Sommer – Heimaturlaub in Deutschland Urlaub 2.0 – wie Corona unser Reiseverhalten verändert


 
30.07.20
 

Nicht nur am Anfang der Corona-Krise stellte Covid-19 die Menschen vor große Herausforderungen, als die Bundesregierung zahlreiche Urlauber aus weltweiten Destinationen nach Deutschland zurückholen musste. Auch nach mehr als drei Monaten sorgt das neuartige Virus für jede Menge Unsicherheit – sei es nun hinsichtlich Arbeitsalltag, gesellschaftliches Leben oder Urlaubsplanung. So warnt das auswärtige Amt nicht ganz ohne Grund vor zahlreichen Risikogebieten, in denen Touristen einer erhöhten Gefahr ausgesetzt sind, sich mit dem gefährlichen Coronavirus anzustecken. Um dem Erreger von gefährlichen Lungenentzündungen und anderen Krankheiten bestmöglich aus dem Weg zu gehen, zieht es hierzulande viele Menschen bevorzugt in heimische Gefilde und wird der diesjährige Sommerurlaub innerhalb Deutschlands verbracht.

Heimaturlaub als Ersatz für Auslandsreisen

Laut einer aktuellen Analyse des Verbraucherportals Vergleich.org zählt dabei vor allem die Ostsee zu einem der beliebtesten Reiseziele der Deutschend überhaupt. Zumindest lassen die rund 1,025 Mio. Suchanfragen auf Google darauf schließen. Dicht gefolgt vom Harz mit mehr als 800.000 Internetabfragen monatlich und dem Schwarzwald mit rund 630.000 Treffern. Dass immer mehr Deutsche daheim Urlaub machen, bestätigt auch die  repräsentative Studie: „Reisen nach dem Ausbruch von Covid-19“ , die im Auftrag von Allianz Partners durchgeführt wurde und im Rahmen derer Anfang Juli insgesamt 500 Deutsche im Alter ab 18 Jahren befragt wurden. Demnach boomt der Heimaturlaub und steigen die Deutschen bevorzugt ins Auto bzw. den Camper anstatt in den Flieger. Während vor der Corona-Krise rund drei von zehn Deutschen (29,8 %) ihren Urlaub im eigenen Land verbrachten, planen im Sommer 2020 sechs von zehn Befragten (61,0 %) ihre Ferien in der eigenen Heimat. Wohingegen fast jeder vierte Deutsche (26,4 %) gar nicht erst losfährt und sogar gänzlich auf die wohlverdiente Auszeit verzichtet.

© Vergleich.org

Standen früher vor allem Themen wie Kulinarik, Genuss und Kultur im Fokus, steht bei der Wahl des Reiseziels und der Art des Transportmittels vor allem das Thema Sicherheit im Vordergrund. Eine Grundvorausstzung, die scheinbar vor allem in Bayern gegeben scheint, denn jeden Vierten (23,6 %) zieht es in das flächenmäßig größte Bundesland. Demgegenüber sehen viele von einer Reise ins Ausland momentan ab. Verbrachte vor der Pandemie noch jeder Zweite (48,0 %) seinen Urlaub in einem EU-Staat, ist es jetzt nur noch jeder Dritte (33,0 %). Fernreisen außerhalb der EU kommt sogar nur noch für einen von 16 befragten Personen (6,0 %) in Frage – ein exorbitant niedriger Wert.

Klarer Trend zum Slow-Travelling im eigenen Camper

Neben dem Urlaub in den Bergen oder am Meer liegen vor allem Caravaning und Slow Travelling besonders hoch im Trend. So stieg laut Aussage der Hymer Group die Nachfrage nach Wohnmobilen und Caravans bzw. Camper-Vans überdurchschnittlich stark an. Mit insgesamt 12.726 Zulassungen allein im Juni 2020 galt das Segment der Freizeitfahrzeuge neben den (saisonal bedingten Anmeldungen von) Motorrädern als das einzige in Deutschland, das noch wächst. Besonders beliebt, vor allem bei den jüngeren Generationen, sind Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht unter 3,5 Tonnen. Aber auch sonst legten allein die Reisemobil-Zulassungen laut Kraftfahrt-Bundesamt um 65,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu. Eine Zahl, die in den folgenden Sommermonaten durchaus noch weiter ansteigen könnte.

© Hymer Group

Gerade in hektischen und unsicheren Zeiten entdecken scheinbar immer mehr Menschen das entspannte Reisen mit den rollen Unterkünften für sich, ermöglicht es doch maximal Flexibilität bei der Wahl der Urlaubsdestination sowie ein spontanes Reagieren auf mögliche Neuentwicklungen beim Infektionsschutz. Ebenso dürften dabei aber auch die erhöhte Unabhängigkeit und die Einhaltung der Abstandsregeln eine große Rolle spielen. Geht es nach Martin Brandt (CEO der Erwin Hymer Group) wird “die gegenwärtige Krise den Trend zum Slow Travel, dem bewussten und entschleunigten Reisen, weiter verstärken.“

Quelle: Allianz Partners, Vergleich.org & Hymer Group

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