Webtipp – Peak Performance / Edurne Pasaban „BETWEEN PLACES“ – Kletterabenteuer in der Antarktis


 
04.02.14
 

Bereits am 1. Februar 2014 feierte der von Peak Performance präsentierte Doku-Film: “Between Places” seine Online-Premiere. Mit spektakulären Bildern dokumentiert der Streifen eine 10-tägige Kletter- und Segel-Expedition, bei der unter anderem die europäischen Klettergrößen Edurne Pasaban, Erwan Le Lann und Martial Dumas beteiligt waren. Mehr Infos und den kompletten Film gibt’s hier.

Between Places – Zwischen Grönland und dem Nirgendwo:

Mit einem Team aus den besten Alpinisten der Welt und zwei großartigen Kameraleuten hat sich Regisseur Henrik Rostrup an die Küste Grönlans und auf ein echtes Abenteuer begeben. Von der ersten Sekunde an sind die einzelnen Filmszenen seiner Dokumentation nahtlos mit Aufnahmen der surrealen Bergwelt Grönlands verwoben. Archivbilder früherer entbehrungsreicher Touren und handgezeichnete Animationen werden im Wechselspiel mit phänomenalen Landschaftsaufnahmen kombiniert. Parallel dazu erzählt Edurne Pasaban – die erste Frau, die auf allen 14 Achttausendern der Erde gestanden hat – die Geschichte ihres bewegenden Lebens. Während ihre beiden Kletterpartner nach neuen unberührten Plätzen suchen, die noch nie zuvor bezwungen wurden – sei es durch Kletterer, Bergsteiger oder Skifahrer.

Edurne Pasaban – 10 Fragen und 10 Antworten:

Wer hatte die Idee zu dem Film?

Die Idee wurde vom Team selbst entwickelt, einer Gruppe sehr unterschiedlicher Menschen, die ein außergewöhnliches Abenteuer und interessante Möglichkeiten zum Klettern oder Skifahren an einem besonderen Ort gesucht haben. Alle wussten, dass wir gemeinsam etwas wirklich Einzigartiges erleben würden, wenn wir die Kenntnisse der jedes Einzelnen in der Gruppe nutzen.

Gab es für den Film ein festes Skript?

Wir hatten nicht genügend Zeit, um uns an ein Storyboard oder festes Drehbuch zu halten. In vieler Hinsicht folgt der Film einfach dem Gang der Ereignisse, wie sie sich für das Team ergeben haben. Henrik hatte zwar Karteikarten mit Dingen, die seiner Meinung nach vielleicht passieren würden oder die er gerne mit der Kamera hätte einfangen wollen, doch er jagte dem Ganzen nicht wirklich hinterher. Eine Story zu sehr formen zu wollen kann auch von Nachteil sein, weil einem dann möglicherweise viele interessante, authentische Momente verloren gehen.

Wie lange hat es gedauert, „Between Places“ zu drehen?

Wir waren im Mai zwei Wochen in Grönland und dann noch einmal zehn Tage im Juli und August unterwegs, um zusätzliches Material zu drehen und Interviews in Spanien und Frankreich einzufangen. Die Durchsicht des ganzen Archiv-Materials des Teams nahm auch einige Zeit in Anspruch, und wir mussten eine Menge vielgeliebter alter Aufnahmen rausschmeißen – von Fernsehaufzeichnungen bis hin zu Mini-DV-Tapes von Klettertouren. Alles in allem dauerte die Produktion rund fünf Monate.

Warum habt ihr ausgerechnet Grönland gewählt?

Grönland ist ein außergewöhnlicher Ort für Menschen, die Abenteuer suchen. Und Grönland ist in der Welt des Kletterns und Skifahrens noch immer ziemlich unbekannt, was alles enorm spannend macht. Es gibt dort viel unerforschtes Terrain und Potenzial, das wollten wir uns endlich einmal ansehen.

Warum heißt der Film „Between Places“?

Wir hatten mehrere Titel, die wir gut fanden, aber letztlich passte „Between Places“ am doch besten. Uns gefällt, wie dieser Titel die generelle Ästhetik des Kletterns oder das Erreichen eines neuen Bewusstseinszustands spiegelt. Er strahlt dieses Fernweh aus, das wir auch in allen Interviews bei den Kletterern gespürt haben. In gewisser Weise möchten sie sich verirren, von Zeit zu Zeit die Orientierung verlieren, um neue Erfahrungen zu machen und an ihnen zu wachsen. Es geht nicht immer darum, den Gipfel zu erklimmen oder das Ziel zu erreichen – sondern darum, zwischen den Orten zu sein.

Was waren die größten Herausforderungen auf dieser Reise?

Ganz klar die Zeit. Wir wussten zwar, dass die Gebiete, die wir besuchten, großes Potenzial besitzen, doch in einem begrenzten Zeitrahmen etwas zu finden was allen gefällt, war enorm schwierig. Erst einmal mag alles wunderbar aussehen, doch wenn dann die Uhr tickt, der Schnee fällt und man rechtzeitig an einem bestimmten Ort sein möchte, kann das schon ganz schön in Stress ausarten.

Hattet ihr irgendwelche Schwierigkeiten?

Nicht wirklich. Auf der Reise passierte nichts Verrücktes. Keiner geriet in Gefahr, alle hatten Spaß und kamen gut miteinander aus. Insgesamt war es eine der seltenen Reisen dieser Art, bei denen nichts und niemand irgendwann einen Gau hatte. Wir haben keine Kameraausrüstung verloren, das Boot machte praktisch keine Probleme, und wir fanden wunderbare Plätze zum Skifahren und Klettern.

Wie weit wart ihr von der Zivilisation entfernt?

Wenn man in Grönland seinen Hafen oder sein Dorf verlässt, ist man sofort ziemlich weit von der Zivilisation entfernt. Grönland ist das dünnstbesiedelte Land der Welt, und das merkt man schnell. Nur fünf Minuten, nachdem wir die Hauptstadt verlassen hatten, waren wir komplett in der Wildnis. Das ist toll. Wir sahen keine anderen Kletterer oder Skifahrer – echt verrückt, wo doch alles so leicht zugänglich ist. Und während unseres ganzen zehntägigen Aufenthalts auf dem 20 Meter langen Schoner „La Louise“ begegneten uns auch nur zwei oder drei andere Boote.

Wie war das Leben an Bord?

Auf der „La Louise“ war es wunderbar. Der Kapitän, Thierry Dubois, und sein Erster Offizier Ayette kümmerten sich hervorragend um uns, und das Essen war ausgezeichnet. Sich etwas zu essen zu machen, wenn man wandert oder in einem Zelt übernachtet, ist eine Sache, doch mit einer so kleinen Küche eine ganze Mannschaft zu verköstigen, das ist schon eine Leistung. Ohne richtige Vorbereitung wäre alles zum logistischen Alptraum werden, aber Thierry hatte jederzeit alles unter Kontrolle.

Was für Ausrüstung braucht man auf einer solchen Fahrt unbedingt?

Man braucht alles. Jedes einzelne Stück Ausrüstung für die Fahrt oder fürs Klettern ist unverzichtbar, weil man nie weiß, was einem unterwegs unterkommt. Wir hatten Ausrüstung für Mixed-Klettern, Skifahren, Eisklettern und Tourengehen dabei. Wenn man die gebotene Natur umfassend ausnutzen möchte, braucht man einfach eine Menge Zeug. Außerdem ist gute Kleidung für das ständig wechselnde Wetter wichtig. Vor der Ankunft in Nuuk, unserem Abfahrtshafen, hatten wir keinen Schnee und die Leute liefen in T-Shirts herum. Drei Wochen später hatten wir wieder Winter, wie er im Buche steht.

Quelle: Peak Performance

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