Testbericht – Polar M400 2-in-1 am Handgelenk – GPS-Laufuhr mit Activity-Tracker in schickem Design


 
22.10.16
 

Fitnessarmband, multifunktionale Sportuhr mit GPS oder Outdoor-Chronometer mit Barometer und Kompass – für viele Frischluftfreunde und Hobbyathleten gehört die Technik am Handgelenk mittlerweile ebenso zur Grundausstattung wie Schuhe an den Füßen. Dabei können die digitalen Helfer natürlich weitaus mehr als nur die Uhrzeit anzeigen. Ebenso unterschiedlich wie der Funktionsumfang der verschiedenen Geräte breit, ist auch die Preisrange. Während simple Activity-Tracker bereits ab ca. 30.- Euro erhältlich sind, kosten die Highend-Modelle unter den Multifunktionsuhren gut und gerne mehrere hundert Euro. Vor der Anschaffung sollte man sich daher unbedingt genau überlegen, wo das Gadget letztlich zum Einsatz kommen soll. Denn schließlich möchte doch eigentlich niemand für Funktionen bezahlen, die am Ende gar nicht genutzt oder benötigt werden.

Um unsere sportlichen Aktivitäten und das eigene Leistungsvermögen für die Vorbereitung auf diverse „Projekte“ wie das Cortina Skyrace besser im Blick zu behalten, waren wir ebenfalls auf der Suche nach einem digitalen Helfer. Das Anforderungsprofil an die neue Uhr war dabei zunächst vermeintlich simpel:

– geeignet für verschiedene Sportarten wie Laufen, MTB oder Bergsteigen
– Tempo-, Distanz- und Höhenmessung
– Anzeige des Kalorienverbrauch
– Herzfrequenz-Sensor
– Benutzerfreundliches Interface
– Alltagstauglich und nicht zu klobig

Aber wie so oft im Leben wird die Sache dann doch komplizierter, desto tiefer man in die Materie einsteigt. Welche Funktionen braucht man denn nun wirklich und was ist vielleicht schon zu viel des Guten? Nach dem Studieren verschiedener technischer Datenblätter fiel die Wahl auf die Polar M400, die bei der ISPO 2015/16 (nicht ohne Grund) mit einem Gold Award ausgezeichnet wurde. Warum das für uns genau die richtige Entscheidung war, erfahrt ihr im folgenden Testbericht.

Polar M400 – das verspricht die Multifunktionsuhr

Der Trainingscomputer aus dem Hause Polar ist laut Hersteller für Freunde jeglicher Outdoor-Sportarten der perfekte Begleiter am Handgelenk und überzeugt optisch durch ein klares und modernes Design. Neben dem integrierten GPS ist die M400 auch mit einem 24/7-Activity-Tracker ausgestattet. Um die persönliche Leistung bei verschiedenen Aktivitäten zu analysieren, stehen über 100 Sportprofile zur Auswahl, mit denen die Uhr den persönlichen Präferenzen entsprechend konfiguriert werden kann. Die M400 kann zudem mit dem Telefon gekoppelt werden, sodass Anrufe, Nachrichten und Co. direkt auf dem Handgelenk angezeigt werden. Sie ist wasserdicht und das große Display besitzt eine sehr hohe Auflösung, wodurch die Daten auch bei schlechtem Wetter oder direkt einfallendem Sonnenlicht jederzeit gut ablesbar sein sollen.

Testbericht Polar M400: Auf Wunsch ist der Trainingscomputer auch mit H7 Herzfrequenzsensor erhältlich (© airfreshing.com)

Über den separat erhältlichen Polar H7 Herzfrequenz-Sensor kann die Effektivität und Effizienz des Trainings weiter erhöht werden. Neben der Messung der Herzfrequenz bzw. maximalen Herzfrequenz werden auch verschiedene Herzfrequenz-Zonen berechnet – von sehr leicht zur Verbesserung der aeroben Ausdauer bis hin zum High-intense-Training an der maximalen Belastungsgrenze. Besonders hervorzuheben sind darüber hinaus die Smart Coaching Funktionen, mit denen die M400 ausgestattet ist. Hierzu zählen beispielsweise Daten zur Trainingsbelastung, ein Fitness-Test, der Running-Index oder verschiedene Trainingsprogramme, um auf ein selbst gesetztes Ziel wie z.B. einen 10 km Lauf oder Marathon hinzuarbeiten.

Die vielfältigen Funktionen und erfassten Daten werden aber nicht einfach nur auf der Uhr angezeigt, sondern von Polar auch ausgewertet und interpretiert. Die zentrale Rolle bzw. Schnittstelle übernimmt dabei der webbasierte Service Polar Flow mit dazugehöriger Smartphone-App. Die Uhr lässt sich dabei mittels Bluetooth oder USB-Kabel mit dem digitalen Trainingscenter synchronisieren, das sich wahlweise auf dem Handy oder über den Rechner online aufrufen lässt. Dort können u.a. auch Trainingsziele festgelegt, der eigene Fortschritt analysiert und Sportprofile ausgewählt und individuell angepasst werden. Da es nahezu unmöglich ist, sämtliche Funktionen der M400 an dieser Stelle en detail aufzuzählen, hier ein grober Überblick der aus unserer Sicht wichtigsten Details:

–  Tempo, Distanz- und Höhenmessung mittels GPS
– „Zurück zum Start“ Feature
– 24/7-Aktivitätstracker inkl. Aktivitätsalarm
– Präzise Herzfrequenzmessung mit Polar H7 Sensor
– Berechnung des Kalorienverbrauchs basierend auf Faktoren wie Gewicht, Größe und Alter
– Trainingstagebuch
– Smart Coaching (Trainingsbelastung, Fitnesstest, Running-Index)
– Individuelle Konfigurationsmöglichkeiten dank über 100 Sportprofilen
– Synchronisierung mit Web-Service Polar Flow für Auswertung der Daten

Das af-Testurteil von Vroni: Ein stylischer und technisch ausgereifter Trainingspartner, der (fast) keine Wünsche offen lässt

Testbericht Polar M400: Höhenmeter, Tempo und Distanz - ein Blick aufs Handgelenk genügt (© airfreshing.com)

Das Wichtigste vorweg: Ich bin absolut kein Freund von technischen Geräten bzw. das komplette Gegenteil von einem Gadget-Nerd. Ganz gleich ob Smartphone, MP3 Player, Laptop oder Fernseher – ich beschäftige mich einfach nicht gerne mit Technik oder komplizierter Elektronik. Solche Produkte sind für mich nur ein notwendiges Übel, um an mein Ziel zu gelangen. Ich meide sie wann immer ich kann, so wie Steine auf der Skipiste oder Schnarcher im Bettenlager. Nur wenn ich den Nutzen für mich eindeutig erkenne, dann setze ich mich notgedrungenermaßen doch damit auseinander. Von Begeisterung kann dabei aber keineswegs die Rede sein. Während sich andere Leute auf das neue iPhone freuen wie kleine Kinder auf den Weihnachtsmann, lässt mich technisches Gerät vollkommen kalt. Ganz im Gegenteil: Ich denke nur an die Arbeit, die es mir wieder bereiten wird, um die Daten von A nach B zu übertragen.
Trotz meiner fehlenden Technikaffinität hat mich die Polar M400 wirklich begeistert und zwar aus einer Vielzahl an Gründen – allen voran die Optik und überraschenderweise sogar die Handhabung.
Zunächst zu den äußeren Werten: Im Gegensatz zu vielen Multifunktionsuhren im Outdoorbereich – und ich spreche hier nicht von schicken Fitnessarmbändchen für Hobbyläufer – hat die M400 ein sportliches, aber dennoch alltagstaugliches Design. Natürlich bringt sie auch eine gewisse Größe mit und trägt bei schlanken Handgelenken durchaus etwas auf. Mit den Modellen von Herstellern wie Garmin oder Suunto kann das Gehäuse meiner Erfahrung nach aber dennoch nicht verglichen werden. Das Design ist clean, schlicht und alles andere als klobig. Wer nicht gerade im Kostüm oder im Anzug zur Arbeit erscheinen muss, für den funktioniert die Uhr problemlos auch im (Berufs-)Alltag. Ein nicht zu unterschätzender Faktor, wenn man den integrierten Activity-Tracker auch tatsächlich nutzen möchte.

Testbericht Polar M400: Die Sportprofile können individuell konfiguriert werden (© airfreshing.com)

Aber genug Lob für das Aussehen. Schließlich kann die Polar M400 weit mehr als nur das. Von Anfang an überzeugen konnte mich das wirklich benutzerfreundliche Interface und die kinderleichte Handhabung der verschiedenen Funktionen. Generell stehe ich ja mit Gebrauchsanleitungen eher auf Kriegsfuß. Zugleich habe ich aber auch meistens Bedenken, einfach loszulegen und Features von technischen Geräten auf diese Weise zu erkunden. Die Gefahr, etwas einzustellen was ich später nicht mehr beheben kann, ist mir oft zu groß. Ganz anders bei der M400. Auch ohne Anleitung ist die Bedienung für „Normalos“ absolut kein Problem – sogar ohne großes technisches Verständnis. Die Fitness-Uhr verfügt lediglich über 5 Knöpfe, deren jeweilige Funktion mehr oder weniger selbsterklärend ist. Und obwohl die Uhr eine Vielzahl an Features bietet, ist sie dennoch nicht überladen.

Testbericht Polar M400: Der Trainingscomputer lässt sich mittels USB-Kabel mit dem Laptop und dem Polar Flow Webdienst verbinden (© airfreshing.com)
Wer tiefer in die Materie von Datenauswertung und Co. einsteigen möchte, der kann dies dann selbstverständlich im digitalen Trainingscenter Polar Flow tun. Wer am Berg oder beim Laufen jedoch einfach nur wissen möchte, wie schnell man war und wie viele Höhenmeter bewältigt wurden, dem genügt ein einfacher Blick aufs Handgelenk. Für Freunde der verschiedensten Sportarten stehen dabei über 100 Sportprofile zur Verfügung, die sich den individuellen Wünschen entsprechend konfigurieren lassen. Hierzu genügt es, die Uhr mit dem Web-Service zu synchronisieren und schon kann man ganz bequem via Baukastenprinzip zusammenstellen, welche Profile letztendlich auf der Uhr angezeigt werden sollen. Auf Wunsch lassen sich die voreingestellten Messgrößen, wie z.B. Zeit, Distanz und Pace beim Laufen, problemlos verändern bzw. erweitern. So kann man den Kalorienverbrauch bei den morgendlichen Yoga-Stunden ebenso tracken wie die Trailrunning-Runde auf den Hausberg oder die ausgedehnte Skitour. Besonders praktisch ist dabei die Möglichkeit, die M400 mit dem Polar H7 Herzfrequenz-Sensor zu verbinden. Der Brustgurt ist schnell angelegt, liegt bequem an und lässt sich per Druckknopf vom Sender trennen, um ihn waschen zu können. Die Koppelung mit der Uhr funktioniert problemlos. Natürlich kann man den Gurt aber auch weglassen.

Der Activity-Tracker zeichnet rund um die Uhr alle Schritte, die Aktivitäten, die verbrauchten Kalorien und sogar das eigene Schlaf-Verhalten auf. Mir persönlich ist diese Art der Selbstüberwachung etwas zu viel des Guten, aber das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Der Aktivitätsalarm, der darauf hinweist, dass man sich wieder bewegen sollte, hat mich persönlich manchmal etwas genervt. Er meldet sich dieser immer dann zu Wort, sobald man 55 Minuten inaktiv war – und zwar vollkommen unabhängig von der zuvor bereits erbrachten Leistung. Sprich: Auch auf der Heimfahrt nach mehrstündigen Touren mit an die 2.000 zurückgelegten Höhenmetern hieß es am Handgelenk schnell wieder: „Zeit für Bewegung“. Hier fehlt definitiv ein wenig „Sensibilität“. Wenn man aber den Tag fast ausschließlich sitzend am Schreibtisch verbringt, dann ist der Alarm ein ganz hilfreicher Reminder, wenigstens ab und an wieder ein paar Schritte zu gehen – der eigenen Gesundheit zu liebe.

Testbericht Polar M400: Über den Webdienst Polar Flow können die Daten kinderlicht ausgewertet und analysiert werden (© airfreshing.com)

Da es schier unmöglich ist, sämtliche Funktionen der smarten Fitness-Uhr ausführlich zu kommentieren, sei an dieser Stelle ein Blick auf die Webseite von Polar empfohlen. Dort werden alle Features mitsamt Erklärungen übersichtlich gelistet. Meiner Erfahrung nach ist die Polar M400 jedenfalls eine sehr gute Uhr für alle Allroundsportler. Eine sportliche „Smartwatch“, die viel kann, aber dem Nutzer immer noch die nötige Entscheidungsfreiheit lässt wie tief man in die Materie einstiegen möchte.
Mit rund 160.- Euro bzw. 200,- Euro für die Variante mit Brustgurt hat die Sportuhr ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Klar sein sollte aber auch, dass die M400 keine Highend-Outdooruhr für alpine Gefilde ist wie etwas die Suunto Spartan oder Garmin Fenix. Sie hat kein Barometer, was gerade bei Touren über mehrer Tage hilfreich sein kann, um Wetterumschwünge besser vorhersagen zu können. Außerdem besitzt sie keinen Kompass, der im Fall der Fälle bei der Orientierung hilft. Hier wären wir also wieder bei der Ausgangsfrage, wofür die Uhr letztendlich eingesetzt werden soll. Denn natürlich würden sich Barometer und Co. nicht nur im Preis niederschlagen, sondern auch die Handhabung deutlich komplexer machen. Unabhängig von den zuvor genannten Punkten gibt es aber noch ein weiteres wichtiges Argument, das aus meiner Sicht gegen die Nutzung der Polar M400 als Begleiter beim alpinen Bergsteigen und auf Mehrtagestouren spricht: der Akku. Im GPS-Modus hält dieser gerade einmal ca. 8 Stunden. Diesen Zeitrahmen dürften viele Bergsportler nicht nur bei ausgedehnten Hoch- oder Trekkingtouren gut und gerne überschreiten.

Unser Gesamtfazit – die Vor- und Nachteile im Überblick:

Egal ob Joggen im Stadtpark, Mountainbiken oder Trailrunning – die Multifunktionsuhr M400 von Polar überzeugt als schicker Begleiter bei verschiedenen Sportarten. Die Bedienung ist intuitiv und das Interface wirkt sehr aufgeräumt und strukturiert. Über den Polar Flow Webservice können die Daten kinderleicht ausgewertet und die Uhr den persönlichen Präferenzen entsprechend konfiguriert werden. Für alpine oder mehrtägige Touren ohne Möglichkeit, den Akku wieder aufzuladen, ist die Sportuhr allerdings weniger gut geeignet.

+ einfach und intuitiv zu bedienen
+ GPS-Laufuhr und Activity-Tracker in einem
+ cleanes und alltagstaugliches Design
+ großer Funktionsumfang
+ individuelle Konfigurationsmöglichkeiten
+ Datenanalyse mithilfe des Polar Flow Webservices
+ Koppelung mit H7 Herzfrequen-Sensor sowie Smartphone möglich
+ gutes Preis-Leistungsverhältnis

– Akkulaufzeit im GPS-Betrieb liegt bei ca. 8 Stunden
– Aktivitätsalarm berücksichtig bereits erbrachte Leistung nicht

Die Details:

Besonderheiten: Integriertes GPS mit AssistNow™ Satellitenvorhersagetechnologie; Aktivitätssensor; Manuelle und automatische Runden; Akustische Alarme; Wasserdicht; Wiederaufladbarer LiPo-Akku mit 190 mAh; Herzfrequenz-Sensor; Zurück-zum-Start-Funktion; Benutzerdefinierte Konfigurationsmöglichkeiten
Farben: Schwarz, Weiß, Blau, Rot, Pink
Speicherkapazität: 4 MB Flash-Speicher
Auflösung Display: 128 x 128 Pixel
Anschluss: Standard-Micro-USB-Kabel, Bluetooth
Akku-Laufzeit: bis zu 8 h im GPS-Betrieb; nur Uhr + Activity-Tracker bis zu 24 h
Höhe: 11,5mm
Gewicht: 56,6 g
Preis: 159,95 Euro (UVP); 199,95 Euro (UVP) mit Herzfrequenz-Sensor

3 Kommentare zu
Testbericht – Polar M400: 2-in-1 am Handgelenk – GPS-Laufuhr mit Activity-Tracker in schickem Design

  1. ZD kommentierte:

    Ich habe seit 6 Monaten den M400 und bin bis heute sehr begeistert von der Uhr …Die Smart Watch Funktion benutze ich nicht so oft…Aber das einzige was ich bei dieser Uhr vermisse ist eine einfache Stoppuhr….Hoffe das es irgendwann mal beim Update mit drauf gespielt wird…

  2. Pingback: Testbericht - Garmin Fenix 3 Saphir HR Performance Bundle | airFreshing.com

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