Testbericht- VAUDE Hogan SUL XT 2-3P Platz da für das Ultraleichtzelt für Weight Watchers und Mehrtagestouren


 
15.02.17
 

Seit mehr als 30 Jahren produziert der deutsche Bergsportausrüsters VAUDE nicht nur Outdoorbekleidung, sondern auch qualitativ hochwertige Zelte mit innovativen sowie funktionalen Details. Besonders großen Wert legt das oberschwäbische Unternehmen dabei auf eine beständige Forschungs- und Entwicklungsarbeit, um möglichst umweltfreundliche Materialien und Technologien verarbeiten zu können. So fertigt VAUDE seit 2016 viele seiner High-End Zelte mit bluesign®-zertifizierten Materialien und Green Shape-Garantie.

Die neueste Generation mobiler Behausungen wird dabei unter dem Kürzel SUL geführt, das für die Kategorie „Super-Ultraleicht“ steht. Dank hochtechnischer und extrem leichter Materialien konnten die Entwickler das Gewicht der bisherigen Modelle wie bspw. dem beliebten Hogan nochmals deutlich drücken. Herausgekommen sind dabei robuste „Leichtbau-Gehäuse“, die nicht nur gewichtsorientierten Outdoor-Nomaden auf langen Treks einen sicheren Unterschlupf bieten. Als begeisterter Besitzer des Hogan UL 1-2P wollten wir uns daher selbst ein Bild von der neuen Zeltgeneration machen und haben für unseren zweimonatigen Neuseeland-Trip den großeren Bruder, das neue Hogan SUL XT 2-3P, mit nach Downunder genommen.

VAUDE Hogan SUL XT 2-3P – ultraleichter Trekkingzelt für mehr Platz, mehr Flexibilät und Mehrtagestouren

Das extrem leichte 3-Seasons-Trekkingzelt in Überwurfkonstruktion soll äußerst windstabil und geräumig sein. Das Material des Außenzelts ist zudem beidseitig silikonisiert und verfügt über durchweg getapte Nähte, um einen noch besseren Wetterschutz bei zugleich niedrigem Gewicht zu gewährleisten. Hierfür werden die Nähte mit einer einzigartigen Silicone Seam Seal Technologie wasserdicht nahtbandversiegelt – eine Technologie, die nur VAUDE beherrscht. Darüber hinaus soll ein hoher Meshanteil im Innenzelt und die verstellbare Belüftungsöffnung für optimale Atmungsaktivität und ein angenehmes Raumklima sorgen.

Die bewährte Hogan-Bauform wird nun auch als eine SUL-Variante angeboten und schmückt sich zudem mit der Green Shape Garantie für umweltfreundliche Herstellung. Neben dem neuen Farbton (cress green) gab es für die mobile Behausung auch ein leichtes Facelift in puncto Design. Besonders das Gewicht konnten die Entwickler dank des superleichten und UV-beständigem Außenmaterials aus 20 D Ripstop Polyamid und dem etwas dünneren Aluminium-Gestänge gegenüber dem Vorgängermodell um rund 400 g reduzieren. Ebenfalls überarbeitet wurden die kombinierten Seilwickler und Spanner aus Aluminium sowie deutlich stabilere Verbindungsplatten am Zeltfuß, die ein einfaches Einhängen von Außen- und Innenzelt ermöglichen sollen.

Durch die optimierte Gestängekonstruktion aus bruchfestem 8,7 mm Aluminium-Gestänge NFL Featherlite verfügt über eine kurze First-Querstange, um das Raumangebot deutlich zu erhöhen. Auch die Kopffreiheit fällt deutlich größer aus. So wurde allein durch Verlängerung der hinteren Pins zusätzlicher Raum im Fußbereich geschaffen, sodass zwei Personen plus Gepäck locker darin Platz finden. Ergänzend kommen noch praktische Stauflächen an den Seiten sowie im Dachhimmel hinzu. Die Apside im Eingangsbereich ist großzügig geschnitten und dient als Kochnische oder bietet zusätzlichen Stauraum für Dinge, die nicht zwingend im Zeltinnern gelagert werden müssen.

In puncto Standfestigkeit wurde die Konstruktion des neuen Hogan-Modells laut Aussagen von VAUDE im hauseigenen Entwicklungsstand mit Windkanal von DAC erfolgreich auf Windgeschwindigkeiten bis zu 90 km/h (frontal) getestet. Um all das noch abzurunden, wird das Trekkingzelt in einem ultraleichten Kompressionssack ausgliefert, der mit einer großzügigen Öffnung mit Velcro-Rollverschluss das Zusammenpacken und Komprimieren der beiden Zeltteile immens erleichtern soll. Als weitere Varianten wird das Hogan SUL ab Frühjahr 2017 auch als Version für 1-2 Personen sowie als 2-Mann-Zelt auf den Markt kommen.

5 Jahre Garantie auf alle High-End-Zelte von VAUDE

Die VAUDE Zelte überzeugen laut Hersteller vor allem durch ihre robusten, UV-beständigen und langlebigen Materialien sowie höchste Verarbeitungsqualität überzeugen. Deshalb gewährt VAUDE eine fünfjährige Garantie auf alle silikonisierten Modelle. Falls dennoch eine Reparatur notwendig werden sollte, bietet der Outdoor-Spezialist einen hauseigenen Reparaturservice an, um bspw. schnell und unkompliziert ein gebrochenes Gestänge zu reparieren, ein Loch im Material des Außen- oder Innenzelts zu flicken oder einen defekten Reißverschluss auszutauschen.

Das aF-Fazit von Veit & Vroni: Funktionales und vor allem leichtes Trekkingzelt mit exzellentem Gewichts-Raumangebot-Verhältnis

Packsack öffnen, Gestänge raus und entfalten, Innenzelt aufspannen, Außenzelt überwerfen, mit Heringen und Leinen abspannen, fertig. Wer das Hogan-Prinzip schon kennt, weiß wie kinderleicht sich das Trekkingzelt selbst von einer einzelnen Person  aufstellen lässt. Beim neuen Leichtgewicht von VAUDE gestaltet sich der Aufbau aufgrund zahlreicher neuer Features allerdings ein wenig aufwändiger, weshalb es sich empfiehlt, den Schlafdom mit einem zweiten Paar Hände zu errichten. Der Aufbau funktioniert dabei relativ intuitiv und ist mit ein paar Grundkenntnissen auch problemlos ohne Zuhilfenahme der Bedienunsanleitung möglich.

Im ersten Schritt wird das Innenzelt zunächst auf dem Boden ausgebreitet und an vier Ankerpunkten fixiert, damit es nicht davonfliegt. Anschließend wird das ultraleichte Gestänge eingesteckt und das Innenzelt mithilfe praktischer Clips daran aufgehängt. Steht es dann erst einmal, kann man es mithilfe der stabilen Heringe noch einmal sauber abstecken. Nun folgt das Außenzelt, das einfach übergeowrfen und mittels Klettverschlüssen und kleiner Clips ebenfalls mit am Gestänge fixiert bzw. mit dem Innenzelt verbunden wird. Lediglich die Klettverschlüsse auf der Innenseite des Außenzelts sind etwas schwierig erreichbar und fummelig. Besonders praktisch sind hier die Spanner aus Alu an allen Fixpunkten, die man zum Abspannen des Außenzelts einfach in die am Zeltboden integrierten Ösen aus Alu steckt und festzieht. Lediglich die Klettverschlüsse auf der Innenseite des Außenzelts sind etwas schwierig erreichbar und fummelig. Diese sollten vor dem Einstecken der Alu-Spanner befestigt werden, sonst wird es unnötig kompliziert. Dadurch gehen Innen- wie Außenzelt eine homogene Verbindung ein, um Wind und Wetter optimal die Stirn bieten zu können. Je nach Exposition sollte das Zelt dann nur noch mit den fix installierten Abspannleinen verankert werden, was ebenso kinderleicht funktioniert.

Auch in puncto Platzangebot braucht man dem Hogan nichts vorzumachen. In der 2-3P Version haben zwei Personen inkl. Isomatten und Gepäck problemlos nebeneinander Platz und sogar ein Dritter könnte ohne weiteres im Zelt unterkommen. Gleiches gilt für die Kopffreiheit, sodass man im Zeltinnern entspannt aufrecht sitzen und kleinere Bewohner sogar gebückt stehen können. Eine Vielzahl an seitlich platzierten Netztaschen sorgen für zusätzlichen Stauraum. Praktisch sind dabei vor allem das Staufach im Dachhimmel zum Platzieren einer Stirnlampe als Lampe sowie die integrierte Wäscheleine. Wem das alles noch nicht reicht, der kann sein Gepäck auch in der großzügigen Abside platzieren. Diese dient an Schlechtwettertagen notfalls auch als windgeschützte Kochnische. Der 2-Wege-RV am Zelteingang mit integriertem Moskitonetz sowie die beiden wahlweise verfügbaren Zugänge im „Vorzelt“ runden das durchdachte Konzept noch zusätzlich ab.

Bei so viel Lob muss doch irgwendwo auch etwas zu bemängeln sein? Wirkliche Kritikpunkte gibt es nur ganz wenige und die sind in erster Linie dem Lightweight-Konzept des Hogan SUL XT 2-3P geschuldet. So ist das Außenmaterial recht anfällig gegenüber spitzen Ästen oder scharfkantigen Steinen. Hier ist daher erhöhte Vorsicht geboten. Das gilt auch für den Transport des Zelts, wenn es im Packsack verstaut außen am Rucksack befestigt wird. Im Fall von Felskontakt kann es da schnell mal passieren, dass man sich das hauchdünne Material zerreißt. Ansonsten gibt es einfach nichts, was wir bemängeln könnten. Das Hogan ist und bleibt ein funktionales Raumwunder,  das bei Mehrtagestouren und alpinen Abenteuern nicht unnötig auf den Schultern lastet. Lediglich bei Expeditionen und dem Einsatz in wirklich anspruchsvollem Gelände dürfte das Trekkingzelt irgendwann an seine Grenzen stoßen.

Das Gesamtfazit – die Vor- und Nachteile im Überblick:

Wer wie wir für eine größere Reise auf der Suche nach einem leichten und mobilen Dach über dem Kopf ist, der wird im Hogan SUL XT 2-3P seine wahre Freude haben. Das Platzangebot im Verhältnis zum Gewicht von gerade einmal knapp 1,4 kg ist einfach gigantisch. Der Aufbau erfolgt kinderleicht und mit nur wenigen Handgriffen. Die großzügige Abside bietet Platz zum Kochen an Schlechtwettertagen und selbst bei Dauerregen befällt einen nicht der Lagerkoller. Ein Hogan halt. Wir waren, sind und bleiben einfach begeistert.

+ ultraleicht im Gewicht und riesiges Platzangebot
+ super praktischer Pack- und Kompressionssack
+ großzügiges Vorzelt zum Kochen
+ funktionale Features zum Abspannen
+ kinderleichter Aufbau in wenigen Minuten

– Material recht anfällig gegen spitze Steine
– teils recht fummelige Clips zum Verbinden von Innen- und Außenzelt

Die Details:
Besonderheiten: eine große Abside als Vorzelt, Belüftungsfenster, praktischer Zelthimmel, getapte Nähte, zahlreiche Abspannschnüre und Heringe
Einsatzgebiet: Mehrtagestouren, Radreisen, Trekkingreisen, Biwaks und Spontantrips
Material: Außenzelt aus 100% Polyamid, 20 D Ripstop beidseitig Silikon-beschichtet; Innenzelt aus 100% Polyamid, 15D 380T Mikro Ripstop, Zeltboden aus 100% Polyamid, 30 D Ripstop Polyurethane beschichtet, Gestänge aus NFL featherlight 8,7 mm
Wassersäule: 3.000 mm (Außenzelt) / 3.000 mm (Zeltboden)
Maße (innen): 235 x 130/110 x 100 cm
Maße (außen): 310 x 140/120 x 110 cm
Packmaß: 45 x 15 cm
Gewicht: 1450 g
Preis: 529,95 Euro (UVP)

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