Testbericht – Polar M450 Smarter und intuitiv bedienbarer GPS-Radcomputer mit Bluetooth-Funktion


 
08.09.16
 

Bike-Computer gibt es inzwischen wie Sand am Meer – von billig bis teuer. Zu den Veteranen und wohl beliebtesten Modellen zählen dabei die Radlmeter von Garmin und Polar. Sei es nun Rennrad, Mountainbike oder Trekkingbike, die smarten Piloten erfassen schon längst nicht mehr nur die üblichen Daten wie die Geschwindigkeit oder die abgestrampelte Strecke, sondern übernehmen immer häufiger auch noch ganz andere Aufgaben. So bieten die Highend-Geräte heutzutage neben den obligatorischen Funktionen auch die Rolle eines Navigationsgeräts, erstellen komplette Profile der absolvierten Route und analysieren mithilfe von GPS, Bluetooth und anderen Sensoren die vom Nutzer unterwegs erbrachten Leistungen.

Vor allem die Spezialisten der finnischen Marke Polar gelten als einer der Pioniere im Segment der Fitnesstracker, GPS-Laufuhren und Rad-Computer. Sowohl im Lifestyle- als auch im Sportbereich wird ambitionierten Hobby-und Profisportlern ein umfangreiches Programm aus Sportuhren, Messgeräten, Software, Apps und Accessoire wie Trittfrequenz-, Geschwindigkeits- und Herzfrequenzsensoren zur präzisen Auswertung und Messung der eigenen Leistung angeboten. Bei einem Presseevent auf Mallorca hatten auch wir die Möglichkeit, eines der technischen Wunderwerke näher unter die Lupe zu nehmen. Während ein Großteil der Rennradfahrer lieber zum smarten V650 Radcomputer mit Touchscreen griff, beließen wir es beim M450, dem deutlich kleineren und vor allem leichteren Bruder, der trotz abgespecktem Funktionsumfang alles mitbringt was es für einen guten Radcomputer braucht.

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Gemeinsame Ausfahrt auf Mallorca – inkl. Polar V650 und M450 (© airfreshing.com)

Über Polar – finnische Spezialisten für tragbare Fitnessgeräte:

Polar Electro Oy mit Sitz im finnischen Städtchen Kempele wurde im Jahr 1977 gegründet und gilt heute als einer der weltweit führenden Hersteller von kabellosen Herzfrequenzmessgeräten, Fitnesstrackern und entsprechendem Zubehör. Gegründet wurde es ursprünglich von Seppo Säynäjäkangas, der zu jener Zeit an der Universität von Oulu an einem Gerät zur Messung der Herzfrequenz arbeitete, das nicht nur für das stationäre Skilanglauftraining genutzt werden konnte. Nach intensiver Forschung und Entwicklung wurde im Jahr 1982 das erste Herzfrequenzmessgerät der Öffentlichkeit präsentiert und gilt Polar seitdem als Pionier bei der Entwicklung innovativer Fitnessgeräte für den Sport- und Lifestylebereich. Und um den eigenen Ansprüchen mehr als gerecht zu werden, sieht sich Polar im Segment der Smartwatches mittlerweile sogar als größter Konkurrent zum Branchenplatzhirsch Apple. So sei laut der Süddeutschen Zeitung die Polar M600 die aktuell „kompletteste Smartwatch am Markt und damit eine Kampfansage an die Apple Watch“.

Polar M450 – smarter Fahrradcomputer mit GPS und Bluetooth

Der M450 ist das Einstiegsmodell von Polar, wenn es um die Leistungsmessung beim Radfahren geht. Der kleine Bruder der Profimodelle V650 und V800 liefert alle gewünschten Infos auf einen Blick. Schnell und einfach können GPS-Daten abgerufen und eine barometrische Höhen- sowie Herzfrequenzmessung durchgeführt werden. Im Leistungsumfang zwar nicht ganz so umfangreich ausgestattet wie die größeren Modelle bringt der kleine Radcomputer alles mit, was es braucht. Doch was ihn gegenüber den Modellen der Wettbewerber ganz besonders unterscheidet, sind die Smart Coaching Funktionen wie z.B. Trainingsbelastung, Erholungsstatus, Trainingsnutzen etc., die nicht nur die Zahlen einfach nur anzeigen, sondern auch interpretieren und so aufbereiten, dass jeder Normalo damit etwas anfangen kann. Hier ein grober Überblick über die wichtigsten Features:

– individuell anpassbare Trainings-/Displayansichten
– präzise Herzfrequenz- & Höhenmessung
– Orthostatic- & Fitness-Test
– Intervalltimer
– Back-to-Start Funktion
– Smart-Coaching Training Benefit/Nutzen
– Trainingsbelastung & Erholungsstatus
– Erfassung von Geschwindigkeit, Distanz & Route
– Tagebuch
– diverse Aufzeichnungsmodi je nach Aktivität

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Flow App, webbasierte Services und eine Polar Community zum Austausch sowie Auswertung der Trainringsdaten (©airfreshing.com)

Ein Spektrum an vielseitigen Funktionen, das über die Flow App problemlos an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden kann. In Kombination mit dem optional erhältlichen Polar H7 Brustgurt und den Polar-Bluetooth®-Smart-Radsensoren zur Ermittlung von Trittfrequenz und Kéo Power kann der Biker sein Training umfassend auswerten und seine Leistungen dadurch gezielt optimieren. Für die Synchronisation der Daten mit dem Computer werden mit der Polar Flow App und dem hauseigenen Web-Service zwei wichtige Tools an die Hand gegeben, um die eigenen Leistungen auch stationär analysieren zu können. Hinzu kommt noch ein beleuchtetes, positiv transflektives und übersichtlich gestaltetes Display sowie eine integrierte LED-Lampe für mehr Sicherheit bei Fahrten in der Dämmerung. Dem nicht genug, kann die Schale des nach IPX7-Standart spritzwassergeschützten Gehäuses ganz einfach abgenommen und durch andere Farben ersetzt werden. Geladen wird der smarte Bikeheld via Mini-USB und soll mit einer Ladung ganze 35 Stunden an Trainingszeiten speichern und 12 Stunden lang ununterbrochen im Trainingsmodus aufzeichnen. Für die einfache und sichere Befestigung sorgt die einstellbare Polar-Radhalterung mit Polar Twist Lock Bike Mount.

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Einstellbare Radhalterung mit Polar Twist Lock Bike Mount (© airFreshing.com)

Das aF-Testurteil von Veit: Manchmal ist weniger einfach mehr!

Um ehrlich zu sein, ich bin kein Technikbanause, aber als ich den Polar V650 in den Händen hielt und mit den Fingerspitzen über das touchsensible Display streichte, ertappte ich mich bei den Gedanken, dass das einfach zu viel Schnickschnack für mich ist. Was will ich mit all den Daten bzgl. Umdrehung der Pedale, Kraftwaufwand bei jedem tritt und dergleichen mehr. Mal abgesehen von dem klobigen Kolben, der da auf meinem Rennradlenker klebte. Kurzerhand tauschte ich das smarte Gerät gegen den kleineren Bruder und frohlockte allein schon beim Anblick des kompakten Radhelden. Fünf Tasten, ein gestochen scharfes Display, Bluetoth- und GPS-Funktion zum Tracken der üblichen Daten und eine Rückführfunktion, um bei einer Ausfahrt auch einfach mal in die Pedale treten zu können – ohne ständige auf die Karte schauen zu müssen. Was will man mehr?

ROSE Vaujany, fueled by ultraSPORTS - photo: Irmo Keizer

Einfacher Datentransfer via Mini-USB beim Pressevent mit ROSE Vaujany, fueled by ultraSPORTS (© Irmo Keizer)

Die Verbindung zwischen der Flow App auf dem Smartphone sowie dem H7 Brustgurt läuft absolut problemlos. Mindestens genauso zügig geht der Dantentransfer vonstatten, um die unterwegs aufgezeichneten Fakten zu Herzfrequenz, Geschwindigkeit und Co. mittels der App oder wahlweise mit den webbasierten Services analysieren zu können. Dem nicht genug, kann man sich entweder mit der Polar Community messen oder die Daten auch auf Strava oder anderen Analyse-Services transferieren. Für die Auswertung und Analyse der einzelnen Daten mithilfe der webbasierten Services braucht es allerdings etwas technische Affinität, die mir dann wohl doch fehlt. Schließlich interessieren mich lediglich die Rahmenfakten zur letzten Tour. Weniger technisches Verständnis braucht es hingegen für die individuelle Anpassung der Trainings- und Displayansichten. Binnen weniger Klicks ist diese Aufgabe schnellstens erledigt und auf den M450 übertragen. Mindestens genauso leicht gestaltet sich auch die Befestigung des Radcomputers. Nur zwei Gummistraps braucht es und schon sitzt das Gadget bombenfest am Lenker. Somit gibt es sowohl an der Halterung als auch am gesamten Funktionsumfang des Polar M450 kaum etwas zu rütteln – er ist und bleibt ein rundum gelungenes und vor allem einfach gestaltetes Technikwunder.

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Individuell anpassbare Trainings-Modi und Display-Ansichten (© airFreshing.com)

Unser Gesamtfazit – die Vor- und Nachteile im Überblick:

Der M450 von Polar erfüllt die grundlegenden Anforderungen von Mountainbikern, Rennradfahrern und Trekkingbikern mit absoluter Bravour. Da ist kein Feature zu viel und keine Funktion überflüssig. Von der wunderbar intuitiven Nutzeroberfläche und Bedienung ganz zu schweigen. Sogar zum Joggen eignet sich das kleine Wunderwerk, da es in Kombination mit einem kompatiblen HR-Brustgurt alle nötigen Daten ermitteln kann, die es für eine optimale Analyse und Auswertung der Trainingsleistungen braucht. Und das beste noch zum Schluss: Der Stromverbrauch ist einfach unschlagbar.

+ einfach und intuitiv zu bedienen
+ individuelle Anpassbarkeit der Displays
+ extrem neidriger Stromverbrauch
+ spritzwassergeschütztes Gehäuse
+ gut sichtbares und beleuchtetes Display
+ praktisches Befestigungssystem
+ leicht im Gewicht

– mit Handschuhen etwas fummelig bedienbare Buttons

Die Details:
Besonderheiten:
GPS, Bluetooth, barometischer Höhenmesser, Routenspeicher, Spritzwassergeschützt (IPX7), inkl. Lenkerhalterung, integrierte Front-LED-Licht für erhöhte Sicherheit beim Radfahren im Dunkeln, austauschbare Gehäuseschalen
Speicherkapazität: 64 MB
Auflösung Display: 128 x 128 Pixel (Breite x Höhe)
Anschlüsse: 1x Micro-USB
Akku-Laufzeit: bis zu 12 Std. im Trainingsmodus
Maße: 34,65 x 34,65 mm
Gewicht: 51 g
Preis: 159,95 Euro (UVP); mit Polar H7-Herzfrequenzsensor 199,95 Euro

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