Unternehmensportrait – Eider Look good, feel good – die Geschichte der Marke mit der Ente im Logo


 
21.09.16
 

Die Eiderente ist eine durchaus stattliche und edle Erscheinung. Etwas größer als die gewöhnliche Stockente wirkt sie an Land etwas plump und schwerfällig. Im Wasser hingegen zeigt sie, was wirklich in ihr steckt. Sie ist ein sehr guter Schwimmer und Taucher und selbst starkem Seegang weiß sie erfolgreich zu trotzen. Für ihren Nachwuchs lässt die Eiderente selbstlos ihre schönsten und besten Federn, damit es die Eier im Nest kuschelig warm haben. Aufgrund ihrer hohen Wärmeleistung und Bauschkraft waren die Daunen daher früher auch als Füllmaterial für Bettdecken, Kissen und Bekleidung sehr beliebt. Verbreitet ist die Meeresente vor allem an den nördlichen Küsten von Europa, Nordamerika und Ostsibirien.

Unternehmensportrait Eider: Look good, feel good lautet das Motto der französischen Marke (© Eider)

Während der kalten Wintermonate taucht die Eiderente auch vereinzelt in größerer Entfernung zum Ozean an einigen Alpenseen auf. So wie am Lac d’Annecy in den französischen Alpen. Dort wurde sie auch vom Eider Firmengründer Georges Ducruet entdeckt. Fasziniert vom schmucken und auffälligen Federkleid der Eiderente ernannte er sie kurzerhand zum Namenspaten seines Unternehmens. Bis heute pflegt die französische Marke ein enges Verhältnis zu dem mittlerweile unter Artenschutz stehenden Federtier. Aber dazu später mehr und nun genug der ornithologischen Ausschweifungen. Kommen wir zurück zur Historie der Outdoormarke Eider. So viel schon einmal vorweg: Wer jetzt denkt, sie hätte ihren Ursprung im Wassersport, liegt leider vollkommen daneben.

Vom Schneider, der auf Skiern gut aussehen wollte.

Ende der 1950er Jahre boomte der Skisport in der französischen Alpenstadt Annecy. George Ducruet arbeitete dort als Schneider für Abendmode und fuhr ebenfalls leidenschaftlich gerne Ski. Gutes Aussehen war für ihn auch auf der Piste wichtig, doch genau das war seiner Meinung nach eine Schwachstelle der damaligen Sportmode. Ducruet wollte eine funktionale, warme Skijacke, die gleichzeitig auch optisch etwas hermachte. Getreu dem Motto: „Selbst ist der Mann“ gründete er 1962 die Firma Eider, die zunächst nur ein Produkt im Portfolio hatte – nämlich die besagte Skijacke mit hoher Funktion, modischer Passform und ansprechender Optik.

Unternehmensportrait Eider: Mit einer Skijacke begann alles (© Eider)

Bei dieser einen Jacke sollte es aber natürlich nicht bleiben und im Laufe der Zeit wurde das Sortiment kontinuierlich erweitert. In den 80ern machte das Unternehmen vor allem mit seinen technisch ausgereiften Produkten für den Einsatz in alpinen Gefilden von sich Reden. Mittlerweile fertigt das Unternehmen 293.524 Bekleidungsstücke im Jahr, die in 26 Ländern und auf vier Kontinenten vertrieben werden. Von Laufbekleidung über Skitourenoutfits bis hin zu Accessoires wie Mützen und Handschuhen bietet das Portfolio nahezu alles, was das modische (Berg-)Sportlerherz begehrt.

Stil trifft auf technische Innovation

Auch wenn sich seit den Anfangsjahren einiges geändert hat, so ist der Markenkern des Unternehmens doch gleich geblieben und der Name Eider steht bis heute für funktionale Outdoor- und Skibekleidung mit stylischer Optik. „Look good, feel good“ lautet folgerichtig auch die Firmenphilosophie der französischen Marke, die seit 2014 neben Millet und Lafuma zur Calida Group Mountain & Outdoor Division gehört. Wer nun aber glaubt, die funktionalen Aspekte würden dem Aussehen untergeordnet werden, der wird schnell eines Besseren belehrt. So war Eider beispielsweise die erste Marke in Europa, welche die aus der Raumfahrt bekannten Gore-Tex Materialien für Outdoorbekleidung einsetzte. Auf der ISPO 2016 präsentierte das französische Unternehmen wiederum zusammen mit den Spezialisten von YKK den Fix A Shape™ zip, den ersten flexiblen und ergonomischen Reißverschluss. In der Sommersaison 2017 sollen stylische und zugleich extrem technische Produkte die Dynamik des Outdoorsports in Einklang mit der Natur bringen – so wie das Flowy Jacket aus ultraleichtem elastischem Defender Soft Iconic Material mit ausgefallenem Fledermaus-Schnitt. „Es ist die Balance aus Style und Technologie die Bekleidung von Eider so besonders macht“, berichtet Brand Managerin Aurore Calmier. „Technisch, sophisticated, aber auch elegant und praktisch. So sehen wir uns als Marke“, erklärt die blonde Französin, die vor sechs Jahren zur Lafuma Gruppe kam und mittlerweile seit gut anderthalb Jahren als Brand Managerin für Eider arbeitet.

Unternehmensportrait Eider: Ein Highlight der Sommerkollektion 2017 - das ultraleichte Flowy Jacket (© Eider)    Unternehmensportrait Eider: Brand Managerin Aurore Calmier (© Eider)

Lieber klein und fein als groß und laut

Natürlich kann die Marke mit den großen Playern der Outdoorbranche rein umsatztechnisch nicht wirklich mithalten. Das will man aber auch gar nicht, wie Aurore betont: „Wir sind anders und wollen das auch bleiben bzw. künftig noch stärker zeigen. Wachstum steht für uns als Unternehmen nicht an erster Stelle. ‚Small is beautiful’ lautet vielmehr unsere Message und unsere Bekleidung ist eher im Premium-Segment angesiedelt“, so die Französin. Besonders auf dem amerikanischen Markt kommt diese Botschaft gut an. In den Skiressorts in den USA erfreut sich Eider immer größerer Beliebtheit. Die kleine französische Marke gilt als romantisch und auch etwas exotisch, weshalb man gerne ein paar Dollar mehr ausgibt, wie Aurore zu berichten weiß. Um das Potenzial des dortigen Marktes zu nutzen, hat Eider mittlerweile mehrere Shops in den USA und Kanada eröffnet. Die „Homebase“ ist und bleibt aber weiterhin Europa bzw. Frankreich. Bis auf die Rucksäcke werden alle Produkte auf dem europäischen Kontinent gefertigt. Eine weitere Besonderheit des Unternehmens: Das Know-how in punkto Schneiderkunst wendet Eider weiterhin konsequent an, weshalb jedes Produkt ausnahmslos im „Eider Design Center“ in Annecy entworfen wird. Auch alle Prototypen werden inhouse gefertigt – und das seit nunmehr über 50 Jahren. Insgesamt acht Personen arbeiten am Firmenstandort im Bereich Research & Development (R&D). Der Großteil von ihnen ist bereits seit fast 10 Jahren mit an Bord. Klein, aber fein – wie die gesamte Mannschaft von Eider, die weniger als 100 Leute zählt. „Es fühlt sich ein bisschen wie eine große Familie an. Wir alle brennen für die Marke und das verbindet uns“, erzählt Aurore.

Unternehmensportrait Eider: Jedes Produkt wird Im Eider Design Center in Annency entwickelt (© Eider)

Die Umwelt im Blick, ohne viel Aufsehen zu machen.

Bei aller Liebe zu perfekten Schnitten und schönen Farben darf aber auch die Umwelt bei Eider nicht zu kurz kommen. Im Gegensatz zu vielen anderen Marken stellt das Unternehmen sein Engagement aber nicht in den Mittelpunkt der Kommunikation: „Wir machen schon sehr viel, aber wir reden normalerweise nur wenig über den Nachhaltigkeitsaspekt. Das heißt aber nicht, dass es für uns nicht wichtig ist“, so Aurore.

Ein Großteil der Produkte von Eider ist bluesign® zertifiziert und weitestgehend PFC-frei. In den letzten Jahren hat das Unternehmen bei der Verwendung von Daune auf das RDS Label (Responsible Down Standard) umgestellt um zu gewährleisten, dass die Daune aus ethisch voll und ganz vertretbaren Quellen bezogen wird. Auch auf faire Arbeitsbedingungen in seinen Fabriken legt Eider größten Wert, ebenso wie auf den Aspekt Abfallmanagement und Recycling bzw. Upcycling. Und natürlich ist da noch das „Wappentier“ – die Eiderente – und das Thema Bio-Diversität. Als Teil der Initiative „Save your Logo“, die vom „Fonds de Fundacion pour la Biodiversité“ organisiert wird, setzt sich das französische Unternehmen für den Artenschutz der Eiderente ein. Dies geschieht zum einen durch finanzielle Unterstützung und Sachspenden, um Projekte zu fördern, welche sich dem Schutz der Tiere verschrieben haben. Anderseits beteiligen sich auch die Mitarbeiter selbst an entsprechenden Vorhaben zum Erhalt der seltenen Vogelart vor Ort im Department Haute-Savoie. Denn was wäre Annecy schon ohne die Eiderenten, die auf dem weltbekannten See gemütlich ihre Runden drehen und den Produkten von Eider als Markenzeichen dienen?!

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