Testbericht – LUMA PrimaVera LED-Stirnband Erhellende 2in1-Idee aus Stirnlampe und Headband in einem


 
07.10.19
 

Wenn die Tage kürzer werden, dann bleibt einem oft nichts anderes übrig, als seine Trainings- und Laufrunden frühmorgens oder nach Feierabend in der Dunkelheit zu drehen. Auch an den vermeintlich schönen, langen Sommertagen oder im Hochwinter passiert es nicht selten, dass man zwar im Hellen noch kurz auf den Hausberg geht, aber beim Rückweg dann doch schneller von der Dämmerung eingeholt wird als erwartet. Ganz klar, eine Stirnlampe gehört da eigentlich immer ins Gepäck. Aber sicher hat jeder das gute Stück schon einmal daheim liegen lassen, weil es beim Verlassen des Hauses eben doch noch hell genug war. Hinzu kommt, dass Stirnlampen gerade im Lauftempo nicht so richtig gut am Kopf sitzen oder auf Dauer unangenehm drücken können.

Warum also nicht einfach gleich das Stirnband oder die Mütze, die man ohnehin beim Sport trägt, mit einer Stirnlampe kombinieren? Das dachten sich auch die beiden findigen Österreicher Florian und Wolfgang und entwickelten kurzerhand ihre LUMA Sportstirnbänder und Mützen mit integriertem LED-System. Eine wirklich clevere Idee, die wir natürlich direkt ausprobieren wollten. Ob sich die 2in1 Kombi in der Praxis bewährt, verraten wir euch in unserem Testbericht zum LUMA PrimaVera LED-Stirnband.

LUMA PrimaVera LED Stirnband – Das verspricht der Hersteller

Das LUMA PrimaVera LED-Stirnband ist ein funktionales Headband mit einer integrierten LED-Stirnlampe. Laut Hersteller soll das System hohen Tragekomfort bieten und ein Verrutschen oder Wackeln des Lichts am Kopf verhindern. Aufgrund des geringen Gesamtgewichts von weniger als 80 Gramm und der durchdachten Gewichtsverteilung soll der Sportler noch nicht einmal spüren, dass er überhaupt eine Stirnlampe trägt.

Das LED-System wird in zwei verschiedenen Versionen angeboten: Das LUMA Active LED-System leuchtet bis zu 30m weit und kommt mit drei unterschiedlichen Lichtstufen daher. Bei der LUMA Boost gibt es hingegen noch eine zusätzliche, vierte Lichtstufe, die dann auf 40m Reichweite für die nötige Erhellung auf dem Trail sorgt. Bei beiden Systemen sind die LEDs vertikal untereinander angeordnet. Bei den ersten zwei Lichtstufen leuchtet die untere LED immer den Nahbereich aus – somit sieht man mögliche Hindernisse von der Nasenspitze bis zu 8m davor. Ähnlich wie bei einem Auto kann man dann „aufblenden“ und so 30m bzw. 40m weit sehen. Außerdem gibt es ein rotes „Rücklicht“, das entweder im Blink- oder Dauermodus leuchtet und nachfolgende Biker bzw. Laufsportler aufmerksam macht. Betrieben werden die LED über einen leistungsfähigen Li-Ion Akku, der auf der niedrigsten Helligkeitsstufe bis zu 15 Stunden Laufzeit bietet und mittels Mico-USB geladen wird.

Das PrimaVera Stirnband selbst verspricht durch hohe Atmungsaktivität und Elastizität zu punkten und wurde speziell für Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad konzipiert. LUMA bietet aber auch weitere Stirnbänder oder Mützen für kalte Tage in verschiedenen Designs, die separat erhältlich sind und mit dem mitgelieferten LED-System kompatibel sind. Die Textilien werden dabei alle in Europa vernäht. Die Stoffe selbst stammen aus Italien. Zum Waschen lässt sich das LED-System ganz einfach herausnehmen und kann – wie bereits erwähnt – mit allen anderen Textilien kombiniert werden.

Das af-Testurteil von Vroni: Praktische 2in1 Kombi für Nachtschwärmer – aber nicht ganz billig.

Das LUMA LED-Stirnband lässt sich sehr vielseitig einsetzen – sowohl bei der Laufrunde nach Feierabend als auch bei der Nachtskitour sowie beim frühen Start vor Sonnenaufgang in eine lange Bergtour. Die drei Stufen mit 25, 60 und 122 Lumen leuchten den Weg gut aus. Besonders praktisch ist dabei auch das rote Rücklicht, was beispielsweise beim Laufen in der Stadt für zusätzliche Sicherheit sorgt. Die Bedienung ist kinderleicht, wenn auch zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Indem man lange drückt schaltet sich die Lampe ein bzw. aus. Mit kurzem Drücken kann dann zwischen den verschiedenen Leuchtstufen gewechselt werden. Mittellanges Drücken aktiviert hingegen das rote und am Hinterkopf platzierte Rücklicht.

Extrem praktisch gelöst ist in meinen Augen die berühmte Frage nach der Akkulaufzeit. Woher weiß ich, ob der Akku noch geladen ist oder wieviel Laufzeit mir noch bleibt? Die LUMA verrät es ganz ohne Display, dafür aber mit einem Blick in die Bedienungsanleitung. Nach dem Einschalten leuchten am Akku entweder eine, zwei, drei oder vier kleine Leuchten auf. Bei vier ist der Akku zu 100 % geladen. Wenn die Stirnlampe in Betrieb ist und die Laufzeit unter 50 % fällt, so blinkt die Lampe vorne für einige Sekunden auf. Bei 25 % Restlaufzeit schaltet die Lampe automatisch in die niedrigste Helligkeitsstufe, um Energie zu sparen. Clever gemacht, hat aber auch seinen Preis. Mit 99.- Euro (Active) bzw. 129.- Euro (Boost) ist die 2in1 Lampe definitiv kein Schnäppchen.

Die durchdachte Bedienung ist aber nicht das einzige was bei der LUMA heraussticht: Hervorzuheben ist vor allem der hohe Tragekomfort. Ich hatte zunächst die Befürchtung, der Akku hinten und die Lampe vorne könnten am Kopf unangenehm drücken. Dem ist aber keinesfalls so und man merkt die beiden Elemente wirklich kaum. Das Stirnband sitzt gut, drückt nicht und spannt nicht. Die nervige Frickelei und das ständige Geraderücken der Stirnlampe haben so endlich ein Ende. Gerade beim Trailrunning bzw. beim Laufen generell ist das sehr praktisch, da wirklich nichts wackelt. Der Lichtkegel bleibt zuverlässig auf dem Weg und man sieht immer genau, wo man gerade hinläuft. Allerdings lässt sich die auszuleuchtende Fläche nicht justieren, um bspw. zwischen breitem Streulicht oder fokussiertem Lichtpunkt zu wechseln.

Das Headband selbst trägt sich angenehm und ist auch recht atmungsaktiv. Allerdings wird es bei Temperaturen über 20 Grad schnell warm. Gerade für den Sommer wäre hier eine noch dünnere Variante wünschenswert. Mir persönlich ist das Stirnband etwas zu breit geschnitten, was aber sicher auch daran liegt, dass ich einen recht kleinen Kopf habe. Sollte das Sortiment erweitert werden, dann könnte man über eine schmalere Variante nachdenken, die auch an den Ohren nicht ganz so weit nach unten geht. Mit meinen langen, stufig geschnittenen Haaren trage ich beim Sport fast immer Stirnbänder, gerade auch unter Rad- oder Kletterhelm. Hierfür eignet sich das LUMA LED-Stirnband aber leider nicht oder zumindest nur bedingt. Es gibt wohl einige Helme, die mit dem System kompatibel sind. Bei mir passen Lampe und Akku aber weder unter den Rad- noch den Kletterhelm  bzw. das Headband sitzt dann zu tief im Gesicht. Man muss fairnesshalber aber sagen, dass das Stirnband hierfür auch nicht entwickelt wurde. Beim Biken oder Klettern muss dann wohl doch wieder die gute alte Stirnlampe herhalten, wenn es wie bei mir nicht passt.

Das Gesamtfazit: Die Vor-und Nachteile im Überblick

Das LUMA PrimaVera LED-Headband ist eine clevere 2in1 Kombi mit hochwertiger Verarbeitung und guter Lichtleistung. Wackeln und Verrutschen gehören mit dem LED-Stirnband der Vergangenheit an.

+ durchdachte 2in1 Lösung
+ sehr bequem und komfortabel
+ kein Verrutschen oder Wackeln
+ hochwertig verarbeitetes Stirnband
+ verschiedene Helligkeitsstufen, Nah- und Fernlicht
+ rotes Rücklicht für bessere Sichtbarkeit
+ lange Akkulaufzeit
+ durchdachte Bedienung

– Stirnband nicht helmkompatibel
– bei Temperaturen über 20 Grad zu warm
– keine Justierung des Lichtkegels möglich
– recht hoher Preis

Die Details:

Material: 86 % Polyester, 14 % Elasthan; gemäß Öko-Tex Standard 100
Besonderheiten: LED-System Active mit 30 m Lichtreichweite und 3 Leuchtstufen, Nah- und Fernlicht sowie rotes „Rücklicht“ mit Dauer- oder Blinkmodus, LED-System komplett herausnehmbar, Laden via USB
Größe: One-Size
Farben: Prima, Vera
Gewicht: 66 Gramm (selbst gewogen)
UVP: 99,00 Euro bzw. 129,00 Euro mit „Boost“ Stirnlampe

*Hinweis der Redaktion zur Kennzeichnungspflicht: Die hier getesteten bzw. vorgestellten Produkte wurden uns vom jeweiligen Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt. Über den Produktwert hinaus flossen keine weiteren Zahlungen oder Gegenleistungen. Das Urteil der Redaktion ist dennoch unabhängig und die spezifischen Marken haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte des Testberichts.

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