Events – Spine Race Ultratrail Trailrunning extreme – der wohl brutalste Ultramarathon der Welt


 
27.02.13
 

Eigentlich klingt es doch recht idyllisch, wenn man die Details zum National Trail „Penine Way“ liest. Denn schließlich durchquert er mitunter die schönsten, anspruchsvollsten und abenteuerlichsten Landschaften, die Großbritannien zu bieten hat. Auf seinem Weg an die Grenzen Schottlands passiert der Trail dabei unter anderem den Peak District, die Cheviots, die Yorkshire Dales und den National Park von Northumberland.

Vom Fernwanderweg zum brutalsten Ultratrail der Welt

Alles andere als idyllisch zeigt er sich jedoch in den eisig kalten Wintermonaten, wenn er zum Austragungsort des „brutalsten Rennens“ von Großbritannien wird. Während der Trail im Sommer ein beliebter Fernwanderweg ist, präsentiert er sich im Januar als eine der härtesten Ultramarathonstrecken der Welt. Mit Blick auf die rund 268 Meilen (438km) kein Wunder, denn die wenigen Teilnehmer müssen die gesamte Distanz Nonstop und bei eisigen Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt zurücklegen – von den zu überwindenden 11.000 Höhenmetern ganz zu schweigen. Somit ist der „Penine Way“ für so manchen durchtrainierten Ultraläufer nicht nur ein anspruchsvoller Winter-, Berg- und Trail-Ultramarathon, sondern in erster Linie eine absolute Grenzerfahrung für den eigenen Körper.

Extreme Wetterbedingungen und lange Distanzen

Schnell wird klar, wieso beim 2012 erstmals ausgetragenen Spine Race lediglich 15 Läufer angetreten sind und nur “drei” von ihnen das Ziel in Schottland überhaupt erreichten. Denn der Lauf erfordert nicht nur jede Menge Ausdauer und Kondition, sondern vor allem ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Autonomie. Immerhin waren es im Januar 2013 schon ganze 34 Teilnehmer, die über die Langdistanz starteten. Mit dabei waren diesmal auch zwei Trailrunner aus Deutschland, die wie all die anderen mit den extrem widrigen Wetter- und Wettkampfbedingungen zurecht kommen mussten. Denn unterwegs gibt es nur wenige, offizielle Anlauf- und Verpflegungspunkte, die zudem in ihrer Distanz zueinander sehr weit auseinander liegen. Die größte Entfernung zwischen zwei Stationen beträgt stolze 100 Kilometer – eine enorme Herausforderung für jeden einzelnen Teilnehmer.

12kg schwere Zusatzausrüstung ist Pflicht

Dem nicht genug führt die Strecke durch Regionen, die auf der britischen Insel am wenigsten besiedelt und weitestgehend unzugänglich sind. Aber auch das Wetter stellt einen kaum kalkulierbaren Faktor dar, wenn Schneestürme, Regen und Kälte den Läufern zu schaffen machen. Dementsprechend müssen alle Teilnehmer eine Pflichtausrüstung mit sich tragen, die ein zusätzliches Gewicht von 10 bis 12 Kilogramm ausmacht. Zur Ausrüstung zählen neben der obligatorischen Wechselbekleidung und Nahrungsmitteln für zwei Tage auch ein Zelt bzw. ein Biwaksack sowie Schlafsack (bis -10°C), Isomatte, Kocher und Gaskartuschen.

Wenn Extremsportler die Grenzen des Möglichen ausreizen

Auch Thomas Ehmke schleppte eine solche Zusatzlast über die gesamte Strecke ins Ziel. Er ist einer der beiden deutschen Starter, Ultraläufer aus Leidenschaft und generell hart im Nehmen. Doch beim „Britain`s most brutal race“ stieß auch er an seine körperlichen Grenzen und war am Ende froh, dass er das Ziel überhaupt erreichte. Doch auf die Frage, ob er denn nochmals beim Spine Race antreten würde, zeigte sich der Extremsportler zuversichtlich. Zwar konnte er in den vergangenen Jahren viele Erfahrungen auf sehr langen Endurance Trails (Läufe über 200 Kilometer) sammeln, aber solch einen langen Lauf und unter solchen Extrembedingungen hatte selbst er sich nicht im Traum ausgemalt. Dennoch ist er nach dem kräftezehrenden Ultralauf erst so richtig auf den Geschmack gekommen und will auch bei vergleichbaren Rennen wie dem „frostskade 500“ oder dem „Yukon Arctic Ultra“ die Grenzen des Möglichen weiter ausreizen.

Mehr über die Eindrücke, Erlebnisse und Qualen von Thomas könnt ihr auf seinem Blog nachlesen: http://trailsucht.wordpress.com

Mehr Informationen zum Spine Race: www.thespinerace.com

2 Kommentare zu
Events – Spine Race Ultratrail: Trailrunning extreme – der wohl brutalste Ultramarathon der Welt

  1. eric kommentierte:

    Für alle die es noch nicht wissen: Peakdistrict ist der totale Überhammer!

  2. sascha kommentierte:

    Also schöner Artikel ich Laufe selbst Ultra Marathon Distanzen aber so etwas ist nochmal eine Hausnummer für Sich, hiermit einen mega Respekt an all die Leute die sich sowas vornehmen und vorallem durchhalten und schaffen, diese Mentale härte und Größe müssen wir erst einmal errreichen. Hier muss man komplett Herr seines Körpers sein. Trail Running ist ansonsten ein absolut toller Sport, wahnsinns Landschaften und vorallem Anspruchsvoller für Muskulatur und Gelenke wie das 0815 Straßenlaufen!

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