Sommer – GaPa-Tourismus Beschwerdefrei auf Bergtour – Tipps gegen Ohrendruck, Blasen und müde Beine


 
18.09.14
 

Gesundheitsexperten aus der renommierten Wanderdestination Garmisch-Partenkirchen verraten zum Ende der sich allmählich verabschiedenden Bergsaison noch ein paar Tipps, wie die letzten Touren noch einmal zu einem wahren Hochgenuss werden können. Wer eine persönliche Beratung wünscht, kann sich auch Vor Ort im Gesundheits-Eck „Von Natur aus g’sund“ informieren und kostenlos beraten lassen. Die medizinisch geschulten Gesundheitsguides laden zudem regelmäßig zu Vorträgen oder Check-ups ein und bieten obendrein auch noch geführte Wanderungen an. Hier präsentieren wir ein paar wertvolle Tipps der Experten für möglichst beschwerdefreie Frichluftaktionen.

1) Dieser Proviant gehört in jeden Rucksack

Schon im Vorfeld der Bergtour spielt die Ernährung eine wichtige Rolle: Ein ausgiebiges, aber leichtes Frühstück ist ratsam, schließlich werden pro Wanderstunde etwa 400 bis 600 Kalorien verbraucht. „Vor und während der Aktivität ist es wichtig, dass die Nahrung schnell in Energie umgewandelt werden kann, wie es bei leicht verdaulichen und kohlenhydratreichen Mahlzeiten der Fall ist“, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin Liza Buchwieser. So lautet denn auch ihre Empfehlung: Obst und belegte Vollkornbrote regelmäßig und in kleinen Portionen essen und auch Trockenfrüchte oder Müsliriegel als wertvolle Energielieferanten mit einpacken. Besonders wichtig ist regelmäßiges Trinken, um den Mineralstoffverlust zu kompensieren – und zwar möglichst bevor der Durst überhaupt erst aufkommt.

2) Wandertipps für Herzpatienten

Bergwandern ist auch für Herzpatienten ein optimaler Sport, weil es der Vorbeugung von Herzkreislauferkrankungen dient und die Belastung unterwegs individuell dosiert werden kann. Laut dem Kardiologen Dr. med. Egbert Feder gilt eine Höhe von bis zu 1.500 m generell als unbedenklich, denn hier kommt es weniger auf die Erkrankung als vielmehr auf den Trainingszustand an. „Wer gut trainiert ist, für den sollte eine leichte Wanderung kein Problem darstellen. Dennoch sollte zuvor unbedingt eine individuelle Beratung beim Arzt erfolgen“, empfiehlt der Experte.

3) Entspannte Seilbahnfahrt ohne Schwindel und Ohrendruck

Gegen Höhenangst hilft am besten eine entsprechende Verhaltenstherapie. „In akuten Fällen z.B. während einer Seilbahnfahrt wirken Atem- und Entspannungsmethoden wie eine progressive Muskelentspannung“, weiß die Klimatherapeutin Bettina Plank zu empfehlen. Beim Höhenschwindel handelt es sich hingegen um eine Gleichgewichtsstörung, die sich im leichten Schwanken des Körpers äußert. Grund hierfür sind widersprüchliche Informationen der Sinnesorgane, die dem Gehirn zugespielt werden. Kurzfristig kann es daher helfen, wenn man einfach kurz die Augen schließt. Langfristig kann die natürliche Reaktion des Körpers nur eingedämmt werden, indem man sich fortlaufend Punkte in der Umgebung sucht und diese dann fixiert. Ohrendruck hat mit all dem natürlich nichts zu tun, kann aber mindestens genauso unangenehm sein. Dagegen hilft neben Kaugummikauen und Gähnen auch die Verwendung von Schnupfenspray oder man versucht sich doch im kurzen Druckausgleich über die zugehaltene Nase.

4) Blasenfrei dank passendem Schuhwerk, Tapes und Pflaster

Blasen entstehen zumeist durch zu enge oder neue Wanderschuhe, daher ist die fachkundige Beratung beim Schuhkauf und das Einlaufen ganz besonders wichtig. „Bei der ersten Tour können problematische Stellen vorsorglich mit einem Tape versehen werden“, erklärt Bettina Plank. Um Scheuerstellen zu verhindern, sind auch atmungsaktive und gut passende Wandersocken wichtig, die idealerweise einen hohen Baum- oder Schafswolleanteil aufweisen. Auch spezielle Wandersocken können Druckstellen ausgleichen. Wichtig: Blasen sollten keinesfalls aufgestochen werden, da sonst gefährliche Keime eindringen können und die Wunde sich entzündet. Stattdessen verhindern Blasenpflaster eine allzu schmerzhafte Reibung und entziehen der wundgelaufenen Stelle ein Zuviel an Wasser. Offene Blasen sollten möglichst desinfiziert werden. Verheilt sie auch nach mehreren Tagen nicht richtig, muss der Tetanusschutz seitens des Hausarztes überprüft werden. „Diabetiker sollten bei Blasen in jedem Fall zum Arzt gehen“, rät die Klimatherapeutin.

5) Kaltes Wasser und Bewegung bringt müde Beine auf Trab

Es klingt paradox: Gerade Bewegung hilft nach der Wandertour gegen müde und schwere Beine. „Optimal geeignet ist leichtes Walken. Das aktiviert die Wadenmuskulatur, Blut und Flüssigkeiten werden abtransportiert und ein Rückstau zu den Venen wird verhindert“, weiß Simone Reiter zu berichten. Darüber hinaus empfiehlt die Gesundheitswissenschaftlerin einige Übungen für fittere Waden: Die Beine entweder im Sitzen leicht anheben und kreisen lassen. Oder einmal pro Stunde 20 Mal im Stehen auf den Zehen wippen und zur Ferse abrollen. Linderung nach einer anstrengenden Wanderung versprechen auch ein kühlendes Gel aus Naturextrakten oder kaltes Wasser, denn Beides regt die Durchblutung und die Venentätigkeit an.

6) Regeneration nach einer anstrengenden Bergtour

Damit die Wanderung auch Tage danach noch eine positive Wirkung entfaltet, sollte auch Wert auf die anschließende Regeneration gelegt werden. Entspannend wirken ein warmes Bad oder ein Saunabesuch sowie ausreichend Ruhe und Schlaf. Bei der Ernährung sollte auf frisches Obst und Gemüse geachtet werden. Hochwertige Kohlenhydrate (wie bspw. in Reis) helfen dabei, die Reserven wieder aufzufüllen. Physiotherapeutin Bettina Schwemmhuber empfiehlt auch eine leichte Massage, um die Muskelspannung herabzusetzen und der Abtransport von Stoffwechselschlacken zu beschleunigen.

Quelle: Garmisch-Partenkirchen Tourismus

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