Testbericht – Patagonia Fast & Light Serie Ultraleichte Outdoor-Ausrüstung für schnelle Aktivitäten am Berg


 
18.07.14
 

Der Trend hin zu immer leichterer Ausrüstung ist nach wie vor ungebrochen und auch in diesem Jahr versuchen sich die einzelnen Outdoormarken wieder gegenseitig zu toppen, sobald es um die Minimierung des Gewichts geht. Gerade einmal 76 Gramm brachte eine mit dem OutDoor Award 2014 ausgezeichnete „Hardshell“ auf die Waage, die mehr einer hauchdünnen Membrane gleicht als einer Regenjacke, wie sie unsere Großväter noch zu tragen pflegten – ganz zu schweigen von den technischen Raffinessen wie verschweißte Nähte oder sonstigen Technologien. dabei sei dahingestellt, ob diese Entwicklung nun zu begrüßen oder eher kritisch zu beäugen ist, schließlich leidet unter dem Minimierungswahn oft auch die Robustheit der Jacken, Hosen, Handschuhe oder wo auch immer man jedes Gramm einsparen kann.

Auch Patagonia spezialisiert sich inzwischen zunehmend auf die Fertigung aussergewöhnlicher Shells, um bei der zunehmenden „Less is more – Manie“ mithalten zu können. Denn die Nachfrage ist weiterhin ungebrochen, sobald es darum geht so minimalistisch, effizient und strategisch wie nur irgendwie möglich auf den Berg zu kommen und dennoch bestens vor Wind und Wetter geschützt zu sein. Passend zu diesen Prinzipien konstruiert das amerikanische Outdoorlable seine Alpine-Kits, die getreu der Devise: „Weniger ist mehr – alles, was man braucht und kein Gramm zu viel“ entwickelt werden. Diese sollen sicheren Wetterschutz bei gleichzeitig minimalem Gewicht garantieren und vor allem für das immer beliebter werdende Speed-Hiking die nötige Funktionalität mitbringen – also für schnelle Begehungen des Hausberges nach Feierabend, aber ebenso für mehrtägige Touren im Backcountry. Auch uns wurde solch ein „Federleicht-Package“ mit Notwetterjacke, Hardshell und Ultraleichtrucksack zur Verfügung gestellt, um uns von den Vorteilen der neuen Linie Fast & Light überzeugen zu lassen.

Patagonia Alpine Houdini® Jacket

Die ultraleichte und wasserdichte Regenjacke wurde speziell zum Klettern konzipiert und dient in erster Linie als federleichter Not-Wetterschutz für alle möglichen alpinen Fast-and-Light Unternehmungen. Die Hardshell lässt sich problemlos am Klettergurt einhängen – und wenn das Wetter kippt, hält es obendrein zuverlässig Wind und Wetter stand. Dafür sorgt das stark nässeabweisende Nylongewebe mit PU-Beschichtung und DWR-Imprä­gnierung, die zusammen eine Wassersäule von satten 10.000mm auf die Waagschale werfen. Und das bei einem Gewicht von gerade einmal 180g, trotz komplett getapter Nähte. Besonders auffällig ist das cleane Retro-Design, welches am Berg immer für Aufsehen sorgt und die Jacke auch im Alltag zu einem durchaus tragbaren Gefährten macht. Abgerundet wird das körperbetont geschnittene Klettergewand durch ein exzellentes Packmaß, eine helmkompatible Kapuze mit 2-Punkt-Gummizugsystem, die das Blickfeld nicht einschränkt, und diverse Features wie z.B. die kleine Innentasche und den mit einer Hand problemlos bedienbaren Gummizug am Bund.

Unser Gesamtfazit: Das Alpine Houdini® Jacket hat sich binnen kürzester Zeit zum ständigen Begleiter am Berg gemausert. Aufgrund des minimalen Gewichts und des herausragenden Packmaß fehlt sie bei keiner Tour mehr. Als einzige Mankos fallen die fehlenden Taschen für den schnellen Zugriff (die Innentasche ist nur über den Haupt-RV erreichbar) sowie die doch stark eingeschränkte Atmungsaktivität aufgrund der fehlenden Membran auf.

Material: 100% Nylon mit PU-Beschichtung, DWR-Imprä­gnierung und 10.000 mm Wassersäule
Größe: S-XL
Gewicht: ca. 180g
Preis: 170,- Euro (UVP)

Patagonia Leashless Jacket

Das Leashless Jacket ist eine komplett ausgestattete, technische Hardshell-Jacke mit GORE-TEX® Active Membran, die bei jeder normalen Alpinbegehung zum Einsatz kommt und erst recht dann, wenn es um schweißtreibende Speedbegehungen geht. Dementsprechend wurde das Leashless Jacket für Leistungssportler entwickelt, die an nur einem Tag selbst höchste Gipfel bewältigen und unterwegs gegen jede Witterung gewappnet sein müssen. Zur Ausstattung der Hardshell zählen neben komplett wasserdicht beschichteten RVs, zwei Handwärmtaschen und eine Brusttasche links sowie Unterarmbelüftungen und eine zweifach verstellbare, helmkompatible Kapuze mit laminiertem Schirm. Ergonomisch und körperbetont geschnitten schränkt die Jacke selbst ausgefallene Bewegungsabläufe beim Klettern, Wandern oder Biken nicht ein. Das 3-lagige Material besticht durch eine hervorragende Atmungsaktivität, weist bei knackigen Temperaturen aber hinsichtlich Kälteschutz ein paar Schwächen auf. Dafür ist es aber äußerst robust, scheut den Kontakt selbst mit schroffem Fels nicht und bietet bei Wind und Wetter eine ideale Schutzschicht.

Unser Gesamtfazit: Einmal von der Leine gelassen, gibt es für die technische Hardshell definitiv kein Halten mehr. Wer mit dem Leashless Jacket einmal am Berg unterwegs ist, für den zählt nur noch das draußen sein – egal bei welchem Wetter. Einziger Kritikpunkt ist die relativ schwache Performance bei kälteren Temperaturen, wenn sich Väterchen Frost leider recht schnell in die unteren Bekleidungsschichten frisst.

Material: 3-lagiges GORE-TEX® Active Laminat (100% Nylon) mit DWR-Imprä­gnierung und 28.000mm Wassersäule
Größe: S-XL
Gewicht: ca. 370g
Preis: 350,- Euro (UVP)

Patagonia Ascensionist Rucksack 25L

Am Anfang stand der Wunsch der Ambassadors von Patagonia, eine Auswahl absolut schlichter und auf das Wesentliche reduzierte Packs anbieten zu können. Gemeinsam mit den Spitzenalpinisten wurde daraufhin eine Kollektion entwickelt, die sich ganz auf das schlichte und funktionale Design für schnelle Gipfelerfolge konzentriert. Die Ascensionist Packs bieten dem Kletterern und Alpinisten gleichermaßen Platz für alles, was sie brauchen – vom Eispickel bis hin zum Kletterseil. Vor allem leicht, minimalistisch und effizient ist die Austattung gehalten, die aus den Rucksäcken mit wahlweise 25l, 35l oder 45l Volumen ideale Allrounder für jedes Einsatzgebiet machen.

Wir hatten das kleinste Modell mit 25 Litern bei diversen Touren dabei. Dessen asymmetrische Hauptzugang lässt sich mit nur einem Griff weit öffnen, bietet viel Platz für die wichtigste Ausrüstung und wird lediglich durch eine flexibles Rückenpolster gestützt. Dadurch lässt sich der Backpack auch klein zusammenrollen und problemlos verstauen. Vielfältige Features zur Befestigung von Steigeisen, Trekkingstöcken oder Eispickeln sowie eine kleine Deckeltasche runden das durchdachte Konzept ab. Negativ fiel hingegen auf, dass „Lightweight“ immer auch zu Lasten der Stabilität des Rucksacks geht und dieser bei weniger Gepäck stets in sich zusammenfällt. Problematisch ist hier eindeutig die viel zu nah platzierte Hauptschnalle zum Verschließen des Hauptfachs. Nervig vor allem deshalb, weil die Utensilien falsch platziert werden und jedes Mal nach unten wandern und der Backpack eher als Sack am Rücken herunterhängt. Ein weiteres Problem sind die schlechten Ventilationseigenschaften am Rücken, wodurch sich nicht nur der Backpack bei schweißtreibenden Aktivitäten vollsaugt, sondern auch die Feuchtigkeit vom Rücken in die Hose weitergeleitet wird – spätestens am Gipfel eine erfrischend unangenehmer Nebeneffekt.

Unser Gesamtfazit: Wäre, hätte, könnte – leider überzeugt uns der Backpack aufgrund der genannten Kritikpunkte nicht zu 100%. Punktet aber vor allem hinsichtlich des schlichten Designs und seinem kleinen Packmaß. Nichtsdestotrotz ist er bei vielen sommerlichen Tagestouren stets dabei.

Material: Außenmaterial aus Doppelripstop-Nylon und Ripstop-Nylon; Innenfutter: aus
Doppelripstop-Nylon mit PU-Beschichtung und Silikon-Imprägnierung sowie Polyester
Größen: 25 l, 35 l und 45 l, wobei die 35- und die 45-Liter-Version mit verschiedenen Rückenlängen und herausnehmbaren Polstern angeboten werden.
Gewicht: ca. 425g
Preise:  100,- Euro / 140,- Euro / 160,- Euro

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