Testbericht – SALEWA Sommerkollektion 2015 Schicht für Schicht bestens gerüstet für ambitionierte Bergtouren


 
20.08.15
 

Auf der ISPO 2015 präsentierte der Bergsportspezialist SALEWA die ersten Ergebnisse nach dem großen Markenrelaunch, die inzwischen auch in den Läden hängen und noch immer für Verwirrung bei den Konsumenten sorgen. Denn vereinzelt sind dort nach wie vor die Klassiker aus der guten alten Zeit neben denjenigen Produkten zu finden, mit denen die Bozener nun in die Zukunft gehen wollen. Ob der Traditionsmarke dieser beschwerliche Gang jedoch gelingt oder ob die treuen Kunden die jahrelange Seilschaft aufkündigen, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Wir wollten selbst herausfinden, ob SALEWA den eigenen Werten treu geblieben ist und haben ein komplettes Outfit aus der neuen Sommerkollektion 2015 getestet. Schicht für Schicht konnten wir uns somit bei den unterschiedlichsten Aktivitäten ein eigenes Bild zu den einzelnen Highlights gemacht – ohne dabei in jegliche Nostalgie zu verfallen.

Pedroc Hybrid DST Jacket – Softshelljacke mit Regenschutz

Mit der Hybridlösung wagt SALEWA den Spagat zwischen Softshell und Regenjacke. Ein Material-Mix, der auf den ersten Blick auch durchaus Sinn macht. Schließlich bietet Softshell eine optimale Atmungsaktivität, während die 2-lagige Powertex Extreme Membrane für den sonst fehlenden Wetterschutz an den besonders beanspruchten Stellen sorgt. Wer kennt es nicht: Beim Aufstieg mit einer Hardshell bleiben Schulter- und Kopfpartie von innen her zwar schön trocken, aber der Rücken und der Rumpf sind aufgrund der Anstrengung dann doch gerne einmal durchgeschwitzt.

Testbericht - SALEWA Sommerkollektion 2015: Pedroc Hybrid DST Jacket - Allrounderjacke für schnelle Hikes dank flexibler Materialien aus Softshell und einer 2lagigen Membrane an den wichtigsten Stellen als Wetterschutz (©airFreshing.com)

Unser Fazit:
Zwar kann auch die Pedroc in dem oben genannten Punkt keine Wunder bewirken, aber man fühlt sich bei schweißtreibenden Aktivitäten deutlich wohler. Einzig das wasserdichte Powertex-Material klebt etwas auf der Haut, sofern man so richtig ins Schwitzen gerät. Ein weiterer Kritikpunkt sind die fehlenden Einschubtaschen für die Hände an den Seiten, auf die wohl aus Performance- und Gewichtsgründen verzichtet wurde. Dennoch können wir die Hybridjacke durchaus empfehlen: Denn gerade bei wechselhaften Wetterbedingungen bietet sie den großen Vorteil, dass die äußerste Schicht nicht ständig gewechselt werden muss. Auch die Passform fällt dank sportlichem Schnitt mit langgezogenem Rückenteil, dehnbarem Softshell-Material und praktischen Daumenschlaufen wirklich hervorragend aus. Fehlt nur noch die gut sitzende helmtaugliche Kapuze und die integrierte Packtasche, weshalb die leichte Allroundjacke selbst im vollgepackten Rucksack immer noch einen Platz findet. Somit ist die Pedroc die perfekte Lösung für schnelle Hikes und anspruchsvolle Bergtouren, bei denen es auf ein möglichst geringes Gewicht und zuverlässigen Schutz vor Wind und Wetter ankommt.

Die Details:
Material: 88% Polyamid, 12% Elastan mit DWR-Veredelung (Hauptmaterial); 100% Polyester (Einsätze 1); 100% Polyamid (Einsätze 2)
Gewicht: ca. 345 g (Größe M)
Preis: 179,95 Euro (UVP)

Pisetta Light PRL Jacket – Kunstfaserjacke mit Primaloft® Silver Eco Füllung

Nicht nur im Winter lohnt es sich, eine Daunen- oder Primaloftjacke mitzuschleppen. Auch an kühleren Sommertagen oder als dankbare Reserve macht es Sinn, immer eine wärmende Schicht dabei zu haben – sei es nun für die Pause am Gipfel oder für gemütliche Hüttenabende. Die Kunstfaserjacke von Salewa verbindet dabei gleich zwei Vorteile: Die ultraleichte Primaloft® Silver Eco Füllung bietet einen atmungsaktiven Wetterschutz und wärmt selbst im nassen Zustand noch zuverlässig. Besonders bemerkenswert ist dabei das hervorragende Verhältnis aus Gewicht und Wärmeleistung.

Testbericht - SALEWA Sommerkollektion 2015: Pisetta - warme Isolationsschicht mit Kunstfaserfüllung aus Primaloft  (©airFreshing.com)

Unser Fazit:

Trotz der recht dünn wirkenden Füllung überzeugt das Material durch mollig warmen Tragekomfort. Das Gute daran, die Jacke trägt nicht auf und liegt dank sportlichem Schnitt eng am Körper an. Dadurch kann die Pisetta problemlos auch als Second Layer unter einer Hardshell getragen werden. Der Frontreißverschluss mit hinterlegter und durchgehender winddichter Leiste hält kalten Wind in Schach, während der hoch gezogene und mit Fleece weich gefütterte Kragen für noch mehr Tragekomfort sorgt. Die beiden Einschubtaschen bieten ausreichend Platz zum Wärmen der Hände, während die kleine RV-Brusttasche zum Verstauen von kleineren Dingen dient. Und um das alles noch abzurunden, ist die Pisetta im alltagstauglichen Design gehalten, weshalb sie nach dem Gipfelsturm im Grunde genommen gar nicht mehr ausgezogen werden muss.

Die Details:
Material: TEXAPORE O2+ 2.5L RIPSTOP (2,5-Lagen), TEXAPORE O2+ HYPROOF 3L (3-Lagen), beides zu 100% Polyamid
Gewicht 365 g
Preis: 179,95 Euro (UVP)

Sassongher PL Jacket – flexibel dehnbare Softshelljacke

Die leichte Softshelljacke ist aus einem angenehm weichen und flexibel dehnbaren Polarlite-Gewebe gefertigt, das aus aus besonders feinen Fasern besteht. Aufgrund des hohen Elasthananteils wird die Bewegungsfreiheit dadurch nicht eingeschränkt, weshalb sich die Sassongher für den Einsatz bei diversen Outdooraktivitäten eignet. Für noch mehr Tragekomfort sorgen die elastischen Bündchen mit praktischen Daumenschlaufen. Mesh-Einsätze unter den Armen erhöhen die Atmungsaktivität noch zusätzlich.

Testbericht - SALEWA Sommerkollektion 2015: Sassongher - versteckte Geheimtasche für Schlüssel und Co. (©airFreshing.com)

Unser Fazit:

Die Softshelljacke überzeugte vor allem durch ihren sportlichen Schnitt und die flexiblen Eigenschaften des verarbeiteten Materials. Auf der Haut fühlt es sich wunderbar weich an, wärmt an kühleren Tagen und sorgt bei schweißtreibenden Aktivitäten jederzeit für ein optimales Körperklima. Auch in punkto Tragekomfort kann die Sassongher punkten. So macht der sportlich geschnittene Second Layer jede Bewegung mit, sei es nun als wärmende Schicht beim Klettern oder an kühleren Tagen unter einer Hardshell getragen. Lediglich die Daumenschlaufen fallen für unseren Geschmack etwas zu eng aus, weshalb diese bei Personen mit kräftigeren Fingern unter Umständen etwas einschneiden können. Ein weiterer Kritikpunkt ist der Kragen: Zwar ist dieser wunderbar hochgezogen und bietet in Kombination mit der eng anliegenden Kapuze einen effektiven Schutz vor Wind und Wetter. Dennoch fällt er viel zu eng aus und drückt – komplett geschlossenen – unangenehm am Hals.

Die Details:
Material: 88% Polyester, 12% Elastan (Hauptmaterial); 80% Polyester, 20% Elastan (Einsätze)
Gewicht ca. 446 g
Preis: 119,95 Euro (UVP)

Sassolungo Dry S/S – ultraleichtes Funktionsshirt

Das ultraleichte Shirt ist vielseitig einsetzbar und pflegeleicht. Laut Hersteller soll das schnelltrocknende Dry’ton Material die Feuchtigkeit bei schweißtreibenden Aufstiegen zuverlässig aufnehmen, ebenso zügig ableiten und so für ein optimiertes Körperklima sorgen. Dank Polygiene® Veredelung soll zudem das Wachstum von Mikroorganismen wie z.B. Bakterien und Pilzen verhindert werden, um die Entstehung übler Gerüche effektiv zu unterbinden. Ein integrierter UV Schutz (50+) komplettiert die Ausstattung des leichten First Layers.

Testbericht - SALEWA Sommerkollektion 2015: Sassolungho - ultraleichtes und flexibles Shirt für diverse Einsatzgebiete  (©airFreshing.com)

Unser Fazit:
Das Sassolungo trägt sich wunderbar weich auf der Haut. Auch die flexiblen Eigenschaften machen das Funktionsshirt zu einem perfekten Begleiter beim Klettern oder Bergsteigen. Nur in punkto Atmungsaktivität kann das Dry’ton Material nicht zu 100% überzeugen. So nimmt es den Schweiß zwar schnell auf, transportiert ihn jedoch nicht nach aßen hin ab. Dadurch kann es bei stark schwitzenden Trägern durchaus vorkommen, dass das Shirt auf der Haut klebt. Etwas unangenehm, wenn am Gipfel dann doch einmal ein kühles Lüftchen zieht. Als größtes Manko bewerten wir jedoch die versprochenen geruchsneutralen Eigenschaften. Trotz antibakterieller Polygiene® Veredelung reicht es je nach Einsatz für maximal eine Tagestour. Schwitzt der Träger allerdings recht heftig, kann das Material auch schon deutlich früher Gerüche annehmen.

Die Details:
Material: 100% Polyester mit Polygiene®-Veredelung
Gewicht 110g (Größe M)
Preis: 39,95 Euro (UVP)

Grivola DST Pant – Tourenhose für den Ganzjahreseinsatz

Das leichte und leistungsstarke Durastretch-Material der Tourenhose sorgt in Kombination mit dem Zwickeleinsatz im Schritt für maximale Bewegungsfreiheit. Das Bambooskin Außenmaterial ist zudem robust genug, um den Kontakt mit Felsen problemlos wegzustecken und kleinen Schauer standzuhalten. Dem nicht genug ist das Softshell-Material auch noch atmungsaktiv, schnelltrocknend und geruchsneutral. Für eine optimale Passform und besten Tragekomfort sorgt das Design im Bodymapping-Prinzip, ergänzt durch eine integrierte Weitenverstellung des Hosenbunds und ergonomisch vorgeformten Knien.

Die Hosenbeine können ebenfalls über einen Reißverschluss bis auf Höhe der Wadenbeine in der Weite variiert werden. Der vollelastische Saum ist für einen besseren Halt mit rutschfesten Silikonprints, einem Schuhhaken sowie zwei Innenschlaufen zur Fixierung einer Skischuhschlaufe ausgestattet. Für den alpinen Einsatz mit Steigeisen oder Tourenski verfügt die technische Softshell-Hose zudem über einen mit Kevlar verstärkten Kantenschutz. All das wird abgerundet durch zwei RV-Einschubtaschen und eine auf dem Oberschenkel platzierte RV-Tasche, die ausreichend Platz für Kartenmaterial und Co. bietet.

Testbericht - SALEWA Sommerkollektion 2015: Grivola - aufgesetzte Taschen mit viel Platz (©airFreshing.com)

Unser Fazit:
Die Grivola hat sich recht schnell zum Lieblingsteil gemausert, schließlich weiß die Tourenhose durch viele durchdachte Details und funktionale Eigenschaften zu überzeugen. Das atmungsaktive Softshell-Material fühlt sich selbst ohne Funktionsunterwäsche getragen angenehm weich auf der Haut an und macht jede Bewegung mit. Der sportliche Schnitt ist eng anliegend, schneidet aber dennoch nicht ein oder bewirkt ein beklemmendes Gefühl. Eine wirklich geniale Passform. Wer allerdings Tights nicht wirklich mag, sollte entweder auf eine Nummer größer setzen oder sich nach einem anderen Hosenmodell umsehen.

Auf jeden Fall fühlt man sich in der Grivola pudelwohl, egal ob man gerade beim Wandern Höhenmeter schrubbt, bei einer alpinen Tour den Felskontakt sucht oder per Mountainbike den Zustieg verkürzt. Ganz zu schweigen von der Atmungsaktivität der Hose, dank der man selbst bei anstrengenden Touren kaum ins Schwitzen gerät. Der Kantenschutz ist dezent gehalten und stört nicht beim Laufen, bietet aber dennoch genügend Schutz gegen scharfkantige Ski oder Steigeisen. Sinnvoll ist auch der Schuhhaken, der dafür sorgt, dass die Hosenbeine beim Queren von Schneefeldern nicht hochrutschen. Bei der Grivola sucht man also vergeblich nach wirklich kritisierbaren Dingen: Lediglich die Druckknöpfe am Saum sind recht schwergängig und könnten bei zu kräftigem Ziehen unter Umständen ausreißen.

Die Details:
Material: Durastretch Bambooskin 181 BS (64% Polyamid, 25% Polyester, 11% Elasthan)
Gewicht 460g (Größe L)
Preis: 179,95 Euro (UVP)

Mio 2.0 DST Shorts – flexibel einsetzbare Allroundshort

Egal ob beim Wandern, Klettern, Trekking, auf Reisen oder bei heißen Tempertaturen im Alltag, die flexible Short aus Durastretch Bi-Elastic 4-Wege-Stretchmaterial macht überall eine gute Figur. Für eine optimale Passform ist der teilelastische Bund zusätzlich noch mit Gürtelschlaufen ausgestattet, während der gesamte Schnitt der kurzen Hose recht sportlich ausfällt. Doch trotz des eng anliegenden Designs engt die Hose nicht ein oder behindert die Bewegungsabläufe. Ausreichend Stauraum bieten die beiden RV-Außentaschen, die Gesäßtaschen sowie die am rechten Bein aufgesetzte Beuteltasche mit Klettverchluss.

Testbericht - SALEWA Sommerkollektion 2015: Mio 2.0 Pant - die short ist extrem flexibel und macht jede Bewegung mit (©airFreshing.com)

Unser Fazit:
Die Mio 2.0 zählt mittlerweile zu unseren absoluten Lielingsteilen und wird nicht nur am Berg, sondern auch im Alltag getragen. Die kurze Hose ist viel mehr als nur eine Short, sie ist Wander-, Kletter-, Trailrunning- und Mountainbike-Hose in einem. Gerade das flexible und dehnbare Softshell-Material macht die Short zu einem wahren Allrounder. Da sitzt einfach alles wie es soll. Für schnelle und bewegungsgintensive Aktivitäten ist die körperbetonte Passform genau das Richtige. Einziger Kritikpunkt sind die Taschen der Short: So sind die Einschubtaschen recht schmall geschnitten und nichts für kräftige Handgelenke. Die Gesäßtaschen sowie die aufgesetzte Beuteltasche sind zwar leichter zugänglich, allerdings kann es unter Umständen passieren, dass bei ausladenden Bewegungen die darin verstauten Gegenstände verloren gehen.

Die Details:
Material: 88% Polyamid, 12% Elastan mit Wicking-Veredelung (Hauptmaterial)
Gewicht 279g
Preis: 79,95 Euro (UVP).

Travel Light Ankle Socks – bequeme Trekkingsocken

Die knöchelhohen Trekking- bzw. Wandersocken sind schnelltrocknend, leicht und wärmeregulierend. Ein hoher Anteil an Merinowolle sorgt zudem für ein optimiertes Fußklima, da das Material Feuchtigkeit besser aufnimmt und nach außen hin ableitet. Ventilierte Einsätze auf dem Spann sorgen zusätzlich für eine verbesserte Luftzirkulation. Die besonders beanspruchten Stellen sind verstärkt.

Unser Fazit:
Anfangs waren wir ob des recht hohen Kunstfaseranteils etwas skeptisch, da diese oft für schwitzige Füße sorgen. Allerdings versöhnte uns die Merinowolle mit einem optimalen Tragekomfort – ohne qualmende Füße. Die Socken liegen eng an und reiben selbst nach einer langen Tour nicht unangenehm auf der Haut. Wir hatten sie sowohl beim Joggen, Wandern oder Biken dabei und waren durchweg zufrieden.

Die Details:
Material: Elastan 2%, Polyamid 55%, Wolle 43%
Gewicht: ca. 37 g
Preis: 14,95 Euro (UVP)

SALEWA Sommerkollektion – unser Gesamtfazit:

Unabhängig von so manchen kleineren oder größeren Kritikpunkten was Passform oder Funktionalität betrifft, kann sich die erste Sommerkollektion nach dem großen Markenrelaunch wirklich sehen lassen. Allein die farbenfrohe und moderne Designsprache macht schon Spaß. Und in punkto Funktionalität bleibt sich die Bergsportmarke nach wie vor treu und überzeugt noch immer durch einen überaus hohen Qualitätsanspruch. Zu Recht mag so mancher Stammkunde bemängelt haben, dass sich die Bozener Outdoormarke viel zu weit von den eigenen Wurzeln entfernt habe und nur auf den fahrenden Zug des “immer leichter, schneller, weiter” aufspringen will. Aber diese Vorbehalte sind mehr als nur unbegründet. Alles ist bis ins Detail durchdacht und man merkt, dass sich die Produktentwickler wirklich Gedanken gemacht haben. Und was am Ende wirklich zählt, ist doch das was drin steckt. Und da hat SALEWA nicht zuviel versprochen – Schicht für Schicht und von Kopf bis Fuß.

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Testbericht – SALEWA Sommerkollektion 2015: Schicht für Schicht bestens gerüstet für ambitionierte Bergtouren

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