Testbericht – CAT B15 Robustes Smartphone für Bauarbeiter, Handwerker und Outdoor-Fans


 
09.09.14
 

CATERPILLAR und Smartphones? Wer jetzt denkt: Die produzieren doch Bagger, der hat durchaus recht. Aber CATERPILLAR ist längst nicht mehr nur der weltweit größte Hersteller von Baufahrzeugen. Seit ein paar Jahren vertreibt der Konzern auch Schuhe, Accessoires sowie Mobiltelefone, die extremsten Bedingungen im Freien bzw. in der Baubranche gerecht werden sollen. Gerade die sogenannten „Rugged Phones“ erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit unter all jenen, die beruflich bevorzugt draußen tätig sind oder ihre Freizeit am liebsten in der Natur verbringen. Denn vor allem zersplitterte Displays zählen mittlerweile zum Alltag vieler Handynutzers. Und anstatt die immer schlankeren Smartphones in immer dickere Schutzhüllen zu stopfen, greifen die meisten  lieber direkt zum Outdoor-Handy.

Auch passionierte Bergsteiger und Wanderer haben besseres zu tun, als immer nur darauf Acht zu geben, ob ihr Smartphone sicher verstaut ist. Wer sowieso gerne Dinge fallen lässt, ist daher gut beraten über die Anschaffung eines solchen Outdoor-Handys nachzudenken. Auch wir waren neugierig, was diese Gattung der Smartphones alles so drauf hat und ob sie tatsächlich einen Sturz aus mehreren Metern Höhe ohne jegliche Schäden überstehen. Wir haben uns daher das CAT B15 gegriffen, das erstmals im Jahr 2013 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, um es hinsichtlich Outdoortauglichkeit und Stoßfestigkeit einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Konfiguration und Extras – die Features:

Das CAT B15 ist mit einer stoßfesten bzw. staubdichten Gummi- bzw. Alu-Schale ausgestattet, die laut Hersteller verspricht, bis zu einem Meter und für 30 Minuten wasserdicht zu sein. Ebenso kann die robuste Hülle einen Sturz aus 1,8 m locker wegstecken. Natürlich ist sie nicht dafür konstruiert, um stumpfe Gewalt oder Traktionen mit einem Hammer ohne jegliche Blessuren zu überstehen. Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Smartphone mit einem 4-Zoll-Bildschirm ist das Outdoor-Handy weitaus größer dimensioniert. So ist es mit rund 16 mm an der breitesten Stelle fast doppelt so dick wie die meisten der heutigen Mittelklasse-Handys. Die Gummipuffer auf der Oberseite und die Protektoren an den Seitenflächen lassen es generell recht wuchtig anmuten. Aber auch in puncto Gewicht bringt es mit 170g deutlich mehr Masse auf die Waage als so manch ultraleichte Modelle.

Der LCD-Touchscreen besitzt eine Auflösung von 480 x 800 Pixeln und ist mit kratz- sowie stoßfestem Gorilla-Glas der zweiten Generation ausgestattet. Laut CATERPILLAR kann das Display sowohl mit feuchten Händen als auch unter Wasser bedient werden. Auf der Rückseite des Telefons ist eine Handykamera mit 5 Megapixeln platziert, die zusätzlich durch eine nach vorn ausgerichtete VGA-Cam zur Tätigung von Videoanrufen ergänzt wird. Das Betriebssytem des CAT B15 läuft auf Android 4.1 Jelly Bean, greift auf die Leistung eines 1 GB Dual-Core-Prozessors zurück und nutzt einen internen Speicher von 4 GB und 512 MB ​​RAM. Zusätzlich kann der Nutzer  über einen Steckplatz für eine Micro-SD-Karte die Speicherkapazität um weitre 32 GB erweitern. Der 2.400 mAh LiIon-Akku bietet laut Herstellerangaben ausreichend Saft für eine Standby-Betriebszeit von bis zu 9,5 Tagen bzw. einer Sprechzeit von bis zu 9 Stunden. Mit eingeschaltetem 3G hält es demnach sogar bis zu 16 Stunden. Nette Extras wie die Dual-SIM-Funktion, um im Ausland nicht ständig die SIM-Karte wechseln zu müssen, sowie staub- und wasserdicht verschließbare Schnittstellen runden das praktische Gesamtpaket noch zusätzlich ab.

CAT B15 – das Fazit:

Sicher, Design ist immer auch eine Frage des persönlichen Geschmacks. Aber kommt es in diesem Fall nicht auf die Funktionalität an? Uns gefällt jedenfalls der massive Look des CAT B15. Dadurch wirkt es nicht nur solide und robust, sondern vermittelt auch absolute Zuverlässigkeit. Natürlich liegt es dadurch auch wie ein klobiges Werkzeug in der Hand. Aber hey, es handelt sich hier schließlich um ein OutdoorHandy einer Firma, die Bagger oder Planierraupen baut und kernige Handwerker ausrüstet. Was will man also anderes erwarten!? Dementsprechend stabil ist das Gehäuse auch konzipiert. Also keine Bange: Wir haben es aus unterschiedlichen Höhen auf Steine ​​fallen lassen und bei keinem Aufprall ist das Display gesprungen. Lediglich die Außenhülle bekommt ein paar Kratzer ab. Auch in eine Pfütze bzw. einen Bergbach haben wir das Smartphone geworfen – mit dem Ergebnis: Auch unter Wasser könnte man noch die Bergwacht rufen und einen Notruf absetzen.

Robustes Gehäuse und technische Schwächen

Eines können wir aber mit Gewissheit sagen. Das Display wird keinen direkten Stöße überleben, wenn bspw. ein Stein mit großer Wucht darauf fällt oder man selbst mit einem Hammer zuschlägt. Auch das Gorilla Glas stößt schnell an seine Grenzen. Wer das Smartphone also direkt mit in die Kletterausrüstung steckt, sollte sich nicht wundern, wenn man das Handy mit einem komplett zerkratzten Display wieder aus dem Rucksack zaubert. Abgesehen von der Robustheit hat das CAT 15 aus technischer Sicht leider nur wenig zu bieten. Das Glas des Displays ist recht dick und nicht entspiegelt, wodurch sich die Bedienung recht drucklastig gestaltet und die Lesbarkeit bei direkter Sonneneinstrahlung sehr stark eingeschränkt ist. Auch die Prozessorleistung kann nur als durchschnittlich bewertet werden, wodurch das Wechseln zwischen verschiedenen Anwendungen durchaus auch einmal zum Geduldsspiel wird.

Smartphone für technische Minimalisten

Vor allem aber stoßen die 4 GB des internen Speichers viel zu schnell an ihre Grenzen. Je nachdem wie groß der Platzbedarf der installierten Apps ausfällt, ist viel zu schnell Schluss. Selbstverständlich kann man die Kapazitzät mithilfe einer Micro-SD noch erweitern, doch dummerweise können die Anwendungen ausgerechnet darauf nicht installiert werden. Das ist nicht nur nervig, sondern obendrein auch noch ärgerlich für all Diejenigen, die ohnehin nur ein paar Apps nutzen. Und um es rund zu machen, kann auch die Kamera aufgrund ihrer geringen Auflösung und der fehlenden LED zum Aufhellen nicht zu 100% überzeugen. Schade, denn gerade mit einem Outdoor-Handy will man doch die schönsten Bergmomente festhalten. Für Aufnahmen auf dem Bau reicht sie aber allemal. Einziger Wermutstropfen ist immerhin die Dual-SIM-Funktion. Ein wirklich nettes Feature, das einfach zu bedienen ist und vor allem bei Touren im Ausland durchaus nützlich sein kann. So hatten wir bspw. eine SIM des Mobilfunkanbieters blau im Einsatz, mit der wir im EU-Ausland günstiger telefonieren und surfen konnten.

Unser Gesamtfazit: Das CAT B15 erfüllt seinen Zweck, lässt aber viel Luft nach oben offen. Es ist ein grundsolides und robustes Smartphone, das vor allem für Menschen geschaffen wurde, die einer Arbeit im Freien oder auf dem Bau nachgehen und die ein Handy hauptsächlich zum Telefonieren nutzen und weniger mobil im Internet surfen oder fulminante Fotos damit schießen wollen. Für alle anderen ist es vermutlich nicht mehr als ein lustiges Gadget oder ein Zweitgerät für alle Fälle.

CAT B15 – die Details:

Abmessungen: 125 x 69,5 x 14,95 Millimeter
Mobilfunknetze: UMTS mit HSDPA, EDGE
Schnittstellen: WLAN, Bluetooth, USB, 3,5-mm-Klinke
Kamera: 5 Megapixel plus VGA-Kamera an der Front, Video: 720P, 30 fps, keine Fotoleuchte (Blitz)
Akkuleistung:
2.400 mAh, Standby bis zu 9,5 Tage, Sprechzeit bis zu 9 Stunden
Display:
4-Zoll-LCD-Touchscreen mit Gorilla Glas 2 und einer Auflösungvon 480 x 800 Pixeln
Speicherkapazität: intern 4 GByte, um bis zu 32 GByte erweiterbar, 512 RAM
Betriebssystem: Android 4.1
Prozessor: MediaTek MT6577 Dual 1 GHZ Cortex A9
GPS-Funktion: ja
Gewicht: ca. 170 Gramm
Preis: 329,- Euro (UVP)

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