Testbericht – Salomon Speedcross 4 GTX & LEKI Micro Trail Pro Ein glücklicher Gewinner auf Wander- und Testtour beim Karwendelmarsch


 
06.09.16
 

Im Rahmen eines „Gewinnspiels“ von Salomon und Leki haben wir einem unserer Leser die Mögichkeit gegeben, einen Trailrunning-Schuh noch vor Verkaufsstart zu testen. Über Facebook riefen wir hierfür die Fans von airFreshing.com dazu auf, sich für diese einmalige Chance zu bewerben. Überzeugen konnte uns am Ende Andreas aus München, der sich mit einem witzigen Beitrag ganz klar qualifizierte. Im Anschluss daran stellten wir dem leidenschaftlichen Bergsportler und Trailrunner ein Package bestehend aus dem von uns selbst parallel getesteten Salomon SpeedCross 4 GTX Trailrunning-Schuh und den LEKI Micro Trail Pro Faltstöcken zur Verfügung. Beim diesjährigen Karwendelmarsch kam das „Trio“ dann direkt zum Einsatz. Hier ist der etwas andere Test- und Eventbericht von unserem glücklichen Gewinner.

„Gut durch“ beim Karwendelmarsch – auf Testtour durch die Alpen

Wenn im August die S-Bahnen wie ausgestorben wirken, im Büro die Flure verwaist sind und dafür der Stau um München von Nürnberg bis nach Salzburg reicht, ist es an der Zeit, die letzten Vorbereitungen zu treffen und noch fleißig ein paar Höhenmeter zu sammeln, um fit zu sein für den Karwendelmarsch. Hinsichtlich Ausrüstung wurde mir in diesem Jahr einige Entscheidungen abgenommen. Die Wahl der Schuhe fiel auf das Modell Speedcross 4 GTX von Salomon, der mir zum Testen zur Verfügung gestellt wurde. Bei den schwierigen bergauf und –ab Passagen sollte mich in diesem Jahr das Highend-Modell von Leki, die Micro Trail Pro Trailrunning Stöcke, unterstützen.

Eine bessere Gelegenheit als die 52km quer durchs Karwendel zu marschieren, gibt es eigentlich gar nicht, um den Schuhen und Stöcken gehörig auf den Zahn zu fühlen. Aber Schritt für Schritt.

Testbericht - Salomon Speedcross 4 GTX & LEKI Micro Trail Pro: Ein glücklicher Gewinner auf Wander- und Testtour beim Karwendelmarsch (© airFreshing.com / Andreas K.)

Wie gewohnt startete der Karwendelmarsch um sechs Uhr in der Früh. Da ich zum Einchecken am Vorabend zu spät dran war, musste das noch vor dem Start erledigt werden. Die Wettkampf-Aufregung tat ihr Übriges und viel Schlaf fand ich in der Nacht auch nicht wirklich. Frühmorgens um vier schlenderte ich gemütlich in Badelatschen mit einem Kaffee in der Hand zum Startbereich, checkte ein und war nach wenigen Minuten wieder am nahen Campingplatz, um in Ruhe frühstücken und meinen Rucksack mehrmals ein- und umpacken zu können. Kurz vor halb sechs schnürte ich mein Schuhwerk und sattelte den Rucksack. Auf gehts!

Bei den ersten Touren in den neuen Schuhen fiel mir bereits auf, dass die Schnürung sehr fest angezogen werden muss, um nicht mit der Ferse hoch und runter zu rutschen. Dass die Füße bei der Quicklacing-Schnürung eingeengt und abgeschnürt werden, bleibt glücklicherweise aus. Der Schuh bietet insgesamt einen festen Halt, an die harte Schnürung musste ich mich aber erst noch gewöhnen.

In diesem Jahr hatte ich mir vorgenommen weiter vorne zu starten, um auf den ersten Metern nicht im Gewimmel stecken zu bleiben. Aber ehe ich mich versah, war das Gedränge vor dem Start schon so groß, dass ich wenig Lust verspürte mich noch nach vorne zu mogeln. So begann ich relativ weit hinten und überquerte kurz nach sechs die Startlinie. Auf den ersten Kilometern ist es wie an der Kasse im Supermarkt. Nur wird niemand böse angeschaut beim Überholen. Aber mühselig ist es schon. Der Weg ist zwar breit, aber auch voll und zusätzlich muss man aufpassen nicht von einem wild geschwenkten Stock abgestochen zu werden. Das Feld zog sich glücklicherweise bald in die Länge und spätestens nach der zweiten Verpflegungsstation am Karwendelhaus war ich aus dem Gröbsten raus. Bis hier führt die Forststraße gemächlich in die Höhe, die Beine haben genug Zeit sich warmzulaufen und die Füße finden den Weg von ganz von allein, sodass der Kopf die aufgehende Sonne und die zauberhafte Morgenstimmung im Tal genießen kann. Kurz vor der Pause kam allerdings der erste ernstzunehmende Anstieg, ab dem sich der Stockeinsatz durchaus lohnt, allein schon aufgrund der neu gewonnenen räumlichen Freiheit.

LEKI Micro Trail Pro als Stütze beim Karwendelmarsch (© airFreshing.com / Andreas K.)

Die Leki Micro Trail Pro habe ich die ersten 18km eigentlich nur locker nah am Körper getragen. Von der Größe her hätte ich das Paar auch zusammengeklappt in meinem kleinen Rucksack transportieren können, wollte aber später nicht noch groß rumwühlen müssen. Die dreigeteilten Stöcke lassen sich sekundenschnell aufklappen und zusammenfalten und werden in einem praktischen Säckchen geliefert, in dem sie schön aufgeräumt gelagert oder ohne zu verkanten im Rucksack verstaut werden können. Das Gewicht von weniger als 200g pro Stock ist phänomenal. Auch wenn ich anfangs etwas Zweifel an der Stabilität hatte. Die Schlaufen lassen sich per Klett um die Hand schnallen und sind mit einer kleinen Öse fest mit den Stöcken verbunden. Diese Verbindung lässt sich aber schnell lösen, wenn auch etwas umständlich, je nach Handhaltung, indem man einen kleinen Hebel an der Spitze des Stocks nach hinten zieht und gleichzeitig mit der Schlaufe nach oben aus der Halterung rutscht. Durch die feste Verbindung von Stock und Schlaufe liegen die Trekkingstöcke sehr gut in der Hand. 

Nach einer kurzen Stärkung am Karwendelhaus, an dieser Stelle ein Lob an die Organisatoren und freiwilligen Helfer für die vorzügliche Verpflegung, wird der Weg deutlich spannender. Er schlängelt sich nun hinab in den kleinen Ahornboden, wird schmaler und felsiger und die Füße vertrauen auf die Augen, dass der Landeplatz für die Sohlen auch passend ist. Die Sonne hatte inzwischen ebenfalls gut an Fahrt aufgenommen und ließ erahnen, dass die Tour alles andere als ein Zuckerschlecken werden sollte. An den insgesamt neun Verpflegungsstationen flossen daher meist drei bis vier Becher Wasser, Holundersaft, Tee und andere Flüssigkeiten in die durstigen Kehlen.

In 11 Stunden und 11 Minuten vom Start zum Zieleinlauf

Hat man sich im kleinen Ahornboden noch gefühlt wie im Bilderbuch und sich gewünscht, man könne hier einfach mit den Kühen grasend den Rest des Tages verbringen, wacht man aus diesem schönen Tagtraum schnell wieder auf, sobald es gen Falkenhütte geht. Erst im Wald, später in der prallen und mittlerweile gnadenlosen Sonne, zieht sich der Weg in Serpentinen mehrere hundert Höhenmeter hinauf. Erreicht man die Falkenhütte, hat man zwar schon gut 30km und einen großen Teil der Höhenmeter hinter sich, dafür läuft der Schweiß aber auch literweise den Rücken hinab. Passenderweise saß der erste offizielle Fotograf genau am letzten Anstieg und erwischte die meisten Wanderer und Läufer in ihrem wohl besten Moment. Die Aussicht von der Falkenhütte ist einfach grandios. Wer hier den Blick noch nicht hat schweifen lassen, dem ist dringend anzuraten, vorbeizukommen und am Besten noch eine Nacht in der Hütte zu verbringen. Von der Eng ist das idyllische Plätzchen nicht allzu weit und gut zu erreichen. Genau dort ging es auch als Nächstes hin. Von der Falkenhütte aus muss man kurz hinab auf einen Pfad entlang der majestätischen Felswand unterhalb der Lalidererspitze, dann wieder ein paar Meter hinauf durch das Hohljoch und anschließend lange hinab bis zur Eng im Großen Ahornboden.

Einziges Manko beim Salomon Speedcross 4 GTX war die Quicklacing-Schnürung (© airFreshing.com / Andreas K.)

Mit dem Grip der Salomon Speedcross 4 GTX war ich bis hierhin sehr zufrieden. Das grobstollige Profil erinnert auf Teerstraßen an einen Geländewagen auf der Autobahn, spielt im Gelände aber seine Stärken voll aus. Der Schuh klebt nahezu am Berg und vermittelt einen sicheren Halt und ein optimales Trittgefühl. 

Übertreiben sollte man es trotzdem nicht. Im Abstieg zur Eng eilte ich doch etwas zu schnell durch ein kleines Bachbett, sodass der Schuh auf dem nassen Fels und in einem unglücklichen Winkel kein Halt fand und ich etwas unsanft in das Steinbett stürzte. Es sah vermutlich schlimmer aus als es war, da mich gleich ein halbes dutzend Mitwanderer ansprach, ob alles ok sei. Etwas vorsichtiger und mit leicht wackeligen Knien ging es danach weiter hinab zur Eng. Ich bin, was „am Stock gehen“ anbelangt, in den letzten Jahren immer etwas hin und hergerissen gewesen. Auf Trekkingtouren mit schwerem Rucksack ein Muss, auf kurzen Wandertouren eher störend, war ich lange ohne unterwegs.

Aber gerade mit leichten Stöcken wie den Micro Trail Pro hat man ein wunderbares Werkzeug zur Hand. Bergauf, aber insbesondere auch bergab, eine durchaus nützliche Hilfe. Wie anfänglich erwähnt, hatte ich Zweifel, ob man dem leichten Stock bei Belastung so wirklich vertrauen kann. Bei dem Sturz stützte ich mich seitlich auf den Stöcken ab und habe einen Großteil der Kraft übertragen können und bin daher recht glimpflich davon gekommen. Leicht, aber dennoch stabil. Der einzige Nachteil ist ein leichtes Zittern in den Stöcken bei hoher Belastung bergab. 

Nach einer kurzen Pause und einer Erfrischung in der Eng verrät ein Blick auf das Höhenprofil, dass die bereits absolvierten 35km nur das Aufwärmprogramm waren. Steiler als bisher geht es anschließend über gefühlt endlose Serpentinen hoch hinauf auf den Binssattel. Während ich mich in der Eng noch nahezu frisch fühlte, hatte ich hier zum ersten Mal richtig zu kämpfen. Die Sonne brannte in dem schattenlosen Südhang derart nieder, dass ich mich „gut durch“ gegart fühlte, während ich die letzten Höhenmeter des Tages erklomm. Wie ein Lindwurm zog sich die Schlange der Wanderer hinauf und der Berg schien kein Ende zu nehmen. Kurz vor mir wurde plötzlich laut frohlockt und nach ein paar Minuten schaute auch ich hinab ins Tal und auf die letzten Kilometer.

Die sonne brannte gnadenlos herunter (© airFreshing.com / Andreas K.)

Im steilen Abstieg konnten Schuhe und Trekkingtöcke noch einmal so richtig zeigen, was sie können und dann hieß es nur noch Kilometer sammeln. Ab Kilometer neun wurde runtergezählt. Leider verflogen die letzten Meter nicht so schnell wie die ersten und der lange Weg auf breiten Forststraßen lies sich nur dank netter Gespräche gut meistern. Schon bald war das Ortsschild erreicht und nach ein paar Metern lief ich gut gelaunt und erstaunlich entspannt durchs Ziel. Mit elf Stunden und elf Minuten bin ich zwar eine halbe Stunde langsamer als im Vorjahr, dafür um viele nette Bekanntschaften und ein paar interessante Unterhaltungen reicher.

Das Gesamtfazit zum Testpaket von Andreas:

Herzlichen Dank an die Orga für die tolle Veranstaltung und natürlich auch an Leki und Salomon für die super Testausrüstung, die ich noch fleißig in deren natürlichen Lebensräumen nutzen werde.

LEKI Micro Trail Pro:

Pro:
–          Sehr leicht
–          Schnell und einfach falt- und aufklappbar
–          Schönes, auffälliges Design
–          Guter Halt durch feste Handschlaufen
–          Angenehme Haptik am Griff

Contra:
–          Lösen der Schlaufe vom Griff nicht ganz einfach
–          Leichtes Zittern der Stöcke bei Belastung

Salomon Speedcross 4 GTX:

Pro:
–          Ansprechendes Design
–          Guter Halt, bei richtiger Schnürung
–          Extrem griffige Sohle
–          Leicht und angenehm zu tragen

Contra:
–          Muss sehr eng geschnürt werden
–          Kein seitlicher Schutzrand

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