Testbericht – Winterhandschuhe Handschuhe für Freerider & Backcountry-Fans im airFreshing-Vergleichstest


 
12.03.14
 

Tief verschneite Landschaften, blau schimmernde Gletscherspalten und Powder ohne Ende, ein Freeride-Abenteuer im Backcountry hat viele Gesichter – egal ob man dabei mit dem Snowboard, dem Splitboard, den Powderlatten oder den Tourenski unterwegs ist. Neben der richtigen Sicherheitsausrüstung kommt es aber vor allem auch auf den Schutz der Extremitäten an, denn neben dem Kopf verliert der Mensch vor allem über die Hände und Füße einen Großteil der eigenen Körperwärme. Doch während man zur Not auch einmal ohne die wärmende Mütze auskommt, verzichten die meisten Wintersportler beim Aufstieg oder bei der Abfahrt nur ungern auf wasserdichte und/oder funktionale Handschuhe. Doch nicht jeder Glove hält auch das, was er verspricht und hinterlässt ein taubes Gefühl in den Fingerspitzen. Wir haben für euch sechs der aktuellen Handschuh-Modelle diverser Outdoormarken getestet, die vor allem für Tiefschnee-Fans und Skitourengeher interessant sein dürften.

Hestra – Army Leather Heli Ski Ergo Grip Glove

Der Army Leather Heli Ski Ergo Grip Glove zählt im Hestra-Sortiment zu den echten Klassikern. Seit der Wintersaison 2013/14 gibt es das beliebte Modell jetzt erstmals auch mit Ergo Grip. Der Handschuh besticht durch sein ergonomisches Design und vorgeformte Finger. Das geschmeidige Army Leather Ziegenleder der Innenhand sorgt für beste Taktilität und optimalen Grip. Mehr Griffigkeit geht aber auch auf Kosten der Wärmeeigenschaften, weshalb sich bei tiefen Temperaturen die Kälte durch die Außenschicht nach innen frisst. Der herausnehmbare Liner aus warmem Merino-Fleece bietet eine angenehm enge Passform und beste Atmungsaktivität. Praktisch sind auch die elastischen „Handfesseln“, um den Handschuh im Tiefschnee nicht zu verlieren. Unser Fazit: Der Hestra ist der ideale Begleiter für alle Backcountryfans, die viel Wert auf Griffigkeit und atmungsaktive Eigenschaften legen und nicht unbedingt bei eisigsten Bedingungen unterwegs sind. Preis: 150,- Euro (UVP).

Norrøna – lofoten GORE-TEX® Short Glove

Der kurz gehaltene Handschuh mit X-TRAFIT™ Produkttechnologie weist eine innovative Zweikammer-Konstruktion auf, die optimale Wärmeleistung mit sehr gutem Gripverhalten verbindet. Die Wärme kommt dank Primaloft® Sport quasi von oben, während das verarbeitete GORE-TEX® Material für beste Atmungsaktivität und optimalen Schutz vor Nässe sorgt. Verbesserte Beweglichkeit, dauerhafte Wasser- und Winddichtigkeit, sowie die atmungsaktiven Eigenschaften machen den Glove zu einem perfekten Begleiter im Tiefschnee. Die überaus weiche Innenhand aus Ziegenleder gibt dem Handschuh aus der lofoten-Serie von Norrøna zudem etwas Edles und sorgt zugleich für optimale Taktilität. Mit nur 165g ist er obendrein wunderbar leicht. Die abnehmbaren Handgelenkhalter, eine Ausziehhife am Mittelfinger, die vorgeformten Finger sowie die Noseteaser am Daumen runden das Gesamtkonzept ab. Unser Fazit für den lofoten Glove lautet hier ganz klar: Thumbs up! Preis: 119,-. Euro (UVP).

Mountain Hardware – Seraction Glove

Der Seraction Glove von Mountain Hardware zeichnet sich vor allem durch sein sehr gutes Grip-Verhalten aus. Der eigentlich für das Eisklettern prädestinierte Handschuh ist ein absolutes Allroundtalent und ebenso für Tiefschneejunkies, wie auch für Skitourengeher bestens geeignet. Die kurz gehaltene Stulpe am Handgelenk nervt nicht, wenn man bspw. zum Fotografieren den Handschuh schnell an- oder ausziehen muss. Bei länger anhaltendem Kontakt mit nassem Schnee macht sich leider eine Kapillarwirkung bemerkbar, die bei erneutem Anziehen unangenehm auffällt. Der einlaminierte OutDry-Innenhandschuh sorgt jedoch dafür, dass die Hände dennoch trocken bleiben. Unser Fazit: Hat noch Luft nach oben! Preis: 119,95 Euro (UVP).

Sealskinz – Men’s All Seasons Glove

Wie auch beim Modell von Mountain Hardware, wird beim günstigsten Modell im Test auf eine handschuhförmige Innengand-Membran gesetzt. Das Vabonquespiel zwischen Dampfdurchlässigkeit und Wasserdichte geht hier klar für trockene Hände bei Nassschneekontakt aus. Dadurch entwickelt der All Seasons Glove allerdings bei schweißtreibenden Aufstiegen innen relativ schnell ein feuchtes Tragegefühl. Das ist aber alles in Relation zu sehen, denn unterm Strich bietet der Handschuh eine gute Kombination aus Taktilität (Ziegenleder an der Innenhand), netter Optik und bester Wasserdichtigkeit. Unser Fazit: Ein durchaus brauchbarer Allrounder auf kombinierten Schneeschuh- und Snowboardtouren, sofern nur Temperaturen um den Gefrierpunkt zu erwarten sind. Preis: 49,95 Euro (UVP).

Roeckl – Kent Freeride Glove

Der Kent von Roeckl Sports ist nicht nur der wärmste Handschuh im Test, sondern auch der mit Abstand am Schaft längste Glove. Er besteht aus einem separat tragbaren Liner, der aus hoch atmungsaktivem und äußerst elastischem Polartec® Power Stretch® gefertigt ist. Dieser kann beim Aufstieg separat getragen werden und verspricht besten Klimakomfort, lässt aber aufgrund des flexiblen Materials etwas an Tragekomfort vermissen. Der mit GORE-TEX® ausgestattete Außenhandschuh ist absolut wind- und wasserdicht sowie atmungsaktiv, was vor allem bei Sulzschnee von Vorteil ist. Die robuste Innenhand besteht aus strapazierfähigem und griffigem Pittards Ziegenleder Oiltack, welches optimalen Halt am Skistock sowie bei der Bedienung von Eispickel und Eisschraube bietet. Die Oberhandfixierung und das Pull&Fit-System machen die 2in1-Lösung zu einem wärmstens zu empfehlenden Begleiter im Tiefschnee. Unser Fazit: Der Kent ist die perfekte 2in1-Lösung für warme Hände, schwächelt aber in punkto Taktilität und bei der Passform des Innenhandschuhs. Preis: 149,95 Euro (UVP).

Rab – Latok Alpine Glove

Neben dem Kent von Roeckl zählt der Latok von Rab zu den beiden wärmsten Modellen im Test und eignet sich zum Einsatz bei diversen alpinen Aktivitäten. Dank der wasserdichten und atmungsaktiven eVent Membran bleiben die Hände auch bei sulzigem Schnee angenehm trocken. Das samtweiche Bemberg-Innenfutter schmiegt sich angenehm um die Hand und transportiert die Feuchtigkeit schnell nach außen. Die mit Silikon-Prints beschichteten Handinnenflächen sorgen für optimale Griffigkeit an Eisgeräten oder Skistöcken. Ein hoch gezogener Schaft aus Neopren hält die Handgelenke warm und verhindert das Eindringen von Schnee. Einziges Manko ist die Taktilität des dick gefütterten Handschuhs, wodurch bspw. die Bedienung von Reißverschlüssen zur reinsten Herausforderung werden kann. Unser Fazit: Egal ob alpine Kletterei, Trekking oder Skitouren – der Latok Glove ist die beste Option, wenn es bei Backcountry-Touren mal so richtig kalt wird. Preis: 99,95 Euro (UVP).

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