Testbericht – The North Face Ventrix Jacket Die „atmende“ Isolationsjacke für Berg- und Outdoorsportler


 
25.10.17
 

Jacke an, Jacke aus. Oder doch wieder an?! Egal ob beim Bergsteigen, Klettern, Trailrunning oder auf Skitour – jeder Outdoorsportler kennt das leidige Problem, bei kühleren Temperaturen auf Tour zu gehen. Denn wenn das Belastungsniveau steigt, ist es mit geschlossener Jacke schnell zu warm, mit Shirt oder Longsleeve alleine jedoch einfach zu kalt. Natürlich kennen auch die Outdoorexperten bei The North Face diese Problematik nur allzu gut und haben daher fleißig an einer Lösung getüftelt. Für die Herbst-Wintersaison 2017/18 präsentieren die US-Amerikaner nun ihren neuesten Geniestreich: Eine Jacke, die atmet, wenn man sich bewegt. Das innovative Isolationsmaterial namens Ventrix verspricht die Körpertemperatur dank eines dynamischen Belüftungssystems optimal zu regulieren. Bei stärkerer Belastung soll man dadurch nicht ins Schwitzen geraten, aber gleichzeitig auch bei Stillstand nicht frieren.

Nachdem die ISPO Award Jury die Innovation bereits mit einem Gold Award bedacht hat, wollten auch wir uns von den Qualitäten der neuen Technologie überzeugen und haben die Ventrix Jacke mit auf Tour genommen. Im Testbericht verraten wir euch, wie sich das gute Stück generell geschlagen hat.

The North Face Ventrix Jacke – Isolationsjacke mit Köpfchen

Die Ventrix Jacke verspricht laut The North Face das ultimative Kleidungsstück fürschweißtreibende Aktivitäten bei kühlen Temperaturen zu sein. Dank einer 80 Gramm schweren Synthetikisolierung soll die Jacke mollige Wärme spenden. Der leichte, gewebte und wasserabweisende Oberstoff inklusive DWR-Imprägnierung ist sehr atmungsaktiv und sorgt laut Hersteller für zusätzlichen Schutz und hält Feuchtigkeit ab. Der eigentliche Clou ist aber die innovative „Slit Insulation Technology“: Dabei handelt es sich um gelaserte Belüftungsschlitze in Bereichen, in denen Athleten besonders stark schwitzen. Diese bleiben geschlossen, wenn der Träger sich nicht bewegt und halten so die Wärme im Inneren. Setzt sich der Sportler in Bewegung, öffnen sich die kleinen Luftschlitze und sorgen für eine höhere Atmungsaktivität und somit für eine optimale Regulierung der Körpertemperatur. Der Vorteil dieser Technologie liegt auf der Hand: Wenn dem Sportler durch Bewegung warm wird, dann muss er keine Bekleidungsschichten mehr ablegen, um nicht zu überhitzen. Im Umkehrschluss muss er auch bei Kälte keine zusätzlichen Schichten mehr überziehen.

Damit dieses Prinzip optimal funktioniert, besitzt die Jacke eine Active-Fit Passform. Sprich, sie ist somit körpernah und athletisch geschnitten. Geschlossen wird die Ventrix über einen durchgehenden Front-RV. Außerdem gehören zwei seitliche Einschubtaschen und eine kleine Brusttasche – jeweils mit Reißverschluss – mit zur Ausstattung dazu. Erhältlich ist die Jacke als Version mit Stehkragen oder mit Kapuze sowie als Summit Series Kollektion mit besonders abriebfestem Oberstoff.

Das af-Testurteil von Vroni: Durchdachter Wärmespender mit bestem Tragekomfort

Bei kalten Temperaturen die richtige Bekleidung zu finden, ist nicht gerade ein leichtes Unterfangen. Zwischen zu warm und zu kalt liegt oftmals nur ein sehr schmaler Grad. Ständiges An- und Ausziehen ist daher für viele Berggänger ebenso ein fester Bestandteil der Tour wie die verdiente Brotzeit am Gipfel. Mir geht es da nicht anders. Zwar friere ich nicht besonders schnell – vor allem im Vergleich zu den meisten Mädels, mit denen ich regelmäßig in den Bergen unterwegs bin – im Umkehrschluss dauert es aber nicht allzu lange, bis mir bei intensiver Anstrengung zu warm wird. Eingepackt in eine Isolationsjacke trifft man mich daher eher selten im Anstieg bei winterlichen Temperaturen. Lieber fröstle ich am Anfang der Tour ein bisschen bevor mir zu warm wird. Oder aber ich setze auf das bekannte „Jacke-an-Jacke-aus-Spiel“. Ob die Ventrix dem wirklich ein Ende setzen kann? Nach anfänglicher Skepsis und gut vier Wochen gemeinsamer Bergaktivitäten kann ich sagen: Ja, das kann sie – zumindest, wenn die Temperaturen weit genug in den Keller fallen.

Das dynamische Belüftungssystem funktioniert wirklich ausgesprochen gut und man kann die Ventrix auch im Anstieg anbehalten, ohne zu überhitzen. Während ich in anderen Jacken mit vergleichbarer Wärmeleistung bergauf bereits ins Schwitzen komme, bleibt die Körpertemperatur bei der Ventrix auf einem angenehmen Level. Für meinen persönlichen Geschmack ist die Jacke dabei vor allem ein guter Begleiter für fordernde Anstiege bei Temperaturen im einstelligen Bereich oder bei Minusgraden – egal ob nun auf Ski- oder auf Hochtour. Ansonsten ist sie mir dann doch noch etwas zu warm. Aber da hat sicherlich jeder ein anderes Wärmeempfinden. Etwas vorsichtig sollte man meiner Erfahrung nach bei Felskontakt sein. Das Obermaterial der normalen Ventrix ist recht anfällig für kleinere Cuts durch scharfkantige Steine. Wer sich also vor allem in der Vertikalen bewegt, der sollte vielleicht besser zur Summit-Series Variante greifen, deren Obermaterial etwas robuster ausfällt.

Neben der durchdachten Belüftungstechnologie weiß die Ventrix aber vor allem durch ihren großartigen Tragekomfort zu überzeugen. Ich habe selten eine Jacke erlebt, die sich so angenehm weich auf der Haut anfühlt. Auch für den Schnitt und die Bewegungsfreiheit gibt es von mir nur Bestnoten. Sie liegt eng an, ohne dabei einzuengen, macht jede Bewegung mit und hat für mich genau die richtige Länge. Dabei fällt die Jacke jedoch ein klein weniger größer aus als man es sonst von The North Face gewohnt ist. Während ich normalerweise meistens eine M trage, passte mir diesmal die Größe S bei einer Köpergröße von 1,71 m und Konfektionsgröße 38 hervorragend. Die Optik ist wie so oft im Leben absolut Geschmackssache. Meine Jacke in Signalorange gefällt sicherlich nicht Jedermann. Aber selbstverständlich gibt es auch noch andere Farben, die etwas weniger „knallig“ daherkommen. Einen Vorteil hat das Orange in jedem Fall: Auch in der herbstlichen Dämmerung bleibt man für andere Bergkameraden noch recht gut sichtbar.

Das Gesamtfazit:

Mit der Ventrix liefert The North Face eine durchdachte Isolationsjacke, die durch perfekten Tragekomfort und hohe Funktionalität überzeugt. Das ständige An- und Ausziehen beim Wechsel zwischen Belastungs- und Ruhephasen gehört mit der Ventrix weitestgehend der Vergangenheit an.

+ perfekter Tragekomfort
+ durchdachtes, dynamisches Belüftungssystem
+ hohe Atmungsaktivität
+ geringes Gewicht
+ gute Wärmeleistung bei kühlen Bedingungen
+ Material raschelt nicht
+ hochwertige Verarbeitung

– fällt etwas größer aus als für The North Face üblich
– Obermaterial der Standard-Variante könnte etwas robuster sein

Die Details:

Besonderheiten: gelaserte Mikro-Belüftungsschlitze, DWR-Imprägnierung, Synthetik-Isolierung, durchgehender Front-RV, Brusttasche mit VISLON-Reißverschluss, zwei seitliche Einschubtaschen mit RV, Bündchen mit Elastikeinfassung
Material: Hauptmaterial 92% Polyamid, 8% Elasthan; Füllung 100% Polyester; Einsätze 92% Polyamid, 8% Elasthan
Farbe: Schwarz, Aubergine, Blaugrau, Orange
Größe: XS – XL
Gewicht: 375 g (Größe M)
Preis: 220,- Euro (UVP)

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