Review – Rab Infinity Jacket Ultraleichte Allround-Daunenjacke im Test


 
28.04.12
 

Da soll mal einer behaupten, die Engländer würden sich nur mit Regen und schwarzem Tee auskennen. Auch in punkto Outdoor-Klamotten kann man den Herrschaften von der Insel nur schwer das Wasser reichen. Vermutlich liegt es an den Zeiten der Kolonialherrschaft und den damit verbundenen unzähligen Expeditionen, dass dort weltweit bekannte Outdoor-Marken wie Rab beheimatet sind. Daher wollten wir uns von der Qualität der kolonialen Textilien ebenfalls überzeugen und hatten den kompletten Winter über die Infinity Jacket von Rab im Dauereinsatz.

Die Infinity ist eine ultraleichte Daunenjacke, die bei keinem Gipfelsturm fehlen sollte. Egal ob beim Bergsteigen oder Skitourengehen, die mollig-warme Isolierschicht findet garantiert immer noch Platz im Rucksack. Denn mit ihren gerade einmal knapp 460 Gramm ist sie gegenüber herkömmlichen Daunenjacken ein regelrechtes Fliegengewicht. In das mitgelieferte Kompressionssäckchen gestopft, erreicht sie gerade einmal ein Packmaß von 20 x 15cm und fällt somit in doppelter Hinsicht kaum ins Gewicht.

Dafür sorgt das verarbeitete Pertex Quantum GL Material, das nicht nur extrem leicht ist, sondern auch noch wasserbeständig sein und so die feinen Gänsedaunen selbst bei feuchten Wetterbedingungen vor Nässe schützen soll.

Die Features:

Die Daunenjacke liegt bei sportlichem Körperbau und einer Körpergröße von 1,74m in der Größe S hervorragend an. Der Gummizug am unteren Saum schließt sich eng um die Hüfte und kann über zwei Fixpunkte nach Belieben angepasst werden. Die Ärmelbündchen, wie auch die Kapuze verfügen lediglich über einen eingenähten und nicht verstellbaren Gummizug.

Die einzelnen Kammern der Infinity sind komplett von innen nach außen durchgesteppt, sodass die Daunen an Ort und Stelle bleiben und nicht verrutschen können. Mit einem Füllgewicht von 220 Gramm verfügt die Daune über eine Bauschkraft von 850cuin und sorgt bis gut -15 Grad für einen warmen Oberkörper. Die Kapuze ist ebenfalls großzügig mit Daunen ausgestopft und von innen mit weichem Lycra-Material gefüttert, um den Wärmeverlust über den Kopf so gering wie möglich zu halten.

Auf der Vorderseite befinden sich zwei Jackentaschen mit Reißverschluss sowie der durchgehende YKK-Reißverschluss mit weich gepolstertem Fähnchen am Kragen als Schutz für das Kinn. Der Kragen selbst ist hoch gezogen, im vorderen Bereich mit weichem Fleece ausgekleidet und liegt angenehm am Hals an. Auf der linkenInnenseite der Jacke ist zudem noch eine kleine Brusttasche eingearbeitet.

Die Kritikpunkte:

Die Kapuze ist zwar gut gefüttert, rutscht aber bei Sturm oder starken Böen sehr leicht vom Kopf. Da sie nicht über zusätzliche Gummizüge verfügt, kann sie auch nicht enger gezogen und fixiert werden. Dadurch reicht ein einfacher Windstoß und die Kapuze ist vom Kopf geweht.

Das Pertex-Material selbst ist zwar wunderbar leicht, aber dadurch leidet auch die Robustheit der Jacke. Da wird schon eine kleine Unachtsamkeit beim Spazierengehen bestraft, denn der Stoff fühlt sich kaum dicker an als Seide. Auch darf die dauerhafte Wasserbeständigkeit angezweifelt werden. So wurden wir beim Abstieg in tiefere Ebenen von leichtem Sprühregen überrascht, wodurch sich das Außenmaterial stark mit Feuchtigkeit vollsog und wir dann doch zur Hardshell wechselten, um die Jacke nicht überzustrapazieren. Allerdings muss man auch berücksichtigen, dass eine Daunenjacke eher in den niedrigeren Temperaturbereichen zum Einsatz kommt und keine Regenjacke ersetzen kann.

Ein gravierenderes Problem stellen die durchgesteppten Kammern dar. Zwar verrutschen dadurch die Daunen weniger, aber aufgrund der durchgehenden Nähte entstehen auch leichter Kältebrücken. Bei eisigem Wind im Winter drückt es die Kälte durch die Nähte und die Isolationsfunktion der Daunen wird minimiert. Dieses Problem kann nur gelöst werden, indem die Daunenjacke als wärmender Layer unter eine dünne Hardshell-Jacke getragen wird, die für den nötigen Windschutz sorgt.

Das Fazit:

Die Rab Infinity Jacket erfüllt ihre Aufgabe als Allround-Daunenjacke absolut zufriedenstellend. Man mag darüber streiten, ob das glänzende Außenmaterial wirklich nicht etwas zu sehr aufträgt, aber schließlich zählt am Ende ja die Funktionalität. Dank dem minimalen Packmaß und dem überaus geringen Gewicht ist die Jacke bei jeder Tour der perfekte Begleiter. Wer allerdings eine Daunenjacke für wirklich knackige Temperaturen oder gar eine Expedition sucht, der sollte sich nach einer robusteren Jacken umschauen, die zudem über eine noch bessere Wärmeleistung verfügt. Aber auch wenn wir die Kapuze sowie die durchgesteppte Jackenkonstruktion bemängeln müssen, so ist die Infinity Jacket für Skitouren, winterliche Spaziergänge oder die spätherbstliche Gipfelrast eine gute Wahl und erfüllt absolut ihren Zweck.

Details:

Farben: Dark Shark, Juicy, Blue
Größen: XS-XXL

Material: Pertex Quantum GL (100% Polyamid)
Füllung: europäische Gänsedaune (Füllgewicht: 210g) mit 850 cuin Bauschkraft
Packmaß: 20x15cm
Gewicht: 460g

Besonderheiten: hochwertige DWR-Imprägnierung für lang anhaltenden Schutz vor Feuchtigkeit, inklusive Packsack

UVP: 319,- Euro

Mehr Informationen zur Infinity Jacket von Rab: http://rab.uk.com/products/mens-clothing/down_1/infinity-jacket.html

4 Kommentare zu
Review – Rab Infinity Jacket: Ultraleichte Allround-Daunenjacke im Test

  1. Sehr schöner Testbericht. Diese utlraleichten Daunenjacken sind schon cool. Annabelle hat eine von Yeti. Die würde mir auch gut taugen.
    Vor allem deine Modellambitionen waren mir bisher gar nicht bekannt. Aber auf den Bildern sieht man, dass du bereit für mehr bist. Hoffentlich sagt Heidi nie „Ich habe heute leider kein foto für dich“. 😉

  2. Steve kommentierte:

    Die Daunenjacke muss lebendig sein 😉

  3. veischu kommentierte:

    Ich finde die Infinity nach wie vor super, wenn man sie einzusetzen weiß. Die eierlegende Wollmilchsau hab ich leider noch nicht gefunden – und das Foto von Heidi auch noch nicht. 🙂

  4. Chrissy kommentierte:

    Hallo zusammen,

    kurzer Kommentar direkt von Rab: Diese ultraleichte Daunenjacke ist tatsächlich als Zwischenschicht konzipiert, die dank wenig Packvolumen und Gewicht in jeden Rucksack passt. So hat man stets eine wärmende Schicht dabei – ob auf dem Gipfel oder bei extremem Temperatursturz. Für die Infinity wurde ein besonders leichtes 10 denier Micro-Ripstop von Pertex verwendet, das der Daune optimale Bauschkraft und Wärmeleistung ermöglicht. Aus diesem Grund wird empfohlen – wie auch im Testbericht beschrieben – dass bei besonders nassem/windigem Wetter eine Hardshell über die Daunenjacke getragen wird.

    Das Team von Rab wünscht allen besonders viel Spaß mit der Infinity!

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