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Review – Powderhorn Powderride Freeride-Kombo mit Powderride Down Jacket und Cisco Kid Pant im Test


 
25.02.11
 

Skiklamotten werden längst nicht mehr nur aus sportlichen Ambitionen heraus getragen. Auch der ‚Style-Faktor‚ spielt mittlerweile eine immer größere Rolle für modebewusste Wintersportler: lässige Optik meets Funktionalität. Gerade in den letzten Jahren etablieren sich mehr und mehr Trendmarken aus skandinavischen Ländern, die mit stylischen Schnitten und knalligen Farben auf sich aufmerksam machen und sich immer größerer Beliebtheit – nicht nur unter Freeridern – erfreuen.

Eine der aktuell jüngsten Marken am Markt kommt hingegen aus der Schweiz und hat ihren tatsächlichen Ursprung in Jackson Hole (Wyoming) im Westen der Rocky Mountains. Vermutlich nach dem gleichnamigen Skigebiet in Colorado benannt, wurde Powderhorn im Jahr 2008/2009 von Schweizern aufgekauft und erfuhr einen Relaunch. Anfänglich unter Freeridern noch als absoluter Geheimtipp gehandelt, ist die Marke seit der vergangenen Wintersaison offizieller Bekleidungspartner der Freeride World Tour (FWT).

Doch was hat es mit dem Hype um die Marke auf sich? Ist es nur eine Modeerscheinung oder halten die Klamotten, was sie versprechen? Dafür ist airFreshing nach Zermatt gereist und hat in einem der schönsten Skigebiete Europas eine komplette Freeride-Kombi von Powderhorn genauer unter die Lupe genommen. Im Gepäck mit dabei waren die Powderride Down Jacket sowie die Cisco Kid Pant, jeweils in Größe M.

Die Details – Powderride Down Jacket:

Die Powderride Down Jacket präsentiert sich mit lässigem, aber schmalem Schnitt, der die üblichen Bewegungen nicht einengt. Die Größe M fällt dabei relativ normal bis klein aus und passt Personen mit einer Körpergröße bis 1,75m und sportlicher Figur optimal. Das wasserdichte Außenmaterial aus Polyester ist weich und raschelarm und bietet mit einer Wassersäule von 20.000mm an den Schultern sowie 10.000mm an den Körperpartien genügend Schutz vor eindringender Feuchtigkeit. Dank eines innovativen Daunenmix mit Keramikbeschichtung (72% Gänsedaune, 20% Viskose, 8% Federn) hält die Jacke, ohne besonders dick aufzutragen unglaublich warm und isoliert selbst bei knackigen -18 Grad und eisigem Fahrtwind hervorragend. Kombiniert mit Funktionswäsche braucht es dadurch noch nicht einmal zwingend einer zweiten Lage.

Zwar ist die Jacke relativ atmungsaktiv (MVTR 10.000g/m2/24h), wem es dennoch einmal zu warm werden sollte, kann auf der Front- als auch der Rückenpartie jeweils zwei mit Mesh-Stoff hinterlegte Ventilations-Reißverschlüsse öffnen, um Hitzestaus zu vermeiden. Bei schweißtreibenden Abfahrten oder höheren Temperaturen im Tal kann man so optimal das Klima unter der Jacke regulieren. Darüber hinaus gibt es noch zwei Einschubtaschen für die Hände sowie eine kleine Tasche am linken Ärmel, wo der Skipass verstaut werden kann. Der Bund kann über Gummizüge problemlos reguliert und die Ärmel über Klettverschlüsse angepasst werden. Die ebenfalls isolierte Kapuze wird am Hinterkopf sowie über zwei Gummizüge am Kinn individuell angepasst. Hervorzuheben ist noch der vollständig laminierte Frontzipper, der mit einer flauschigen Abdeckleiste hinterlegt ist.

In der gesteppten Innenjacke befinden sich zudem noch eine großzügige Tasche für Wertsachen oder den MP3-Player, dessen Kopfhörerkabel über eine gummierte Öffnung problemlos zum Kopf geführt werden kann. Die Skibrille verstaut man am besten in dem eingenähten Mesh-Netz, wo sich auch ein fixiertes Brillenputztuch versteckt. Ein integrierter Schneefang, der bei Bedarf abgezippt werden kann, ist über Druckknöpfe in der Weite zweifach regulierbar und ist für den besseren Halt an der Innenseite mit einer rutschfesten Laminierung versehen. Abgerundet wird die Jacke durch zwei eingenähte Handgamaschen, die ein Eindringen von kaltem Fahrtwind an den Handgelenken verhindern.

Farben: nightblue-peagreen, charcoal-glacier, black-volcano
Material: PHTPlus 100% Polyester Ripstop, PHTPro 100% Polyester, Toray Kodenshi Daune (Daunenmix mit Keramikbeschichtung), 72% Gänsedaune, 20% Viskose, 8% Federn
Wassersäule: Körper 10.000mm, Schultern 20.000mm
Atmungsaktivität: MVTR 10.000g/m2/24h
Größen: XS – XXL
UVP: 499,99 Euro

Die Details – Cisco Kid Pant:

Die Cisco Kid Pant besticht durch einen extrem lässigen und leicht „baggy“ gehaltenen Schnitt. Sie bietet dabei genügend Bewegungsfreiheit, engt nicht ein und passt in der Größe M perfekt Personen bis ca. 1,78 m. Am Bund etwas höher gehalten schützt sie die empfindlichen Nieren und rutscht nicht nach unten, wenn man sich bückt. Aufgrund des Baggystyles fällt der Bund dadurch etwas weiter aus und wird über einen Druckknopf bzw. einen Hakenmechanismus zusammengehalten. Für den optimalen Sitz sollte jedoch ein schmaler Gürtel durch die Schlaufen (nach innen genietet) gezogen werden. Für den ausgefallenen Look sorgen darüber hinaus diverse Nieten, die an markanten Stellen optische Highlights setzen.

Dank des verarbeiteten Primaloft-Materials steht die Cisco Kid Pant der Powderride Down Jacket in punkto Wärmeisolierung in nichts nach. Eine verkühlte Blase oder ein kalter Hintern sind damit in Zukunft passé. Gegen nassen Schnee schützt das Außenmaterial aus Polyester mit einer 20.000er Wassersäule und wärmt selbst in feuchtem Zustand. Alle wichtigen Reißverschlüsse sind darüber hinaus laminiert und abgetaped, wodurch das Eindringen von Schmelzwasser in die beiden Gesäß- bzw. Einschubtaschen verhindert wird.

Das Innenmaterial ist aus weichem Fleecestoff, fühlt sich gut auf der Haut an und lässt Funktionswäsche fast überflüssig werden, da das atmungsaktive Material (MVTR 10.000 g/m2/24h) stets für ein gutes Klima sorgt. Die eingenähten Gamaschen schützen zudem vor aufwirbelndem Tiefschnee, was vor allem bei Fahrten abseits der Piste unabdingbar ist. Sie verfügen lediglich über einen Gummizug am Saum und lassen sich in der Weite nicht übermäßig regulieren. Die bis zur Wade hin aufzippbaren und verstärkten Beinabschlüsse verhindern darüber hinaus unliebsame Schnitte durch scharfe Skikanten oder Steigeisen.

Farben: white, black, charcoal, tarmac, glacier, peagreen
Material: PHTPro 100% Polyester Twill, Full dull, PHTPro 96% Nylon, 4% Spandex Rip Stop, Thermolite Active 60g
Wassersäule: 20.000mm
Atmungsaktivität: MVTR 10.000 g/m2/24h
Größen: XS-XXL
UVP: 249,95 Euro

Das Fazit:

Neben viel Applaus erntet die Kombi jedoch auch ein paar schlechte Noten. Die wenigen Defizite beruhen jedoch auf persönlichem Empfinden bzw. stellen für andere ein nicht kaufentscheidendes Kriterium dar. Dennoch wollen wir darauf hinweisen.

Fummelige Details

Die Powderride Down Jacket besticht vor allem durch ihr geringes Gewicht und ihre Wärmeleistung. Was sich die Entwickler jedoch bei dem Schneefang gedacht haben, bleibt uns ein Rätsel. Er ist viel zu lapprig geraten und rutscht dadurch ständig in Richtung Bauchnabel hoch. Dort oben verliert er natürlich seine Funktion und nach jedem Sturz muss man ihn mühselig wieder nach unten schieben – was mit Handschuhen schnell mal zur Tortour werden kann. Dieses Problem ist bei den meisten Schneefängen der Fall. Eine schnelle und unkomplizierte Abhilfe ist hier geschaffen, indem man den Schneefang direkt in die Hose steckt, sofern er lang genug ist. Die Kapuze ist ebenso überflüssig in ihrer Funktion, denn sie ist nicht nur viel zu klein, sondern stört zudem beim Drehen des Kopfes sofern man einen Helm trägt.

Ebenso zeigt sich, dass der „einklappbare“ Frontzipper absolut überfunktional ist, denn gerade dort sollte man einen für Ski-Handschuhe leicht greifbaren Reißverschluss anbringen. Auch fallen die Ärmel recht kurz aus und sind für lang gewachsene Menschen eher ungeeignet. Abschließend bleibt noch festzuhalten, dass die Einschubtaschen sowie das Skipassfach sich relativ ungeschützt nach außen wölben, wodurch im schlechtesten Fall Nässe eindringen kann, da die Zipper nicht laminiert oder abgetaped sind. Auch im Dauerregen macht die Jacke schlapp, denn das Außenmaterial saugt sich mit Wasser regelrecht voll.

Skihose mit integrierter Zentralheizung

Die Cisco Kid Pant ist als Freeridehose nahezu perfekt und wirklich empfehlenswert.Lediglich ein paar Belüftungsöffnungen hätte sie gut vertragen, denn bei höheren Temperaturen fehlt hier die Möglichkeit zu regulieren und Dampf abzulassen. Dadurch, dass die Gamaschen an der Hose nicht separat über einen Druckknopf oder einen Reißverschluss geöffnet werden können, kann es bei Soft- oder Skischuhen mit breitem Schafft schon einmal recht eng werden. Nur mit Mühe bekommt man dann die Gamasche über den Schuh gestülpt. An den aufgebrachten Nieten bleibt man gerne auch einmal hängen und bekommt sie unangenehm zu spüren, wenn man sich in ungünstiger Position daraufsetzt.

Farbenfroher Hingucker beim Aprés Ski

Mit der Freeride-Kombi von Powderhorn sorgt man beim Aprés-Ski ganz sicher für einen farbenfrohen Hingucker und besitzt auch in funtkioneller Hinsicht eine hervorragende Schutz- und Wärmehülle. Hoch atmungsaktiv sorgt die Kombi für bestes Körperklima und schützt durch ihre isolierenden Materialien hervorragend vor Nässe und eisigem Fahrtwind. Dank des lässigen Schnitts, der die Bewegungsfreiheit nicht einschränkt, machen sowohl Ski- als auch Snowboardfahrer auf wie auch abseits der Piste stets eine gute Figur. Wer also den relativ hohen Preis in Kauf nimmt, erhält für sein Geld auf alle Fälle gut verarbeitete Qualität für Spaß pur im Powder-Paradies.

Mehr Infos: www.powderhornworld.com

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