Testbericht – Trailpacks, Trinkrucksäcke & Laufwesten Gut geschultert ist halb gerannt – multifunktionale Rucksäcke für Trailrunner


 
13.02.17
 

Trailrunning ist DER aktuelle Trendsport und immer mehr Menschen wechseln vom harten Untergrund der Asphaltstraße auf weich gepolsterte Wald- und Wiesenwege. Wer abseits befestigter Wege unterwegs sein will, braucht allerdings keinen sperrigen Wanderrucksack oder einfach nur einen Trinkgürtel wie beim Marathon. Vielmehr werden sogenannte Trailpacks geschultert, die ganz spezifische Anforderungen erfüllen müssen. Sie dürfen die Bewegungsfreiheit des Laufsportlers nicht einschränken, müssen mit ausreichend und jederzeit problemlos zugängigen Staufächern ausgestattet sein und im Idealfall über ein integriertes Trinksystem verfügen. Last but not least sollten die funktionalen Laufwesten auch noch bequem und eng am Körper anliegen. Wir haben vier unterschiedlich große Modelle von Montane, Osprey und Camelbak getestet, die aufgrund des jeweiligen Platzangebots wahlweise bei kurzen Trainingsrunden oder auch beim Ultralauf zum Einsatz kommen.

Osprey Rev 1.5 – kleiner Trailpack für kurze Distanzen

Der Osprey Rev 1.5 ist ein leichter Trinksystem-Rucksack mit integriertem 1,5-Liter-Hydraulics-Reservoir, der auf den Trails durch hohen Tragekomfort und ein durchdachtes Design überzeugen möchte. Das derzeit kleinste Rucksackmodell aus dem Hause Osprey ist mit einem körperumfassenden Schulter- und Hüftgurt mit stabilisierenden Flügeln ausgestattet, wodurch sich der Trailpack perfekt an den Körper anschmiegen soll. Zwei verstellbare Brustgurte sorgen für zusätzlichen Halt und einen festen Sitz. Insgesamt ist der Trailpack mit vier Taschen ausgestattet, in denen Wechselbekleidung und Proviant verstaut werden können. Im Hauptfach ist die Trinkblase untergebracht. Für Smartphone oder GPS-Gerät steht eine Schultergurttasche – das sogenannte DigiFlip – bereit. Dank klarer TPU-Folie kann das Gerät bedient werden, ohne es aus dem Fach nehmen zu müssen. Auf der Vorderseite des Rucksacks ist zudem ein Gummikompressionssystem angebracht. Volumen: ca. 4 Liter inkl. 1,5l Trinkblase, Gewicht: 340 g, Preis: 80,- Euro (UVP).

Das aF-Gesamtfazit – die Vor- und Nachteile im Überblick:


Der Mini-Rucksack Osprey Rev 1.5 überzeugt durch einen sehr hohen Tragekomfort und einen hervorragenden engen Sitz am Körper. Egal ob bergauf oder bergab – er macht jede Bewegung mit und passt sich dem Rücken des Läufers perfekt an. Die eigentliche Hauptaufgabe ist der Wassertransport – und die bewältigt er auch richtig gut. Der Trinkschlauch baumelt nicht störend in der Gegend umher, sondern ist über einen Magnet-Clip sicher am Brustgurt fixiert und jederzeit griffbereit. Die Trinkblase wiederum bleibt dank einer Halterung auch im halbvollen Zustand dort wo sie hingehört. Das sonstige Platzangebot des kleinen Trailpacks darf man aber nicht überschätzen. Wenn die Trinkblase komplett gefüllt ist, dann wird es schon recht eng. Mehr als eine dünne Windjacke, ein Riegel und der Autoschlüssel können eigentlich fast nicht mit. Für kürzere Läufe bei halbwegs gutem Wetter reicht das aber allemal.

+ stabiler Halt und hoher Tragekomfort
+ durchdachte Taschenaufteilung
+ praktisches und einfach zu bedienendes Trinksystem

– Platzangebot ist sehr begrenzt
– recht hoher Preis für die Größe

Camelbak Ultra 4 – mittelgroßer Trailpack, aber noch längst kein Mittelmaß

Zu den wohl vielseitigsten Trailpacks im Sortiment von Camelbak zählt der Ultra 4. Als Weste für die unterschiedlichsten Bedingungen und Distanzen konzipiert, sorgt das 2 Liter große Fassungsvermögen für den nötigen Stauraum, um eine Windjacke oder ein Wechselshirt mitzuführen. Hinzu kommt ein weiteres Fach für das mitgelieferte Trinksystem mit 2 Liter Volumen und großzügiger Öffnung. Das patentierte Big Bite™-Ventil, die HydroGuard™-Technologie und der PureFlow™-Schlauch sollen unterwegs für eine optimale Wasserversorgung sorgen. Und wer durstiger ist, der kann bei Bedarf noch zwei zusätzliche Softflasks in den beiden auf den Trageriemen platzierten Mesh-Brusttaschen unterbringen. Dazu kommen noch schweißabweisende Fächer für Schlüssel und Smartphone sowie eine Extratasche aus Stretch-Mesh zum  Verstauen von Gelen oder Salztabletten. Und damit selbst auf holprigen Trails immer alles an Ort und Stelle bleibt, sorgt ein doppelter Brustgurt sowie ein verstellbares Tragesystem mit Klettverschluss für perfekten Sitz am Rücken. Gewicht: 380 g, Volumen: 4 Liter, Preis: 129,95 Euro (UVP).

Das aF-Gesamtfazit – die Vor- und Nachteile im Überblick:

Mit Blick auf das Gesamtvolumen mag man im ersten Moment zwar etwas zweifeln, ob es wirklich ausreichen mag. Aber mit ein wenig „Stopfkunst“ und allein dank der zahlreichen Extrataschen bekommt man am Ende doch mehr im Ultra 4 von Camelbak unter als gedacht. Und wer nur mit Softflasks läuft, kann sich ohnehin über doppelt soviel Stauraum freuen. Aber auch sonst weiß der Trailpack zu überzeugen: Liegt er doch optimal am Rücken an, hat bei ausladenden Bewegungen nicht allzuviel Spielraum und sämtliche Fächer bleiben auch während des Laufens problemlos erreichbar. Einzig die fehlende Halterung für ein Paar Trekkingstöcke schmählert ein wenig den ansonsten durchweg guten Gesamteindruck.

+ zahlreiche und funktional-durchdachte Staufächer
+ komfortable Passform und fester Sitz
+ optimal anpassbares Tragesystem

– keine Halterung für Trekkingstöcke

Montane Via Jaws 10L Ultra Distance – bequemer Lastenträger für die Langstrecke

Der VIA Jaws 10 von Montane wird aus dem neuen RAPTOR UL-Gewebe mit Robic™-Garn gefertigt, welches durch eine verbesserte Festigkeit und ein zugleich geringes Gewicht überzeugt. Das Mesh-artige und hochatmungsaktive Material sorgt für eine erhöhte Bewegungsfreiheit, eine perfekte Passform und eine optimale Regulierung des Körperklimas. Ebenfalls zur Ausstattung der ultraleichten Laufweste zählen eine Vielzahl an Staufächern, eine praktische Stockhalterung und zwei große Softflasks. Diese werden in flexiblen Netzen verstaut, die immer griffbereit auf den atmungsaktiven Trageriemen platziert sind. Abgerundet wird das alles mit einem breiten und flexiblen Brustgurt mit Velcroverschluss. Damit ist der Via Jaws 10 der ideale Begleiter für längere Trailläufe und Ultra-Distanzrennen. Volumen: 10 Liter, Gewicht: 289g, Preis: 149,95 Euro (UVP).

Das aF-Gesamtfazit – die Vor- und Nachteile im Überblick:

Der Via Jaws 10 von Montane ist unserer Meinung nach einer der mit Abstand bequemsten und auch leichtesten Trailrunning-Rucksäcke bzw. Laufwesten in unserem Test. Selbst prall gefüllt, weiß er durch seine ideale Passform zu überzeugen. Dank des exzellenten Tragekomforts und des flexiblen Bauchgurt macht der Trailpack jede Bewegung geschmeidig mit. Und sogar vollgestopft bis oben hin bleibt in ruppigen Trails alles an Ort und Stelle und sorgt durchweg für sorgenfreien Laufspaß. Besonders praktisch ist die „Stow-on-the-Go-Funktion“, um die Trekkingstöcke schnell verstauen zu können, ohne dabei die Trailweste abnehmen zu müssen. Einziger Wermutstropfen ist die fehlende Justiermöglichkeit, weshalb der Trailpack vermutlich nicht zu jedem Oberkörper passt, und der doch recht hohe Anschaffungspreis.

+ geringes Gewicht
+ maximale Atmungsaktivität
+ Vielzahl an praktischen Staufächern
+ zwei Trinkbeutel mit im Lieferumfang

– keine Justiermöglichkeit
– Hüftgurt leiert auf Dauer etwas aus
– recht hoher Anschaffungspreis

SILVA Strive 10 – robuste Laufweste mit viel Leichtigkeit im Gepäck und zahlreichen praktischen Features

Die Laufweste aus weichem, aber dennoch robustem Mesh-Material sitzt eng am Brustkorb an und ist mit vielen gut durchdachten Taschen ausgestattet. Zur Ausstattung zählt neben zwei Netzfächern für Softflasks, einer kleinen RV-Tasche und dem großen Staufach mit Mini-Tasche sowie einem großen Klamottenstaufach auf dem Rücken auch eine wasserdichte Tasche für Handy, Stirnlampe und Ersatz-Akkus. Darüber hinaus besitzt der Trailpack alle nötigen Vorrichtungen, um eine Trinkblase zu ergänzen und Trekkingstöcke zu fixieren. Die beiden flexiblen Brustgurte sind stufenlos verschiebbar und können für einen optimalen Tragekomfort in der Länge angepasst werden. Reflektierende Oberflächen sorgen zudem für erhöhte Sichtbarkeit beim Laufen im Dunkeln. Last but not least können an zahlreichen Halterungen und Schlaufen die SILVA Tyto Leuchten befestigt werden. Der Strive wird sowohl mit einem Volumen von fünf (330g) als auch zehn Litern und jeweils in den Größen XS/S und M/L angeboten. Volumen: 10 Liter, Gewicht: 410g, Preis: 110,- Euro (UVP).

Das aF-Gesamtfazit – die Vor- und Nachteile im Überblick:

Der als Laufweste konzipierte Strive bietet mit seinen 10 Litern Volumen ausreichend Stauraum für kurze und mittellange Distanzen, sollte Minimalisten aber auch auf der Langdistanz durchaus gute Dienste leisten. Das Material ist übderdurchschnittlich robust, was sich zugleich aber auch etwas im Gewicht wiederspiegelt. Die Passform fällt recht eng aus, weshalb die Rückenpartieetwas auf die unteren Schulterblätter drückt. Gleiches gilt auch für die vorderen RV-Taschen für Handy und Co., die etwas unglücklich platziert sind und bei voller Ladung auf den Brustkorb drücken. Praktisch ist hingegen das geräumige Staufach mit seiner großen Öffnung für ein leichteres Bepacken. Wer eine atmungsaktive Laufweste sucht, die vor allem durch viele sinnvolle Features überzeugt und mit bereits vorhandenen Trinksystemen bestückt werden soll, findet im Strive einen idealen und vor allem in der Anschaffung verhältnismäßig günstigen Begleiter.

+ großes und leicht zugängliches Staufach
+ optimale Lastenverteilung
+ viele praktische Staumöglichkeiten
+ robuste Verarbeitung

– recht schmal geschnitten
– frontale RV-Taschen drücken auf den Brustkorb
– schneidet an den Schulterplättern etwas ein

Osprey Duro 15 – multifunktionale Trailpack mit viel Staufläche für ausgedehnte Laufrunden

Mit dem Duro 15 hat Osprey einen Trailpack für Ultraläufe und mittlere Distanzen im Sortiment, bei denen es nicht nur auf ausreichend Flüssigkeit, sondern auch auf die Mitnahme der nötigen Ausrüstung ankommt. Die Westen-artige Konstruktion aus Mesh-Material erlaubt eine körpernahe Passform, optimale Bewegungsfreiheit und höchste Atmungsaktivität. Neben den großen Staufächern bieten die auf den Hüftflossen sowie den Trageriemen platzierten Netzfächer zusätzlichen Platz für Energieriegel, Gels und Kartenmaterial. Auch an die Trekkingstöcke wurde gedacht, die über zwei Gummizüge auf der Rückenpartie verstaut werden können, allerdings muss man dafür den Rucksack abnehmen. Damit es auch wirklich an nichts fehlt, sind neben einem Trinksystem mit 2,5 Liter Volumen auch noch zwei 500 ml Softflasks mit Bestandteil im Lieferumfang. Volumen: 15 Liter, Gewicht: 850g, Preis: 149,95 Euro (UVP).

Das aF-Gesamtfazit – die Vor- und Nachteile im Überblick:

Der Duro 15 ist der größte und damit auch „schwerste“ Trailpack im Test und ähnelt vom Aufbau und der Passform her stark dem Montane Via Jaws 10. Allerdings weiß der Osprey zusätzlich noch durch eine optimalere Lastenverteilung und ein deutlich höheres Platzangebot zu überzeugen. Das durchdachte Trailpack-Konzept bietet einen hervorragendenTragekomfort, sitzt bequem und angenehm eng am Körper, stört in keinster Weise die Bewegungsabläufe und kann dank seines großen Volumens notfalls auch einmal als Skitouren- oder Wanderrucksack „missbraucht“ werden. Damit ist der Duro 15 die ideale Lösung für ausgedehnte Distanzläufe, bei denen etwas mehr an Gepäck und Flüssigkeit mit dabei sein soll. Einzig der verstellbare Brustgurt ist unter Umständen etwas fummelig und kann beim Schließen während des Laufens durchaus nervraubend sein.

+ super bequeme Passform
+ optimale Lastenverteilung
+ perfektes Gewicht-Volumen-Verhältnis
+ schnelles Verstauen der Stöcke

– etwas unpraktische Brustgurt-Halterung

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