei Bedarf. Hinzu kommen noch zwei weitere Jackentaschen, die seitlich integriert sind und sich optimal zum Aufwärmen der Hände eignen.

Auch bei der Millet Cruise PWS Jacket schützt das  Polartec® Power Shield® etwas weniger vor kaltem Wind, ist allerdings weitaus amtungsaktiver als vergleichbares Softshell-Material von Gore. Bei Temperaturen unter dem Nullpunkt bietet sie nur bedingt Schutz, spielt dafür aber bei schweißtreibenden Aktivitäten ihre Stärken aus. So wird die Feuchtigkeit der unteren Lagen zügig abtransportiert und unterstützt eine optimale Regulierung des körpereigenen Klimas. Einem Regenschauer kann das Material zwar kurzweilig etwas entgegensetzen, bei Dauerregen stößt es jedoch schnell an seine Grenzen. Daher eignet sich die Softshell-Jacke auch optimal für alpine Klettertouren bei wetterfesten Bedingungen, zum Skitourengehen oder für diverse andere Bergsportarten. Preis: 279,95 Euro (UVP).

Mehr Infos und Details zur Cruise PWS Jacket von Millet gibt’s hier: www.millet.fr/Cruise_PWS_Jkt

Polartec® Power Shield® – ein Fazit:

Da beide Softshell-Jacken über die Polartec® Power Shield® Membrane verfügen, lässt sich auch ein zusammenfassendes Urteil fällen. In erster Linie ist uns die etwas niedrigere Winddichtigkeit aufgefallen, was auf das recht dünne Material zurückgeführt werden könnte – Kälte kriecht nun einmal gern durch weniger dick ausfallende Schichten. Während die WINDSTOPPER® Membrane wärmer hält, trumpft das Polartec® Power Shield® jedoch in punkto Atmunsgaktivität und durch ein leichteres Gewicht (dünneres Material) auf. So kamen wir bei anstrengenden Aktivitäten gefühlt weniger ins Schwitzen, als unter einer Lage aus Windstopper oder Pertex Equilibrium. Natürlich ist dieses Urteil nur einer subjektive Wahrnehmung geschuldet, die bei jedem Bergsportler unterschiedlich ausfallen kann. Wir waren aber dennoch sehr positiv beeindruckt und haben mit der Cruise PWS Jacket von Millet definitiv eine neue Lieblingsjacke für die Berge gefunden.

Weitere Infos zu Polartec®: www.polartec.de

11 Kommentare zu
Review – Polartec® Power Shield®: Hochatmungsaktive Softshelljacken von Millet und Patagonia im Test

  1. JeeperMTJ kommentierte:

    Ich selbst habe die Cruise PWS seit knapp 1 Jahr und sie ist meine absolute Lieblingsjacke. Leider hat sie schon etwas gelitten beim Klettern. Das Test-Fazit kann ich nur bestätigen. Ich würde sie sofort wiederkaufen.

    • veischu kommentierte:

      Danke dir für die Anmerkung. Schön, dass du unsere Meinung ebenso teilst und mit der PWS Cruise eine neue Lieblingsjacke gefunden hast! 🙂
      Veit vom airFrehsing-Team

  2. max kommentierte:

    hallo,

    würdet ihr die jacken fürs radfahren im winter (hauptsächlich in der stadt) empfehlen? mich interessiert vorallem ob ich bei minusgraden mit ihnen gut fahre oder ob ich mehr layer brauche. kann man z.b. mal an der ampel stehen ohne zu erfrieren? bin in wien zuhause, unsere winter sind lang, kalt und nass.

    lg
    max

  3. veischu kommentierte:

    Hallo Max,

    besten Dank für deinen Kommentar. Gerne beantworten wir deine Frage, wobei diese auf persönlichen Erfahrungen und Empfindungen beruht.

    Unserer Meinung nach sind die Softshell-Jacken eher für herbstliche Temperaturen bis ca. 10°C geeignet, alles darunter wird vermutlich zu kalt. Wir hatten zumindest bei Temperaturen um den Nullpunkt schon mit durchkriechender Kälte zu kämpfen, was einen zusätzlichen Layer notwendig macht – sofern du dich nicht bewegst. Bist du hingegen aktiv und bewegst dich viel, dann sind die Jacken bestens geeignet, da sie atmungsaktiver sind als Hardshells und du damit weniger schwitzt – in der Folge auch weniger frierst, wenn du zum Stehen kommst. In puncto Regenfestigkeit halten die Jacken durchaus einen kurzen Schauer aus, nur die Polartec® Power Shield® Pro hält dicht.

    Daher können wir dir keine wirkliche Empfehlung geben, da wir nur schwer einschätzen können, wo die Jacken bei dir zum EInsatz kommen sollen. Bei weiteren Fragen stehen wir dir aber gerne jederzeit zur Verfügung. Falls du zuschlägst, lass uns doch gerne wissen, wie sich die Membranen bei dir im Alltagseinsatz geschlagen haben. 🙂

    Beste Grüße
    Veit vom aF-Team

    • max kommentierte:

      Hallo und Danke für die schnelle und sehr hilfreiche Antwort! Eine Frage hätte ich noch: kann man mit den Jacken (und aufgesetzter Kapuze) den Kopf nach hinten drehen oder verhindert die Kapuze die Sicht? (der Blick nach hinten ist für mich im Straßenverkehr sehr wichtig)

      Ich bin noch schwer am abnerden, mein Plan ist es dieses Jahr tatsächlich den ganzen Winter durchzufahren und nicht (wie sonst) mind. 3 Monate Pause machen zu müssen wenn es friert, Schneeregen gibt oder schneit. Wichtig ist für mich, dass ich die Jacke (bzw. die Layer) über meine Tageskleidung anziehen kann (bin aber nicht im Anzug unterwegs sonder eh in Jeans).

      Es wird wohl auf eine Zwiebel-Lösung rauslaufen, wobei ich mir noch nicht ganz sicher bin ob ich tatsächlich soviel Geld in einen einzelnen Layer stecken will.

      Alles Liebe aus Wien!
      Max

      • veischu kommentierte:

        Servus Max,

        was die Passform der Kapuzen angeht, kann ich dir grünes Licht geben. Was allerdings das Einsatzgebiet bei den von dir angegebenen Wetterbedingungen angeht, muss ich leider zugeben, dass du schon arg viel von deiner Jacke verlangst! 😉

        Ich würde an deiner Stelle variieren und auf Softshell oder Hardshell setzen. Ich fahre auch bei Wind und Wetter mit dem Rad, kann dir daher recht gut nachempfinden. Der Vorteil bei einer Hardshell ist, dass sie weitaus winddichter und regenfester ist als eine Softshell. Dafür schwitzt du darunter schneller, was bei längeren und anstrengenden Fahrten am Ende zu Schweißbildung also auch Kälteempfinden bei Fahrtwind führt. Eine Softshell ist wesentlich flexibler im Einsatz und weitaus atmungsaktiver, was sich in einem deutlich optimierten Körperklima niederschlägt. Allerdings können sie sehr kaltem Fahrtwind (bedenke den Windchill-Faktor, der aus -4 Grad mal eben gefühlte -20Grad machen kann) ohne entsprechende Baselayer kaum etwas entgegensetzen, denn die Kälte kriecht so oder so igendwann durch.

        Daher mein Tipp:
        Gut kombiniert, ist halb gefroren! 😉

        Schöne grüße aus München
        Veit vom aF-Team

        • max kommentierte:

          Verstehe, aber mit so einer (oder halt ähnlichen) Outer Shell und einer inneren wie z.B. dem Atom Hoody wär ich dann für alle Eventualitäten ausgerüstet?

          LG
          Max

          • max kommentierte:

            Ach ja: und Danke nochmal dass ihr euch die Zeit nehmt meine Fragen zu beantworten!

            🙂

          • Leo kommentierte:

            Hallo Veischu! Feiner Bericht, danke dir.

            Hallo Max!
            Also ich weis ja nicht aus welchem jahr diese Comments sind, aber bei mir ist Ende März 2015. Ich bin auch Besitzer der PWS von Millet (seit 12 Monaten), mit einem Wort: Traumhaft!
            Macht alles mit und weil mdu gefragt hast: ich radelte im Winter 2014/2015 jeden Tag IN WIEN des Winters mit der Jacke. Wohnung. Arbeit. 10 km. Wenn du die Jacke noch nicht gekauft hast, kauf sie! Wenn du dir eine andere gekauft hast, kauf sie dir trotzdem. Ein Kunststück für jeden Tag. Schau mal aus dem Fenster: Mieser Regen heute um halb9, böig, 4°C. Obenrum alles trocken.
            Nur die Hose ist nass. Frage: Gibts die PWS als Hose?

            Ciao.

  4. veischu kommentierte:

    Wie gesagt, du bist für kaltes und nieseliges Wetter gut gerü+stet. Für härtere Bedingungen empfehle ich dir eher eine Hardshell! 😉

    Frohes Radeln!
    Veit vom aF-Team

  5. veischu kommentierte:

    Servus Leo,

    es gab tatsächlich einmal eine PWS Cruise Pant von Millet. Also das passende Gegenstück zur Jacke. Doch beide wurden trotz bester Abverkaufszahlen leider aus dem Sortiment genommen. Hier der Link: http://www.millet.fr/de/produkte/fall-winter-2012-2013/manner-hosen/cruise-pws-pant

    Ihr könntet versuchen, sie über die Händlersuche oder bei Ebay zu finden. Ein Kontakt von uns hat zudem schon den Customer Service konsultiert und gefragt, ob zufällig noch eine Hose auf Lager ist. Aber leider nein. Vielleicht habt ihr ja im Millet-Outlet in Bissingen Glück. Auch dorthin hat unser Kontakt eine E-Mail geschrieben. Sobald wir mehr wissen, würden wir uns noch einmal melden.

    Ansonsten viel Glück bei der Suche. 😉
    Veit vom aF-team

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