Testbericht – GOAL ZERO SHERPA 100 Kit Mit der Kraft der Sonne grenzenlos durchs mobile Netz wandern


 
12.08.14
 

Gadget-Nutzer, Weltreisende und alle die auch fernab von Steckdose und Stromnetz ihre „Candy Crush – Sucht“ befriedigen müssen, werden sich freuen. Immer mehr Möglichkeiten gibt es mittlerweile, um unterwegs die elektronischen Geräte mit Strom zu versorgen – von kleinen Akkus, die das Smartphone am Leben halten, bis hin zu leistungsstarken Lösungen, die mithilfe von Solarenergie und modernster Batterietechnologie die Kraft der Sonne bündeln und dauerhaft den nötigen Saft liefern.

Unser airFreshing-Fotograf Sebastian Stiphout hat mit dem Sherpa 100 Kit von Goal Zero eine äußerst robuste, verlässliche und durchdachte Kombination aus Solarpanel und effizienter Akku-Einheit unter die Lupe genommen. Er ist professioneller Fotograf, der auf seinen Fotoproduktionen und Reisen meistens zwei große DSLR-Kameras, einen Laptop und diverse andere elektronische Geräte mit sich führt und verlässlich mit Strom versorgen muss. Somit ist er genau der Richtige, um das Sherpa 100 Kit hinsichtlich dessen Leistung zu überprüfen – hier sein Testbericht.

Über Goal Zero:

Goal Zero ist ein amerikanisches Unternehmen, das sich in den letzten Jahren mit innovativen Solarstromlösungen einen Namen gemacht hat, vor allem in der Outdoorfilm- und Fotoszene. Ihre mobilen und stationäre Solarstromprodukte findet man überall im Einsatz, hängend an Rucksäcken und Zeltwänden großer und kleiner Expeditionen, auf Dächern von Overland-Fahrzeugen montiert, aber auch in Krisengebieten, Entwicklungsländern und in Orten, die weitab von Stromnetz dennoch verlässliche Energiequellen benötigen.

Goal Zero Sherpa 100 Kit – die Fakten:

Das Sherpa 100 Kit ist derzeit die leistungsstärkste mobile Lösung, die Goal Zero im Sortiment hat. Mit der angegebenen 100Wh Kapazität eignet das Kit zum Laden selbst hungrigster Stromfresser wie MacBook Pro oder Tablets – Smartphones und kleinere Devices lädt es sogar gleich mehrfach auf.  Das Set besteht aus einer Kombination aus faltbarem aber robustem Solarpanel (Nomad 20) und einem Li-NMC Akku (Sherpa 100) mit 100Wh Kapazität bei 11V und 26,400mAh . Das Panel lässt sich dank der vorhandenen Ösen überall befestigen (z.B. tagsüber am Rucksack oder am Zelt hängend) und via dem langen Ladekabel mit dem Akku verbinden. Kleinere Geräte können alternativ und auch gleichzeitig via USB-Stecker direkt mit dem Panel verbunden werden. Soll heißen, dass der Akku auch daheim gelassen werden kann,  wenn nur kleinere Geräte (Handy, Tablet, GoPro) tagsüber mit Strom versorgt werden sollen. Oder aber man lässt das Solarpanel daheim und nimmt nur den voll aufgeladenen Akku mit, sofern die 100Wh Ladung auch für den geplanten Einsatz ausreichen. Bei Bedarf können aber auch gleich mehrere Nomad-Panels in Reihe geschalten werden, um den Sherpa-Akku noch schneller aufzuladen. Es gibt also verschiedene Möglichkeiten die Komponenten des Kits möglichst effektiv und effizient einzusetzen.

Noch ein wichtiger Hinweis: Geräte, die nicht via USB-Stecker oder einem verfügbaren Adapterstecker von Goal Zero direkt mit dem Sherpa 100 Akku verbunden werden können (wie in unserem Fall bspw. das MacBook Pro Ladegerät), können nur mit einem herkömmlichen Wandstecker via einem Inverter angeschlossen werden. Der Inverter wird am Akku angesteckt, angeschraubt und muss zusätzlich erworben werden. Das Sherpa wird dadurch deutlich größer in seinen Ausmaßen und um einige Gramm schwerer. Das größte Manko dabei: Der Inverter selbst braucht ca. 5% der Akku-Kapazität, um den Gleichstrom in 200V Wechselstrom zu invertieren. Soll heißen, der Sherpa 100 mit Inverter liefert dann „nur“ noch eine Kapazität von 95 Wh. Unserer Meinung nach ein vergleichsweise kleiner Preis dafür, dass alle Geräte angeschlossen werden können, die 100Wh oder weniger für den Betrieb bzw. zum Ladung benötigen.

Wie und wo das Sherpa Kit zum Einsatz kam:

Zugegeben, die Anforderung an eine mobile Stromversorgung sind bei Sebastian relativ hoch gesteckt und sicherlich „overkill“ in den Augen vieler: „Wenn ich für ein Fotoshooting oder auch privat unterwegs bin, dann habe ich immer mindestens eine DSLR-Kamera und bei Jobs sogar immer zwei dabei. Zusätzlich oft auch noch ein MacBook oder ein iPad, dazu noch mein Handy, manchmal ein GPS-Gerät und auch Equipment zur Tonaufnahme“ zählt Sebastian sein übliches Equipment auf. Die Apparate sind aber nicht nur schwer, sondern brauchen obendrein auch noch jede Menge Strom.  Eine Herausforderung, die sich nur mit einer mobilen Kombination aus Akku und Solarpanel bewältigen lässt. Der Vorteil ist dabei sonnenklar: Tagsüber lädt das Panel den Akku mithilfe der Kraft der Sonne auf, der Abends dann die Geräte mit frischem Strom versorgt.

„Meistens bin ich einen, maximal zwei Tage lang hintereinander nicht in Reichweite einer Steckdose und muss meine Elektronik mit Strom versorgen. Oder ich muss eine längere „Durststrecke“ überbrücken, wenn ich bei einem internationalen Flug am Laptop arbeite.“ In solch einem Fall kommt nur der Sherpa 100 zum Einsatz, das Solarpanel bleibt daheim. Der voll geladene Sherpa 100 Akku reicht in solchen Fällen vollkommen aus. Für die 100Wh Kapazität des Akkus hat sich Goal Zero dabei ganz bewusst entschieden, denn dies ist die maximale Kapazität, die ein Li-NMC Akku aufweisen darf, um ohne Sondergenehmigung im Flieger mitgeführt zu werden. Achtung: Auf Flügen gehört der Akku-Pack zwingend ins Handgepäck, das ist Vorschrift.

Goal Zero Nomad 20 Solar Panel am Rucksack befestigt

Volle Ladung dank der Kraft der Sonne:

Wer sich sicher ist, dass eine Akku-Ladung nicht ausreichen wird, gleich mehrere Tage am Stück in der Wildnis unterwegs ist oder für den das Gewicht keine Rolle spielt, sollte das Solarpanel definitiv mit einpacken. Die beste Taktik lautet dabei: Unterwegs das Solarpanel immer und so lange wie möglich in die Sonne legen, um den Akku zu laden. Die angegebene Ladezeit beträgt laut Hersteller dabei 10-20 Stunden, allerdings muss erfahrungsgemäß eher mit 15 bis 20 als mit 10 Stunden gerechnet werden. Denn nicht immer kann man das Panel direkt zur Sonne ausrichten und äußerst selten scheint sie dann auch noch direkt auf das Panel bzw. den gesamten Tag über. Es kann also durchaus einmal vorkommen, dass das Nomad Panel zwei Tage lang braucht, um den Akku vollständig aufzuladen.

Die Ironie an der Sache: Je heißer die Außentemperatur, der das Panel ausgesetzt ist, umso weniger Strom produzieren die Solarzellen. In der Wüste, wo die Sonne tatsächlich den ganzen Tag ununterbrochen und erbarmungslos herunterbrutzelt und eigentlich ideale Bedingungen herrschen, kann das Panel nicht die volle Kapazität liefern. Zugleich ist auch der Akku kein Freund von Kälte. Wie bei jeder anderen Batterie auch nimmt die Speicherkapazität mit jedem Grad weniger ab. Je kälter es also draußen ist, desto weniger Ladung vermag der Akku zu halten.

Unser Fazit:

Bis jetzt kam das Kit in Brasilien, in den Alpen, bei einer Campingtour in Minnesota und auf einer Island Reise zum Einsatz. Und Sebastian war bisher sehr glücklich und zufrieden damit. Gerade bei größeren Trekkingtouren, wenn der Rucksack aufgrund der gesamten Kameraausrüstung locker mal über 30kg auf die Waage bringt, ist das Sherpa 100/Nomad 20 Kit zwar eine zusätzliche Belastung. Aber diesen „Balast“ nimmt man gerne in Kauf, wenn man sich all die Möglichkeiten vor Augen hält, die einem das Kit verschafft. In Wahrheit ist das Sherpa Kit ein kleines mobiles Kraftwerk, dank dem jeder Frischluftfan unabhängig von allen Stromquellen seiner Passion nachgehen kann. So betrachtet wird wohl jeder endlos dankbar dafür sein, dass es so eine geniale Lösung der Stromversorgung überhaupt gibt – zusätzliches Gewicht hin oder her.

Pro:
+
Sherpa 100 Akku und Nomad 20 Panel sind gut auf einander abgestimmt (Ladegeschwindigkeit – Speicherkapazität)
+ sehr durchdachte und praktische Solarstromlösung
+ robuste und simple, aber dennoch zuverlässige Technik
+ relativ leicht im Verhältnis zur hohen Kapazität

Contra:
– Mesh-Abdeckung auf der Sückseite vom Nomad Panel verhädert sich gerne
– An/Ausschalter etwas empfindlich, wodurch sich das Gerät unter Umständen versehentlich einschalten lässt

Goal Zero Sherpa 100 Kit – die Details:

Ladezeiten: Steckdose (45W) = ca. 3 Std., Kfz-Buchse (30W) = ca. 4 Std., Nomad 13 Solar Panel = 15-30 Stunden, Nomad 20 Solar Panel = 10-20 Std.
Leistung: 2x USB-Port =  5V und bis zu 2.1A(10W max), 6mm-Port = 12V und bis zu 10A (120W max), Laptop-Port = 19V und bis zu 6A (120W max), Sidecar-Port = 9-13V und bis zu 10A (120W max), AC-Inverter US = 110V und bis zu 0.9A (100W max) sowie 60Hz, AC-Inverter Int. = 220V und bis zu 0.45A (100W max) sowie 50Hz (Modifizierte Sinuswelle)
Akku: Li-NMC mit 98Wh (11V, 26,400mAh) Kapazität, Lebenszyklus = Hunderte Ladungen, inklusive Lademanagement and Low-Battery Protection, Temperaturbereich 0-40 °C

Maße Sherpa 100 Akku: 14.7 x 3.8 x 13.3 cm
Gewicht Sherpa 100 Akku: ca. 864g
Preis: 459,99 Euro (UVP)

Maße Nomad 20 Solar Panel:  offen 77.5 x 33 x 2.5cm, zusammen gelegt 30.5 x 13 x 1cm cm
Gewicht Nomad 20 Solar Panel: ca. 1100g
Preis: 199,99 Euro (UVP)

Ab Oktober 2014 ist das Sherpa 100 Kit auch in Deutschland via dem Goal Zero Onlineshop erhältlich. Bis dahin gibt es auf der US Homepage die genauen Sherpa 100 Produktinfos

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bilder