Testbericht – Exped Skyline 15 & Gregory Maya 16 Funktionale Tagesrucksäcke für kurze oder mittlere Wander- und Bergtouren


 
02.10.19
 

Jeder Wandersmann bzw. jede Wandersfrau dürfte mindestens einen davon im Schrank haben. Die Rede ist vom klassischen Tagesrucksack, in dem Brotzeit, Regenjacke und Co. gut verstaut mit auf Tour gehen. Daypacks gibt’s von unzähligen Herstellern und in vielen verschiedenen Bauarten: Sei es nun als Top- oder Frontloader, mit und ohne Deckel, am Rücken anliegend oder mit Netz, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Größe fällt dabei recht unterschiedlich aus. Zumeist bieten Tagesrucksäcke ein Volumen zwischen 15 und maximal 30 Litern. Je nachdem wie minimalistisch man unterwegs sein möchte, reichen aber auch 10 Liter – oder sogar noch weniger, um die wichtigsten Utensilien mit dabei zu haben. Um “beschwingt” unterwegs zu sein, sollte der Tagesrucksack möglichst wenig Eigengewicht auf die Waage bringen. Allzu minimalistisch ist aber auch nicht immer das Wahre, da der Komfort leiden kann. Mit  600 Gramm bis maximal 1,2 Kilo kommt man aber meistens ganz gut zurecht.

Wir haben uns mit zwei neuen Modellen von Gregory und Exped auf Tour begeben, die mit ihren 15 bzw. 16 Litern unserer Einschätzung nach die Kategorie “Tagesrucksack” am besten erfüllen: Gerade groß genug für alles, was man bei einer normalen Wanderung ohne Klettereinlagen oder Gletscherpassagen so benötigt, ohne auf einen kleinen Extrariegel oder zusätzlichen Proviant für den Vierbeiner verzichten zu müssen. Wir stellen euch den Gregory Maya 16 für Frauen (Pendant zum Herrenmodell Miwok) sowie das Unisex-Modell Skyline 15 von Exped genauer vor.

Gregory Maya 16 – funktionaler Tagesrucksack für Frauen

Egal ob schnelle Wanderung oder gemütliche Feierabendrunde – ein guter Tagesrucksack sollte nicht nur perfekt passen, sondern auch auf dem Rücken kaum bemerkbar sein. Der Maya 16 verspricht mit seinem Biosync Tragesystem genau das zu erfüllen und bietet trotzdem genügend Platz für alle Habseligkeiten, die man bei einer kurzen oder ausgedehnten Tagestour mit im Gepäck haben sollte.

Neben seinem Hauptfach bietet der Rucksack ein kleines Fach für den kratzfreien Transport von Sonnenbrille oder elektronischen Geräten. An den Seiten befinden sich zwei Mesh-Taschen, in denen beispielsweise Trinkflaschen griffbereit verstaut werden können. Der Maya 16 besitzt aber auch noch ein separates Fach für Trinksysteme mit entsprechendem Ausgang für den Trinkschlauch. Im Inneren hat das Modell zudem ein Organisationsfach für Kleinigkeiten wie Geld oder Ausweis. Hier darf natürlich auch ein Schlüsselclip nicht fehlen. Wer noch mehr Stauraum benötigt, der findet am Hüftgurt zwei großzügige RV-Taschen. Außerdem besitzt der Maya noch eine Stretch-Netztasche für Kletter- oder Fahrradhelm sowie eine Befestigungsmöglichkeit für Trekkingstöcke.

Wer etwas mehr oder auch weniger Platz als 16 Liter benötigt, für den gibt es den Maya auch noch in der 10 Liter bzw. 22 Liter Version. Das Pendant für Herren ist der Miwok, der mit 18 und 24 Litern angeboten wird.

Das af-Testurteil von Vroni: Bequemes Platzwunder mit 16 Litern

Der Maya 16 erfüllt nahezu sämtliche Anforderungen mit Bravour, die ich an einen Allround-Tagesrucksack stelle. Die Platzeinteilung ist sehr durchdacht und es lässt sich wunderbar Ordnung halten. Dabei schafft es das Modell auch vollgepackt sehr gut in Form zu bleiben und nicht zu wuchtig zu wirken. Sehr praktisch sind die großzügig konzipierten Taschen am Hüftgurt, die viel zusätzlichen Stauraum bieten, wenn das Hauptfach schon voll ist. Ein nettes Extra ist auch die Netztasche vorne am Rucksack für Kletter- oder Fahrradhelm, die dank ihrer Elastizität nicht stört, wenn man ohne Helm unterwegs ist. Allerdings darf der Helm nicht zu klobig sein, sonst passt er nicht mehr in das vorgesehen Fach, das eher klein ausfällt.

Ein Highlight ist definitiv das Tragesystem. Ich persönlich mag Kontakt-Tragesysteme viel lieber als Abstandsnetze. Diese belüften zwar gut den Rücken, allerdings fühlt sich der Rucksack dann immer wie ein Fremdkörper an und sorgt gerade an technisch anspruchsvolleren Passagen für ein gewisses Ungleichgewicht. Gregory schafft mit seinem Biosync System eine angenehme Kombination: So liegt der Rucksack sehr gut an und trägt sich extrem komfortabel. Dank des Ventilationsrückens schwitzt man aber auch bei hohen Temperaturen nicht zu sehr und der Rücken bleibt angenehm trocken. Hüft- und Schultergurte sind angenehm gepolstert und schneiden nicht ein. Hervorzuheben ist außerdem, dass das Tragesystem verstellbar ist und auf die persönliche Rückenlänge indiviuell angepasst werden kann, was bei einfachen Tagesrucksäcken alles andere als selbstverständlich ist.

Ein kleiner Kritikpunkt für mich ist die fehlende Regenhülle. Ich persönlich denke einfach nie daran, einen extra Regenschutz mitzunehmen. Außerdem passt der separat erhältliche Regenschutz zumeist nicht richtig und nimmt viel zu viel Platz weg, als die bereits vom Hersteller integrierte Hülle am Rucksackboden. Kein großes Drama, denn bei einer Tagestour ist es auch nicht weiter schlimm, wenn man mit nassem Inhalt nach Hause kommt. Aber nett wäre eine Regenhülle eben trotzdem.

Das Gesamtfazit: Die Vor- und Nachteile im Überblick

Mit dem Maya 16 liefert Gregory einen komfortablen und praktischen Begleiter für kurze aber auch lange Tagestouren. Das Modell überzeugt durch sein durchdachtes Tragesystem, zahlreiche praktische Extras und viel Stauraum.

+ bequemes Tragesystem
+ gute Luftzirkulation am Rücken
+ angenehm gepolsterte Hüft- und Schultergurte
+ viel Stauraum und intelligente Platzeinteilung
+ Netzfach für Helme
+ Trinksystem kompbatibel

– keine Regenhülle

Die Details:
Besonderheiten: BioSync-Tragesystem, 2 Seitenfächer, 1 Frontfach, 2 Taschen am Hüftgurt, Frontfach dient als Helmhalter, Kompressionsriemen, Lasche für Bike-Licht
Material: 210D Honeycomb Cryptorip HD Nylon, 420D High-Density Nylon, 135D high-density embossed polyester (Lining), Perforated EVA Foam (Schulterriemen)
Volumen: 16 Liter
Maße: 21.6 x 48.3 x 24.1 cm
Farben: Poppy Red / Merdian Teal / Mercury Grey
Gewicht: 750 g
Preis: 100.- Euro (UVP)

Exped Skyline 15 – Daypack für kurze und mittlere Tagestouren

Die Skyline Serie von Exped besteht aus vielseitigen Rucksäcken, die mit einem individuell regulierbaren Belüftungssystem ausgestattet sind. Das sogenannte “Switchback Tragesystem” vereint demnach gleich zwei Tragephilosophien in einem: Den Kontaktrücken für ergonomisch-körpernahes Tragen mit direktem Kontakt zum Rücken, wie man es bspw. in Kletterpassagen benötigt.

Demgegenüber sorgt der Distanzrücken ohne Abstandsnetz für beste Belüftung an heißeren Tagen oder im schweißtreibenden Aufstieg. Unterstützt wird dieser Effekt noch durch atmungsaktives 3D-Mesh, das für zusätzliche Luftzirkulation sorgen soll. Das praktische Tragesystem lässt sich dabei stufenlos und mithilfe weniger Handgriffe über einen einfachen Klettverschluss justieren. Die minimalen Kontaktpunkte an Schulter und Hüfte sollen dabei einen konstant guten Sitz und eine optimale Lastkontrolle gewährleisten.

Ansonsten verfügt der Tagesrucksack über alle Features wie auch größere Backpacks und besitzt ein paar durchdachte Gadgets. So lässt sich der Skyline 15 über die grosszügige Reissverschlussöffnung und den Frontzugang schnellstens beladen und auch auspacken. Verschiedene, innen platzierte Steck- und Reissverschlusstaschen aus robustem Netzmaterial erleichtern zudem die Organisation und die Übersicht. Hinzu kommen noch zwei seitliche Stecktaschen für Trinkflaschen und zwei auf dem Hüftgurt aufgesetzte RV-Taschen, in denen auch grössere Smartphones und GPS-Geräte ihren Platz finden. Last but not least kommt noch eine Stockhalterung, eine integrierte Regenhülle und ein wasserdichtes Außenmaterial mit 1.500er Wassersäule dazu. Fertig ist der Allrounder-Rucksack für jeden Tag.

Das af-Testurteil von Veit: Kompakter, praktischer und vor allem wasserfester Wanderrucksack mit Abzügen im Tragekomfort.

Der Skyline 15 von Exped ist nicht gerade der leichteste Wanderrucksack seiner Klasse, weiß aber durch seine robuste Außenhaut den Naturelementen zu trotzen. So wirkt der Backpack schon beim ersten in die Hand nehmen durchaus robust und ist qualitativ top verarbeitet. Besonders überzeugen kann der Rucksack durch sein durchdachtes Packsystem und einer Vielzahl an sinnvoll durchdachten Staumöglichkeiten.

So verfügt das Hauptfach über gleich vier Staufächer. Zwei aus Mesh-Netz direkt auf der Front und zwei seitlich platzierte Taschen, in denen man Flaschen hochkant einschieben kann. Hinzu kommen noch zwei großzügig dimensionierte RV-Taschen am Hüftgurt, in denen selbst größere Smartphones und auch gefaltete Karten problemlos Platz haben. Die beiden seitlichen Fächer mit Faltbalk zum Einschieben von Trinkflaschen sind zwar praktisch, aber leider etwas fummelig und auch nicht tief genug gestaltet. Somit muss man immer den Rucksack absetzen, um die Flaschen sicher einzustecken und diese zusätzlich mit den Kompressionsriemen festzurren.

Auch das Beladen des Rucksacks gestaltet sich etwas unpraktisch. Zwar verfügt der Skyline 15 über einen praktischen Frontverschluss, um schnell auf im Innenfach verstaute Dinge zugreifen zu können. Allerdings ist dieser zu klein, um den Rucksack komplett zu beladen. Packt man den Backpack hingegen über das Hauptfach, kippt der Lastenträger relativ leicht um. Ebenso klappt die Hauptöffnung viel zu leicht unkontrolliert auf. Vor allem, wenn man die innen liegenden Netzfächer etwas schwerer beladen hat, wodurch die im Rucksack verstauten Utensilien bei Unachtsamkeit schnell den Berg herunterpurzeln können.

Der Tragekomfort des Skyline 15 ist gut, allerdings transportiert das Mesh-Material bei mir die vom Körper abgegebene Feuchtigkeit in Richtung Gesäß und sorgt bei schweißtreibenden Touren für einen nassen Hintern. Fairerweise muss man hier erwähnen, dass ich generell immer sehr stark schwitze. Das spezielle Rückensystem ist zwar praktisch und zügig eingestellt, doch bei vollbepacktem Zustand reicht die Spannung nicht wirklich aus, um den Rücken adäquat zu belüften. Hervorzuheben ist hingegen das wasserfeste Obermaterial mit einer 1.500er Wassersäule, wodurch man bei einem kurzten Regenschauer nicht jedes Mal die integrierte Regenhülle aus dem Bodenfach herausziehen muss.

Das Gesamtfazit: Die Vor- und Nachteile im Überblick

Mit dem Exped Skyline 15 kann man im Grunde genommen nichts falsch machen. Der Allrounder eignet sich für die verschiedensten Aktivitäten am Berg oder im Alltag. Wir haben mit dem Backpack anspruchsvolle Tagestouren in Osttirol absolviert und waren – bis auf die oben genannten Punkte – recht zufrieden. Einzig die “Standfestigkeit” und das recht unkontrollierte Aufklappen des Hauptfachs sehen wir kritisch. Aber ansonsten erfüllt das kleine Platzwunder seine Aufgabe als Daypack mit Bravour.

+ guter Tragekomfort mit gut gepolstertem Hüft- und Tragegurten
+ Vielzahl an praktischen und sinnvoll platzierten Taschen
+ wasserdichtes Außenmaterial hält zuverlässig Feuchtigkeit ab
+ innovatives, aber etwas umständlich zu justierendes Tragesystem

– nicht voll bepackt, liegt der Schwerpunkt recht tief am Rücken
– Hauptfach klappt auf beim Öffnen leicht auf und der Inhalt purzelt heraus
– kippt recht leicht um beim Hinstellen

Die Details:
Besonderheiten: wasserfestes Außenmaterial mit 1.500 mm Wassersäule, Oeko-Tex 100 zertifizert, Trinksystem-kompatibel, Eispickel- & Stockhalterung, Frontzugriff, 2 Hüftgurttaschen, 2 Außentaschen
Material: 100% Polyamid, 210 D Robic HD Ripstop Nylon, PU beschichtet, HDPE framesheet with spring steel reinforcement (Rahmen)
Volumen: 17 Liter
Maße: 52 × 26 × 16 cm
Rückenlänge: 42 – 52 cm
Farben: Dark Violet/ Black / Deep Sea Blue
Gewicht: 1.050 g
Preis: 130.- Euro (UVP)

*Hinweis der Redaktion zur Kennzeichnungspflicht: Die hier getesteten bzw. vorgestellten Produkte wurden uns vom jeweiligen Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt. Über den Produktwert hinaus flossen keine weiteren Zahlungen oder Gegenleistungen. Das Urteil der Redaktion ist dennoch unabhängig und die spezifischen Marken haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte des Testberichts.

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