Testbericht – The North Face Women’s Ultra Endurance Funktionaler Runningschuh für flowige Trails und knackige Bergläufe


 
22.06.16
 

Wer abseits asphaltierter Straßen im Gelände seine Runden drehen möchte, der benötigt vor allem eins: passende Laufschuhe. Welches Schuhwerk dabei das richtige ist, hängt nicht zuletzt vom individuellen Können und der Schwere des Einsatzgebiets ab. Die ersten kleinen Trails vor der eigenen Haustür kann man natürlich auch problemlos mit normalen Laufschuhen bestreiten. Aber je anspruchsvoller das Terrain wird, desto höher sind auch die Anforderungen an das Schuhwerk. So weisen spezielle Trailrunningschuhe gegenüber herkömmlichen Modellen einige Besonderheiten auf: Hierzu zählt ein besonders griffiges Profil, um auch bei schlechten Bedingungen wie Nässe oder Glätte sowie unwegsamen Untergrund ausreichend Haftung und Grip zu gewährleisten. Darüber hinaus ist das Obermaterial robuster und eine hochgezogene Zehenkappe schützt den Fuß beim „Zusammenstoß“ mit Steinen, Wurzeln und Co. Die meisten Trailrunningschuhe verfügen zudem über eine geringere Sprengung (Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorderfuß) und eine weniger ausgeprägte Dämpfung als normale Laufschuhe.

Angesichts des großen Trailrunning-Booms in den letzten Jahren gibt es immer mehr Hersteller, die sich auf die Fertigung solcher Spezialschuhe verstehen. Auch der Outdoorspezialist The North Face, der den meisten Frischluftfreunden vor allem durch Bekleidung, Rücksäcke oder Zelte ein Begriff sein dürfte, hat mittlerweile einige Modelle fürs Laufen abseits geteerter Straßen im Angebot. Wir durften in den letzten Wochen bei zahlreichen kleinen und großen Offroad-Abenteuern den Women’s Ultra Endurance unter die Lupe nehmen. Zur Information für die männlichen Frischluftathleten: Das gute Stück ist auch als Herrenmodell verfügbar.

The North Face Ultra Endurance: Strapazierfähiger Trailrunning-Schuh mit Vibram-Sohle

Testbericht The North Face Ultra Endurance: Trailrunningschuh für kleine und große Offroad-Abenteuer (© The Norht Face)

Ausgestattet mit einer langlebigen und robusten Vibram Megagrip Laufsohle verspricht der Ultra Endurance auf jedem Trail perfekten Halt zu gewährleisten. Die Cradle Mittelsohlen-Technologie soll darüber hinaus Stöße auf natürliche Weise absorbieren, den Fuß stabilisieren und einen biomechanisch korrekten Schritt fördern. Für zusätzliche Dämpfung kommt eine formgepresste EVA-Zwischensohle zum Einsatz. Die stabile und zugleich flexible ESS Snake Plate sorgt laut Hersteller für leichten, strapazierfähigen Schutz im Vorderfußbereich. Da sie nicht aus einem einzigen festen Element besteht, ist sie weder von einer Seite zur anderen noch von vorne nach hinten kompromisslos hart. So soll dem Fuß ermöglicht werden, wozu er physiologisch gedacht ist: sich biegen, drehen und an wechselndes Gelände anpassen zu können. Zum Schutz vor Steinen und Co. verfügt der Ultra Endurance über aufgeschweißte TPU- und Wildleder-Verstärkungen sowie eine vorgeformte TPU-Zehenkappe. Um das Eindringen von Steinchen oder Schmutz zu verhindern, besitzt die Schuhzunge eingenähte Keileinsätzen. Geschlossen wird der Trailrunningschuh über eine klassische Schnürung mit flachen und etwas breiteren Schuhbändern.

Das af-Testurteil: Allrounder mit hohem Tragekomfort und tollem Grip

Der Women’s Ultra Endurance macht auf den ersten Blick einen sehr hochwertigen Eindruck – und das nicht nur, weil er statt im schnöden Klappkarton in einer schickem schwarzen Box mit Schubfach daherkommt. Auch die erste Anprobe überzeugt. Obwohl der Schuh etwas breit wirkt, bietet er auch schmaleren Füßen ausreichend Seitenhalt. Über die klassische Schnürung lässt sich der Ultra Endurance sehr gut eng ziehen. Einziges kleines Manko dabei: Es fehlt eine Tasche oder eine kleine Lasche zum Verstauen der Schnürsenkel. Denn gerade bei schmalen Füßen gibt es einiges an Überschuss. Generell besitzt der Schuh einen sehr hohen Tragekomfort. Er ist innen angenehm gepolstert, die dünne Schuhzunge schmiegt sich perfekt an den Fuß an und es gibt keine störenden Nähte. Das Material ist äußerst luftdurchlässig wodurch das Fußklima auch bei höheren Temperaturen und sehr schweißtreibenden Läufen angenehm bleibt. Die Schattenseite ist jedoch, dass man bei Regen oder dem Durchqueren von kleineren (Rest-)Schneefeldern und Pfützen recht schnell nasse Füße bekommt.

Testbericht The North Face Ultra Endurance: Stabil gefertigt und komfortabel- aber auch etwas schwerer als viele andere Modelle (© airFreshing.com)

Beim Laufen überzeugt der Ultra Endurance hingegen durch sein gutes Abrollverhalten, den stabilen Halt und die hervorragende Dämpfung. So läuft er sich auch auf Fortstraßen, Asphaltpassagen und längeren Etappen sehr angenehm. Der Fuß ist dank der gelungenen Fersenkonstruktion fest eingebettet, wodurch man nicht so leicht umknickt. Mit einer Sprengung von 8mm dürfte der Schuh dabei vor allem bei Trailrunning-Einsteigern Gefallen finden. Zwar hat man mit flachen Sohlen insbesondere auf sehr unebenem Untergrund bzw. in alpinen Gefilden mehr Gefühl, man muss diese allerdings auch Laufen können, was eine gewisse Erfahrung erfordert.
Das Highlight des Schuhs ist sicherlich die Vibram Megagrip Sohle. Sie sorgt auf nahezu jedem Untergrund für eine tolle Haftung und die nötige Stabilität – egal ob Fels, Wurzelpfad oder Schotter. Auch an der Traktion gibt es dabei für uns nichts auszusetzen. Wie vom Hersteller versprochen ist die Sohle sehr langlebig. Auch nach mehreren Wochen im Einsatz weist sie kaum Abnutzungserscheinungen auf. Generell ist der Schuh recht robust verarbeitet. Das Außenmaterial und die Zehenkappe schützen vor allem, was einem bei der Tour durch das Gelände vor die Füße kommt. Für diese Stabilität zahlt man im Zusammenspiel mit der Komfortpolsterung aber seinen „Preis“: Mit etwas über 500 Gramm in der Frauenvariante ist der Ultra Endurance etwas schwerer als die meisten anderen Trailrunningschuhe.

Testbericht The North Face Ultra Endurance: Gerade für Einsteiger ist der Schuh aufgrund seiner moderaten Sprengung gut geeignet © airFreshing.com)

Gesamtfazit – die Vor- und Nachteile im Überblick:

Der Ultra Endurance von The North Face ist ein toller und langlebiger Laufschuh mit sehr gutem Grip, hohem Tragekomfort und robuster Außenschicht. Er eignet sich für verschiedene Spielarten des Geländelaufs und ist insbesondere für Trailrunning-Einsteiger geeignet.

+ tolle Haftung und sehr gute Traktion
+ hervorragende Dämpfung und hoher Komfort
+ robuste Außenschicht und schützende Zehenkappe
+ sehr gutes Abrollverhalten
+ stabiler Halt auch bei etwas schmaleren Füßen
+ Langlebig und hochwertig verarbeitet
+ vielseitig einsetzbar
+ dank moderater Sprengung auch für Einsteiger geeignet

– mit etwas über 500 Gramm nicht gerade ein Leichtgewicht
– Nässe kann schnell eindringen
– keine Tasche oder Lasche zum Verstauen der Schnürsenkel

Die Details:

Material: Obermaterial: Textil/Synthetik mit Mesh; TPU- und Wildleder-Verstärkungen im Mittelfußbereich; Innenmaterial: Textil
Besonderheiten: Schützende, vorgeformte TPU-Zehenkappe; Schuhzunge mit eingenähten Keileinsätzen zum Schutz vor eindringenden Steinchen; Ultra Protect™ CRADLE™ Technologie zur Stabilisierung der Ferse; formgepresste EVA-Zwischensohle mit einheitlichem Härtegrad; Vibram® Megagrip Laufsohle für langlebigen, griffigen Halt bei allen Bedingungen; ESS Snake Plate™ Vorderfuß-Schutz
Sprengung: 8 mm
Farben: Bluebird/Budding Green, Blue Quartz/Rocket Red, Foil Grey/Sweet Violet
Größe: 37– 41 (auch halbe Größen)
Gewicht: ca. 510 Gramm (pro Paar, Gr. 38)
Preis: 130,- Euro (UVP)

Ein Kommentar zu
Testbericht – The North Face Women’s Ultra Endurance: Funktionaler Runningschuh für flowige Trails und knackige Bergläufe

  1. Pingback: Testbericht - Trailrunning Laufschuhe | airFreshing.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bilder