Ziele – Georgien / Kaukasus In fünf Tagen auf den Kasbek – mittelschwere Hochtour auf den 5.000er


 
19.06.19
 

Großvenediger, Similaun, Wildspitze und Ortler – wer in den Alpen die ersten verhältnismäßig leichten Hochtouren auf die bekanntesten 4.000er absolviert hat, träumt schon bald von größeren Zielen. Wer sich schwierigere und mitunter stark frequentierte Gipfel wie den Mont Blanc oder den Großglockner jedoch (noch) nicht zutraut oder lieber ohne Guide unterwegs sein will, der stößt bei der Suche nach einer geeigneten Herausforderung entweder auf den Elbrus (5.642m) oder den Kasbek (5.033m). Während Russlands höchster Gipfel gerne auch einmal als Europas höchster herhalten muss, rangiert der georgische Mqinwarzweri („Eisgipfel“) an achter Stelle im Kaukasus. Warum es sich dennoch lohnt, bevorzugt dem dritthöchsten Gipfel Georgiens in nur vier bis fünf Tagen aufs Dach zu steigen, erklären wir euch in unserem Reise- bzw. Expeditionsbericht.

Georgien – ein Land zwischen Vergangenheit und Moderne

Georgien ist spätestens seit 2018 in aller Munde. Schließlich stand der kleine Staat zwischen Schwarzem Meer und Kaukasus doch bei der Frankfurter Buchmesse als Gastland im Rampenlicht. Aber auch ohne die mediale Aufmerksamkeit rutschte das auf der Grenze von Europa und Asien liegende Land in den Fokus von Urlaubern und Bergsportlern aus aller Welt. Die Gründe sind so vielfältig wie das ehemalige Mitglied der Sowjetunion selbst.

Georgien ist ein weitestgehend sicheres Reiseland, die Infrastruktur hat sich im Gegensatz zu zahlreichen anderen Ländern aus der Region überdurchschnittlich gut entwickelt und auch preislich überzeugt es durch seinen attraktiven Wechselkurs von 1:3 (Euro : Lari). Die eigentlichen Hauptgründe sind jedoch die kulturelle Vielfalt, die Freundlichkeit der Menschen und last but not least die unglaublich facettenreiche Natur, die sowohl Winter- als auch Outdoorsportlern das ganze Jahre über etwas zu bieten hat. Lediglich die abtrünnigen Landesteile Abchasien und Südossetien sollten aufgrund regelmäßiger Unruhen und dem damit einhergehenden Sicherheitsrisiko für Touristen gemieden werden.

Unabhängig von den touristischen Pluspunkten, die eine Reise nach Georgien zu einem unvergesslichen Erlebnis machen, sprechen noch ein paar weitere Argumente für die Besteigung des Kazbek anstatt des Elbrus auf Seiten des einstigen russischen Bruders. Denn im Gegensatz zum für die Einreise in Russland benötigten Visum können Westeuropäer sich in Georgien weitestgehend frei bewegen und visafrei reisen. Und auch sonst braucht man für die Besteigung des Eisgipfels keinerlei Permits und muss sich lediglich gegen eine kleine Gebühr in der Betlehemi Hut – einer Art vorgelagertes Basecamp – offiziell registrieren lassen.

Auch die verhältnismäßig günstigen Preise für vor Ort gebuchte Bergführer und Guides sorgen dafür, dass einer rund vier- bis fünftägigen Expedition nichts mehr im Wege steht. Somit braucht man nur noch ein Flugticket beim Billigflug-Anbieter Wizz Air oder bei einer anderen Airline buchen, um wahlweise nach Kutaissi oder die sehenswerte Hauptstadt Tiflis zu fliegen – idealerweise im September oder Oktober.

Tag 1: Anreise von Tiflis / Kutaissi nach Stepanzminda (Kazbegi)

Wer mit Wizz Air nach Kutaissi am Schwarzen Meer fliegt, muss noch den Weg quer durch Georgien auf sich nehmen. Wer das Land ohnehin länger bereisen möchte, startet von dort aus einfach gen Norden, um dort die wunderbare Region von Swanetien zu erkunden und sich vorab auf den zahlreichen 3.000ern zu akklimatiseren. Wer weniger Zeit mitbringt, fliegt schlauerweise direkt die Hauptstadt Tbilissi an, um von dort aus zum Ausgangspunkt der “Expedition” in Stepantsminda (einstige russische Bezeichnung: Kazbegi) zu gelangen.

Egal wie man Georgien erreicht, anschließend geht es immer in den sogenannten “Marschrutkas” weiter – einer Art Überlandbus. Darin finden zwischen acht und 20 Personen Platz, um zu jeder vollen Stunde die verschiedensten Ortschaften im ganzen Land anzusteuern. Die Preise variieren dabei je nach Länge der Strecke und Größe des Vehikels. Stark frequentierte Routen wie bspw. Tiflis – Kasbegi sind in der Regel günstiger und kosten zwischen 20 und 30 Lari pro Person inkl. Gepäck.

Die Reise von Tiflis nach Kasbegi dauert durchschnittlich sieben Stunden – je nach Verkehrslage, wie häufig der Fahrer unterwegs stoppt und ob irgendein LKW auf der engen Serpentinenstraße in Richtung Russland liegen bleibt. Höchster Punkt ist der Pass von Gudauri, einem aufstrebenden und im Sommer recht unansehnlichen Skiressort. In Stepantsminda angekommen, kann man sich direkt vor Ort eine Unterkunft suchen. Irgendetwas ist eigentlich immer frei. Ansonsten einfach via booking.com danach suchen, denn in Georgien läuft die Vermietung von Ferienwohnungen oder Zimmern fast ausschließlich über die digitale Buchungsplattform. Unser Tipp für die Ankunft: Keti Ciklauri Guest House – die unglaublich liebe Gastgeberin bereitet euch ein umwerfend reichhaltiges Frühstück und die sozialistisch geprägte Einrichtung ist gewaltig.

Tag 2: Bergführer buchen in Kazbegi und Proviant beschaffen

Stepantsminda ist nicht gerade der schönste Ort auf Erden. Inmitten eines tief eingeschnittenen Tals gelegen, fällt das touristische Angebot hier so karg wie die Landschaft selbst aus. Zumindest einen Rundgang durch die Ortschaft lohnt sich, um einen ungefähren Eindruck von den einstigen sozialistischen Besatzermächten zu bekommen. Bevor es jedoch in Richtung Bethlemi Hut geht, sollte man sich eine Frage stellen: Besteigung mit oder ohne Bergführer?

Wir sind ganz klar der Meinung, dass es mit einem Guide definitiv die bessere Option ist. Denn dieser öffnet einem nicht nur sprichwörtlich im Basecamp alle Türen, sondern weiß obendrein jede Menge über Land und Leute zu berichten. Auch in puncto Orientierung kann es mitunter überlebenswichtig sein, denn die zum Teil sehr jungen Alpinisten wären vermutlich in der Lage, den Weg hinauf zum Gipfel sogar im Schlaf und mit verbundenen Augen zu finden. Mal ganz zu schweigen von den unberechenbaren Wetterkapriolen, die binnen weniger Stunden selbst den schönsten Sonnentag in ein nebeliges Whiteout verwandeln können.

Wer sich dazu entschließt, einen Guide zu buchen, zahlt rund 550 Euro (Stand Sept. 2018) für eine vier- bis fünftägige Expedition inklusive Unterkunft und Spesen für den Führer. Darin mit eingeplant ist ein Extratag, falls das Wetter nicht mitspielt. Ebenso inkludiert ist die Vermittlungsgebühr der Agentur in Höhe von gerade einmal 50 Euro. Wir haben unseren Guide Gua Imnadze im Sommer 2018 direkt vor Ort über die Mountain Travel Agency in Kazbegi gebucht. Ein wirklich angenehmer, exzellent Englisch sprechender und erfahrener Alpinist. Unser Equipment hatten wir – bis auf ein Seil – komplett selbst im Reisegepäck mitgeführt, da die Leihausrüstung vor Ort nicht dem EU-Sicherheitsstandards entspricht. Allein die Schlafsäcke und Zelte dürften einem wirklich heftigen Sturm oder knackigen Minustemperaturen kaum bis gar nicht standhalten.

Neben der Buchung des Bergführers kann man auch darüber nachdenken, ein Pferd bzw. Maultier zu nutzen, um das schwere Gepäck auf der ersten Etappe bis zur Bethlemi Hut transportieren zu lassen. Wer ein Tier- und Naturfreund ist, sollte das unter den aktuell dort herrschenden Bedingungen jedoch tunlichst vermeiden. Grund hierfür sind einerseits der ziemlich schlechte Umgang mit den Tieren durch deren Besitzer und die Tatsache, dass bisher kein durchdachtes Entsorgungssystem im Basecamp etabliert werden konnte. In puncto Proviant sollte man sich also so eindecken, dass man möglichst wenig Müll produziert und ausreichend Puffer für einen weiteren Tag am Berg dabei hat. Daher sollte man sich in Kazbegi grundlegend mit Brot, Nudeln und Co. eindecken, denn auf dem Weg zum Basecamp wird keinerlei bewohnte Ortschaft mehr passiert. Lediglich eine weitere Schutzhütte liegt auf halber Strecke am Wegesrand, welche sich die dort angebotenen Speisen und erst recht die Übernachtungen teuer bezahlen lässt. Gleiches gilt für die Bethlemi Hut, die unseres Wissens für 50 US-Dollar eine Art Halbpension anbietet.

Tag 2: Aufstieg von Stepanzminda zur Bethlemi Hut (3.680m) in knapp 6 Stunden

Wer es sich richtig hart geben will, der kann von der Talsohle (ca. 1.700m) aus bis hinauf zur Bethlemi Hut wandern. Allerdings dauert es dadurch mindestens 1 1/2 Stunden länger und das ohnehin schwere Gewicht der Rucksäcke zehrt noch mehr an den Kräften. Für gutes Geld (rund 60 Lari je nach Verhandlungsgeschick) kann man sich von einem der örtlichen Taxis auch bis zur Gergety Trinity Church (2.200m) fahren lassen und spart sich dadurch locker 500 Höhenmeter. Am Parkplatz angekommen, geht es anschließend über grasbewachsene Hügel und mit sagenhaftem Blick zurück auf die Dreifaltigkeitskirche stetig bergauf.

Nach rund 2 bis 3 Stunden wird ein Sattel mit Steinmarterl (2.900m) erreicht, von wo aus man bei guten Wetterverhältnissen bereits einen ersten Blick auf den Gipfel des Kazbek erhaschen kann. Kurz dahinter passieren wir neben einer Wasserquelle den ersten größeren Müllhaufen und die neu errichtete Schutzhütte AltiHut (3.014m). Weiter geht es durch zunehmend alpineres Gelände mit reißenden Gebirgsbächen und einer breiten Endmoräne, die erahnen lässt, bis wohin der Gletscher einst reichte. Dessen Zunge erhebt sich nach gut einer Stunde vor uns in die Höhe (ca. 3.200m).

Spätestens ab hier heißt es Steigeisen anlegen. Wer möchte, kann auch mit bloßen Schuhen auf dem Gletscher herumspazieren, da das Eis recht guten Halt bietet. Gefahr durch Spalten droht kaum, sofern man sich an die Route der Einheimischen und Führer hält. Optimalerweise bleibt man mittig, hält Abstand zu den links liegenden, steinschlaggefährdeten Hängen und rechts von den tiefen Gletscherspalten fern. Besondere Vorsicht sollte man kurz vor dem Ausstieg hinauf zur Bethlemi Hut walten lassen, denn hier zieht ein gewaltiger Wasserstrom seine Bahn durch Eis und Fels, um wenige Meter später in ein tiefes blaues Loch zu stürzen. Wer hier hinein gerät, der kommt laut Aussage unseres Führers erst nach 15 Jahren wieder zum Vorschein.

Danach geht’s zum letzten steilen Anstieg zur ehemaligen russischen Metrostation, der allein wegen der Höhe von über 3.500 Metern noch einmal alles abverlangt. Oben angekommen, sollte man sich zügig einen geeigneten, windgeschützten und zur Verrichtung der Notdurft günstig gelegenen Platz für das eigene Zelt suchen.

Alternativ bietet auch das Schutzhaus ein paar Schlafplätze, die man aber spätestens nach einem Geruchstest und einem kurzen Blick in die Räumlichkeiten abhakt. Anschließend muss man sich noch in der Bethlemi Hut registrieren lassen und ggbf. direkt für den Zeltplatz bezahlen, um dann endlich verschnaufen zu können, viel zu trinken und – sofern möglich – sich durch ein wenig Bewegung an die dünne Luft und die Höhe zu gewöhnen.

Tag 3: Akklimatisierungstouren rund um die Bethlemi Hut

Wer sich vor der Expedition nicht bereits ausreichend akklimatisieren konnte, wird spätestens nach oder bereits während der ersten Nacht mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Müdigkeit zu kämpfen haben. Schlafmangel ist da noch das kleinste Problem. Was allerdings tatsächlich am besten hilft, sind weder Kopfschmerztabletten oder Aspirin. Vielmehr sind es möglichst viel Flüssigkeit und Bewegung, die den angeschlagenen Kreislauf wieder in Schwung bringen. Denn dadurch gelangt lebenswichtiger Sauerstoff in die Blutbahn. Wer morgens noch nichts essen kann, sollte alo definitiv nicht liegen bleiben und sich stattdessen aufsetzen oder im besten Fall aufstehen – so schwer es auch fällt.

Sollten sich allerdings akute Symptome der Höhenkrankheit einstellen, leistet die im Basecamp fest stationierte polnische Krankenstation erste Hilfe. Im schlimmsten Fall muss man unverrichteter Dinge wieder in tiefere Höhenlagen absteigen. Für eine optimale Akklimatisierung steht am dritten Tag der “Expedition” ein kurzer, aber ausreichend anstrengender Aufstieg zu einer kleinen Kapelle (4.100m) oberhalb des Basecamps auf dem Programm. Knapp 400 Höhenmeter führt der Weg durch Schuttreißen und felsiges Gelände auf einen Felsvorsprung, von wo aus man die Auswüchse des modernen Alpinismus in Form einer riesigen Müllhalde begutachten kann.

Nach gut zwei Stunden zurück im Basecamp heißt es dann ausgiebig Nahrung aufnehmen und frühzeitig schlafen gehen – sofern die partylustigen Polen aus dem Lazarett es überhaupt zulassen. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, den ersten Abschnitt des am nächsten Tag anstehenden Aufstiegs zu absolvieren. Wer allein und ohne Führer unterwegs ist, sollte diese Option definitiv in Betracht nehmen, um sich nachts besser orientieren zu können.

Tag 4: Hochalpine Bergtour von der Bethlemi Hut (3.680m) zum Gipfel des Kazbek (5.033m) in rund 10-12 Stunden

Bereits in aller Herrgottsfrühe geht es los. Je nachdem wie schnell man sich selbst einschätzt und an Zeit für den gesamten Aufstieg von rund 1.400 Metern benötigt, empfiehlt sich ein entsprechend früher Aufbruch. In der Regel starten die Guides zwischen 3 und 4 Uhr, da die zurückzulegende Wegstrecke wirklich nicht zu unterschätzen ist. Zelt und Co. kann man zum Glück zurücklassen und spart sich dadurch einiges an Gewicht. Dafür ist eine warme Thermosflasche Tee genauso Pflicht wie ausreichend Proviant für einen Aufstieg in dieser Höhe. Auch die Daunenjacke, dicke Handschuhe oder Daunenfäustlinge und ggbf. eine Sturmmaske gehören mit ins Gepäck. Die übliche Gletscherausrüstung nebst Kletterhelm, Seil, Karabiner, Eisschrauben, Steigeisen und Eispickel ist obligatorisch. Auch Trekking-Stöcke zur Entlastung sind durchaus ratsam.

Der nächtliche Weg von der Bethlemi Hut in Richtung Gletscher ist alles andere als leicht zu finden, denn Markierungen sucht man hier vergeblich. So geht es kreuz und quer durch felsiges Blockgelände. Immer leicht nach links driftend und über kurze Eisflächen Stück für Stück nach oben. Bei knapp 4.000 Höhenmetern wird nach gut 2 bis 3 Stunden erstmals der Gletscher betreten. Ab hier geht es Seil-versichert und mit Steigeisen an den Bergstiefeln weiter. Bei gutem Wetter zeichnen erste Sonnenstrahlen goldene Schatten an die Felswände. Nach rund 4 bis 5 Stunden betritt man auf knapp 4.600 Metren Höhe erstmals russisches Staatsgebiet, da die Route einen leichten Westbogen beschreibt. Von hier aus steilt das Gelände merklich auf und man arbeitet sich immer weiter nach oben.

Nach weiteren 200 Höhenmetern wird eine Art Plateau erreicht. Bis dahin gleicht der Aufstieg je nach Wetterbedingungen eher einer anstrengenden Winterwanderung in großer Höhe. Wobei ein einziger Fehltritt dazu führen kann, dass man abrutscht und die verschneiten Hänge über hunderte Meter hinuntergleitet. Versteckte Gletscherspalten sind gerade hier schon so manchem Alpinisten zum Verhängnis geworden. So ist es dann doch recht verwunderlich, das unzählige Bergmenschen allein oder in Gruppen komplett ungesichert unterwegs sind. Vor allem Bergsportler aus den Ostblockstaaten spazieren hier wider jeder Vernunft ohne die nötige Ausrüstung durch die Gegend.

Nach gut 6 Stunden folgt der finale Aufschwung hinauf zum Gipfel, bei dem ein bis zwei breite Gletscherpsalten zu überwinden sind. Die teils recht vereiste Aufstiegsspur bewegt sich in Serpentinen, aber gut ausgetreten entlang der Nordwestflanke des Kasbek. Bis man nach fast 7 Stunden den höchsten Punkt auf 5.033 Metern (je nach Quelle auch 5.047m) erreicht hat.

Anschließend geht es auf der Zustiegsroute wieder zurück zum Ausgangspunkt. Wobei gerade am Ende des Gletschers gebührend Abstand von der sogenannten “Wall of Sound” gehalten werden sollte. Denn in der wärmenden Nachmittagssonne lösen sich unendlich viele Gesteinsbrocken aus dem Permafrost und pfeifen mit zerstörerischer Kraft zu Boden. Daher empfiehlt es sich, hier unbedingt den Kletterhelm aufzubehalten und die möglichst weit rechts liegenden Pfade zu nutzen, bis nach rund 10 bis 12 Stunden die Bethlemi Hut erreicht ist. Dort hat man nun ausreichend Zeit, um über die unterwegs gesammelten Eindrücke zu plaudern oder sich einfach nur total erschöpft ins Zelt zu legen und sofort einzuschlafen.

Tag 5: Abstieg von der Bethlemi Hut nach Stepantsminda

Wer noch Kraftreserven hat, kann den Abstieg vom Gipfel auch direkt bis nach Stepantsminda verlängern. Wem das zu stressig und einfach zu müde ist, empfehlen wir, noch eine weitere Nacht im Basecamp zu verbringen – allein schon aus Respekt zur eigenen vollbrachten Leistung. Ohnehin muss man sich in der Bethlemi Hut abmelden, da sonst eine großangelegte Such- und Rettungsaktion ausgelöst werden könnte. So wissen die offiziellen Personen wenigstens, dass alle die Expedition gut überstanden haben.

Gerade jetzt lohnt es sich, den Ausblick auf die umliegenden Berge des Kaukasus zu genießen, sofern der Wind einem nicht den unappetitlichen Geruch von menschlichen Exkrementen und vergammelndem Müll um die Nase weht. Am fünften Tag der Expedition – sofern nicht ein Schlechtwettertag dazu kommt – geht es auf direktem Wege wieder zurück zur Trinity Church. Auch hier lohnt es sich für den Rückweg einen der zahllosen Taxifahrer mit ihren Allrad-SUVs in Anspruch zu nehmen, um auf schnellstem Wege ins Tal zurückzufahren.

Spätestens wenn man im Auto sitzt und nach Stepanzminda schunkelt, ist man dankbar für jeden gesparten Höhenmeter weniger in den müden Oberschenkeln. Unten angekommen sollte man sich als erstes mit einem frischen und eiskalt gekühlten Bier belohnen. Am besten vom neu erbauten und hoch am Ortsrand gelegenen Hotel NOA. Denn hier kann man wunderbar vom Balkon aus den Ausblick auf jenen Gipfel genießen, dem man vor ein bis zwei Tagen erfolgreich bezwungen hat.

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