Testbericht – Osprey Atmos AG 50 Unbelastetes Wandervergnügen mit einem Rucksack zum Davonschweben


 
08.07.15
 

Bereits auf der OutDoor 2014 stellte Osprey für die anstehende Wandersaison 2015 neue und vor allem wegweisende Backpack-Konzepte vor. Neben dem einzigartigen AntiGravity™ Rückensystem wurde auch der weltweit erste, voll ventilierte Hüftgurt der Öffentlichkeit präsentiert. Unsere Neugierde geweckt, ließen wir es uns nicht nehmen, das neueste Modell der aktuellen Rucksack-Kollektion einmal aufzusetzen – den Atmos AG. Wie erwartet wurden wir nicht enttäuscht und waren sofort begeistert von dem innovativen Konzept. So versteht es sich von selbst, dass wir den Rucksack im Anschluss an die Messe auch einmal in die Berge entführen wollten, um ihn vollbepackt und bei diversen Wandertouren testen zu können.

Osprey Atmos AG – luftiger Trekkingrucksack:

Der neue Atmos AG von Osprey wird mit einem Volumen von 50 bzw. 65 Litern sowie als spezielle Damenversion angeboten. Der Backpack ist mit einem einzigartigem, schwebenden AnitGravity™ Rückensystem ausgestattet, inkorporiert mit dem weltweit ersten völlig ventiliertem sowie in der Länge verstellbaren Hüftgurt. Das nahtlose Mesh und die Rückenplatte mit 3D-Hohlraum bieten laut Hersteller eine unvergleichliche Ventilation, sorgen für optimalen Tragekomfort und zugleich eine ideale Lastenverteilung. Selbst in voll bepacktem Zustand soll sich der Backpack dank in der Höhe verstellbaren ExoForm™ Biostretch™ Schultergurten, Ladekontrollstange und Fit-on-the-Fly™ Hüftgurt fast schwerelos am Rücken anfühlen. Zudem bietet die InsideOut™ Kompression zusätzlich noch Unterstützung beim Tragen, um ein allzu schnelles Ermüden zu verhindern.

Die zwei großen Fächer mit Front-RV bieten schnellen Zugang zum Gepäck, wobei über den unteren RV und den Deckel in jeder Situation ein Zugriff auf die Ausrüstung möglich ist. Das große Schlafsackfach bietet mit dem internen Trennboden die Möglichkeit, bspw. nasse oder schmutzige Kleidung separat zu verstauen. Die Stow-on-the-Go™ Befestigung erlaubt das leichte Verstauen der Trekkingstöcke, ohne den Rucksack dafür abnehmen zu müssen. Und sollte das Wetter sich doch einmal verschlechtern, dann sorgt die im Deckel verstaute und abnehmbare Regenhülle für den nötigen Schutz. Für Lightweight-Fans kann das Gewicht des Backpack noch um ein paar Gramm reduziert werden, indem der Deckel entfernt wird. Stattdessen wird der Rucksack über den integrierten FlapJacket™ verschlossen. Alles in allem ein Konzept, das nicht nur Outdoor-Fans begeistert, sondern auch die Juroren des OutDoor Innovation Gold Award und diversen anderen Auszeichnungen.

Osprey Atmos AG 50 – unser Fazit:

Eines vorweg: Osprey ist und bleibt in punkto Tragekomfort einfach eine Klasse für sich. Wie schon bei den bisher von uns getesteten Modellen, ist auch der Atmos wieder ein Paradebeispiel dafür, wie Rücken und Backpack eine harmonische Einheit bilden können. Allerdings setzt der Atmos die Latte noch einmal etwas höher, denn das innovative Tragesystem verschmilzt förmlich mit dem Träger. Schon beim Aufsetzen hat man das Gefühl, dass der Rucksack sich förmlich am Körper festsaugt und sich der Hüftgurt sanft um die Taille schmiegt. Oder besser gesagt: Der Träger schlüpft in den Rucksack förmlich hinein. Dieser ist kammerartig aufgebaut und erlaubt dank eines Mesh-Netzes eine optimale Ventilation. So wird ein Hitzestau verhindert und man schwitzt weniger selbst bei längerem Tragen des Backpacks. Auch das sich über den gesamten Rücken ziehende 3D-Mesh-Netz garantiert beste Frischluftzufuhr und eine exzellente Belüftung. Dem nicht genug fällt auch die Lastenverteilung ausgezeichnet aus und sorgen die in der Höhe verstellbaren Schultertragegurte sowie die in die in der Länge variablen Hüftflossen für eine optimale Passform. Das Ergebnis: Selbst bei voller Ladung drückt nichts auf der Hüfte, bleiben die Schultern weitestgehend unbelastet und die Rückenmuskulatur ermüdet auch bei längeren Touren nicht.

Typisch Osprey – praktische Features und sinnvolle Details

Neben dem hervorragenden Tragekomfort überzeugt der Atmos aber auch mit vielen durchdachten Details. So kann zur Reduzierung des Eigengewichts des Backpacks der Deckel komplett abgenommen und stattdessen der FlapJacket verwendet werden – einer einfachen Abdeckung, die als Teil des integrierten Schneefangs den Inenraum schützt. Ein weiteres Feature ist die die sogenannte „Stow-on-the-Go“-Halterung, mit deren Hilfe die Trekkingstöcke seitlich fixiert werden können, ohne dass dafür der Rucksack abgenommen werden muss. Besonders praktisch bei kurzen Passagen am Berg, wenn man zum Weiterkommen die Hände einsetzen muss. Auch im Innenraum wurde mitgedacht. So ist hier nicht nur ausreichend Platz für die Ausrüstung, über integrierte Kompressionsriemen kann er auch in punkto Volumen variiert und dank eines entfernbaren Zwischenbodens zusätzlich geteilt werden. Das Trinksystem findet in einem separaten Fach direkt hinter den Tragegurten seinen Platz. Ergänzt wird das großzügige Platzangebot durch zwei weitere RV-Fächer auf der Front, das RV-Fach und das RV-Netzfach des Deckels sowie die Steckfächer aus elastischem Mesh an denn Seiten wie auch auf der Front. Und als wäre das nicht schon genug, können ständig gebrauchte Utensilien auch in den am Hüftgurt platzierten RV-Fächern verstaut werden.

Kritipunkte am fast rundum durchdachten Gesamtkonzept

Der Atmos AG bietet ein fast rundum durchdachtes Gesamtkonzept, das durch eine Vielzahl an Details ergänzt wird wie bspw. die im Brustgurt integrierte und obligatorische Signalpfeife, eine doppelte Eisgerätehalterung sowie diverse Schlaufen, um sperriges Material (bspw. Isomatte oder Zelt) außen am Rucksack zu befestigen. Selbst an einer Regenhülle fehlt es nicht. Doch wo viel Lob, da auch ein wenig Kritik: Der Backpack fällt für ein Volumen von 50 Litern doch recht groß hinsichtlich seiner Dimensionen aus. Zudem ragt der Backpack für unseren Geschmack etwas zu weit über die Träger und stört dadurch unter Umständen bei ausgefallenen Bewegungen mit dem Kopf. Als weiteren Kritikpunkt sind die beiden Packtaschen auf dem Hüftgurt zu nennen, die zwar viel Platz bieten, aber zugleich auch die Bewegungsfreiheit der Arme einschränken sobald sie voll bepackt sind. Auch bei den seitlichen Mesh-Taschen müssen wir kritisieren, dass die gut gemeinte Vielseitigkeit hier an ihre Grenzen stößt. Die Option, eine Trinkflasche hier sowohl von oben als auch von vorn einzuschieben hat den entscheidenden Nachteil, dass darin verstaute Ausrüstung auch leicht verloren gehen kann.

Unser Gesamtfazit: Der Atmos AG von Osprey ist unserer Meinung nach das aktuell beste Rucksackmodell am Markt für alle Frischluftfans, die auf der Suche nach einem Backpack für ausgedehnte Mehrtagestouren sind. Er bietet enorm viel Platz, dank des innovativen Tragesystem optimalen Tragekomfort und ein durchdachtes Gesamtkonzept, das fast keine Wünsche offen lässt.

Osprey Atmos AG 50 – die Details:

Beonderheiten: AntiGravity-Tragesystem mit straff gespanntem 3D-Mesh-Netzrücken, Stow-on-the-Go-Trekkingstockhalterung, inkl. Regenhülle
Material:
100D x 630D Nylon (100% Nylon), 210D High Tenacity Nylon (100% Nylon)
Außenmaße (HxBxT): 80 cm x 35 cm x 40 cm
Beladungsempfehlung: bis max. 20 kg
Volumen (M/L): 47 l / 50 l
Farben: Absinthe Green, Cinnabar Red, Graphite Grey
Größen: M, L
Gewicht (M/L): 1960 g / 1990 g
Preis: 220,- Euro (UVP)

 

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