Winter – Deutscher Alpenverein e.V. (DAV) Sonnenbaden statt Winterwandern – Tipps für die Feiertage


 
23.12.14
 

Kaum Schnee, Sonne satt und viel zu milde Temperaturen für die “kalte” Jahreszeit – das erwartet Frischluftfans aktuell in den bayerischen Alpen, die über die Feiertage auf weiße Weihnachten gehofft hatten. Eine geschlossene Schneedecke findet sich sonnseitig momentan erst ab rund 1.500 Höhenmetern, und wenn dann auch nur wenige Zentimeter. Abseits der wenigen präparierten Pisten, die über die Festtage geöffnet sind, sind die aktuellen Bedinungen für Wintersport mehr als bescheiden. So sind winterliche Touren in den angrenzenden Alpenländern laut Angaben des Deutschen Alpenvereins e.V. (DAV) – wenn überhaupt – nur im Hochgebirge am Alpenhauptkamm möglich. Gerade dort ist allerdings auf die teils erhebliche Lawinengefahr zu achten.

Winterwandern an Weihnachten

Heiligabend und der erste Weihnachtsfeiertag locken mit viel Sonne und milden Temperaturen in die Berge, wo sich vor allem südseitige Wandertouren anbieten. Wer nicht höher als 1.500 Meter hinaufgeht, dürfte mit gut profilierten Wanderschuhen auskommen. Tourenski oder Schneeschuhe kann man getrost zu Hause lassen, dennoch sind Grödl für schattige Wegabschnitte zu empfehlen, wo Altschneereste gerne einmal vereist sind und für Gefahr sorgen können.

Am 24. Dezember haben fast alle Alpenvereinshütten geschlossen. Dementsprechend sollten Ziel und Proviant optimal geplant werden. Schöne Touren mit sonnigen Rastplätzen bieten bspw. die Sonntraten bei Bad Tölz, der Jochberg bei Kochel oder das Hintere Hörnle bei Unterammergau. Bereits am ersten Weihnachtsfeiertag öffnen einige Alpenvereinshütten wieder ihre Pforten und bieten sich als Rastplatz zum Sonnenbaden an. Eine detaillierte Übersicht über die im Winter geöffneten Hütten gibt es hier. Besonders sonnige Aufstiege gibt’s zudem am Wankhaus bei
Garmisch-Partenkirchen und hinauf zur Schönfeldhütte am Spitzingsee.

Ausrüstung bei winterlichen Sonnentouren

Auch wenn Sonnentouren in niedrigen Lagen in den bayerischen Alpen in den nächsten Tagen wenig winterlich sein mögen, die folgende Ausrüstung sollte man dennoch immer dabei haben:

  • Gut profilierte Wanderschuhe mit hohem Schaft
  • Funktionsbekleidung samt Wechselwäsche, Mütze und Handschuhe
  • topographische Karte, Führer (evtl. digitale Karte und Tourenbeschreibung)
  • Schutz gegen UV-Strahlung (Sonnenbrille und -creme)
  • Erste-Hilfe-Set, Rettungsdecke und Handy (für Notruf 112)
  • Tourenproviant (im Winter sehr hilfreich: Tee in der Thermoskanne)
  • Taschenlampe bzw. Stirnlampe
  • evtl. Grödeln (steigeisenähnliche Gehhilfen aus Aluminium) und Gamaschen
  • ggbf. Tourenstöcke

Bei Ski- oder Schneeschuhtouren ins Hochgebirge und in Regionen mit geschlossener Schneedecke ist neben viel Erfahrung im winterlichen Gebirge auch das Mitführen einer entsprechenden Sicherheitsausrüstung notwendig. Hierzu zählen vor allem LVS-Gerät, Sonde und Lawinenschaufel.

Tourenplanung im Winter

Im Winter sind die Tage generell sehr kurz, die Temperaturschwankungen können teils erheblich ausfallen und Schnee- sowie Eispassagen unterwegs auftauchen. Entsprechend wichtig ist die richtige Tourenplanung, um sicher das Ziel zu erreichen und nicht von der Dunkelheit überrascht zu werden. Folgende Punkte sollten dabei generell beachtet werden:

  • Gutes Zeitmanagement – rechtzeitig aufbrechen und Länge der Tour kalkulieren
  • Aktueller Wetterbericht – unbedingt unmittelbar vor Aufbruch einholen
  • Öffnungszeiten der Hütten – oft genügt ein Anruf oder ein Blick ins Internet
  • Wegverlauf genau kennen – daheim Wanderführer und Kartenmaterial studieren
  • Digitale Tourenplanung – unter alpenvereinaktiv.com, dem Tourenportal der Alpenvereine, finden sich viele Infos, Karten und Tourenbeschreibungen, die allesamt über die zugehörige App auch unterwegs genutzt werden können.

Quelle: Deutscher Alpenverein e.V. (DAV)

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